Start Blog

Bundesrat beschließt grundlegende Reform im Straßenverkehrsrecht

0

Schwerin. Im Bundesrat ist am Freitag (14.06.) eine grundlegende Reform im Straßenverkehrsrecht beschlossen worden. Im zehnten Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes geht es unter anderem darum, Städten und Gemeinden mehr Spielraum etwa für die Einrichtung von Busspuren, Tempo-30-Zonen und beim Bewohnerparken zu ermöglichen. Das Gesetz schafft die dafür notwendige Grundlage, um in entsprechenden Verordnungen den Kommunen neue Befugnisse zu übertragen. Künftig sind bei der Verkehrsplanung von Städten und Gemeinden nicht länger nur Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs maßgeblich, sondern auch der Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie städtebauliche Argumente.

Konkret heißt das unter anderem, dass es für Kommunen leichter werden soll, Tempo-30-Zonen, Busspuren, Radwege oder Parkraumbeschränkungen einzurichten. So soll etwa Tempo 30 künftig auf Hauptstraßen auch ohne besonderen Grund an Schulwegen, Spielplätzen oder Zebrastreifen vorgeschrieben werden dürfen. Gleiches soll für Straßen gelten, die einfach zwei benachbarte Tempo-30-Zonen miteinander verbinden. Bisher dagegen gilt die Regel nur in der Nähe von Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Kliniken.

Statement Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern:
„Mit der Gesetzesänderung wird der richtige Weg beschritten. Künftig setzt das Straßenverkehrsgesetz Leitplanken, die Verkehrssicherheit weiterhin uneingeschränkt in den Vordergrund stellen, darüber hinaus aber auch neue Handlungsspielräume eröffnen. Die Städte und Kommunen können vor Ort am besten einschätzen, welche verkehrsplanerischen Veränderungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger klug umgesetzt werden sollten. Nach Inkrafttreten besteht die Möglichkeit für Städte und Gemeinden, beispielsweise flexible Busspuren und Tempo-30-Zonen einzurichten und das Anwohnerparken freier ausgestalten zu können. Ebenfalls ist vorgesehen, erprobungshalber Sonderfahrspuren für bestimmte neue Mobilitätsformen – etwa ausschließlich elektrisch oder mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge oder mit mehreren Personen besetzte Fahrzeuge – seitens der Städte und Gemeinden anzubieten.“

Ton im Thüringer Landtag ist rauer geworden

0

146 Gesetze im Thüringer Landtag verabschiedet
Pommer: „Diese Wahlperiode hat Thüringen und dem Parlament viel abverlangt.“

Erfurt. Am Freitag (14. Juni) ist das Plenum zur letzten regulären Sitzung der 7. Wahlperiode zusammengekommen. In den vergangenen fünf Jahren konnten viele Entscheidungen für Thüringen getroffen werden, teils unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie.

Landtagspräsidentin Birgit Pommer: „Die vergangenen fünf Jahre haben Thüringen und auch dem Parlament viel abverlangt. Immer hat der Landtag versucht, in diesen schwierigen Zeiten Entscheidungen zu treffen. 141 Plenarsitzungen, vier Untersuchungsausschüsse, 10.241 Drucksachen, davon 271 Gesetzentwürfe, von denen 146 verabschiedet wurden, sprechen für eine arbeitsame Wahlperiode. Sie begann mit zwei Ministerpräsidentenwahlen und einer Pandemie. Sie endet in unsicheren Zeiten, die geprägt sind von Krieg, Terror und zunehmender Gewalt, auch in Deutschland. Mit der Wahl haben wir die Chance eine Entscheidung für ein friedliches Miteinander zu treffen.“

„Der Ton im Parlament ist rauer geworden“, so die Landtagspräsidentin weiter. „Immer aber habe ich auf das friedliche Miteinander, den Austausch und den Respekt untereinander gesetzt. Nur so ließ sich Politik im Landtag und für Thüringen gestalten.“

„Ich schaue auch auf viele schöne Momente zurück: immer dann, wenn wir im Landtag Menschen zu Besuch hatten, die das Gespräch und den Austausch gesucht haben. Ob bei Kunstausstellungen, diplomatischen Empfängen, Gedenkveranstaltungen oder Führungen im Haus – der Landtag war und bleibt ein Haus der Begegnungen mit zuletzt über 24.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich.“

In der 7. Wahlperiode haben zwölf Fachausschüsse, zwei Unterausschüsse und vier Untersuchungsausschüsse ihre Arbeit aufgenommen.

