Für Jena lernen – Können Bäume miteinander sprechen?


Nicole van Dam, Professorin für Molekulare Interaktionsökologie an der Universität Jena und am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, erklärt in einem Video der Universität Jena, ob und wie Bäume untereinander und mit ihrer Umwelt kommunizieren.

Sind Bäume etwa intelligent? Und siehe da. Nicole van Dam bestätigt: Es stimmt! Bäume können miteinander kommunizieren. Das ist sogar lebensnotwendig.

Wenn nämlich Bäume von Pflanzenfressern wie Raupen angegriffen werden, kann er insektenfreundliche Vögel zu Hilfe rufen. Das geht über flüchtige Verbindungen, die in die Luft abgesondert werden. Wenn sich also eine Raupe vom Blatt ernährt, produziert der baum ein bestimmtes Bouquet von flüchtigen Stoffen.

Ein Versuch mit einem Kran, der in 35 Meter hohe Baumkronen künstlich einer Hormonbehandlung aussetzte, bewies, dass Bäume tatsächlich „bodyguards“ anlockten.

Jedoch können dies Bäume nicht bewusst entscheiden, was sie sagen, wann und zu wem. Jedoch gibt es keine Beweise , dass sie so intelligent wie der Mensch sind.

Nicole van Dam weiter: Trotzdem sollten wir Respekt und Achtung vor ihnen haben, schon allein deshalb, weil sie einen Großteil der Artenvielfalt von Insekten und Vögeln beheimaten.

Solche Erkenntnis sollten auch in Jena ein viel stärkeres Gewicht bekommen, noch dazu diese Forschungsergebnisse in Jena entstehen. Wie kann man in Jena auch Bürger, Institutionen, Wissenschaft und Verwaltung miteinander stärker ins Gespräch bringen. Immerhin schaffen es Bäume ja schließlich auch.

Inwieweit machen Forschungsergebnisse jedoch Sinn, solange in den Institutionen wie der Stadtentwicklung solche Ergebnisse nicht ernst genommen werden. Denn hier geht es ja nicht um die Bäume, sondern um jede Art von Grün, wie ebenso in Kleingärten, die eine ebenso wichtige Rolle bei der Artenvielfalt von Insekten und Vögeln spielen. Jedoch scheinen diese aktuell nicht so wichtig zu sein. Da hilft immer nur lauter werden und reden, reden, reden….bis es auch dort ankommt!

Aufklärung und Wissenschaft müssen dabei wichtige Hilfsmittel sein! Gerade vor Ort!


Originalveröffentlichung:
Volf, M., Volfová, T., Seifert, C. L., Ludwig, A., Engelmann, R. A., Jorge, L. R., Richter, R., Schedl, A., Weinhold, A., Wirth, C. & van Dam, N. M. (2021): A mosaic of induced and non-induced branches promotes variation in leaf traits, predation and insect herbivore assemblages in canopy trees. Ecology Letters,

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ele.13943

Medienkonsum und Programmstruktur in der DDR am Beispiel der FF dabei 1988

A) PROFIL AP: Hook: Wer heute durch eine Ausgabe der „FF dabei“ aus dem Frühjahr 1988 blättert, findet darin weit mehr als nur eine Auflistung von Filmen und Reportagen. Teaser: Die Programmzeitschrift der DDR war ein rares Gut, oft vergriffen und heiß begehrt. Sie diente als Kompass durch eine Medienlandschaft, die einer ganz eigenen Taktung folgte. Ein genauerer Blick auf die Woche vom 14. bis 20. März 1988 offenbart, wie stark sich der Sendeplan an den Rhythmen der Arbeitswelt orientierte. Während im Westen die Radiomoderatoren oft erst am späteren Morgen ihre Hörer begrüßten, begannen die Magazine des DDR-Rundfunks bereits um vier Uhr früh – passgenau für die Frühschicht in den Betrieben. Das Fernsehen wiederum nutzte den Vormittag intensiv für Bildungsformate. Sendungen wie „English for You“ oder „Staatsbürgerkunde“ waren keine Lückenfüller, sondern fester Bestandteil eines edukativen Anspruchs, der den Vormittag dominierte. Erst am Abend entfaltete sich das volle Unterhaltungsprogramm, wobei die Planer nichts dem Zufall überließen. Die Platzierung politischer Kommentare direkt vor den beliebten Spielfilmen war eine bewusste Strategie, um Reichweiten zu sichern. Doch neben der Ideologie stand ein erstaunlich breites Spektrum an Unterhaltung: Von der italienischen Showbühne in Sanremo bis zur brasilianischen Telenovela bot das Programm Fenster zur Welt, die im Kontrast zur geschlossenen Grenze standen. Das Papier der Zeitschrift mag vergilbt sein, doch die darin gedruckten Strukturen erzählen noch heute von einem Alltag, in dem Arbeit, Bildung und Freizeit staatlich synchronisiert waren. B) SEITE AP: Hook: Die Analyse einer „FF dabei“ aus dem Jahr 1988 zeigt, wie das DDR-Fernsehen versuchte, durch gezielte Programmplanung westliche Sehgewohnheiten zu kontern. Teaser: Der Start des Hauptabendprogramms um Punkt 20 Uhr war mehr als nur eine zeitliche Setzung; er war der Versuch, die Zuschauer noch vor der Tagesschau der ARD an das eigene Angebot zu binden. Die Ausgabe vom März 1988 dokumentiert diese Strategien schwarz auf weiß. Das Programmschema offenbart eine Mischung aus pragmatischer Anpassung an die Schichtarbeit der Bevölkerung und ideologischer Durchdringung der Freizeit. Sendungen wurden nicht nur nach Beliebtheit platziert, sondern oft so geschachtelt, dass politische Inhalte wie „Der schwarze Kanal“ fast unvermeidbar vor den eigentlichen Publikumsmagneten liefen. Gleichzeitig zeigt das Heft, dass das DDR-Fernsehen durchaus internationale Standards in der Programmgestaltung adaptierte, von der Ratgebersendung bis zur großen Samstagabendshow. Die Medienlandschaft war ein geschlossenes System, das dennoch Durchlässigkeit für internationale Unterhaltung zeigte, sofern sie ins Schema passte. Die Lektüre der alten Programmzeitschrift legt die Mechanismen offen, mit denen versucht wurde, Information und Unterhaltung in ein staatlich gewolltes Gleichgewicht zu bringen. C) SEITE JP: Hook: Ein Blick in das Programmschema des März 1988 verdeutlicht, wie eng der Rundfunk der DDR an den industriellen Takt der Werktätigen gekoppelt war. Teaser: Mit Radiostarts um vier Uhr morgens reagierten die Sender direkt auf den frühen Schichtbeginn in den Betrieben, eine Flexibilität, die im westdeutschen Rundfunk dieser Zeit kaum zu finden war. Die Programmzeitschrift „FF dabei“ dokumentiert diese Synchronisierung von Medien- und Arbeitszeit detailliert. Auch das Fernsehen folgte einer klaren Struktur: Der Vormittag gehörte dem Schulfernsehen und der Erwachsenenbildung, während der Abend der Unterhaltung und der politischen Information vorbehalten blieb. Interessant bleibt die Beobachtung der Sendezeiten. Der Sendeschluss im Radio um Mitternacht und der Beginn der Hauptnachrichten markierten feste Grenzen im Tagesablauf. Die Programmplanung war somit nicht nur ein Angebot zur Zerstreuung, sondern ein strukturierendes Element des sozialistischen Alltags, das den Tag vom Aufstehen bis zur Nachtruhe begleitete.