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Bündnis “WirFahrenZusammen” hatte zum Gespräch ins Jenaer Rathaus geladen

WirFahrenZusammen, ein Bündnis aus Beschäftigten des Nahverkehrs, der Gewerkschaft ver.di und Klimaaktiven, luden die Jenaer Stadtgesellschaft am Dienstag, den 13.02.24 zur Stadtversammlung „Deine Stadt – Deine Mobilität“ ins historische Rathaus ein. Das Ziel war, in Dialog mit der Stadtbevölkerung zu treten und zu vermitteln, warum im Nahverkehr gestreikt wird und welche Veränderungen für eine gute und umweltfreundliche Mobilität für alle nötig sind. Der Saal war gut gefüllt, über 120 Personen nahmen an der Veranstaltung teil und es kam zu einem anregenden Austausch.

Beschäftigte des Jenaer Nahverkehrs berichteten von ihrem Arbeitsalltag und ihrer Perspektive auf die Verkehrswende. Sie würden den Beruf gerne ausführen, jedoch bringe er zunehmend Herausforderungen und Belastung mit sich.

„Die Verkehrswende soll eine positive Entwicklung sein, die jedoch nur dann ihr volles Potenzial entfalten kann, wenn sie umfassend betrachtet wird. Der Fokus sollte nicht nur auf dem Fahrzeugpark und der Infrastruktur liegen, sondern auch auf den Menschen, die täglich dafür sorgen, dass der Nahverkehr reibungslos funktioniert“, sagte Lukas Döchert.

„Wir stehen hier nicht nur für uns, sondern auch für Sie, liebe Fahrgäste. Für einen gut ausgebauten, zuverlässigen und pünktlichen Nahverkehr, der die Lebensqualität in unserer Stadt erhöht. Lassen Sie uns gemeinsam für Veränderungen kämpfen, damit der ÖPNV wieder zu dem wird, was er sein sollte – eine verlässliche und stressfreie Möglichkeit, von A nach B zu gelangen – und das für alle Beteiligten“, meinte Ricardo Köcher.

„Es wurde ein dreistelliger Millionenbetrag von Land, Stadt, Stadtwerke und Nahverkehr in neue Fahrzeuge und eine angepasste Infrastruktur ausgegeben. Was wichtig ist, um den bevorstehenden Aufgaben gerecht zu werden. Aber ohne die genannten Akteure bringt die ganze Investition nichts! Es ist an der Zeit auch in die Mitarbeiter, und damit meine ich alle, zu investieren und somit die Berufsgruppen des JNV interessanter zu gestalten. Natürlich dürfen sowohl die Kosten für neue Fahrzeuge als die Personalkosten nicht auf die Fahrgäste umgelegt werden. Ich meine, wer fährt schon gerne mit Bus und Bahn, wenn die Fahrkarte mehr kostet als ein Liter Diesel oder Benzin? Um eine Verkehrswende zu erzielen, muss der Nahverkehr für alle bezahlbar sein. Wer eine soziale und klimagerechte Verkehrswende möchte, darf dabei nicht vergessen, auf wen es ankommt: auf uns. Und deshalb sollten diejenigen Verantwortlichen für uns genauso einstehen wie für die Verkehrswende selbst.“ Toni Thielemann.

Klimaaktive sprachen über die Ziele der Zusammenarbeit. Etwa Paula Gut, die sich bei WFZ engagiert:

„Es ist also wichtig, dass gestreikt wird, auch wenn im Moment des Streiks leider oft Unbeteiligte darunter leiden. Das zeigt allerdings umso mehr, wie relevant diese Berufe für uns alle sind und wie wichtig es ist, dass sie gut bezahlt werden und dass sie unter guten Bedingungen laufen. Es wird immer versucht, die Arbeit in den grundlegenden Bereichen der Daseinsvorsorge unsichtbar zu machen, um zu rechtfertigen, dass am Personal gespart wird – so auch im ÖPNV. Lasst uns das nicht länger hinnehmen, denn wenn man es mal runterbricht: Ohne die jetzigen Streiks und hoffentlich folgend bessere Arbeitsbedingungen, wird das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs immer schlechter werden. Und das geht uns alle etwas an! […] Der Beruf im Nahverkehr muss sich wieder lohnen! Wir wollen, dass die Menschen, die tagtäglich dafür sorgen, dass wir sicher von A nach B kommen, die Anerkennung bekommen, die sie verdienen.“

Außerdem stellte eine Person vom Fahrgast-Verband vor, wie aus deren Sicht der Jenaer Nahverkehr funktioniert. Eine Person, die sich mit einem Rollstuhl fortbewegt, berichtete per Videobotschaft berührend über die Bedeutung des Nahverkehrs in ihrem Leben. Weitere schöne Momente waren unter anderen die Standing Ovation nach einer Brandrede eines Beschäftigten sowie der Diskussionsbeitrag von Ellen Ost, einer Beschäftigten des UKJ (Universitätsklinikum Jena). Sie zog Parallelen zwischen dem ÖPNV in Jena und den Zuständen an ihrer Arbeitsstelle. Sie forderte, dass im ÖPNV wie auch in den Krankenhäusern gelten müsse: „Menschen statt Profite“.

Unter dem Motto „WirFahrenZusammen“ schließen sich bundesweit Beschäftigte des Nahverkehrs mit ihrer Gewerkschaft ver.di und der Klimabewegung zusammen, um bessere Arbeitsbedingungen und massive Investitionen in den ÖPNV durchzusetzen. Die Tarifverhandlungen im Frühjahr 2024 werden genutzt, um gemeinsam Druck für eine soziale Verkehrswende aufzubauen. Mittlerweile gibt es an über 60 Orten in Deutschland eine Zusammenarbeit und mehr als 100.000 Menschen haben durch die Unterschrift einer Petition ihre Unterstützung erklärt.

Dies ist ein Leserbeitrag der Initiative “WirFahrenZusammen”.

Neues Angebot in Jena zur Progressiven Muskelentspannung

Die PMR – Progressive Muskelentspannung ist eine Form der Tiefenentspannung, mit deren Übungen ich mich sofort wohl fühlte. Ich fand damit ein Tool, was mich dabei unterstützte, mich erst einmal selbst wieder zu spüren.
Die An- und Entspannung verschiedener Muskelgruppen empfand ich zu Beginn als sehr anstrengend, dafür genoss ich den Teil des Loslassens sehr intensiv.
Diesen Moment, wenn die Anspannung losgelassen und der Entspannung nachgespürt wird, erlebe ich auch heute noch als sehr wohltuend.