Der Landtag als Ort der Begegnung

· Der Landtag veranstaltete 82 Protokollveranstaltungen (darunter Gedenkakte, 30-jähriges Verfassungsjubiläum 2023, Tag der Deutschen Einheit 2022)

· Mit 65 Ausstellungen (darunter 9 Mal „Forum Hobbykunst“) wurde der Thüringer Landtag auch zu einem Haus der Kunst und Kultur.

· 21 Botschafterinnen und Botschafter besuchten den Landtag.

· Circa 55.000 Besucherinnen und Besucher (hauptsächlich ab 2022 mit der Hausöffnung nach der Pandemie) lernten den Landtag bei Führungen kennen.

· 2023 erreichte der Landtag seinen Besucherrekord mit circa 24.000 Gästen.

Der 7. Thüringer Landtag kam am 26. November 2019 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Aufgrund je eines Überhang- und eines Ausgleichsmandats hatte der Landtag 90 statt regulär 88 Mitglieder in zunächst sechs Fraktionen. Mit der Abgeordneten Birgit Pommer (ehem. Keller) wurde erstmals ein Mitglied der Fraktion DIE LINKE zur Landtagspräsidentin gewählt.

Am 5. Februar 2020 wurde der Abgeordnete Thomas Kemmerich (FDP) im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt. Zwei Tage später reichte er seinen Rücktritt ein, woraufhin am 4. März 2020 der Abgeordnete Bodo Ramelow (DIE LINKE) im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt wurde.

Fast gleichzeitig wurde in Thüringen der erste bestätigte Covid19-Fall gemeldet. Der Thüringer Landtag verlegt seine Sitzungen ab Mai in die Arena des Steigerwald-Stadions. Dort hält er 32 Plenarsitzungen ab. Das Parlament war trotz Pandemie zu jeder Zeit arbeitsfähig.

Am 24. Februar 2022 beginnt der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Auch in Deutschland und Thüringen erfahren Tausende geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer Unterstützung. Aus Solidarität mit der Ukraine weht die Landesflagge vor dem Landtag. Im Juni 2022 laufen die letzten Einschränkungen im öffentlichen Leben durch die Pandemie aus. Auch der Landtag öffnet wieder für Besucherinnen und Besucher und verstärkt die Öffentlichkeitsarbeit. Das Land Thüringen ist 2022 Ausrichter der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Zu Gast im Landtag sind auch die Landtagspräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer.

Unter dem Eindruck des Terroranschlages der Hamas auf Jüdinnen und Juden in Israel am 7. Oktober 2023 hisst der Thüringer Landtag die israelische Flagge aus Solidarität mit Jüdinnen und Juden. Der Landtag feiert 2023 mit einer Reisenden Verfassung, einer Sonderausgabe und einem Festakt am 25. Oktober auf der Wartburg das 30. Verfassungsjubiläum.

2024 machte die Tour de Demokratie Station im Landtag. Das Grundgesetz erstrahlte zum 75. Jubiläum seiner Verabschiedung an der Fassade des Hochhauses und Tausende Menschen besuchten bis zu den Parlamentsferien den Landtag zu Veranstaltungen oder Führungen.

Sonderausstellung im Auer Stadtmuseum mit Werken eines Neunundneunzigjährigen

0
Werke eines Neunundneunzigjährigen

AUE-BAD SCHLEMA: Die aktuelle Sonderausstellung im Auer Stadtmuseum zeigt Werke von Roland Trültzsch. Der 99-Jährige ist unter anderem bekannt durch seine 14 Hefte mit Zeichnungen und Mundartgedichten in der Reihe “Unsere Heimat – Rockstrohs illustrierte Blätter zur Geschichte des Westerzgebirges”, die die “alte” und die “neue” Zeit zum Inhalt haben.

weitere Nachrichten vom Anbieter gibt es hier: https://www.kabeljournal.de/

Wolfgang Benz im Gespräch mit Peter Wensierski über sein Buch “Jena-Paradies”

