Workshop zur klimagerechten Gestaltung des Ernst-Abbe-Platzes in Jena

Jena. Die öffentliche Beteiligung zur klimagerechten Umgestaltung des Ernst-Abbe-Platzes beginnt am 12.04.2024 mit einem Präsenz-Workshop, zudem alle Interessierten herzlich eingeladen sind:

Freitag, 12.04.2024, 17:00 bis ca. 20:00 Uhr, Hörsaal 5, Friedrich-Schiller-Universität am Ernst-Abbe-Platz, Jena

Der Ernst-Abbe-Platz ist einer der zentralen Plätze der Jenaer Innenstadt und verbindet dabei vielfältige Funktionen: er ist Verknüpfungspunkt des ÖPNV, dient als Veranstaltungsort und als Außenfläche der Universität. Täglich passieren und verweilen dort mehrere Tausend Fußgänger und Studierende. Um den verschiedenen Nutzungen auch weiterhin gerecht zu werden, soll in einem ersten Beteiligungsworkshop herausgearbeitet werden, welchen Anforderungen der Platz nach der Umgestaltung gerecht werden muss. Die Ergebnisse fließen dann zusammen mit den Anforderungen des Fördermittelgebers in die Planung ein. Ein wichtiger Punkt bei der Umgestaltung ist eine klimaangepasste Gestaltung. Dafür unterstützt der Bund den Umbau im Rahmen des Förderprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ mit Mitteln in Höhe von ca. 6,3 Millionen Euro. Durch diese Förderung von 85% der Umbaukosten, soll aus dem derzeitigen Hitze-Hotspot eine weitere Klimaoase im urbanen Stadtraum Jenas werden.

Weitere Möglichkeiten der Beteiligung
Für alle, die an dem Termin nicht teilnehmen können, bietet die Beteiligungsplattform der Stadt Jena (mitmachen.jena.de) nach dem Workshop die Möglichkeit, sich an der Diskussion online zu beteiligen.

Im Zeitraum vom 23.04.2024 14:00 Uhr bis 12.05.2024 24:00 Uhr können zudem die Ergebnisse auf der Webseite bewertet und kommentiert werden. Auf dem Portal werden künftig auch die aktuellen Informationen zum Projekt dargestellt.

Hintergrund
Der in etwa 10.000 m² große Ernst-Abbe-Platz fungiert als Universitäts-Campus der Friedrich-Schiller-Universität und ist damit ein zentraler Kommunikationsraum für die Studierenden. Gleichzeitig verbindet der innerstädtische Platz verschiedenste Nutzungsformen, wie Wissenschaft, Bildung, Gesundheit, Einkauf, Verwaltung und Gastronomie. Die Fußgängerfrequenz wird dabei durch die Endhaltestelle einer Straßenbahnlinie und die Ausgänge der Tiefgaragen unter dem Platz noch weiter gesteigert.

Aufgrund der in die Jahre gekommenen Gestaltung des Platzes, dem stetig steigenden Nutzungsdruck und der zunehmenden Hitzebelastung im Innenstadtbereich wird das Areal den Anforderungen moderner, innenstädtischer Plätze nicht mehr gerecht. Entsprechend soll eine grundlegende Umgestaltung stattfinden. Eine besondere Herausforderung stellen dabei die Tiefgaragen direkt unter dem Platz dar, die nur eine begrenzte Traglast aufweisen. Die Aufschüttung von Erde im größerem Stil oder das Pflanzen von Bäumen ist dadurch nur sehr eingeschränkt möglich.

Bisherige Pläne zur Umgestaltung
Bereits 2012 wurde ein Wettbewerb zur Umgestaltung und Aufwertung des Ernst-Abbe-Platzes durchgeführt. Insgesamt wurden 18 Beiträge von lokalen, nationalen sowie internationalen Planungsbüros der Jury vorgelegt. Aus diesen Beiträgen konnten drei Planungen jeweils mit einem Preis prämiert werden. Zwei Arbeiten erhielten wegen ihrer herausragenden Details eine Anerkennung. Aufgrund schwieriger Haushaltslagen und dadurch fehlender Finanzierungsmöglichkeiten konnten die Planungen nicht umgesetzt werden.

