Die 10. Tagung des Zentralkomitees der SED markierte den Wendepunkt in der Geschichte der DDR

SED-Fraktionssprecher Werner Jarowinsky zur Lage in der DDR (13.11.1989)

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Der Sprecher der SED-Fraktion, Werner Jarowinsky, berichtet im Video von der 10. Tagung des Zentralkomitees der SED vom 10.11.1989, auf dem ein Aktionsprogramm beschlossen worden ist.

Dabei nennt er den Führungsstil des abgesetzten Generalsekretärs und Politbüros „[…] weithin durch politische Arroganz und Selbstgefälligkeit […]“ gekennzeichnet und übt Kritik an dem von der SED entscheidend geprägten politischen System. Deshalb sei die Macht des Zentralkomitees der SED eingeschränkt worden. Die Arbeit des Parlaments müsse einen höheren Stellenwert erhalten. Er kündigt eine Initiative für ein neues Wahlgesetz an, verspricht eine Änderung der Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsreformen hin zu einer an Marktbedürfnissen orientierten Planwirtschaft, fordert Gewaltverzicht, und sagt: „Die Wiedervereinigung Deutschlands steht nicht auf der Tagesordnung!“

Die 10. Tagung des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 10. November 1989 fand zu einem entscheidenden Zeitpunkt in der Geschichte der DDR statt. Einen Tag zuvor, am 9. November, war die Berliner Mauer gefallen, was einen tiefgreifenden Wandel in der politischen Landschaft der DDR auslöste. Diese historische Tagung war geprägt von den dramatischen Ereignissen und den wachsenden Forderungen nach Reformen und Freiheit seitens der Bevölkerung.

Geleitet wurde die Tagung von Egon Krenz, der erst kurz zuvor Erich Honecker als Generalsekretär der SED abgelöst hatte. Die Sitzung des Zentralkomitees war geprägt von Diskussionen über die neuen politischen Realitäten und die notwendigen Schritte, um die Kontrolle über die Situation zu behalten. Angesichts der Massenproteste und der Öffnung der Grenzen zu Westdeutschland war die SED-Führung gezwungen, sich mit den unmittelbaren Konsequenzen dieser Entwicklungen auseinanderzusetzen.

Trotz der Dringlichkeit der Lage wurden auf der Tagung keine entscheidenden neuen Maßnahmen beschlossen, um die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu adressieren oder die Macht der SED zu stabilisieren. Vielmehr spiegelte die Tagung die Orientierungslosigkeit und den Kontrollverlust der Parteiführung wider, die sich in einer schnell verändernden politischen Umgebung zurechtfinden musste.

Die 10. Tagung des Zentralkomitees der SED markierte somit einen Wendepunkt in der Geschichte der DDR, da sie den Beginn des Endes der SED-Herrschaft und den Anfang eines Übergangs zur deutschen Wiedervereinigung symbolisierte. Die politische Krise eskalierte in den folgenden Wochen und Monaten weiter, was letztlich zum Zusammenbruch der DDR und zur friedlichen Revolution führte, die zur deutschen Einheit im Jahr 1990 führte.

DDR-Ministerratsvorsitzender Willi Stoph übt Selbstkritik (13.11.1989)

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