0
Lebenszeugnisse: Jena-Paradies. Wolfgang Benz im Gespräch mit Peter Wensierski

Jena in Bildern aus den Jahren 1950 – 1973

0
Alte Fotos Von Jena / Jena Einzigartige Aufnahmen 1950 - 1973 / Bilder deutscher Städte

Jena, eine Stadt in Thüringen, erlebte von 1950 bis 1973 tiefgreifende Veränderungen und Entwicklungen, geprägt durch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten der DDR. Diese Zeitspanne war durch Wiederaufbau, Industrialisierung und Bildung geprägt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Jena in der Sowjetischen Besatzungszone, und die Stadt musste sich von den Kriegszerstörungen erholen. Der Wiederaufbau begann sofort, wobei viele historische Gebäude restauriert oder neu errichtet wurden. Die zentrale Rolle von Jena als Bildungs- und Wissenschaftsstandort wurde in dieser Zeit weiter gestärkt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena, eine der ältesten Universitäten Deutschlands, wurde wieder aufgebaut und erweitert. Sie spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung der neuen sozialistischen Elite und der Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

In den 1950er Jahren stand Jena im Zeichen der Industrialisierung. Die Carl-Zeiss-Werke, die bereits vor dem Krieg weltbekannt für ihre optischen Instrumente waren, wurden verstaatlicht und als VEB Carl Zeiss Jena in den volkseigenen Betrieb überführt. Dies führte zu einer intensiven staatlichen Förderung und Investitionen in die Produktion und Forschung. Die Fabrik wuchs und diversifizierte ihre Produktion, was Jena zu einem Zentrum der optischen und feinmechanischen Industrie in der DDR machte. Die Innovationskraft und das technische Know-how der Carl-Zeiss-Werke trugen wesentlich zur wirtschaftlichen Stabilität der Region bei.

Während dieser Zeit erlebte Jena auch einen demografischen Wandel. Die Stadtbevölkerung wuchs durch den Zustrom von Arbeitskräften und deren Familien, die in den expandierenden Industriebetrieben Arbeit fanden. Um den Bedarf an Wohnraum zu decken, wurden umfangreiche Wohnungsbauprojekte gestartet. Plattenbauweise und genossenschaftlicher Wohnungsbau prägten das Stadtbild, neue Stadtteile wie Jena-Lobeda entstanden.

In den 1960er Jahren wurden weitere soziale und kulturelle Einrichtungen errichtet, um die Lebensqualität zu verbessern. Schulen, Kindergärten, Polikliniken und Kultureinrichtungen wie Theater und Bibliotheken wurden gebaut oder erweitert. Die Stadt erhielt ein neues Gesicht mit modernen Bauten, doch auch historische Gebäude wurden gepflegt und erhalten, was zu einer Mischung aus Alt und Neu führte.

Die politischen Entwicklungen der DDR prägten das öffentliche Leben in Jena. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und ihre Massenorganisationen, wie die FDJ (Freie Deutsche Jugend), spielten eine zentrale Rolle im Alltag. Politische Erziehung und ideologische Schulungen waren integrale Bestandteile des Bildungssystems und des Arbeitslebens. Der Einfluss der Stasi (Staatssicherheit) machte sich auch in Jena bemerkbar, wo Überwachung und politische Repression allgegenwärtig waren.

In den frühen 1970er Jahren wurden in Jena weitere Schritte zur technologischen und wissenschaftlichen Modernisierung unternommen. Die Universität und die Forschungsinstitute arbeiteten eng mit den industriellen Betrieben zusammen, um die sozialistische Wirtschaft zu stärken und internationale Konkurrenzfähigkeit zu erreichen. Dies führte zu einer Reihe von technologischen Innovationen und Patenten, die Jena international bekannt machten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jena zwischen 1950 und 1973 eine Phase intensiver Entwicklung und Transformation erlebte. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Wissenschaft und Industrie in der DDR, geprägt durch den Wiederaufbau, die Industrialisierung und den sozialen Wandel. Trotz der politischen Repression und Überwachung blieb Jena ein Ort der Innovation und des Fortschritts, dessen Erbe bis heute sichtbar ist.

