Kosten für das Schülerferienticket werden im Ilm-Kreis übernommen

Arnstadt. Schülerinnen und Schüler, die ihren Hauptwohnsitz im Ilm-Kreis haben, können in den Sommerferien kostenfrei in ganz Thüringen mit Bus, Bahn und Straßenbahn fahren. Der Ilm-Kreis übernimmt die Kosten für das Schülerferienticket. Das Angebot gilt für alle Schüler, die keinen Anspruch auf Schülerbeförderung haben.

Seit dem 1. Mai 2023 wurde allen Schulkindern, die einen gesetzlichen Anspruch auf Schülerbeförderung haben, im Ilm-Kreis das Deutschland-Ticket ausgegeben, das sie auch in den Sommerferien nutzen können. Anspruch haben aber nur die Kinder und Jugendlichen, deren Schulweg über 2 Kilometern (Grundschule) bzw. 3 Kilometern (weiterführende Schule) liegt.

„Wir wollten aber gern auch ein Ticket für die anderen Schülerinnen und Schüler anbieten, damit sie ihre Sommerferien richtig nutzen können, Ausflüge machen, sich mit Freunden treffen, an Ferienfreizeiten teilnehmen oder im Rahmen der Hortferienbetreuung die Region erkunden. Aus diesem Grund übernehmen wir für Schülerinnen und Schüler mit Hauptwohnsitz im Ilm-Kreis, die keine klassischen Fahrschüler sind, die Kosten für das Schülerferienticket 2024. Wir haben uns dafür entschieden, unsere Klimaschutzmittel dafür zu nutzen.“, sagt Landrätin Petra Enders und verweist auf die Vorteile des umweltfreundlichen Schülerferientickets, bei dem es sich um ein anerkanntes beliebtes Produkt handelt, mit dem alle Schülerinnen und Schüler ganz Thüringen mit Bus, Straßenbahn und Zug mobil sind.

„Wir möchten Kinder und Jugendliche ermuntern, den ÖPNV zu nutzen. Das ist nicht nur eine Entlastung fürs Klima, sondern auch für die Eltern und Großeltern, die nur zu oft Fahrten zum Sport, ins Freibad oder zu den Freunden übernehmen“, so Landrätin Petra Enders und betont: „Wir haben uns entschieden, die Maxi-Variante des Schülerferientickets für 32 Euro statt der Mini-Variante von 16 Euro zu übernehmen, damit die Kinder und Jugendlichen in den Sommerferien nicht nur die Busse, sondern auch die Nahverkehrszüge im Freistaat kostenfrei nutzen können.“

Das Schülerferienticket gilt ganztägig im Zeitraum von 20. Juni bis einschließlich 31. Juli 2024.

Berechtigt zur Nutzung sind im Ilm-Kreis alle Schülerinnen und Schüler mit Hauptwohnsitz im Ilm-Kreis, die über kein Deutschland-Ticket zur Schülerbeförderung verfügen.

Das Schülerferienticket ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, flexibel und unabhängig zu reisen, ohne auf die Fahrt von Eltern oder anderen angewiesen zu sein. Sie können somit selbstständig Ausflüge planen und durchführen. Mit dem Ticket können sie nicht nur in ihrem Heimatort, sondern auch in der gesamten Region unterwegs sein. Das Ticket bietet somit eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten für verschiedenste Ausflüge und Aktivitäten.

„Kinder und Jugendliche können neue Orte entdecken, kulturelle und sportliche Veranstaltungen besuchen und ihre Mobilität erhöhen. Kinder, die den ÖPNV nutzen, erlangen frühzeitig ein gewisses Maß an Unabhängigkeit, entwickeln ein besseres Verständnis für das Verkehrsgeschehen und lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen“, so Landrätin Petra Enders, die für die Zukunft eine ganz besondere Vision hat: ein kostenfreies Kinder- und Jugendticket für den Ilm-Kreis.

Die Ausgabe des Schülerferientickets erfolgt ab 15. Mai 2024 in den Servicecentern der IOV Omnibusverkehr GmbH Ilmenau gegen Vorlage eines Berechtigungsausweises. Schülerinnen und Schüler erhalten die erforderlichen Informationen zum weiteren Vorgehen direkt über ihre Schule. Dazu gehen Informationsbriefe des Schulverwaltungsamtes an die Schulen.

Weitere Informationen zu den Nutzungsbedingungen des Schülerferientickets, ein Produkt von Bus und Bahn Thüringen, gibt es unter www.sft-thueringen.de.

Bei Fragen helfen aber auch gern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IOV Omnibusverkehr GmbH Ilmenau in den Servicecentern in Arnstadt und Ilmenau gern weiter.

