Manchmal wacht man auf und spürt ganz deutlich: Der alte Rahmen passt nicht mehr. Das bisherige Leben zwickt wie ein zu heiß gewaschener Pullover. Genau dieses universelle Gefühl greift das neue Berlin-Musical „WIR SIND AM LEBEN“ von Plate & Sommer auf – und wirft uns direkt hinein in das wohl faszinierendste Vakuum der jüngeren deutschen Geschichte: Berlin im Jahr 1990.
Im Zentrum dieses Wirbelsturms steht Rosi. Ihr alter Friseursalon in der DDR ist Geschichte, die Kinder Nina und Mario sind längst nach West-Berlin abgehauen, und ihre Heimatstadt Wittenberg fühlt sich an wie ein Käfig. Wenn Rosi – grandios verkörpert von Musical-Star Steffi Irmen – mit gepacktem Koffer in ihrem Song proklamiert: „Ich brauch Farbe und Volum’n / Mehr Glanz im Leben“, dann ist das ein meisterhafter Kniff. Es ist nicht nur das Vokabular einer Friseurin, es ist die pure, trotzige Hymne einer Frau, die beschließt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie hat mehr Leben als eine Katze und macht sich auf die Suche nach ihren Kindern und nach sich selbst.
Man könnte meinen, das sei einfach nur ein nostalgischer Blick zurück in eine wilde Epoche, in der jeden Tag ein neuer Club öffnete. Doch wer genau hinschaut, erkennt, wie sehr diese Geschichte den Nerv unserer heutigen Zeit trifft.
Wir leben heute in einer Ära der rasanten Umbrüche. Die Komplexität der Welt überfordert uns oft, alte Gewissheiten bröckeln, und nicht selten schleicht sich ein Gefühl der Ohnmacht ein. Doch der Blick auf 1990, auf diesen herrlich chaotischen, besetzten Altbau „Konsum Hoffnung“, erinnert uns an eine rohe, unbändige Kraft: In jedem Ende, in jedem Zusammenbruch liegt auch die absolute Freiheit, alles neu zu denken.
Besonders berührend ist dabei das improvisierte Sorgentelefon, das die jungen Protagonisten in ihrem besetzten Haus einrichten. In unserer heutigen, digital dauervernetzten, aber paradoxerweise oft so einsamen Welt ist das ein wunderschönes Bild. Es spiegelt unsere tiefste Sehnsucht wider: Echte Nähe und jemanden, der in all dem Lärm einfach mal aufrichtig zuhört.
„WIR SIND AM LEBEN“ ist weit mehr als nur ein Titel, es ist ein Aufruf. Vielleicht sollten wir uns alle ab und zu ein Beispiel an Rosi nehmen. Wenn die Umstände erdrückend wirken, dürfen wir den Staub abschütteln, nach vorne blicken und unsere eigene Bühne bauen. Wir alle haben das Recht auf unseren eigenen Laufsteg, auf neue Träume und einen Neuanfang. Egal, wie herausfordernd das Hier und Jetzt manchmal scheint: Die eigene innere Kerze geht nie aus. Es ist absolut fantastisch zu wissen, dass wir jeden Tag die Chance haben, unserem Leben wieder etwas mehr Glanz, Farbe und Volumen zu verleihen. Vorhang auf für die Hoffnung!


Am 14. Mai 1970 verabschiedete die Volkskammer der DDR das sogenannte Landeskulturgesetz, welches das eher konservative Naturschutzgesetz von 1954 ablöste. Auf dem Papier galt dieses Gesetz als ein großer umweltpolitischer Hoffnungsträger. Es war stark vom Leitbild der „sozialistischen Landeskultur“ geprägt und versuchte, moderne ökologische Belange fest in das Wirtschaftssystem des Staates zu integrieren. Das Gesetz ging über den klassischen Naturschutz hinaus und rückte die rationelle Nutzung von natürlichen Ressourcen sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung in den Fokus. Zudem war der Umweltschutz durch die DDR-Verfassung von 1968 bereits formal als Staatsaufgabe deklariert worden.