Wer bin Ich?

Mein Name ist Manuela Müller und ich lebe in Jena. Ich folge seit seit einigen Jahren einer neuen Berufung. Dem früheren Zustand einer Dauerbelastung konnte mein Körper irgendwann nicht mehr standhalten und er wurde krank! Mit dieser Lebensphase veränderte sich alles. Ich befreite mich aus meinem Hamsterrad und kümmerte mich erst einmal eine Weile um mich selbst.

Heute bin gelernte Entspannung- und Achtsamkeitstrainerin und leite meine Teilnehmer in verschiedenen Kursen dazu an, in ihre gewohnte Ruhe und eine entspannte Haltung zurückzufinden. Ich gebe meine Erfahrungen auch in Präsenzseminaren und Präventionskursen nach § 20 SGB V weiter. Mehr über mich, kannst du in meiner Vita nachlesen. https://allesistinmir.de/ueber-mich/

Für meine Kurskonzepte habe ich von der ZPP (Zentrale Prüfstelle für Prävention) eine
Zertifizierung erworben, zur qualifizierten Kursleiterin für Autogenes Training und
Progressive Muskelentspannung.

Alle gesetzlich Krankenversicherten dürfen
an zwei Präventionskursen im Jahr teilnehmen, die von den Gesetzlichen
Krankenkassen i. d. R. bis zu 80 % bezuschusst werden (Std. 12 / 2020).

Burn-out- oder Tinnitus Patienten, Menschen, die Angehörige pflegen müssen, Studenten, die dem Druck des Lernens nicht standhalten, Menschen mit Angst- und Essstörungen oder
Depressionen finden durch die PMR zum Teil in ein normales Leben zurück.

Was ist PMR?

Die ursprüngliche Form dieser Methode wurde in den Zwanzigerjahren von dem amerikanischen Arzt und Psychologen Edmund Jacobson entwickelt. Sie wird durch An- und Entspannung verschiedener Muskelgruppen erzeugt und auch
Muskelrelaxation genannt (PMR oder PME). PMR ist kein mentales, sondern ein muskuläres Entspannungsverfahren. Jacobson hatte beobachtet, dass Anspannungen der Muskulatur (Fäuste ballen, auf die Zähne beißen, Schultern hochziehen, flach atmen) häufig im
Zusammenhang mit innerer Unruhe, Stress und Angstzuständen auftreten. Somit führt
innere Anspannung auch zu muskulärer Anspannung. Sein Ansatzpunkt bei der
Entwicklung dieser Methode bestand darin, dass auch der umgekehrte Fall funktionieren müsste, nämlich dass mit der Entspannung der Muskulatur auch ein vertieftes körperliches Ruhegefühl und eine seelische Entspannung eintreten und damit eine positive Wirkung auf die Psyche haben.

Ziel von PMR

Der Teilnehmer lernt, körperlich zu entspannen und gleichzeitig gedanklich
abzuschalten, um Belastungen besser zu bewältigen.

Wozu Muskelentspannung?

Durch die Entspannung der Muskulatur können Anzeichen von körperlicher Unruhe
und Erregung wie bspw. Herzklopfen, Zittern oder Schwitzen zurückgehen oder
gar verschwinden. Die Person fühlt sich insgesamt viel ruhiger und gelassener. Die
Muskelentspannung ist eine Technik, mit der man körperliche und seelische
Anspannung und Nervosität verringern und alltäglichen Stresssituationen deutlich
gelassener begegnen kann.

Die Methode

Verschiedene Muskelgruppen des gesamten Körpers werden im Wechsel an-
und nachfolgend entspannt. Der Atem fließt normal weiter. Die Anspannung der
Muskelpartien dauert etwa fünf Sekunden und wird mit dem Ausatmen aufgehoben, was zur Entspannung der jeweiligen Muskelpartie führt. Dieser Entspannungszustand wird für ca. 30 Sekunden gehalten. Dabei konzentriert sich der Teilnehmer nur auf die Entspannung in den jeweiligen Muskelabschnitten. Nach der muskulären Anspannung folgen die
körperliche und damit einhergehend auch die mentale Entspannung. Der Muskeltonus
lässt nach, Herz- und Atemfrequenz beruhigen sich und innere Ruhe und Entspannung setzen ein.

Indikationen

Unruhe, Verspannungen, Schmerzen und Stress, Psychische Beschwerden wie Anspannung,
Angst, Burn-out-Syndrom, Lebenskrisen, Konflikte, Entscheidungsprobleme, Schlafstörungen, Chronische Schmerzen, Bluthochdruck, Essstörungen und Verdauungsprobleme, Asthma, Durchblutungsstörungen, Lernschwierigkeiten, zur Angstbewältigung (Prüfungsängste, Flugangst), zur Herzinfarktnachsorge, zum allgemeinen Wohlbefinden für Ruhe und Gelassenheit

Absolute Kontraindikationen (PMR nicht empfohlen!)

Psychosen (Persönlichkeitsstörung), Hypochondrische Selbstbeobachtung, Akuter Gichtanfall, akuter Rheumaschub, Fieberhafte Entzündungen

Tipp ☼ Du kannst meinen Kurs auch als Audiovariante im MP 3 Format erwerben.
Nähere Informationen zu meinen Kursen erhältst du auf meiner Website:

Buchung

Deine Kursbuchung für den aktuellen Kurs im April nimm bitte hier vor: https://allesistinmir.de/begegnungen/neuer-kurs-termine-progressive-muskelentspannung/

Für die inhaltliche Richtigkeit des Beitrages zeichnet Manuela Müller. Alle Beiträge zum Thema finden Sie unter der Kategorie Manuela Müller oder PMR und Entspannung!