Foto: Studentenwerk Thüringen

Der Preis der Freiheit: Von der Grenze nach Bautzen II

HOOK - Profil Fluchtversuch endet im Kugenhagel Zwei Männer verlassen den Campingplatz unter dem Vorwand, Pilze zu suchen, während ihre Frauen zum Einkaufen fahren. Fünfzehn Kilometer später stehen sie im Niemandsland an der tschechischen Grenze, bevor Schüsse die Stille durchbrechen. TEASER JP (Reflektierend) Wenn die Freiheit lebensgefährlich wird Der Plan scheint perfekt durchdacht, die Route über die Grenze sorgfältig gewählt und das Werkzeug bereitgelegt. Doch im entscheidenden Augenblick im September 1983 entscheiden nicht mehr die eigenen Vorbereitungen, sondern die Reaktionen der Grenzposten über Leben und Tod. Gerhard Valdiek erlebt nach einem gescheiterten Fluchtversuch die Härte des DDR-Strafvollzugs in Bautzen II, isoliert in einer engen Zelle. Für manche, die diesen Weg wählten, wurde die Ungewissheit der Haft zur eigentlichen Prüfung, während das Warten auf einen möglichen Freikauf durch den Westen zur einzigen verbleibenden Hoffnung wurde. TEASER Coolis (Neutral) Vom Grenzstreifen in die Isolationshaft Im September 1983 versuchen zwei Männer, über die Tschechoslowakei in den Westen zu gelangen, werden jedoch im Grenzgebiet entdeckt und beschossen. Einer von ihnen ist Gerhard Valdiek, der schwer verletzt festgenommen und an die Staatssicherheit übergeben wird. Nach seiner Verurteilung wegen Republikflucht verbüßt Valdiek eine Haftstrafe im Gefängnis Bautzen II. Dort muss er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Zwangsarbeit im Schichtdienst leisten. Erst im Juni 1984 erfolgt im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs durch die Bundesrepublik Deutschland seine Abschiebung in das Notaufnahmelager Gießen, woraufhin wenige Wochen später auch seine Familie ausreisen darf.

Die Biermann-Ausbürgerung und der Beginn des offenen Widerstands in Jena

1. Teaser Profil Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Es war jener graue Novemberabend, an dem die Tagesschau in Schwarz-Weiß flimmerte und eine Nachricht in die Wohnzimmer trug, die wie ein physischer Schlag wirkte. In einer Jenaer Privatwohnung saßen zwei Dutzend junge Menschen, umgeben von Zigarettenrauch und klirrenden Teegläsern, und starrten ungläubig auf den Bildschirm. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war nicht nur ein Verwaltungsakt gegen einen Liedermacher; sie war für diese Generation in der DDR das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Die Reaktion ließ in der Universitätsstadt nicht lange auf sich warten. Einen Tag später, im „Klub der Intelligenz“, suchten viele nach Antworten. Der Saal war überfüllt mit jungen Gesichtern, die eigentlich wegen einer Lesung von Jurek Becker gekommen waren. Als dieser die Protestnote der Berliner Künstler verlas, brach sich das Unausgesprochene Bahn. Ein Raunen schwoll zu einer offenen Debatte an, die den Rahmen des Erlaubten sprengte. Doch der Geist war aus der Flasche. In der Evangelischen Jungen Gemeinde (JG) Stadtmitte gärte es weiter. Hier wurde nicht nur diskutiert, hier wurde gehandelt. Man schrieb den Offenen Brief der Künstler ab und sammelte Unterschriften. Die Antwort des Repressionsapparates folgte prompt und brutal in der Nacht zum 19. November. Doch statt Rückzug erzeugte die staatliche Härte eine Solidarisierungswelle, die quer durch die sozialen Schichten Jenas ging. 2. Teaser Seite Arne Petrich Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war für viele junge Menschen in Jena das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Im „Klub der Intelligenz“ eskalierte die Situation, als Jurek Becker statt nur aus seinen Büchern zu lesen, die politische Realität thematisierte. Die daraufhin einsetzende Repression der Stasi, verraten durch Spitzel in den eigenen Reihen, führte zu Verhaftungen in der Jungen Gemeinde. Doch das Kalkül der Macht ging nicht auf: Statt Angst herrschte plötzlich eine neue, praktische Solidarität. Matthias Domaschk und andere organisierten Hilfe, sammelten Geld und vernetzten sich über soziale Grenzen hinweg. Es entstand ein Riss zwischen Staat und Jugend, der sich bis 1989 nicht mehr schließen sollte. 3. Teaser Jenapolis Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich. Die Nachricht von der Ausbürgerung Wolf Biermanns löste in Jena eine Kettenreaktion aus, die vom „Klub der Intelligenz“ bis in die Junge Gemeinde reichte. Wo der Staat mit Härte und Verhaftungen reagierte, entstand unerwartet eine breite Solidaritätsbewegung. Historisch betrachtet markiert dieser November den Moment, in dem sich ein Riss auftat, der das Ende der DDR einläutete – der Beginn eines offenen Widerstands, der sich nicht mehr einschüchtern ließ.