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Mieter im Südpark Halle kämpfen gegen Heizungs- und Warmwasserabschaltung

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Im Südpark in Halle/Neustadt häufen sich die Probleme. Die Stadtwerke haben am Dienstag in mehreren Wohnblöcken die Wärmeversorgung eingestellt. Wird der Eigentümer enteignet? Grund für diese drastische Maßnahme sind unbezahlte Rechnungen des Eigentümers. Für die betroffenen Mieterinnen und Mieter stellt dies einen Skandal dar. Der Mieterrat appelliert an die Stadtverwaltung, endlich zu intervenieren und den Betroffenen zu helfen.

Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, in Vorleistung zu treten und sich das Geld durch einen Bescheid vom Eigentümer zurückzuholen. Der Mieterrat weist darauf hin, dass es sogar notwendig sein könnte, ins Grundbuch einzugreifen, um den Vermieter zur Zahlung zu zwingen. „Es kann nicht sein, dass die Mieter für das Versagen des Eigentümers bestraft werden“, so ein Vertreter des Mieterrates.

Betroffen von dieser Situation sind mehrere Wohnblöcke in der Eduard-Küncke-Straße sowie der Mendelssohn-Bartoldi-Straße. Die Mieter sind stinksauer über die aktuelle Lage. „Der Eigentümer ist unerreichbar, wir hören und sehen ihn nicht. Und die neue Verwaltung sitzt in Jena und ist ebenfalls nicht zu erreichen“, berichtet ein frustrierter Mieter. „Was sollen wir tun? Müssen wir improvisieren, Wasser aufkochen und Decken nutzen? Das ist doch nicht zumutbar!“

Das Problem hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Der hallische Energieversorger hatte immer wieder mit Abschaltungen gedroht, doch in der Vergangenheit konnten ausstehende Zahlungen oft noch in letzter Minute beglichen werden. Diesmal jedoch scheint der Vermieter nicht mehr zu reagieren. „Er hat sich nicht gemeldet, und wir haben die Mitteilung erhalten, dass er nicht gezahlt hat“, schildert ein Mieter die aktuelle Situation.

Die Lage im Südpark ist mittlerweile katastrophal. Handwerksfirmen, wie Schädlingsbekämpfer oder Heizungsmonteure, kommen inzwischen nur noch gegen Vorkasse ins Haus. Die Zustände in der Umgebung der Wohnanlagen sind ebenso desolat: Müll liegt im Hof, die Treppenhäuser sind verdreckt und die Grünanlagen völlig ungepflegt. „So kann es nicht weitergehen. Ich denke, das ist unser Untergang“, äußert sich ein besorgter Mieter. „Wir brauchen dringend Heizung und Warmwasser, besonders jetzt, wo die kalten Nächte anbrechen.“

Die betroffenen Mieter sind in großer Sorge. Sie hoffen inständig, dass ihr Vermieter reagiert und sich umgehend mit den Stadtwerken in Verbindung setzt. Andernfalls könnten viele Mieter im Südpark bald vor frostigen Tagen und Nächten stehen, die sie ohne eine funktionierende Heizung und Warmwasserversorgung durchstehen müssten.

Der Mieterrat hat bereits eine Informationsveranstaltung für die Mieter organisiert, um über die aktuellen Entwicklungen aufzuklären und gemeinsam Lösungen zu finden. „Wir müssen zusammenhalten und für unsere Rechte kämpfen. Es darf nicht sein, dass wir für die Fehler des Eigentümers leiden müssen“, betont ein Mitglied des Mieterrates.

Zusätzlich wurden Pläne geschmiedet, um öffentliche Aufmerksamkeit auf die Situation zu lenken. Die Mieter planen, eine Demonstration zu organisieren, um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen und die Stadtverwaltung zur Reaktion zu bewegen. „Wir müssen die Öffentlichkeit informieren, damit sich etwas ändert. Wir sind nicht allein, und wir lassen uns nicht unterkriegen“, lautet die Botschaft.

Inzwischen bleibt den Mietern im Südpark nicht viel mehr übrig, als abzuwarten und zu hoffen. Die Stadtverwaltung steht in der Pflicht, endlich zu handeln und eine Lösung zu finden. Ein Rückblick auf die letzten Monate zeigt, dass die Verhältnisse in den Wohnanlagen nicht nur durch die aktuelle Abstellung von Heizung und Warmwasser geprägt sind, sondern auch durch jahrelange Vernachlässigung und Missmanagement des Eigentümers.

Die Mieter fordern nicht nur die Wiederherstellung der Heizungs- und Warmwasserversorgung, sondern auch langfristige Lösungen für ihre Wohnsituation. Der Mieterrat setzt sich dafür ein, dass die Stadtverwaltung endlich aktiv wird und die notwendigen Schritte einleitet, um die Rechte der Mieter zu schützen und die Lebensbedingungen in den betroffenen Wohnanlagen zu verbessern.

Ein weiteres Problem, das in diesem Kontext angesprochen wird, ist die generelle Wohnungsnot in Halle. Viele Menschen suchen dringend nach bezahlbarem Wohnraum, während die bestehenden Wohnungen in einem schlechten Zustand sind. „Es ist eine Schande, dass wir in einer Stadt leben, in der Mieter so wenig Rückhalt bekommen“, äußert ein betroffener Mieter.