Björn Höcke stürzt sich beim Bürgerdialog sehr weit aus dem Fenster

Die AfD Thüringen ist bereits mit Wahlkampffieber unterwegs. Allen voran Björn Höcke. Er zelebriert sich, in seinen weitestgehend persönlichen Darbietungen, bereits als neuer thüringer Ministerpräsident. Seinem süffisantem Lächeln ist dabei zu entnehmen, dass er mit dieser Vorstellung sehr gut leben könnte. Er schwört bei einer Wahlveranstaltung in Gera seine Gefolgschaft auf einen harten, sehr harten, Wahlkampf ein.

Sein Manuskript ist meistens gleich bis auf das sich die Themen in der Reihenfolge manchmal abwechseln. Den ersten Zuklatsch der Anwesenden gab es dann auch gleich wieder für die übliche Medienschelte. Der sich selbsternannte Patriot Höcke verlautbarte dann auch am Anfang, dass er nur den anwesenden ausländischen Pressevertretern am Ende der Veranstaltung für einen O-Ton zur Verfügung stehen werde, den deutschen Vertreter jedoch nicht. Eine wahrlich patriotische Einstellung! Ironie aus.

Leider musste ich mich sehr lange beim durchhören der Veranstaltung langweilen, denn außer zahlreicher Platitüden zu Deutschland kam nicht wirklich viel zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Thüringen, wo er ja aber eigentlich gerne Ministerpräsident werden möchte. Und das ganze zog sich weiter hin. Das erste Mal aufgehorcht habe ich als er dann verkündete, dass Deutschland keine funktionierende Demokratie mehr ist. Natürlich gab es darauf dann auch ein weiteres Klatschen der Belegschaft. Weshalb Deutschland keine Demokratie mehr ist, ließ er jedoch offen und vertiefte seine Sichtweise leider nicht weiter inhaltlich. Immerhin ist er ja gerade einer der Nutznießer dieser “Demokratie”, wobei ja vor allem auch die Meinungsfreiheit hinzuzuzählen wäre.

Und immer noch ging es nur um Deutschland, aber nicht um Thüringen. Gähn. Jetzt musste ich wirklich aufpassen nicht einzuschlafen. Aber ich war guter Hoffnung, das noch mehr kommt, vor allem irgendwann mal was politisch relevantes, was die Bürger in Thüringen wirklich beschäftigt und interessiert.

Er nimmt dann kurz Bezug auf die Demonstrationen, zu denen jetzt die regierenden Parteien in Thüringen aufgerufen haben. Dabei verwechselt er jedoch wieder die Möglichkeiten der Bundespolitik und der Landespolitik und konterkariert damit die eigentliche Gewaltenteilung in Deutschland, die ja eben auch ein weiterer Teil sind, weshalb wir von einer Demokratie sprechen dürfen. Wenn er das nicht lernt, dürfte er ganz schnell als neuer Ministerpräsident an seine Grenzen kommen. Das ist nicht mal mehr populistisch, sondern einfach nur naiv. Hoffentlich ist das nicht nur Wahlkampgedöns, sondern er kennt sich dann auch in Recht und Gesetz in Deutschland aus. Sonst sehe ich ganz schwarz für ihn. Das wäre dann wohl doch ein Bildungsproblem.

Zur Frage der Remigration verkündete Höcke dann gleich noch, dass man es auch in weiteren Bundesländern tun werde. Also nicht nur Bundespolitiker, wobei er doch ja irgendwie gar keine richtige Funktion hat, sondern auch noch Ministerpräsident von weiteren Bundesländern, natürlich vor allem im Osten. Wieder Ironie off. Es wird anstregend.

Dann ging es doch noch um den Osten, achne doch nur um die Ukraine und Russland. Immerhin gab er dabei den russischen Angriffskrieg zu. Aber das war dann leider auch nichts zu Thüringen. Erstaunlich dann doch seine Aussage, dass wir als Deutsche gut beraten wären “ruhig, nüchtern und sachlich zu analysieren, was uns nützt und was uns schadet.” Dem folgte eine klares Bekenntnis zu Trump, obwohl der kurz vorher noch von einem unabhängigen Europa, ohne den Einfluss von Amerika sprach. Mit Trump könne man Geschäfte machen. Mh, na wie denn nun. Ich bin immer mehr verwirrt. Da geht ja wirklich alles durcheinander. Dann endlich kam er doch noch zu Thüringen. Aussage: “Wir werden in Thüringen vielleicht sogar die Alleinregierung erkämpfen.”

Dann endlich sein eigentliches Wahlversprechen: “Wenn die AfD regierte, dann würde es für jedes neugeborene Kind von in Thüringen gemeldeter Eltern ein Begrüßungsgeld von 10000 Euro geben..(klatschen)..über 5 Jahre wird das in 2000 Euro Raten als Steuergutschrift ausgezahlt. Man wolle das Zeichen setzen, das Kinder kriegen in Thüringen nicht mehr am Geld scheitern werde. Damit brauchen wir dann nicht mehr auf Einwanderung setzen, wir müssen auf eigene Fachkräfte setzen.” So dann wird jetzt kurz nachgerechnet. Bei voraussichtlich erwarteten 13000 Neugeborenen für 2023 (siehe Statistische Landesamt)  x 10000 Euro macht das zusammen so ungefähr: 130 Mio. Euro über 5 Jahre, wobei die Zahl sich ja jährlich neu aufstellt. Jetzt kann jeder mal schnell selber nachrechnen. Im 5. Jahr wären wir dann schon bei 365 Mio. Euro. Aber egal ob als Steuergutschrift oder als Bargeld. Solche Wahlversprechen sind einfach nur unseriös. Ich hoffe ich konnte das auch kurz nachweisen. Ansonsten höre ich Herrn Höcke sehr gerne zu, wie er das finanzieren möchte. Gehört habe ich dazu jedoch nichts. Es ist ja auch Wahlkampf. Fakten stören da nur. Darf ich an dieser Stelle etwas mehr Demut einfordern? Ist das erlaubt?

Doch dann endlich – Höcke: “Wenn ich mal Bundeskanzler würde…”, frenetischer Applaus, würde ihn seine “erste Auslandsreise nach Moskau führen, “um dort auf Augenhöhe über eine neue Wirtschaftspolitik zu verhandeln.” Was für wichtige Aussagen für Thüringen. Ach übrigens kann er das dann ja auch als Ministerpräsident von Thüringen machen.

So jetzt brauche ich aber erstmal zwischendurch was schönes: Hallelujah. 

