Am 14. Mai 1970 verabschiedete die Volkskammer der DDR das sogenannte Landeskulturgesetz, welches das eher konservative Naturschutzgesetz von 1954 ablöste. Auf dem Papier galt dieses Gesetz als ein großer umweltpolitischer Hoffnungsträger. Es war stark vom Leitbild der „sozialistischen Landeskultur“ geprägt und versuchte, moderne ökologische Belange fest in das Wirtschaftssystem des Staates zu integrieren. Das Gesetz ging über den klassischen Naturschutz hinaus und rückte die rationelle Nutzung von natürlichen Ressourcen sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung in den Fokus. Zudem war der Umweltschutz durch die DDR-Verfassung von 1968 bereits formal als Staatsaufgabe deklariert worden.
Doch die Realität der 1970er und 1980er Jahre entwickelte sich zu einem beispiellosen ökologischen Desaster, da die wirtschaftspolitischen Ziele der SED im radikalen Widerspruch zu den eigenen Umweltgesetzen standen. Die von der Staatsführung forcierte „sozialistische Intensivierung“ in der Land- und Forstwirtschaft führte zur Bildung gigantischer Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG). Für riesige, maschinengerecht zugeschnittene Bearbeitungsschläge fielen unzählige Hecken, Feuchtgebiete und Feldgehölze der Planierraupe zum Opfer, was einen dramatischen Schwund der Artenvielfalt nach sich zog. Erschwerend kam der globale Ölschock der 1970er Jahre hinzu. Da Importe teurer wurden, sah sich die devisenschwache DDR gezwungen, sich energetisch voll auf die heimische Braunkohle zu stützen. Der rücksichtslose Ausbau der Tagebaue führte zur Totaldevastierung hunderter Quadratkilometer gewachsener Kultur- und Naturlandschaften.
Der staatliche Naturschutz verlor angesichts dieses landesweiten Naturverbrauchs fast völlig an politischem Einfluss und konnte sich mit seinen Warnungen kaum noch Gehör verschaffen. Als bittere Reaktion auf die unwiederbringliche Zerstörung konzentrierten sich die Wissenschaftler des Instituts für Landesforschung und Naturschutz (ILN) vorrangig darauf, das verbleibende ökologische Inventar akribisch in Handbüchern zu dokumentieren, um zumindest das Wissen über die einstige Landschaft für zukünftige, freiere Generationen zu bewahren.
Die 3 wichtigsten Quellen für die Recherche:
1. Inhalte und Bedeutung des Landeskulturgesetzes 1970:
2. Konflikt mit der sozialistischen Intensivierung und der Braunkohle:
3. Erweiterung des Aufgabenspektrums vom Natur- zum Umweltschutz:


Was hält den Osten heute noch zusammen? Wenn man ehrlich ist: vor allem die Vergangenheit. Die gemeinsamen Erinnerungen, die biografischen Brüche, die Erfahrungen von 1989 und den Jahren danach. In bestimmten Milieus auch eine Form von Nostalgie – nicht zwingend politisch, oft eher emotional: Kindheit, Nachbarschaft, Gewissheiten. Mit dem heutigen Alltag hat das allerdings nur noch begrenzt zu tun.
In der staatlichen Verwaltung der DDR mangelte es dem Naturschutz chronisch an Personal und finanzieller Durchschlagskraft. Noch bis in die 1960er Jahre hinein war ein hauptamtlicher Naturschutzreferent pro Bezirk eine Seltenheit; und selbst wenn es diese Stellen gab, waren die Mitarbeiter oftmals gleichzeitig für die weitaus höher priorisierte Jagd zuständig. Um dieses gravierende Defizit in der Fläche auszugleichen, stützte sich der Staat massiv auf das Ehrenamt, welches rasch zum funktionalen Rückgrat des gesamten Systems avancierte. Zahlreiche „Natur- und Heimatfreunde“ organisierten sich zunächst unter dem Dach des Kulturbundes. Aus diesen Arbeitsgruppen ging schließlich 1980 die „Gesellschaft für Natur und Umwelt“ hervor, die in kürzester Zeit beachtliche 60.000 Mitglieder für die Belange der Natur mobilisieren konnte.