Der schwere Eisenbahnunfall von Langenweddingen 1967

0
Das schwerste Zugunglück der DDR ⸱ Eisenbahnunfall von Langenweddingen (1967) ⸱ Doku

Der Eisenbahnunfall von Langenweddingen in der Nähe von Magdeburg am 6. Juli 1967 zählt zu den schwersten Katastrophen in der Geschichte der Deutschen Reichsbahn der DDR. Der Unfall ereignete sich in dem kleinen Ort Langenweddingen in Sachsen-Anhalt und hatte dramatische Folgen.

An jenem Sommertag kollidierte ein mit Benzin beladener Kesselwagenzug mit einem Personenzug an einem Bahnübergang. Der Bahnübergang war durch Schranken und ein Rotlicht gesichert. Aufgrund eines technischen Defekts oder menschlichen Versagens öffnete sich die Schranke jedoch wieder, bevor der Personenzug vollständig die Strecke überquert hatte. Ein mit Benzin beladener Güterzug fuhr daraufhin in den Übergang ein.

Der Zusammenstoß führte zu einer sofortigen Entgleisung mehrerer Kesselwagen, die dann explodierten. Die Explosion verursachte einen riesigen Feuerball und einen verheerenden Brand. Die Flammen breiteten sich schnell auf die umliegenden Häuser und Fahrzeuge aus. Die Hitze war so intensiv, dass einige der Opfer in ihren Fahrzeugen oder in der Nähe des Bahnübergangs sofort ums Leben kamen.

Insgesamt forderte der Unfall 94 Menschenleben, darunter viele Kinder, die in einem der betroffenen Waggons saßen. Die Zahl der Verletzten war ebenfalls hoch, viele Überlebende erlitten schwere Verbrennungen und andere Verletzungen. Die Rettungsarbeiten wurden durch die extreme Hitze und die verstreuten Trümmerteile erheblich erschwert. Feuerwehrleute, Sanitäter und freiwillige Helfer kämpften stundenlang gegen die Flammen und versuchten, die Verletzten zu bergen.

Die Tragödie von Langenweddingen führte zu umfangreichen Untersuchungen und Reformen im Eisenbahnbetrieb der DDR. Die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnübergängen wurden kritisch überprüft und verbessert, um ähnliche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern. Spezielle Schulungen und technische Verbesserungen sollten sicherstellen, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederholen würde.

Der Eisenbahnunfall von Langenweddingen hinterließ tiefe Spuren in der kollektiven Erinnerung der Region und blieb lange Zeit ein mahnendes Beispiel für die Gefahren im Eisenbahnverkehr und die Notwendigkeit strenger Sicherheitsstandards. Bis heute erinnert man sich an die Opfer und die Ereignisse dieses schrecklichen Tages. Gedenkfeiern und Mahnmale halten die Erinnerung an die Tragödie wach und erinnern an die Bedeutung von Sicherheit und Vorsicht im Umgang mit gefährlichen Gütern und Verkehrsanlagen.

Gedenken an Zugunglück

Regierungserklärung Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

0
Regierungserklärung des Ministerpräsidenten und Aussprache der Fraktionen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat am 12. Juni 2024 im Landtag eine Regierungserklärung “Vorangehen. Für ein starkes und stabiles Sachsen” gehalten. Darüber debattierten die Abgeordneten aller Fraktionen im Parlament. Die Aufzeichnung des Tagesordnungspunkts wird vom Sächsischen Landtag in voller Länge (ungekürzt) veröffentlicht.

Reihenfolge:

00:00:00 – Dr. Matthias Rößler, CDU (Landtagspräsident)
00:00:39 – Michael Kretschmer MdL, CDU (Ministerpräsident und Regierungschef)
00:46:19 – Jörg Urban, AfD
01:06:20 – Christian Hartmann, CDU
01:33:00 – Susanne Schaper, DIE LINKE
01:49:15 – Franziska Schubert, BÜNDNISGRÜNE
02:03:53 – Dirk Panter, SPD
02:13:55 – Frank Peschel, AfD

Kennst du noch das Lied vom Vaterland 1973?