Leonard Cohen - Hallelujah (Live In London)

Also nach der Rede muss ich nun doch feststellen. Auf der Bühne stand ein Bundespolitiker, der gerne thüringer Ministerpräsident werden möchte. Viel über Thüringen habe ich nicht gehört. Sehr schade für mich, da ich ihn und die AfD doch so gerne ernst nehmen möchte. Aber vielleicht wird mir das Wahlprogramm etwas helfen. Eines wurde mir also dann doch noch klar. Björn Höcke spricht für Deutschland, also als Bundespolitiker. Auf die Mühen der Ebene hat er nicht wirklich Bock. Also warte ich dann mal auf die Bundestagswahl. Da wird er dann vielleicht wieder interessant werden. Für Thüringen ist er das jedenfalls nicht!

Die Veranstaltung wurde dankenswerter Weise gefilmt und ist unter dem nachfolgenden Link verfügbar. (Damit nicht jemand sagen kann, ich habe mir das alles nur ausgedacht)!

Gera Björn Höcke Bürgerdialog 18.01.24

Ich habe das hier eigentlich auch nur geschrieben, weil sich Herr Höcke und die AfD eine unabhängige Presse wünscht. Na dann sage ich doch mal bitteschön, gerne geschehen! Da bin ich doch jetzt mit meiner Meinung gerne auch mal Presse! Hallelujah.

Ach übrigens. Genau das ist mein Problem mit dieser Demokratie. Politiker können irgendetwas versprechen und müssen sich nach der Wahl an nichts mehr halten. Und dazu fallen mir auch noch ganz anderen Versprechen der letzten Jahre ein. Somit dürfen wir alle gespannt sein, welche Versprechungen wir jetzt im Rahmen des Wahlkampfes noch alle bekommen werden. Dabei ist die AfD nur die eine Partei unter vielen! Und auch darauf noch einmal ein lautes und kräftiges Hallelujah. 

Wothly und Stein – CDU Jena: „Paukenschlag für die Seenotrettung – Beschluß rechtswidrig“

Die von Linken und Grünen in den Jenaer Stadtrat eingebrachte Beschlussvorlage zur Seenotrettung, die im September 2023 noch mit knapper Mehrheit (19:18) beschlossen wurde, sah vor, mit städtischem Geld eine selbsternannte Jenaer Seenotretterin zu finanzieren und darüber hinaus einem Städtebündnis zur Seenotrettung beizutreten.

Nun gilt dieser Gesamtbeschluss als gesichert rechtswidrig. Das thüringer Landesverwaltungsamt kündigte in einem Schreiben an den Oberbürgermeister im Dezember 2023 an, dass es diesen Beschluss als rechtswidrig feststellen wird, wenn der Stadtrat ihn nicht selbstständig aufhebe. Die Aufhebung dieses Beschlusses steht für den kommenden Mittwoch auf der Stadtratstagesordnung.

Die CDU-Fraktion, die bereits in der 44. Jenaer Stadtratssitzung mit „Nein“ votierte, forderte im Nachgang den Oberbürgermeister öffentlich dazu auf, eine Prüfung beim Landesverwaltungsamt und eine Beanstandung zu veranlassen. CDU-Fraktionschef Guntram Wothly sieht sich und seine Fraktion im damaligen Abstimmungsverhalten bestätigt: „Wir stehen zu einem menschenfreundlichen Weltbild und zu einer weltoffenen Stadt. Die Seenotrettung unterliegt zu Recht universell gültigem Völkerrecht. Richtig ist aber auch, dass der Jenaer Stadtrat der falsche Ort ist, die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer, die Migrationsbewegungen und ihre Ursachen zu lösen. Nun ist es amtlich: Die Vorlage ist zwingend zu beanstanden. Ich werte sie als rot-grünes Vorwahlkampfgetöse und traurige Effekthascherei. Nun erweist sich das Beschlossene als gesichert rechtswidrig und Paukenschlag für die Seenotrettung“, so Wothly.

Bereits im August 2022 verwies Guntram Wothly im Jenaer Stadtrat darauf, dass der Stadt Jena nach Rechtslage die Zuständigkeit für solch ein Vorhaben fehle. Der Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke forderte die Aufnahme von Flüchtlingen durch die Stadt Jena in Eigenregie. Der Stadtrat ist allerdings ausschließlich für kommunale Belange zuständig. In der Gemeindeordnung heißt es zudem: „Den Gemeinden steht in ihrem Gebiet die Erfüllung aller örtlichen öffentlichen Aufgaben zu“ (§1 Abs. 3 ThürKO). Die Entscheidung über die Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen in Deutschland obliegt jedoch der Bundes- bzw. europäischen Zuständigkeit, nicht den Kommunen. Der Antrag ist daher aus CDU-Sicht unzulässig, denn die Geschäftsordnung des Stadtrates sieht in §9 Abs. 1 vor: „Anträge sind nur zulässig, wenn der Stadtrat für den Gegenstand der Beschlussfassung zuständig ist“. Wie in einem solchen Fall zu verfahren ist, bestimmt §4 Abs. 3 unmissverständlich: „Betrifft ein Antrag eine Angelegenheit, die nicht in den Aufgabenbereich der Stadt fällt, ist dieser Antrag ohne Sachdebatte über seinen Inhalt durch Geschäftsordnungsbeschluss vom Stadtrat wieder von der Tagesordnung abzusetzen.“ Hierin sieht Guntram Wothly eine von Rot-Rot-Grün versäumte Notwendigkeit. Zudem prüfte und benannte die Beschlussvorlage nicht, wie viele Menschen Jena ad hoc zusätzlich aufnehmen kann, wie sie versorgt, wo sie untergebracht und wie sie integriert werden sollen. „Es ging den Antragstellern folglich weniger um konkretes politisches Handeln, sondern um moralische Selbstvergewisserung, um das medienwirksame Senden eines Signals. Eine solche Symbolpolitik lehnen wir als CDU-Fraktion ab“, konstatiert Wothly.