Medienkonsum und Programmstruktur in der DDR am Beispiel der FF dabei 1988

A) PROFIL AP: Hook: Wer heute durch eine Ausgabe der „FF dabei“ aus dem Frühjahr 1988 blättert, findet darin weit mehr als nur eine Auflistung von Filmen und Reportagen. Teaser: Die Programmzeitschrift der DDR war ein rares Gut, oft vergriffen und heiß begehrt. Sie diente als Kompass durch eine Medienlandschaft, die einer ganz eigenen Taktung folgte. Ein genauerer Blick auf die Woche vom 14. bis 20. März 1988 offenbart, wie stark sich der Sendeplan an den Rhythmen der Arbeitswelt orientierte. Während im Westen die Radiomoderatoren oft erst am späteren Morgen ihre Hörer begrüßten, begannen die Magazine des DDR-Rundfunks bereits um vier Uhr früh – passgenau für die Frühschicht in den Betrieben. Das Fernsehen wiederum nutzte den Vormittag intensiv für Bildungsformate. Sendungen wie „English for You“ oder „Staatsbürgerkunde“ waren keine Lückenfüller, sondern fester Bestandteil eines edukativen Anspruchs, der den Vormittag dominierte. Erst am Abend entfaltete sich das volle Unterhaltungsprogramm, wobei die Planer nichts dem Zufall überließen. Die Platzierung politischer Kommentare direkt vor den beliebten Spielfilmen war eine bewusste Strategie, um Reichweiten zu sichern. Doch neben der Ideologie stand ein erstaunlich breites Spektrum an Unterhaltung: Von der italienischen Showbühne in Sanremo bis zur brasilianischen Telenovela bot das Programm Fenster zur Welt, die im Kontrast zur geschlossenen Grenze standen. Das Papier der Zeitschrift mag vergilbt sein, doch die darin gedruckten Strukturen erzählen noch heute von einem Alltag, in dem Arbeit, Bildung und Freizeit staatlich synchronisiert waren. B) SEITE AP: Hook: Die Analyse einer „FF dabei“ aus dem Jahr 1988 zeigt, wie das DDR-Fernsehen versuchte, durch gezielte Programmplanung westliche Sehgewohnheiten zu kontern. Teaser: Der Start des Hauptabendprogramms um Punkt 20 Uhr war mehr als nur eine zeitliche Setzung; er war der Versuch, die Zuschauer noch vor der Tagesschau der ARD an das eigene Angebot zu binden. Die Ausgabe vom März 1988 dokumentiert diese Strategien schwarz auf weiß. Das Programmschema offenbart eine Mischung aus pragmatischer Anpassung an die Schichtarbeit der Bevölkerung und ideologischer Durchdringung der Freizeit. Sendungen wurden nicht nur nach Beliebtheit platziert, sondern oft so geschachtelt, dass politische Inhalte wie „Der schwarze Kanal“ fast unvermeidbar vor den eigentlichen Publikumsmagneten liefen. Gleichzeitig zeigt das Heft, dass das DDR-Fernsehen durchaus internationale Standards in der Programmgestaltung adaptierte, von der Ratgebersendung bis zur großen Samstagabendshow. Die Medienlandschaft war ein geschlossenes System, das dennoch Durchlässigkeit für internationale Unterhaltung zeigte, sofern sie ins Schema passte. Die Lektüre der alten Programmzeitschrift legt die Mechanismen offen, mit denen versucht wurde, Information und Unterhaltung in ein staatlich gewolltes Gleichgewicht zu bringen. C) SEITE JP: Hook: Ein Blick in das Programmschema des März 1988 verdeutlicht, wie eng der Rundfunk der DDR an den industriellen Takt der Werktätigen gekoppelt war. Teaser: Mit Radiostarts um vier Uhr morgens reagierten die Sender direkt auf den frühen Schichtbeginn in den Betrieben, eine Flexibilität, die im westdeutschen Rundfunk dieser Zeit kaum zu finden war. Die Programmzeitschrift „FF dabei“ dokumentiert diese Synchronisierung von Medien- und Arbeitszeit detailliert. Auch das Fernsehen folgte einer klaren Struktur: Der Vormittag gehörte dem Schulfernsehen und der Erwachsenenbildung, während der Abend der Unterhaltung und der politischen Information vorbehalten blieb. Interessant bleibt die Beobachtung der Sendezeiten. Der Sendeschluss im Radio um Mitternacht und der Beginn der Hauptnachrichten markierten feste Grenzen im Tagesablauf. Die Programmplanung war somit nicht nur ein Angebot zur Zerstreuung, sondern ein strukturierendes Element des sozialistischen Alltags, das den Tag vom Aufstehen bis zur Nachtruhe begleitete.