0
Lied vom Vaterland - GDR Music Video

Kennst du das Land mit seinen alten Eichen
Das Land von Einstein, von Karl Marx und Bach
Wo jede Antwort endet mit dem Fragezeichen
Wo ich ein Zimmer hab’ unterm Dach

Wo sich so viele wegen früher oft noch schämen
Wo mancher Vater eine Frage nicht versteht
Wo ihre Kinder ihnen das nicht übelnehmen
Weil seine Antwort im Geschichtsbuch steht

Hier schaff’ ich selber, was ich einmal werde
Hier geb’ ich meinem Leben einen Sinn
Hier hab’ ich meinen Teil von uns’rer Erde
Der kann so werden, wie ich selber bin

Kennst du das Land, wo die Fabriken uns gehören
Wo der Prometheus schon um Fünf aufsteht
Hier kann man manche Faust auf manchen Tischen hören
Bevor dann wieder trotzdem was nicht geht
Wo sich auf Wohnungsämtern Hoffnungen verlieren
Und ein Parteitag sich darüber Sorgen macht
Wo sich die Leute alles selber reparieren
Weil sie das Werkzeug haben, Wissen und die Macht

Hier schaff’ ich selber, was ich einmal werde
Hier geb’ ich meinem Leben einen Sinn
Hier hab’ ich meinen Teil von uns’rer Erde
Der kann so werden, wie ich selber bin

In diesem Lande lernte ih das Laufen
Ich lernte richtig sprechen, richtig denken
Ich lernte, nur das Brauchbare zu kaufen
Und, dass es Freude macht, auch etwas zu verschenken
Hier lernte meine Mutter das Regieren
Als sie vor einem Trümmerhaufen stand
Ich möchte dieses Land niemals verlieren
Es ist mein Mutter und mein Vaterland

Hier schaff’ ich selber, was ich einmal werde
Hier geb’ ich meinem Leben einen Sinn
Hier hab’ ich meinen Teil von uns’rer Erde
Der kann so werden, wie ich selber bin

Der kann so werden, wie ich selber bin
Der kann so werden, wie ich selber bin
Der kann so werden, wie ich selber bin

Der kann so werden, wie ich selber binDer kann so werden, wie ich selber binDer kann so werden, wie ich selber bin
Oktoberklub - Lied vom Vaterland

Otto Lilienthal und die erste große Geschichte vom Fliegen

0
Der Pionier der Luftfahrt - Otto Lilienthal

Otto Lilienthal, geboren am 23. Mai 1848 in Anklam, gilt als der “Vater des Menschenflugs” und ist eine Schlüsselfigur in der Geschichte der Luftfahrt. Seine Leidenschaft für das Fliegen entwickelte sich schon in jungen Jahren, inspiriert durch die Beobachtung von Vögeln und deren Flugmechanismen. Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav begann er früh Experimente und theoretische Studien zum Flugverhalten.

Lilienthal studierte Maschinenbau in Berlin und arbeitete zunächst als Ingenieur. In den 1880er Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf seine Flugexperimente. Er erkannte, dass die Kontrolle über den Auftrieb entscheidend für den Erfolg des Fliegens war. Nach Jahren intensiver Forschung veröffentlichte er 1889 das bahnbrechende Buch “Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst”, in dem er seine Erkenntnisse über den aerodynamischen Auftrieb und die Flugtechnik von Vögeln darlegte. Dieses Werk beeinflusste viele spätere Flugpioniere, darunter die Brüder Wright.

Lilienthal und sein Normal-Segelapparat

1891 gelang es Lilienthal, mit einem selbstgebauten Gleitflugzeug erste erfolgreiche Gleitflüge durchzuführen. Er konstruierte verschiedene Gleitermodelle, mit denen er von Hügeln und selbstgebauten Flugrampen startete. Zwischen 1891 und 1896 absolvierte er über 2.000 Gleitflüge und wurde für seine beeindruckenden Flugleistungen weltweit bekannt. Seine Konstruktionen, hauptsächlich Monoplane und später auch Doppeldecker, legten den Grundstein für die moderne Luftfahrt.

Otto Lilienthal legte großen Wert auf die praktische Erprobung seiner theoretischen Überlegungen. Seine Flüge fanden meist in der Umgebung von Berlin statt, wo er die “Fliegeberg” genannte künstliche Erhebung in Lichterfelde nutzte. Seine Experimente trugen wesentlich zur Entwicklung der Luftfahrttechnik bei, da er systematisch Daten sammelte und analysierte, um seine Fluggeräte zu verbessern.