Auch CDU-Stadtrat und Sozialpolitiker Bastian Stein teilt diese Einschätzung und verweist auf ein überdurchschnittliches Engagement für Flüchtlingsarbeit in Jena: „Wichtiger als medienwirksame und moralisierende Diskussionen im Stadtrat ist das Lösen konkreter Probleme vor Ort. Das Engagement und der Einsatz der Jenaer Bürger für Flüchtlinge war und ist seit der Flüchtlingskrise 2015 und gerade seit dem russischen Angriffskrieg in Europa enorm.“ In der CDU Jena gebe es seitdem sogar einen eigenen Arbeitskreis Ukraine-Hilfe, der sich für die Versorgung, Unterstützung und Begleitung von Flüchtlingen stark macht. Insgesamt, so Stein, habe die Stadt in den vergangenen Jahren über 3000 Flüchtlinge aufgenommen und anständig unterbringen können. Da aufgrund der mangelnden Residenzpflicht anerkannte Flüchtlinge aus dem ganzen Freistaat zuziehen, sind die Anstrengungen der Stadt besonders hoch, um den Anstrengungen der Flüchtlingsarbeit gerecht werden zu können. „Wir wollen dieses Engagement auch weiterhin aufrechterhalten. Um dies aber erfolgreich fortsetzen zu können, müssen die Finanzierungsmechanismen des Landes Thüringen dahingehend verändert werden, dass die Kostenerstattung nicht mehr pauschal erfolgt, sondern sich an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten orientiert, die in Jena deutlich über dem Landesschnitt liegen. Darüber hinaus müssen auf Landesebene schlüssige Integrationskonzepte und konkrete Strategien entwickelt werden, wie beispielsweise Schulen im Unterricht mit Flüchtlingskindern besser unterstützt werden können. Sich hierfür einzusetzen bedeutet konkretes und lösungsorientiertes politisches Handeln“, so Bastian Stein abschließend.

Der Mensch ist und bleibt im Mittelpunkt unserer Demokratie

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Laut sollten wir, gerade so kurz vor den Wahlen in Thüringen darüber nachdenken, wie sich Demokratie weiterentwickeln lässt. Wir wissen, so mit dem ganzen Internet überall und den vielen Diensten, bedarf es einer Debatte um die Neujustierung von demokratischen Prozessen. Grundsätzlich hat Demokratie immer etwas mit Öffentlichkeit und Kommunikation zu tun. In der heutigen Zeit entwickelt fast jeder neue oder eben auch alte Vorstellungen von Demokratie. Und jeder darf das laut und fast überall tun. Und das ist erstmal grundsätzlich richtig.

Demokratie funktioniert nur eben ganz direkt in unseren eigenen Lebenswelten und aus ihnen heraus. Alles das, was wir selbst erleben dürfen oder müssen, schärft unser Verständnis und auch unseren Glauben an das “System”. Nun befinden sich aber mittlerweile immer mehr Menschen in ihrer eigenen Welt. Wobei man dazu sagen muss, war das jemals anders? Menschen und vor allem der politische Bürger wird nur aktiv, wenn es ihm etwas wegzunehmen gilt. Solange alles wächst, möchten die meisten einfach nur ihre Ruhe haben. Das ist auch völlig legitim. Max Frisch sagte einmal: “Bürgerbeteiligung ist, wenn sich jeder um seine eigenen Bedürfnisse und Belange kümmert”! Viele Jahre habe ich gebraucht, bis ich das verstanden habe.

Gerade das Lokale bietet dabei die besten Möglichkeiten, denn es ist grundsätzlich einfacher Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Der Grund ist ganz einfach. Jeder kennt sich in seiner Welt am Besten aus und diese Welt hat im lokalen Raum ganz viele Schnittmengen mit vielen weiteren Menschen, aber auch Strukturen, wobei es leichter wäre diese einfach anzupassen. Aber noch einmal: Die Grundvoraussetzung zum Mitmachen ist die Kommunikation, aber eben auch die gemeinsame Debatte dazu. Das Internet wird nie als Debattenraum ausreichen. Auch werden hier keine Entscheidungen getroffen. Menschen werden sich auch in Zukunft sehen müssen, um sich vertrauter, glaubwürdigen und ja, auch streitfähiger zu halten. Die menschliche Kompetenz kommt immer nur im persönlichen Miteinander zum Vorschein.

Wir werden in Jena in diesem Jahr so viele Wahlen haben, wie noch nie in einem Jahr. Vielleicht schaffen wir es, eine offene Kultur dahingehend zu entwickeln, dass die politischen Akteure mit interessierten Menschen eine offene und ehrliche Debatte führen. Letztendlich geht es nicht um die Interessen einzelner, sondern um die Interessen einer ganzen Stadt. Und schön wäre es, wenn wir nicht nur politische Debatten, sondern auch fachliche Debatten führen könnten.

Auch in Jena hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass wir es nur gemeinsam schaffen können. Eine Ausdifferenzierung von Akteuren wird uns als Stadt in der Gänze nicht vorwärts bringen und wird der Stadt und ihren Menschen nicht gerecht. Es sollte auch wieder mehr Gleichklang zwischen Bürger, Politik und Verwaltung geben. Immerhin bedingt sich jeder einander und braucht auch den Anderen. Dabei darf es aber gerne auch sehr kritisch zugehen. Denn gerade Kritik ist eine gute Grundlage, um zu guten Lösungen zu kommen. Nur immer zu wissen, was richtig ist, wird nicht helfen. Es kommt auf das Gespräch und die Kommunikation an. Und das gilt in alle Richtungen.

Im Mittelpunkt von Demokratie steht immer der Mensch, nicht das System! Wir werden uns wohl wieder mehr vertrauen dürfen! Im Prinzip kann man es, wie folgt, auf den Punkt bringen: Jeder Mensch ist wichtig! 

Asylsuchende sollen im Saale-Orla-Kreis verstärkt gemeinnützige Arbeit leisten

Voraussetzungen zur Koordinierung von Arbeitsgelegenheiten wurden nach Kreistagsbeschluss im Landratsamt geschaffen / Städte, Gemeinden oder Vereine können Tätigkeiten anbieten

Schleiz. Im Saale-Orla-Kreis sollen Asylsuchende künftig verstärkt zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden, um so einen Beitrag zum Wohle der Allgemeinheit zu leisten. Im Landratsamt, wo die Arbeitsgelegenheiten koordiniert werden, wurden nun die Voraussetzungen geschaffen, um den entsprechenden Punkt eines Kreistagsbeschlusses vom 25. September umzusetzen. Der sieht vor, im Saale-Orla-Kreis intensiver von der im Asylbewerberleistungsgesetz festgeschriebenen Möglichkeit Gebrauch zu machen, Geflüchteten Arbeitsgelegenheiten zu vermitteln.