In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Stadtverwaltung die notwendigen Schritte unternimmt, um den Mietern im Südpark zu helfen und die Probleme anzugehen. Die betroffenen Mieter hoffen, dass die Öffentlichkeit aufmerksam bleibt und sie nicht allein gelassen werden. Denn ihre Situation ist nicht nur ein lokales Problem, sondern ein Beispiel für die Herausforderungen, mit denen viele Mieter in Deutschland konfrontiert sind.

In der Zwischenzeit bleiben die Mieter im Südpark entschlossen, für ihre Rechte zu kämpfen und gemeinsam für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu arbeiten. Sie sind bereit, sich zu vernetzen und sich gegenseitig zu unterstützen, um in dieser schwierigen Zeit zusammenzuhalten. „Wir dürfen nicht aufgeben“, ist die gemeinsame Überzeugung der Mieter im Südpark. „Es muss sich etwas ändern, und wir werden dafür kämpfen!“

NVA 1985: Zwischen Drill und Disziplin – Einblicke in den Alltag der Soldaten

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Der Film vermittelt einen intensiven Einblick in die Welt des Wehrdienstes in der DDR. Der Zuschauer wird in eine Atmosphäre aus Befehlen, körperlicher Anstrengung und Kameradschaft hineingezogen, die das Leben der jungen Männer prägt. Der Film beginnt mit einer feierlichen Szene, in der die Soldaten den Fahneneid leisten – eine symbolträchtige Handlung, die ihre Verpflichtung zur Verteidigung der DDR unterstreicht.

Der Wehrdienst als zentrale Lebensphase
Die jungen Männer, die in der Dokumentation porträtiert werden, stehen am Anfang ihrer 18-monatigen Dienstzeit. Die Einführungsszene zeigt, wie der Kommandeur der Einheit die Soldaten in ihrem neuen Zuhause willkommen heißt und ihnen sogleich klar macht, dass die kommenden Monate alles andere als leicht werden. Es ist eine Phase, die von Entbehrungen, Disziplin und harter Arbeit geprägt sein wird. Diese Rahmenbedingungen formen die Soldaten, die nicht nur als Einzelpersonen, sondern vor allem als Einheit funktionieren müssen.

Der Film stellt mehrere Soldaten vor, darunter Michael Kirchschlager, der mit frischem Abitur zur Armee kam, Dirk Kitzinger, ein 24-jähriger Installateur, und Steffen Kure, ein 19-jähriger Agrotechniker aus Alten-Treptow. Die Männer haben unterschiedliche Hintergründe und berufliche Erfahrungen, doch im Militärdienst müssen sie lernen, gemeinsam zu arbeiten und sich gegenseitig zu vertrauen. Dabei spielen ihre individuellen Fähigkeiten eine zentrale Rolle in der Bildung einer effizienten Mannschaft.

Das Leben als Soldat: Ein rhythmischer Wechsel von Drill und Kameradschaft
Der Film zeigt die harte Realität des Militärdienstes: anstrengende Übungen, technisches Training und immer wieder das Mantra von Disziplin und Ordnung. Die Sturmbahn, eine herausfordernde Hindernisstrecke, wird für viele der Männer zu einem Prüfstein. Die Soldaten sprechen offen darüber, wie sie sich zunächst vor den hohen Hindernissen gefürchtet haben, aber schnell lernen mussten, sich ihren Ängsten zu stellen. Dabei zeigt der Film, dass der Wehrdienst nicht nur eine körperliche Herausforderung darstellt, sondern auch eine mentale Prüfung ist. Die Soldaten müssen lernen, ihre Emotionen zu kontrollieren und sich dem strikten Regiment zu fügen.

Trotz der Härte des Militärdienstes gibt es auch Momente der Menschlichkeit. Die Offiziere und Unteroffiziere werden von den Soldaten als streng, aber hilfsbereit beschrieben. Besonders beeindruckend ist die Offenheit, mit der die jungen Männer über ihre Ängste und Vorurteile gegenüber dem Militär sprechen. Viele hatten vor dem Dienst eine gewisse Skepsis, doch im Laufe der Zeit entwickelt sich ein Gefühl von Kameradschaft und Zusammenhalt.

Militärische Übungen: Ein Blick in die Technik der Panzerabwehr
Ein zentrales Thema des Films ist die Ausbildung der Soldaten im Umgang mit der Panzerabwehrkanone MT-12. Der Film zeigt detailliert die technischen Aspekte dieser Waffe und die Komplexität, die mit ihrem Einsatz verbunden ist. Die Soldaten müssen lernen, wie man einen Panzer bekämpft, wie man mit der Kanone zielt und wie man in extremen Situationen die Kontrolle behält. Es wird deutlich gemacht, dass jeder Panzer, so stark er auch bewaffnet und gepanzert sein mag, verwundbar ist. Die Soldaten erhalten eine intensive Schulung, die sowohl technische Fertigkeiten als auch taktisches Wissen umfasst.

Besonders eindrucksvoll ist die Szene, in der die Soldaten ihren ersten Schuss mit der Panzerabwehrkanone abgeben. Die Spannung ist greifbar, und als der Panzer schließlich getroffen wird, ist die Erleichterung und der Stolz der Soldaten deutlich zu spüren. Diese Momente verdeutlichen den physischen und psychischen Druck, unter dem die jungen Männer stehen. Jeder Fehler kann im Ernstfall fatale Folgen haben, weshalb Präzision und Schnelligkeit entscheidend sind.