Tragischerweise endete Lilienthals Leben bei einem Flugunfall am 9. August 1896. Während eines Gleitflugs stürzte er aus etwa 15 Metern Höhe ab und erlitt schwere Verletzungen. Er verstarb am folgenden Tag im Alter von 48 Jahren. Seine letzten Worte sollen “Opfer müssen gebracht werden!” gewesen sein, was sein unerschütterliches Engagement für die Fliegerei widerspiegelt.

Otto Lilienthals Erbe lebt weiter. Seine Arbeiten und Erkenntnisse legten den Grundstein für den motorisierten Flug und beeinflussten die Entwicklung der Luftfahrt nachhaltig. Er wird bis heute als Pionier und Visionär geehrt, der durch seine Entschlossenheit und wissenschaftliche Herangehensweise die Menschheit dem Traum vom Fliegen näher brachte. Die Otto-Lilienthal-Medaille, eine Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, und der nach ihm benannte Flughafen Berlin-Tegel zeugen von seinem anhaltenden Einfluss.

Projekt Lilienthal - Nachbau des ersten Serien-Flugzeug der Welt

DDR-Pilot Kallbach landete 1989 mit einer Iljuschin (IL) 62 auf einer Wiese

0
Die tollkühnen Männer in ihrer IL 62 DDR

Die Landung der IL 62 im Havelland auf einem Acker ist eines der bemerkenswertesten Ereignisse in der Geschichte der DDR-Luftfahrt. Es ereignete sich am 23. Oktober 1989, als eine Maschine des Typs IL 62 der Interflug, der staatlichen Fluggesellschaft der DDR, auf einem Feld in der Nähe von Berlin notlanden musste. Dieses außergewöhnliche Ereignis ist als “Landung auf dem Acker” bekannt und wird häufig als Beispiel für die Fähigkeiten und den Mut der DDR-Piloten zitiert.

Der Flug mit der IL 62 startete planmäßig vom Flughafen Berlin-Schönefeld mit dem Ziel Maputo in Mosambik. Kurz nach dem Start traten technische Probleme auf, die den Piloten, Kapitän Heinz-Dieter Kallbach, zwangen, eine Notlandung durchzuführen. Die Probleme betrafen das Hydrauliksystem, das für die Steuerung des Flugzeugs von entscheidender Bedeutung ist. Ohne funktionierende Hydraulik war eine sichere Rückkehr zum Flughafen oder eine Landung auf einem regulären Flugplatz nicht mehr möglich.

In einer beispiellosen Entscheidung entschied sich die Besatzung, das Flugzeug auf einem geeigneten Feld zu landen. Sie fanden ein passendes Gelände im Havelland, westlich von Berlin, und bereiteten sich auf die Notlandung vor. Die Landung war extrem riskant, da das große Verkehrsflugzeug auf einem unbefestigten Acker niedergehen musste, der keineswegs für solche Manöver ausgelegt war.

Dank der herausragenden Fähigkeiten und der kühlen Professionalität von Kapitän Kallbach und seiner Crew gelang die Landung ohne größere Zwischenfälle. Das Flugzeug setzte hart auf dem Feld auf, aber alle 113 Passagiere und 10 Besatzungsmitglieder überlebten den Vorfall unverletzt. Die Maschine erlitt erhebliche Schäden, die jedoch repariert werden konnten.

Der Vorfall wurde in der DDR und darüber hinaus bekannt und machte Kapitän Kallbach zu einem Helden. Er wurde für seine außergewöhnlichen Leistungen und seine Fähigkeit, unter extremen Bedingungen einen kühlen Kopf zu bewahren, gefeiert. Die erfolgreiche Notlandung auf einem Acker wurde als Beweis für die hohe Professionalität der DDR-Luftfahrt und als Beispiel für exzellentes Flugtraining und Notfallmanagement angesehen.

Die IL 62 wurde später geborgen und repariert, und die Geschichte dieser Landung bleibt ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der zivilen Luftfahrt der DDR. Die Landung auf dem Acker im Havelland zeigt eindrucksvoll, wie menschliches Können und Mut auch unter den schwierigsten Bedingungen Leben retten können.

Ansprache Heinz-Dieter Kallbach zum Landefest 30 Jahre Lady Agnes