„Sinn und Zweck der Arbeitsgelegenheiten ist es, diesen Menschen im Rahmen einer gemeinwohlorientierten Arbeit eine sinnstiftende Tätigkeit anzubieten und gleichzeitig tagesstrukturierende Maßnahmen zu ermöglichen“, erklärt der zuständige Fachdienstleiter im Landratsamt, Holger Wetzel. Auch eine schnellere Integration, eine Förderung der Sprachkenntnisse und nicht zuletzt eine höhere Akzeptanz seitens der einheimischen Bevölkerung seien weitere Vorteile.

Da Geflüchtete in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft keine reguläre Arbeit aufnehmen dürfen, bleiben ihnen nur die Sozialleistungen gemäß Asylbewerberleistungsgesetz zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts. Mithilfe der Arbeitsgelegenheiten soll den Asylsuchenden so die Möglichkeit gegeben werden, ihrem Tagesablauf eine Struktur zu verleihen, die – im Falle einer Anerkennung – auch zur Vorbereitung für eine spätere Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder eine Berufsausbildung dienen kann.

Als Anbieter von Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete sind in erster Linie staatliche oder kommunale Träger gefragt. In einem ersten Schritt wurden die Städte, Einheitsgemeinden und Verwaltungsgemeinschaften des Saale-Orla-Kreises durch das Landratsamt angeschrieben und ermuntert, das Angebot rege zu nutzen. Auch gemeinnützige Träger, also beispielsweise Vereine, können Arbeitsgelegenheiten anbieten.

Zur Meldung von Arbeitsgelegenheiten wurde unter www.saale-orla-kreis.de im Bereich Kreispolitik à Ausländerwesen und Integration à Information zu Arbeitsgelegenheiten ein online ausfüllbares Formular vorbereitet. Dort findet sich neben allen wesentlichen Informationen zum Thema auch ein Formular zum Abrechnen der Arbeitsleistung. Gemäß Asylbewerberleistungsgesetz erhalten die Teilnehmenden der Arbeitsgelegenheiten für Ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung von 0,80 Euro pro Stunde. Durch die Arbeitsgelegenheiten dürfen keine regulären Arbeitsplätze gefährdet werden.

Der Mängelmelder der Stadt Jena startet in neuer Version

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Der Mängelmelder der Stadt Jena erhält ein Update und wird dadurch noch benutzerfreundlicher. Am 28. November geht die neue Version an den Start. An diesem Tag ist die Plattform aufgrund der Umstellung von 8:00 bis 14:00 Uhr nicht erreichbar. Mit der Aktualisierung wird den geänderten technischen Anforderungen und den Wünschen der Nutzenden Rechnung getragen.

Folgende Optimierungen wird es geben:
– Künftig können bis zu drei Bilder im Hoch- und Querformat hochgeladen werden. Bisher konnte nur ein Bild einer Meldung beigefügt werden, welche im Teilausschnitt angezeigt wurde.
– Standort-Angaben können fortan auch über eine Straßennamensuche erfolgen.
– Offene Mängel werden in der Kartenübersicht verbessert mit Symbolen dargestellt.
– In der Archivübersicht können alle Mängel eingesehen und über die Suche gefunden werden.
– Für mehr Transparenz enthält die Mangel-Detailansicht nach dem Update stets die Signatur der bearbeitenden Departements.
– In einer Notfallkontaktliste sind alle relevanten Telefonnummern für akute Anliegen gebündelt aufgelistet.
– Pop-up-Meldungen informieren zudem über besondere Themen wie Schließzeiten, Neuerungen oder Erreichbarkeiten

Die aktuell 14 Themen Kategorien – Ampel, diskriminierende Werbung, Gewässer, Laterne, Müll, ÖPNV, Spielplatz/Sportanlage, Stadtbäume, Stadtgrün, Stadtwald/Wanderweg,
Straße/Gehweg/Radweg, Straßenreinigung/Winterdienst, Straßenschild und Sonstiges – bleiben weiterhin bestehen.

Hintergrund: Fünf Jahre Mängelmelder Jena

Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 15.03.2017 beschlossen, dass Jena einen Mängelmelder bekommen soll. Nach einer Entwicklungsphase ging der Mängelmelder am 01.01.2018 online. Seitdem können Nutzende ihre Anliegen an die Stadt übermitteln, egal ob es sich um Schäden aller Art, illegal entsorgten Müll oder andere Anliegen handelt. Die Einträge sind anonym möglich, um das Angebot möglichst niedrigschwellig zu halten. Vor der Veröffentlichung der Einträge erfolgt lediglich eine Freigabe. So wird gewährleistet, dass genügend Informationen zur Beseitigung eines Mangels angegeben sind, es sich wirklich um Mängel handelt und ein Mindestmaß an Höflichkeit eingehalten wird.

Seit seiner Einführung erfreut sich der Mängelmelder steigender Beliebtheit auch über Jenas Stadtgrenzen hinaus. Wurden 2018 noch 639 Mängel eingereicht, sind es 2023 bis Ende Oktober bereits 2.379 Einträge gewesen. Insgesamt sind seit dem Start 12.515 Mängel eingegangen.

https://maengelmelder.jena.de

Bei gleicher Umgebung schaut doch ein jeder in eine andere Welt!

Kommunikation und Transparenz gehören zu den Eckpfeilern dieser Demokratie. Sie bilden regelrecht die Grundlage für ein vernünftiges und friedliches Miteinander. Jena hatte einmal einen funktionierenden Stadtrat und eine bürgerfreundliche Verwaltung. Damit meine ich nicht die Besetzung der Sitze im Stadtrat, sondern eine funktionierende Struktur. Sicherlich muss man zugeben, ein lokales Parlament arbeitet ehrenamtlich und gehört rein rechtlich sogar zur Verwaltung einer Stadt.