Der ideologische Rahmen: Pflichtbewusstsein und sozialistischer Wettbewerb
Ein wiederkehrendes Motiv im Film ist der sozialistische Wettbewerb. Die Soldaten streben danach, die „beste Bedienung“ zu werden – eine Auszeichnung, die nicht nur technisches Können, sondern auch Zusammenhalt und Disziplin voraussetzt. Der Film zeigt, wie der militärische Dienst als Teil des sozialistischen Systems betrachtet wird, in dem jeder seinen Beitrag zur Verteidigung des Landes leisten muss. Die jungen Männer sprechen offen über ihre Verantwortung und die Bedeutung des Wehrdienstes in einer politisch angespannten Welt. Es wird deutlich, dass der Dienst nicht nur als Pflicht, sondern auch als Möglichkeit gesehen wird, den Sozialismus aktiv zu verteidigen.

Besonders berührend sind die Momente, in denen die Soldaten über ihre persönlichen Gefühle sprechen. Ein Soldat reflektiert darüber, wie er seine Frau während des Wehrdienstes vermisst und wie ihm bewusst wird, dass er bereit ist, sein Leben für die Verteidigung des Friedens einzusetzen. Diese emotionalen Reflexionen geben dem Film eine tiefe menschliche Dimension und zeigen, dass der Wehrdienst nicht nur eine mechanische Ausführung von Befehlen ist, sondern auch eine existenzielle Herausforderung darstellt.

Fazit: Die Doku gibt ein vielschichtiges Porträt des Wehrdienstes in der DDR
Der Film bietet einen facettenreichen Einblick in den Alltag von Soldaten in der DDR. Er zeigt die physische und psychische Anstrengung, die mit dem Wehrdienst verbunden ist, und beleuchtet gleichzeitig die ideologische und politische Dimension, die diesen Dienst prägt. Die Soldaten stehen im Spannungsfeld zwischen individuellen Herausforderungen und kollektiven Erwartungen, zwischen persönlicher Unsicherheit und dem Drang, sich in einer militärischen Gemeinschaft zu beweisen.

Durch seine detaillierte Darstellung der militärischen Ausbildung und der technischen Herausforderungen schafft der Film ein realistisches Bild des Wehrdienstes. Gleichzeitig vermitteln die offenen Gespräche der Soldaten über ihre Ängste, Hoffnungen und Verpflichtungen eine emotionale Tiefe, die den Film zu mehr als nur einer militärischen Dokumentation macht. Es ist ein beeindruckendes Zeitdokument, das nicht nur den Wehrdienst, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Strukturen der DDR eindrucksvoll reflektiert.

Das SEZ in Ost-Berlin: Ein Rückblick auf die Freizeitkultur der DDR

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Dieser Film aus dem Jahr 1981 erlaubt einen faszinierenden Einblick in das einstige Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Ost-Berlin, das im Stadtbezirk Friedrichshain liegt. Als die modernste und wichtigste Freizeitanlage der DDR diente das SEZ nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern auch der Erholung und dem geselligen Miteinander. Die damalige Bedeutung des Zentrums spiegelt sich in den vielfältigen Angeboten wider, die den Berliner
zur Verfügung standen.

Der Film beginnt mit einem detaillierten Überblick über das gesamte Areal des SEZ, das auf einem maßstabsgetreuen Modell dargestellt wird. Die Zuschauer bekommen sofort ein Gefühl für die großzügigen Dimensionen und die durchdachte Planung dieser Freizeitanlage. Im Anschluss daran nimmt die Kamera die Zuschauer mit auf einen Rundgang durch die Innenräume, wobei die verschiedenen Bereiche des SEZ eingehend erkundet werden.

Zu den Highlights des SEZ zählt die moderne Bowlinganlage, die nicht nur für sportliche Wettkämpfe, sondern auch für gesellige Abende mit Freunden und Familie genutzt werden konnte. Die Atmosphäre in den Bowlingbahnen war lebhaft und einladend, und die Technik war für die damalige Zeit auf dem neuesten Stand. Hier konnten Berliner ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und gleichzeitig entspannen.

Ein weiteres wichtiges Element der Freizeitanlage ist der Ballett- und Gymnastiksaal. Dieser Bereich wurde speziell für Kurse und Veranstaltungen konzipiert und bot den Teilnehmer die Möglichkeit, sich in verschiedenen Disziplinen weiterzubilden. Der Raum war mit Spiegeln und einem speziellen Bodenbelag ausgestattet, der für Tanz und Gymnastik optimal war. Die Begeisterung für Bewegung und Kunst spiegelte sich in den vielen Aktivitäten wider, die dort stattfanden.

Die vielseitige Sport- und Eishalle war ein zentraler Anziehungspunkt für Sportbegeisterte aller Altersgruppen. Ob Eishockey, Eiskunstlauf oder andere Sportarten – die Halle bot Platz für zahlreiche Aktivitäten. Das Publikum konnte sich auf spannende Wettkämpfe freuen und selbst aktiv werden. Die Sporthalle symbolisierte das Engagement der DDR, den Bürger eine breite Palette an sportlichen Möglichkeiten zu bieten und den Gemeinschaftsgeist zu fördern.