Der vorliegende Bericht dokumentiert den Umsetzungsstand des Klima-Aktionsplans zum Stichtag 30. Oktober 2025. Zur strukturellen Organisation wurde am 31. Januar 2025 die Klimaschutzagentur Jena gGmbH notariell gegründet. Ergänzend nahm im Februar 2025 die Stabsstelle Klima ihre Arbeit auf. Ein vom Stadtrat beschlossenes Monitoring-Konzept befindet sich derzeit in der Implementierung, wozu auch der Aufbau eines öffentlichen Dashboards gehört.
Die Entwicklung der sportlichen Infrastruktur in Jena schreitet voran. Im Rahmen der im vergangenen Jahr bis 2035 beschlossenen Sportentwicklungsplanung (SEP) rücken nun auch die Anlagen in Jenas Norden stärker in den Fokus. Auf eine gezielte Einwohneranfrage von Michael Schubert vom 4. Februar 2026 gab die Stadtverwaltung nun detaillierte Einblicke in den aktuellen Planungsstand der verankerten Projekte. Auch wenn die Haushaltslage derzeit angespannt ist und der Sport nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune zählt, zeigt sich die Stadt entschlossen, ihrem Qualitätsanspruch als Sportstadt gerecht zu werden.
Der Beirat für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung (Klimaschutz-Beirat) der Stadt Jena hat seinen Bericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Im vergangenen Jahr trat das Fachgremium, das als Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und lokaler Wirtschaft agiert , zu sieben Webmeetings und zwei Präsenzsitzungen zusammen.
In der öffentlichen Debatte dominiert oft das Klischee einer veränderungsmüden deutschen Gesellschaft. Doch aktuelle Daten aus dem Jahr 2026 widerlegen diesen Mythos eindrucksvoll: Die Bevölkerung ist mehrheitlich bereit für notwendige gesellschaftliche Transformationen. Interessanterweise gibt es in dieser grundsätzlichen Bereitschaft kaum signifikante Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Lediglich rund ein Viertel der Befragten steht dem Wandel prinzipiell kritisch gegenüber und assoziiert ihn primär mit Risiken.
Die Heimat verlassen oder bleiben? Ein Blick auf eine Generation, die Freiräume in Ostdeutschland neu entdeckt.
Mitten in Berlin, nur einen Steinwurf vom belebten Alexanderplatz entfernt, verbarg sich jahrzehntelang ein Ort, der vielen Menschen in der DDR das Blut in den Adern gefrieren ließ. Heute öffnet das ehemalige Untersuchungshaftgefängnis im Präsidium der Volkspolizei in der Keibelstraße seine Türen – nicht mehr zum Wegsperren, sondern zum Aufklären.
Fünfunddreißig Jahre nach der Wiedervereinigung offenbart sich in den ostdeutschen Bundesländern eine besorgniserregende politische Paradoxie. Auf der einen Seite ist die prinzipielle und normative Unterstützung für die Demokratie ungebrochen hoch: 88 Prozent der Menschen, wie aktuelle Erhebungen aus Thüringen belegen, halten die Demokratie nach wie vor für die beste aller Staatsformen. Auf der anderen Seite kollabiert die Zufriedenheit mit der tatsächlichen Umsetzung dieser Demokratie in der Praxis. Nur noch 43 Prozent sind mit dem Funktionieren des demokratischen Systems im bundesdeutschen Alltag zufrieden – ein dramatischer Tiefstwert in einem kontinuierlichen Abwärtstrend. Das Vertrauen in die Bundesregierung in Berlin liegt regional sogar bei katastrophalen 19 Prozent.