Die Thüringer Kommunalordnung regelt das im §22 wie folgt: (1) Organe der Gemeinde sind der Gemeinderat und der Bürgermeister. Sie verwalten die Gemeinde nach den Bestimmungen dieses Gesetzes. Der Gemeinderat führt in den Städten die Bezeichnung Stadtrat. Und die eigentliche Hoheit obliegt dem Stadtrat Entscheidungen zu treffen bei Bauleitplanungen oder beim Haushalt der Stadt. In alle dem wohnt die Kontrolle des Oberbürgermeisters, als dem eigentlich Chef der kommunalen Verwaltung.

Darin begründet liegt wohl auch die Krux. Bürger spielen letztendlich keine bedeutende demokratische Rolle im gesamten Prozess. Der Bürger möge rechtschaffend arbeiten und/oder unternehmerisch tätig sein. In welche Sackgasse uns diese Logik geführt hat, bekommen wir aktuell jeden Tag immer mehr zu spüren. Auch in Jena bemühen sich Bürger aktiv einzubringen. Sie werden aber regelrecht von Staatsorganen, die sich eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen müssten, sehr oft ignoriert, es sei denn, es gibt bereits wieder staatliche Strukturen, die ein Korsett für eine vorgespielte Demokratie vorsehen wie z.B. das Bürgerbudget.

Bürger kann man nur mitnehmen, in dem man Bürger auch gewähren lässt und nicht hinter jeder Anfrage im Stadtrat Böswilligkeit vermutet. Bei der nächsten Wahl kann der Oberbürgermeister oder die Dezernenten schon mal schnell wieder weg sein. Der Bürger jedoch bleibt und er wird sich, alleine schon durch die neuen Wege der Öffentlichkeit wie das Smartphone seinem Interesse Gehör verschaffen. Und in Zukunft wird der Bürger die Verwaltungen kontrollieren, wenn es die Stadträte nicht mehr machen. Dies erkennt man schon jetzt an vielen Beispielen in Jena.

Aber das alles geht nicht ohne eine aktive und funktionierende Zivilgesellschaft. Das reine Verwaltungshandeln wird uns immer weiter in die Krise führen. Wenn eine grüne Partei kein Interesse mehr daran hat, die Stadt ökologisch zu schützen, dann machen das eben die Bürger wieder selber. Dazu muss man sich nicht wählen lassen.

Und wieder war auch das alte Jena Muster im Jenaer Stadtrat erkennbar beim Beschluss zum Eichplatz. Die meisten Stadträte haben das jetzt nur beschlossen, weil wir das “endlich mal zum Abschluss bringen müssen”. Das ist aber leider nur die Übernahme klassischen Verwaltungsdenkens. Wer eben zu lange im Stadtrat sitzt, denkt eben dann auch nur noch wie eine Verwaltung. Diesen Vorwurf müssen sich auch die Stadträte gefallen lassen. Und nicht nur aus Denkmalschutzgründen ist es ein Wahnsinn dort im Stadtzentrum noch Hochhäuser zu bauen. Die ökologischen Konsequenzen sind ebenso nicht mehr kalkulierbar.

Es ist eine völlig alte Logik des Bauens und der Stadtentwicklung. Alles immer weiter zu verdichten. Und wenn das nicht mehr geht, dann baut man eben einfach in die Höhe. Der Inselplatz ist das nächste schlechte Beispiel. Es wird versucht, damit ein Gefühl von Zukunft zu generieren. Letztendlich ist es keine Zukunft, es ist ein weiter so, nur mit anderen Mitteln. Und Jena ist dabei, weitere schlechte Beispiele zu generieren. Dann sollen sie es so machen, aber sie bekommen dafür wenigstens öffentlichen Widerspruch.

Neubau-Projekt von UNISPORT Jena unbedingt nötig

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Das Universitätssportzentrum inmitten der Oberaue, direkt an der Saale, ist eines der Herzstücke des UNISPORTs. Auch wenn der Charme der 70-er Jahren sicher etwas für sich hat, entspricht das Universitätssportgebäude allerdings weder in der Qualität noch in der Raumgestaltung dem Anspruch an eine moderne Sportstätte.

Eine neue Perspektive für das Hauptgebäude ist für die Weiterentwicklung des Sportangebots im USV sowie im Hochschulsport unerlässlich. Als einer der größten Sportanbieter in Thüringen möchte der UNISPORT zudem zur nachhaltigen Entwicklung von Stadt und Region einen Beitrag leisten. Daher hat der UNISPORT das Projekt UNISPORT Zentrum 2030 ins Leben gerufen, um das aktuelle Hauptgebäude durch ein neues, modernes Universitätssportzentrum zu ersetzen.

Denn um sich langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen, ein Qualitätsversprechen gewährleisten zu können und gleichzeitig der großen Nachfrage nach Hochschulsportkursen und der steigenden Anzahl an Mitgliedern im USV Jena gerecht zu werden, ist eine

Umgestaltung und Erweiterung der bestehenden Sporträumlichkeiten-und Anlagen erforderlich.

“Schon seit vielen Jahren kann der Hochschulsport der steigenden Nachfrage vor allem nach gesundheitsorientierten Kursen aber auch nach Angeboten in den Bereichen Groupfitness und Fitness nicht mehr gerecht werden. Somit müssen wir leider jedes Semester aufs Neue mehrere hundert Interessierte enttäuschen. Dies ist umso gravierender, wenn man die Ergebnisse des aktuellen Gesundheitsreports einer großen Krankenkasse kennt. Die psychischen Belastungen unter den Studierenden haben erheblich zugenommen und Sport kann hier einen wertvollen Ausgleich schaffen”, so die Leiterin des Hochschulsports, Dr. Andrea Altmann.

