Schlusswort aus der letzten DDR-Volkskammersitzung (01.10.1990)

Schlusswort aus der letzten DDR-Volkskammersitzung (01.10.1990)

Die 38. und letzte Tagung der 10. Volkskammer der DDR markierte das Ende einer Ära und den Beginn eines neuen Kapitels in der deutschen Geschichte. Am 2. Oktober 1990, kurz vor der offiziellen Wiedervereinigung Deutschlands, fand diese historische Sitzung statt. Die Volkskammerpräsidentin Dr. Sabine Bergmann-Pohl hielt das Schlusswort der Festsitzung und würdigte die Arbeit der Volkskammer während des Vereinigungsprozesses.

In ihrer Rede sprach Dr. Bergmann-Pohl über die Bedeutung der Volkskammer als demokratisches Parlament, das aus der friedlichen Revolution von 1989 hervorgegangen war. Sie betonte die Rolle der Volkskammer bei der Gestaltung des Übergangs von der DDR zur Bundesrepublik Deutschland und bei der Schaffung der Grundlage für ein vereintes Deutschland.

Die Volkskammer hatte in ihrer kurzen, aber intensiven Amtszeit nach den Wahlen vom 18. März 1990 wesentliche Entscheidungen getroffen, die den Weg für die deutsche Einheit ebneten. Dazu gehörten die Zustimmung zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der BRD, die Annahme des Ländereinführungsgesetzes und die Bestätigung der Oder-Neiße-Grenze als polnische Westgrenze.

Die letzte Tagung der Volkskammer war somit nicht nur ein symbolischer Akt, sondern auch ein Moment der Reflexion über die geleistete Arbeit und die historischen Veränderungen, die sich in den vorangegangenen Monaten vollzogen hatten. Es war ein Abschied von der DDR und zugleich die Vorbereitung auf die Zukunft eines vereinten Deutschlands.

Die Worte von Dr. Bergmann-Pohl und die Entscheidungen der Volkskammer bleiben ein bedeutender Teil der deutschen Geschichte und ein Zeugnis für den Wunsch nach Freiheit, Demokratie und Einheit, der von den Bürgern der DDR ausgegangen war.

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