Besonders gespannt waren die Berliner
auf das innovative Wellenbad, das im SEZ für ein unvergessliches Badeerlebnis sorgte. Dieses besondere Badetechnologie versprach nicht nur Spaß, sondern auch Erholung für die ganze Familie. Die Wellen sorgten für ein maritimes Ambiente und luden zum Verweilen und Entspannen ein. Das Wellenbad wurde schnell zu einem der beliebtesten Bereiche des SEZ, da es sowohl Kindern als auch Erwachsenen ein einmaliges Erlebnis bot.

Um in die verschiedenen Bereiche des SEZ zu gelangen, benötigten die Besucher
eine Tarifmarke, die ihnen den Zugang über ein Drehkreuz ermöglichte. Dieses System gewährleistete nicht nur eine geordnete Besucherlenkung, sondern trug auch zur Sicherheit bei. Innerhalb der Anlage erwartete die Gäste ein reichhaltiges Angebot an Spiel und Spaß sowie Möglichkeiten zur Erholung. Die Familien konnten hier einen ganzen Tag verbringen, ohne dass Langeweile aufkam.

Der Film hält die einzigartigen Momente und das Lebensgefühl der Menschen in der DDR fest, die sich im SEZ begegneten, sportlich betätigten und eine entspannte Zeit miteinander verbrachten. Das SEZ war mehr als nur eine Freizeitanlage; es war ein Ort des sozialen Miteinanders, des Austausches und des Wohlfühlens.

In der Erinnerung vieler Berliner
hat sich das SEZ als ein bedeutender Teil ihrer Jugend eingeprägt, und auch wenn die Zeiten sich geändert haben, bleibt die nostalgische Verbindung zu diesem Ort bestehen. Der Film von 1981 bewahrt diese Erinnerungen und zeigt die Vielfalt und die modernen Ansprüche, die das SEZ zu einem unvergleichlichen Erlebnis in der DDR machten. Die Aufnahmen geben nicht nur einen Eindruck von den Einrichtungen, sondern auch von der Atmosphäre und dem Lebensstil, der in dieser Zeit herrschte.

Wustrow: Vom Fischerort zum Ostseebad – Ein Paradies zwischen Ostsee und Bodden

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Das Ostseebad Wustrow ist eine kleine, malerische Gemeinde auf dem Fischland, einer Landzunge zwischen der Ostsee und dem Saaler Bodden, in Mecklenburg-Vorpommern. Ursprünglich war Wustrow ein Fischer- und Seefahrerdorf, dessen Traditionen bis heute in der Region spürbar sind. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Dorf jedoch zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt und ist mittlerweile hauptsächlich vom Tourismus geprägt. Die atemberaubende Landschaft, das reiche kulturelle Erbe und die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten locken jedes Jahr zahlreiche Besucher an.

Historische Wurzeln
Wustrow, dessen Name sich aus dem slawischen Wort für „Insel“ ableitet, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die ersten Siedler waren slawische Stämme, die die günstige Lage zwischen Meer und Bodden schätzten. Ab dem 13. Jahrhundert, als deutsche Siedler in die Region kamen, entwickelte sich das Dorf zu einem Zentrum des Fischfangs und der Seefahrt. Über Jahrhunderte hinweg lebten die Menschen hier hauptsächlich vom Fischfang, und viele Männer arbeiteten als Seeleute. Der maritime Charakter prägte das Dorf und hinterließ seine Spuren in der Architektur und den Bräuchen, die teilweise bis heute erhalten geblieben sind.

Im 19. Jahrhundert erlebte Wustrow, wie viele andere Küstenorte an der Ostsee, eine wirtschaftliche und kulturelle Transformation. Die Seefahrt und der Fischfang traten in den Hintergrund, und der Tourismus begann an Bedeutung zu gewinnen. Dies war eine Folge der wachsenden Beliebtheit der Ostsee als Urlaubsziel für die Städter aus Berlin und anderen Großstädten. Schon zu dieser Zeit warb Wustrow mit seinen landschaftlichen Reizen, der gesunden Seeluft und den Möglichkeiten zur Erholung. Gleichzeitig blieb das Dorf jedoch tief mit seiner maritimen Vergangenheit verbunden.

Wustrow als Ostseebad
Heute ist Wustrow ein anerkanntes Ostseebad und vor allem als Erholungsort bekannt. Die Gemeinde hat sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt, und trotz der Tourismusentwicklung wirkt der Ort immer noch beschaulich und authentisch. Ein großer Teil der historischen Bausubstanz ist gut erhalten geblieben, was Wustrow zu einem besonderen Reiseziel macht. Die alten Kapitänshäuser und Fischerhütten, die teilweise unter Denkmalschutz stehen, verleihen dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre. Besonders sehenswert ist die Wustrower Kirche, deren Turm einen weiten Blick über das Fischland, die Ostsee und den Saaler Bodden bietet.