Aber nicht nur die Nachfrage unter den Universitätsangehörigen ist groß, auch die Mitgliederentwicklung im USV Jena ist bemerkenswert. So wurde beispielsweise Anfang 2023 eine Gesamtanzahl an 3.467 Mitgliedern an den Landessportbund gemeldet. Im Durchschnitt wird im Jahr ein Wachstum von knapp 10% verzeichnet. Die größte Abteilung ist aktuell Tennis mit etwa 500 Mitgliedern, dann folgt Basketball mit 300 Mitgliedern. Die Abteilung mit dem aktuell größten Zuwachs ist Boxen und Kickboxen (aktuell 218 Mitglieder). Das große Interesse an einer Vereinsmitgliedschaft im USV Jena führt jedoch gleichzeitig auch zu Herausforderungen. Aufgrund des Mangels an Sportstätten können einige Abteilungen wie z. B. Basketball, Tischtennis, Rhythmische Sportgymnastik, Boxen und Kickboxen und Tennis, nicht alle interessierten Menschen als Mitglieder aufnehmen. Auch der Hochschulsport, dessen primäre Zielgruppen Studierende und Beschäftigte der Universität Jena sind, verzeichnet eine erhöhte Nutzung der Sportstätten sowie eine Diversifizierung der Sportkurse und stößt somit auch an seine Kapazitätsgrenzen. Darüber hinaus wird das Universitätssportzentrum nicht nur fürs Sporttreiben genutzt, sondern auch als sozialer Treffpunkt von vielen der Teilnehmenden wahrgenommen. Deshalb wird im Zuge der Baumaßnahmen auch eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität angestrebt.

„Das Universitätssportzentrum hat seit Jahrzehnten das Sportleben in Jena geprägt und stellt immer noch einen zentralen Anlaufpunkt für Jung und Alt dar, um individuell oder in der Gruppe Sport zu treiben. Dennoch entspricht das Hauptgebäude nicht mehr dem modernen Stadtbild. Vor allem, wenn man die neuesten Entwicklungen in der Umgebung betrachtet, wie zum Beispiel die Modernisierung des Ernst-Abbe-Sportfeldes durch den Neubau des Stadions, ist das Bauvorhaben vom UNISPORT ein wichtiger Meilenstein in der Sportentwicklungsplanung der Stadt Jena “, erklärt Prof. Dr. Christoph Englert, Präsident des USV Jena.

Nicht nur für das Erscheinungsbild ist eine Modernisierung des Universitätssportzentrums dringend nötig, sondern auch aus ressourcenorientierter Sicht. Das Hauptgebäude ist eigentlich schon viele Jahre nicht mehr für die optimale Nutzung geeignet. Kleine Verbesserungen wie neue Fenster oder die Sanierung von Sport- und Umkleideräumen sind mehr kosmetischer Natur, beheben aber das grundlegende Problem nicht. Und das lautet: Sowohl qualitativ als auch quantitativ ist das Gebäude nicht mehr zeitgemäß und auch nicht sanierungsfähig.

„Aktuell befinden wir uns in intensiven Gesprächen mit der Stadt Jena und den politischen Vertretungen, um die Möglichkeiten der Baumaßnahmen am Standort Oberaue zu erörtern”, berichtet Thomas Fritsche, Geschäftsführer des USV Jena. “Insbesondere im Zuge der Ausarbeitung der Sportentwicklungsplanung für die kommenden zehn Jahre sehen wir das Potenzial, unser Bauvorhaben als Teil der strategischen Ausrichtung des Sports in Jena zu integrieren.”

Die Situation rund um die Sportstätten des Vereins wird auch ein Kernthema bei der jährlichen Mitgliederversammlung des USV Jena am kommenden Freitag, 24. November, sein.

„Die Neugestaltung des Universitätsportzentrums, aber auch andere Projekte wie eine potentielle Erweiterung der USV Sporthalle oder die Anmietung von weiteren Flächen außerhalb der eigenen Sportanlagen beschäftigen die Delegierten der 28 Abteilungen des USV Jena und werden bei der Vollversammlung diskutiert“, so Prof. Dr. Englert.

Im Jenaer Stadtrat ist es jetzt schon ökologisch und nachhaltig kalt

Nachhaltigkeit kann auch manchmal falsch verstanden werden, zu bösen Ergebnissen führen und extrem an der eigenen politischen Lust knabbern. So geschehen im Jenaer Stadtrat am gestrigen Mittwoch Abend. Nach 16 Tagesordnungspunkten oder genau um 21:40 Uhr war dann Schluss. Die stellvertretende Stadtratsvorsitzende beendete die Sitzung wegen Kälte! Teils nahmen Ratsmitglieder mit Mantel und hochgewickeltem Schal an der Sitzung teil. Die Reihen waren bereits durch viele Krankmeldungen sowieso nur sehr rar besetzt. Eine Ursache konnte nicht so schnell ermittelt werden. Wahrscheinlich war es draußen einfach schon zu kalt, was man vorher einfach noch nicht wissen konnte. Und so schnell ließ sich dann auch keine Abhilfe mehr schaffen.

Wenn es jedoch einfach nur am Sparwillen der Stadt liegt, sollte dies in Zukunft besser im Vorfeld kommuniziert werden. Selbst wenn das Geld scheinbar aktuell nicht knapp ist, was man an den vielen Beschlüssen mit offenem Mund wahrnehmen konnte, scheint dies kein Grund mehr dafür zu sein, in die falschen Dinge zu investieren, wie zum Beispiel in die Gesundheit der Stadtratsmitglieder.

Auch sollte man sich dem demokratischen Prozess schuldig fühlen, einfach die Arschbacken zusammen kneifen und mit einem “da muss man eben durch” Gefühl oder “es sind eben harte Zeiten”, nicht nur für die Bürger, sondern letztendlich für uns alle, und weitermachen.

Die nächste Stadtratsgeneration also bitte mehr danach aussuchen, dass sie auch noch bei knappen Temperaturen ein lustvolles politische Empfinden verspüren und sich nicht durch etwas Kälte so schnell aus der Bahn werfen zu lassen. Somit haben dann auch Rufe: „Es liegt an der Kälte“ keine Chance, die notwendigen Diskussionen einfach nicht führen zu wollen.

Ansonsten wirkte der Jenaer Stadtrat lustlos sich ernsthaft mit wichtigen Fragen und Entscheidungen näher durch Debatten zu beschäftigen. Es ist ja eigentlich auch schon fast wieder Weihnachten, da muss man sein Engagement nicht wirklich übertreiben. Die Zeiten haben sich eben geändert, eben nachhaltig und ökologisch. Der Jenaer Stadtrat lebt es schon mal für alle Bürger Jenas vor.

Die spannende Frage ist jedoch auch wieder hier am Schluss zu stellen. Wer ist daran nun wieder Schuld? Ich habe dazu eine Idee: Der Oberbürgermeister! Wer sonst!