Was hält den Osten heute noch zusammen? Wenn man ehrlich ist: vor allem die Vergangenheit. Die gemeinsamen Erinnerungen, die biografischen Brüche, die Erfahrungen von 1989 und den Jahren danach. In bestimmten Milieus auch eine Form von Nostalgie – nicht zwingend politisch, oft eher emotional: Kindheit, Nachbarschaft, Gewissheiten. Mit dem heutigen Alltag hat das allerdings nur noch begrenzt zu tun.
In der staatlichen Verwaltung der DDR mangelte es dem Naturschutz chronisch an Personal und finanzieller Durchschlagskraft. Noch bis in die 1960er Jahre hinein war ein hauptamtlicher Naturschutzreferent pro Bezirk eine Seltenheit; und selbst wenn es diese Stellen gab, waren die Mitarbeiter oftmals gleichzeitig für die weitaus höher priorisierte Jagd zuständig. Um dieses gravierende Defizit in der Fläche auszugleichen, stützte sich der Staat massiv auf das Ehrenamt, welches rasch zum funktionalen Rückgrat des gesamten Systems avancierte. Zahlreiche „Natur- und Heimatfreunde“ organisierten sich zunächst unter dem Dach des Kulturbundes. Aus diesen Arbeitsgruppen ging schließlich 1980 die „Gesellschaft für Natur und Umwelt“ hervor, die in kürzester Zeit beachtliche 60.000 Mitglieder für die Belange der Natur mobilisieren konnte.
Der vorliegende Bericht dokumentiert den Umsetzungsstand des Klima-Aktionsplans zum Stichtag 30. Oktober 2025. Zur strukturellen Organisation wurde am 31. Januar 2025 die Klimaschutzagentur Jena gGmbH notariell gegründet. Ergänzend nahm im Februar 2025 die Stabsstelle Klima ihre Arbeit auf. Ein vom Stadtrat beschlossenes Monitoring-Konzept befindet sich derzeit in der Implementierung, wozu auch der Aufbau eines öffentlichen Dashboards gehört.
Die Entwicklung der sportlichen Infrastruktur in Jena schreitet voran. Im Rahmen der im vergangenen Jahr bis 2035 beschlossenen Sportentwicklungsplanung (SEP) rücken nun auch die Anlagen in Jenas Norden stärker in den Fokus. Auf eine gezielte Einwohneranfrage von Michael Schubert vom 4. Februar 2026 gab die Stadtverwaltung nun detaillierte Einblicke in den aktuellen Planungsstand der verankerten Projekte. Auch wenn die Haushaltslage derzeit angespannt ist und der Sport nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune zählt, zeigt sich die Stadt entschlossen, ihrem Qualitätsanspruch als Sportstadt gerecht zu werden.
Der Beirat für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung (Klimaschutz-Beirat) der Stadt Jena hat seinen Bericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Im vergangenen Jahr trat das Fachgremium, das als Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und lokaler Wirtschaft agiert , zu sieben Webmeetings und zwei Präsenzsitzungen zusammen.
In der öffentlichen Debatte dominiert oft das Klischee einer veränderungsmüden deutschen Gesellschaft. Doch aktuelle Daten aus dem Jahr 2026 widerlegen diesen Mythos eindrucksvoll: Die Bevölkerung ist mehrheitlich bereit für notwendige gesellschaftliche Transformationen. Interessanterweise gibt es in dieser grundsätzlichen Bereitschaft kaum signifikante Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Lediglich rund ein Viertel der Befragten steht dem Wandel prinzipiell kritisch gegenüber und assoziiert ihn primär mit Risiken.
Die Heimat verlassen oder bleiben? Ein Blick auf eine Generation, die Freiräume in Ostdeutschland neu entdeckt.
Mitten in Berlin, nur einen Steinwurf vom belebten Alexanderplatz entfernt, verbarg sich jahrzehntelang ein Ort, der vielen Menschen in der DDR das Blut in den Adern gefrieren ließ. Heute öffnet das ehemalige Untersuchungshaftgefängnis im Präsidium der Volkspolizei in der Keibelstraße seine Türen – nicht mehr zum Wegsperren, sondern zum Aufklären.