Wustrow liegt inmitten einer einzigartigen Naturlandschaft, die das Ostseebad zu einem Paradies für Naturliebhaber und Ruhesuchende macht. Im Westen erstreckt sich die Ostsee mit ihren weiten Stränden, während im Osten der Saaler Bodden, eine flache Lagune, das Landschaftsbild prägt. Diese Kontraste zwischen der rauen See und dem stillen Bodden machen den Reiz der Region aus. Besonders Wassersportler kommen hier auf ihre Kosten, da die weiten Wasserflächen rund um Wustrow ideale Bedingungen für verschiedene Wassersportarten bieten. Segler, Surfer und Kitesurfer finden hier beste Voraussetzungen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Zudem können Urlauber am Hafen von Wustrow Boddenrundfahrten unternehmen und die Landschaft aus einer anderen Perspektive genießen.

Freizeitmöglichkeiten und Kultur
Neben dem Wassersport hat Wustrow auch kulturell viel zu bieten. In der kleinen Gemeinde finden regelmäßig Veranstaltungen statt, die sowohl Urlauber als auch Einheimische anziehen. Dazu gehören unter anderem Konzerte, Lesungen und Ausstellungen, die sich häufig mit der Geschichte und Tradition der Region auseinandersetzen. Besonders beliebt sind die Seefahrtsfeste, die an die maritime Vergangenheit des Ortes erinnern.

Ein weiteres Highlight von Wustrow ist die Promenade, die sich entlang der Ostseeküste erstreckt. Hier können Spaziergänger das Meer und die frische Luft genießen, während sie auf den Spuren der Fischer und Seeleute wandeln. Die Promenade bietet zudem zahlreiche Möglichkeiten, in kleinen Cafés und Restaurants einzukehren und die regionale Küche zu probieren. Frischer Fisch, der nach traditionellen Rezepten zubereitet wird, gehört hier zu den Spezialitäten.

Wer die Umgebung von Wustrow erkunden möchte, findet zahlreiche Wander- und Radwege, die durch die reizvolle Landschaft führen. Besonders lohnenswert ist ein Ausflug in das benachbarte Ahrenshoop, das als Künstlerkolonie bekannt ist und viele Galerien und Ateliers beherbergt. Auch die nahegelegenen Boddengewässer bieten sich für Erkundungstouren an. Hier kann man seltene Vogelarten beobachten oder einfach die Stille und Abgeschiedenheit der Natur genießen.

Wustrow im Wandel der Zeit
Trotz der Entwicklung zum touristischen Hotspot hat Wustrow seine Ursprünglichkeit bewahrt. Die Bewohner der Gemeinde sind stolz auf ihre Traditionen und bemühen sich, diese zu bewahren. Gleichzeitig hat der Tourismus der Region neue Impulse gegeben und sorgt dafür, dass die Gemeinde wirtschaftlich floriert. Viele alte Fischer- und Kapitänshäuser wurden liebevoll restauriert und bieten heute komfortable Unterkünfte für Urlauber. Auch die Infrastruktur hat sich den Bedürfnissen der Gäste angepasst, ohne dabei den Charakter des Ortes zu verfälschen.

Der Wandel vom Fischer- und Seefahrerdorf zum Ostseebad ist ein Beispiel dafür, wie sich Tradition und Moderne in Wustrow harmonisch verbinden. Die Nähe zur Natur, die reiche Geschichte und die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten machen Wustrow zu einem idealen Urlaubsziel für Menschen, die Erholung und kulturelle Vielfalt suchen.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Ostseebad Wustrow ein Ort ist, der seine Ursprünge nicht vergessen hat und gleichzeitig die Herausforderungen des modernen Tourismus gemeistert hat. Die malerische Lage zwischen Ostsee und Bodden, die vielen Freizeitmöglichkeiten und die gastfreundliche Atmosphäre machen Wustrow zu einem der schönsten Urlaubsziele an der deutschen Ostseeküste.

2. Sitzung des Stadtrates Annaberg-Buchholz 2024

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Die Sitzung begann mit formalen Angelegenheiten: Joachim Borges wurde als neues Mitglied des Stadtrats verpflichtet und der Abschied von Stadtrat Wolfgang Ochmann, der sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegte, wurde offiziell vollzogen.

Im Anschluss stand der Bericht zur Haushaltslage 2024 auf der Tagesordnung. Positiv zu vermerken waren Einsparungen bei den Personalkosten, da geplante Stellen nicht besetzt werden konnten oder durch Langzeiterkrankungen unbesetzt blieben. Zusätzlich konnte die Stadt höhere Einnahmen im Pass- und Meldewesen sowie durch Elternbeiträge und Holzverkauf verzeichnen. Dennoch wurde die angespannte Finanzsituation der Kommunen, die unter anderem auf steigende Bau- und Betriebskosten sowie einen erheblichen Investitions- und Instandhaltungsstau zurückzuführen ist, deutlich angesprochen. Diese Problematik betrifft viele Kommunen in Deutschland und stellt auch die Stadt Annaberg-Buchholz vor große Herausforderungen.

Der vorgelegte Jahresabschluss 2020 fiel hingegen positiv aus: Mit einem Jahresüberschuss von 7,5 Millionen Euro und einem gestiegenen Anlagevermögen konnte die Stadt ihre finanzielle Basis stärken. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren unter anderem höhere Steuererträge und Zuschreibungen aus dem Finanzanlagevermögen. Die Einnahmeausfälle, die durch pandemiebedingte Einschränkungen, wie z.B. Museumsschließungen und geringere Elternbeiträge, entstanden, konnten so kompensiert werden.

