Pirna enthüllt den Summstein: Historisches Unikat trifft moderne Sinne

Das Geheimnis ist gelüftet: Vor der Kirche Sankt Kunigunde steht nun der Pirnaer Summstein – ein echtes Unikat und Geschenk der Stadt von dem Sandsteinmetz Gabriel Heimann. Dieser beeindruckende Stein, der in vielerlei Varianten bereits in der Region verwendet wurde, wie zum Beispiel beim Amphitheater an der Elbe oder dem Vitel-Meinenstein auf der Kobitzereite, stellt das dritte Projekt des Sandsteinmetzmeisters dar.

Der Summstein hat eine lange Geschichte und stammt ursprünglich aus der Vorchristlichen Zeit. Solche Steine wurden in Malta und in britischen Klöstern gefunden und dienten sowohl religiösen als auch heilpädagogischen Zwecken. Sie ermöglichten es den Menschen, durch das Summen mit verschiedenen Tonlagen eine spürbare Resonanz im Körper zu erzeugen, was als heilend empfunden wurde.

Heimann wollte mit diesem Werk die Verbindung zwischen dem historischen und dem modernen Pirna herstellen. Der Summstein harmoniert perfekt mit der neogotischen Architektur der Kirche Sankt Kunigunde und spiegelt sich im Maßwerk der Kirche wider, das verschiedene geometrische Grundformen wie Fischblasen und andere feine Details enthält.

Der Stein ist nicht nur ein historisches Relikt, sondern auch ein interaktives Erlebnis. Er dient der Wahrnehmung der Sinne: Das Summen in verschiedenen Tonlagen erzeugt ein spürbares Kribbeln. Besucher sind eingeladen, den Summstein auszuprobieren und seine akustischen Effekte selbst zu erleben.

In den kommenden Tagen wird eine erläuternde Tafel am Summstein aufgestellt, und zusätzlich wird eine Sandsteinbank platziert, um den Pirnaern und Besuchern einen weiteren gemütlichen Aufenthaltsort in der Altstadt zu bieten. Der Summstein bereichert somit die Altstadt von Pirna um einen weiteren kulturellen und erlebnisreichen Ort.

Reiner Haseloff über Nachwende-Traumata und politische Stabilität

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Reiner Haseloff teilt seine Biografie in zwei klare Hälften: ein Leben in der Diktatur und ein Leben in der Freiheit. Teaser: Wenn der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt im kommenden Jahr sein Amt niederlegt, endet eine der längsten Regierungszeiten im heutigen Deutschland. Doch der Blick zurück ist für ihn weniger eine Aufzählung politischer Erfolge als vielmehr eine Analyse ostdeutscher Befindlichkeiten. Haseloff erinnert daran, dass die Jahre nach 1990 von harten Brüchen geprägt waren, die bis heute in den Familien nachwirken. Die Angst vor dem sozialen Abstieg und der Verlust von Sicherheiten sind Erfahrungen, die sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Er sieht darin eine Erklärung für die aktuelle politische Unruhe, ohne sie damit zu entschuldigen. Für ihn ist die Demokratie kein Selbstläufer, sondern ein Zustand, der ständig gegen das Vergessen verteidigt werden muss. Nach 15 Jahren an der Spitze des Landes freut er sich nun auf die Zeit danach, auf seine Bücher und die Rolle des stillen Beobachters in einem Land, das sich weiter wandelt. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Die hohen Umfragewerte für die AfD im Osten sind laut Reiner Haseloff nicht allein mit Protest zu erklären, sondern haben tiefere Wurzeln in der Nachwendezeit. Teaser: Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt verweist auf die "Transformationsbrüche" der 1990er Jahre, die viele Biografien erschütterten. Wer damals Arbeit und Sicherheit verlor, reagiert heute besonders sensibel auf Veränderungen. Diese traumatische Erfahrung der Instabilität trifft nun auf eine politische Landschaft, in der sich die Ränder verfestigen. Haseloff warnt davor, die Situation zu unterschätzen: Es gehe längst nicht mehr nur um Denkzettel, sondern um eine grundsätzliche Verschiebung der politischen Koordinaten, die durch pragmatische Lösungen in der Migrations- und Wirtschaftspolitik aufgefangen werden muss. Die politische Mitte steht vor der Aufgabe, Vertrauen zurückzugewinnen, das über Jahrzehnte erodiert ist. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Wer Zugriff auf Schule, Justiz und Polizei erhält, verändert den Charakter eines Staates grundlegend. Teaser: Reiner Haseloff mahnt mit Blick auf mögliche Wahlerfolge der AfD zur Wachsamkeit. Aus der Erfahrung eines Lebens in zwei Systemen weiß er, wie schnell sich gesellschaftliche Leitbilder verschieben können – weg von Weltoffenheit hin zu nationaler Abschottung. Politische Bildung und das Wissen um die eigene Geschichte sind für ihn der Schlüssel, um Kopien vergangener Ideologien zu erkennen, bevor sie politische Realität werden.