Neben den Finanzfragen standen verschiedene Bauprojekte und Planungen zur Debatte. Der Stadtrat befasste sich mit den Durchführungsverträgen, Abwägungsbeschlüssen und Satzungsbeschlüssen zu den vorhabenbezogenen Bebauungsplänen „Nahversorgungszentrum Bahnhofstraße“ und „Tannenweg“. Besonders das geplante Nahversorgungszentrum an der Bahnhofstraße sorgte für Diskussionen. Befürworter betonten die wirtschaftlichen Vorteile und die Aufwertung des Areals, während Kritiker Bedenken hinsichtlich des tatsächlichen Bedarfs und der Auswirkungen auf die Innenstadt äußerten.

Ein weiteres wichtiges Thema der Sitzung war die Zukunft des Kulturzentrums Erzhammer. Der Stadtrat verabschiedete das Konzept „Kultur erleben, gestalten, bewahren“ für die Jahre 2025 bis 2029. Das Konzept unterstreicht die Bedeutung des Kulturzentrums für die Stadt und setzt auf kulturelle Bildung, die Stärkung der regionalen Identität und die Gewinnung neuer Zielgruppen.

Des Weiteren wurden die Sitzungstermine des Stadtrats für das Jahr 2025 festgelegt und der Stadtrat über die Vergabe von Aufträgen im Rahmen der Vergabeermächtigung des Oberbürgermeisters informiert. Christian Ulich, der in der Sitzung über den aktuellen Stand verschiedener Baumaßnahmen berichtete, konnte von einigen Baufortschritten, aber auch von unerwarteten Schwierigkeiten bei der Sanierung der Bahnhofsstraße berichten. Auch die Sanierungsarbeiten im Weischselstollen im Bereich des Waldschlösschens wurden thematisiert und die damit verbundenen Herausforderungen erläutert.

Im Rahmen der Anfragen und Informationen wurden diverse Anliegen der Stadträte und Themen von öffentlichem Interesse angesprochen. Besonders hervorzuheben ist in diesem Kontext die Diskussion um die Zensuszahlen 2023, die einen deutlichen Bevölkerungsrückgang im Vergleich zum Melderegister ausweisen. Diese Zahlen sorgten für Unmut und führten zur Forderung nach Aufklärung. Die Stadt Annaberg-Buchholz plant, die Zahlen genau zu prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten, um die Richtigkeit der Erhebung zu hinterfragen.

Die Stadtratssitzung bot einen umfassenden Einblick in die aktuelle Situation der Stadt Annaberg-Buchholz. Sie zeigte nicht nur die positiven Entwicklungen und Erfolge der Stadt, sondern machte auch deutlich, mit welchen Herausforderungen sich die Kommune auseinandersetzen muss. Neben den finanziellen Engpässen und dem Bevölkerungsrückgang sind dies unter anderem die Verkehrssituation, die Infrastruktur und die Sicherstellung einer vielfältigen Kulturlandschaft.

TAGESORDNUNG – öffentlicher Teil

1. Eröffnung und Begrüßung [00:00:00]

2. Feststellung der Beschlussfähigkeit, Bestätigung der Tagesordnung [00:00:15]

3. Kenntnisgabe der Protokolle der 57. und 1. Sitzung [00:00:45]

4. Festlegung zur Unterschriftsleistung des Protokolls der 2. Sitzung [00:01:10]

5. Verpflichtung der Stadträte (Schriftform) durch den Oberbürgermeister [00:01:21]

6. Ausscheiden des Stadtrates Wolfgang Ochmann aus dem Stadtrat der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz [00:03:24]

7. Bürgerfragestunde [00:04:30] – keine Fragen

8. Bericht zur Haushaltslage nach § 75 Abs. 5 SächsGemO [00:05:04]

9. Vorlagen aus dem Verwaltungsausschuss

9.1. Jahresabschluss der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz zum 31.12.2020 [00:48:37]

9.2. Entscheidung über die Vergabe der örtlichen Prüfung des Jahresabschlusses 2021 [01:19:48]

9.3. Vorzeitige Ausübung eines Wiederkaufsrechts für das Flurstück 886/17 der Gemarkung Buchholz [01:20:55]

9.4. Kostensätze für die Überlassung von Standplätzen auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt für die Jahre 2024-2027 [01:24:30]

10. Vorlagen aus dem Technischen Ausschuss

10.1. Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Nahversorgungszentrum Bahnhofstraße“ [01:53:18]

10.2. Abwägungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Nahversorgungszentrum Bahnhofstraße“ [02:01:12]

10.3. Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Nahversorgungszentrum Bahnhofstraße“ [02:14:42]

10.4. Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Tannenweg“ [02:16:51]

10.5. Abwägungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Tannenweg“ [02:19:00]

10.6. Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Tannenweg“ [02:22:27]

11. Konzept für das Kulturzentrum Erzhammer der Stadt Annaberg-Buchholz [02:24:06]

12. Sitzungstermine 2025 [02:44:00]

13. Information des Stadtrates zu den erteilten Aufträgen im Rahmen der Vergabeermächtigung des Oberbürgermeisters mit Beschluss 0860/24/07-StR/57/24 vom 27.06.2024 [02:44:36]

14. Anfragen und Informationen [02:45:30]

Von der Werderklinik zur VR Bank: Ein Schweriner Wahrzeichen im Wandel

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Die Werderstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Schwerins und führt direkt vom Schweriner Schloss über den Paulsdamm ostwärts weiter in Richtung Güstrow, Rostock und Stralsund. Sie gehört zu den zentralen städtebaulichen Achsen der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, die seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert immer wieder Veränderungen erfahren hat. In drei Bauabschnitten zwischen 1830 und 1910 errichtet, zählt die Werderstraße im historischen Kontext der Stadtgeschichte zu den jüngeren Straßen.

Nachdem Schwerin viele drängende Aufgaben der Stadtsanierung erfolgreich abgeschlossen hatte, rückte 2008 die Werderstraße ins Zentrum der städtebaulichen Planungen. Die Straße, die bis dahin in ihrer Funktion als bedeutende Verkehrsader erhalten geblieben war, wurde umfassend saniert und durch eine Neugestaltung mit Bäumen und neuen Gehwegen aufgewertet. Diese bauliche Erneuerung setzte positive Impulse für die gesamte Umgebung. Parallel dazu startete die Stadtverwaltung eine gezielte Kampagne, um acht städtische Gebäude entlang der Werderstraße an private Investoren zu verkaufen. Diese Strategie trug innerhalb weniger Jahre Früchte, indem sie die Werderstraße zu einem attraktiven und gefragten Wohn- und Geschäftsstandort machte.

Ein besonders markantes Bauwerk am nördlichen Ende der Werderstraße ist die ehemalige Werderklinik. Viele Schwerinerinnen und Schweriner haben das historische Krankenhaus noch selbst als Patienten kennengelernt. Das klassizistische Gebäude wurde 1840 vom Schweriner Hofbaumeister Georg Adolf Demmler als städtisches Krankenhaus errichtet und lag damals am äußeren Rand der Stadt. Ursprünglich war das Krankenhaus vor allem für die ärmere Bevölkerung gedacht, da wohlhabendere Bürger es nicht in unmittelbarer Nachbarschaft haben wollten. Im 19. Jahrhundert behandelten Krankenhäuser primär Menschen ohne finanzielle Mittel, und so entstand die Werderklinik an einem Randgebiet der Stadt.

Im Laufe der Zeit wuchs jedoch die Stadt und die Klinik reichte aufgrund der zunehmenden Bevölkerungszahl nicht mehr aus. So wurde in den 1930er Jahren der Hamannbau, benannt nach dem Architekten Rudolf Hamann, als Erweiterung des ursprünglichen Demmlerbaus errichtet. Die beiden Gebäude bildeten fortan den Kern der medizinischen Versorgung Schwerins, bevor nach der Wiedervereinigung Deutschlands die medizinischen Einrichtungen schrittweise in das neue Klinikum in der Wismarschen Straße verlagert wurden. Mit der Verlagerung der medizinischen Funktionen verlor die Werderklinik ihre ursprüngliche Bedeutung und stand über viele Jahre leer.

Obwohl sich zahlreiche Investoren für das wertvolle Grundstück interessierten, scheiterten die frühen Pläne für eine Umnutzung an den Anforderungen des Denkmalschutzes. Die Raumstruktur der denkmalgeschützten Klinikgebäude hätte bei einem Umbau unwiderruflich zerstört werden müssen, was die Realisierung von Wohnprojekten unmöglich machte. So verfiel das Gebäude über Jahre, obwohl immer wieder Ideen für eine neue Nutzung entwickelt wurden.

Ein Durchbruch gelang schließlich der VR Bank, die zunächst plante, den Demmlerbau als Bürostandort zu sanieren und zu vermieten. Doch diese Idee entwickelte sich schnell weiter: Warum sollte die Bank das denkmalgeschützte Gebäude nicht selbst für ihre Hauptverwaltung nutzen? Nach intensiven Kalkulationen stellten die Banker fest, dass eine umfassende Modernisierung und Nutzung des gesamten Klinikkomplexes – sowohl des Demmler- als auch des Hamannbaus – sowohl räumlich als auch finanziell tragfähig war. Die VR Bank entschied sich daher, das gesamte Gelände mit allen Gebäudeteilen im Jahr 2012 zu erwerben.

Für die umfangreiche Sanierung und den Umbau beauftragte die VR Bank den renommierten Architekten Joachim Brenncke, der es schaffte, den denkmalgeschützten Charakter der Gebäude zu erhalten und gleichzeitig moderne Büroflächen zu schaffen. In nur 22 Monaten wurden die alten Klinikgebäude zu einem modernen Bankstandort umgestaltet, der heute als Hauptsitz der Genossenschaftsbank dient.

Die Geschichte der Werderklinik steht exemplarisch für den Wandel, den die Werderstraße und ihre Umgebung in den letzten Jahrzehnten erfahren haben. Von einem städtischen Krankenhaus über den Leerstand nach der Wende bis hin zur modernen Nutzung als Verwaltungsstandort der VR Bank – die Entwicklung des Gebäudekomplexes spiegelt die Fähigkeit Schwerins wider, historische Bauten in zeitgemäße Nutzungen zu integrieren und dabei den Charakter der Stadt zu bewahren. Die Sanierung der Werderstraße und ihrer Gebäude zeigt, wie durch gezielte Maßnahmen der Stadtentwicklung und private Investitionen eine Straße wieder zu einem lebendigen und attraktiven Teil der Stadt werden kann.

6. Stolpersteinlauf in Gera: Sport und Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

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Am 29. September 2024 fand der 6. Stolpersteinlauf in Gera statt, eine Veranstaltung, die nicht nur zum Sport einlud, sondern auch zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Nach einem herzlichen Grußwort des Oberbürgermeisters Kurt Dannenberg versammelten sich zahlreiche Teilnehmer, um in Gedenken an die in Gera lebenden Menschen zu laufen und zu radeln, die während der NS-Zeit vertrieben, deportiert und ermordet wurden.

Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Strecken zu wählen, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Diese flexiblen Optionen ermöglichten es Menschen jeden Alters und Fitnesslevels, an dem wichtigen Gedenken teilzunehmen. Die Stolpersteine, die in vielen Straßen Gera’s verlegt sind, dienen als Mahnmale und erinnern an die Geschichten der Menschen, die hier lebten und litten. Sie sind nicht nur einfache Steine, sondern lebendige Erinnerungen an die dunkle Vergangenheit, die uns dazu anregen, über die Folgen von Diskriminierung und Ausgrenzung nachzudenken.

Der Stolpersteinlauf ist mehr als nur eine sportliche Veranstaltung; er ist ein Symbol des „bewegten Erinnerns“. Die Teilnehmer wurden ermutigt, innezuhalten, zu gedenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Initiativgruppe „Stolpersteine in Gera“, die diese Veranstaltung organisiert hat, setzt sich aktiv dafür ein, dass das Bewusstsein für die Geschichte und die Bedeutung der Stolpersteine lebendig bleibt. Die Vielfalt der Teilnehmenden und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Teilnahme verdeutlichten, dass Erinnern in vielen Formen stattfinden kann.

In den Vorjahren zeigten sich immer wieder inspirierende Beispiele für das „bewegt Erinnern“: von persönlichen Geschichten, die ausgetauscht wurden, bis hin zu stillen Momenten des Gedenkens an den Stolpersteinen. Der Stolpersteinlauf ist somit ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Gera und ein Aufruf, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung vermittelt den wertvollen Gedanken, dass das Erinnern nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gemeinschaftliche Aufgabe ist. In diesem Sinne war der 6. Stolpersteinlauf ein Erfolg und ein weiteres Zeichen für die Bedeutung der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in der heutigen Zeit.

Walter Ulbricht: Vom Tischlerjungen zum Diktator der DDR

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Walter Ulbricht, ein Name, der in der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) eine herausragende Rolle spielt, wird oft mit seinem berüchtigten Satz zitiert: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Ironischerweise war es genau er, der die Mauer baute, um seinen Staat zu retten, und letztendlich wurde er von seinen eigenen Genossen gestürzt. Doch wie wird aus einem Tischlerjungen aus Leipzig der Gründervater der DDR?

Der Aufstieg eines Revolutionärs
Walter Ulbricht wurde 1893 in Leipzig geboren, in einer Zeit, in der die Arbeiterbewegung in Deutschland an Bedeutung gewann. Als Sohn eines Schneiders erlernte er das Tischlerhandwerk, entwickelte jedoch früh ein starkes Interesse an sozialistischen Ideen. Der Erste Weltkrieg brach 1914 aus, und Ulbricht, der den Krieg ablehnte, wurde dennoch zum Militärdienst eingezogen. Nach dem Krieg desertierte er und schloss sich dem ultralinken Flügel der Sozialdemokraten an, der zur Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) führte.

In den Wirren der Revolution von 1918/19 wurde Ulbricht Mitglied der Arbeiter- und Soldatenräte in Leipzig, wo er sich für eine sozialistische Revolution einsetzte. Die Mehrheit der Bevölkerung jedoch strebte eine parlamentarische Demokratie an. Als die Reichswehr die Räteherrschaft in Leipzig im Mai 1919 beendete, wurde gegen Ulbricht Haftbefehl wegen der Verbreitung kommunistischer Flugblätter erlassen. Dies führte zu seiner ersten Flucht ins Untergrundleben, wo er sich als Berufsrevolutionär etablierte.

Ulbricht verfolgte unermüdlich seine kommunistischen Ideale. Sein Ziel war es, eine neue Gesellschaftsform aufzubauen, die sich an den Prinzipien Moskaus und dem leninistischen Modell orientierte. Diese Überzeugungen waren in der deutschen Arbeiterklasse weit verbreitet und gaben Ulbricht eine starke Basis für seinen politischen Aufstieg.

Im Jahr 1924 wurde Ulbricht nach Moskau berufen, wo er für die Kommunistische Internationale arbeitete. Hier erlangte er durch seine Loyalität gegenüber Stalin und seine Fähigkeit, sich in der komplexen politischen Landschaft der KPD zu behaupten, großen Einfluss. Seine Beziehung zu Rosa Michel, einer französischen Kommunistin, spiegelte die in der kommunistischen Bewegung vorherrschenden Ansichten über Ehen und Partnerschaften wider, die weniger konventionell waren als in anderen Gesellschaften.

Der Exilant und der Diktator
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde die KPD verfolgt. Ulbricht flüchtete ins Exil und lebte in Paris, Prag und Moskau, wo er Zeuge von Stalins Terror gegen angebliche Feinde wurde. Diese Erlebnisse prägten ihn und schärften sein Verständnis für die brutalen Realitäten des politischen Lebens. Trotz der Bedrohungen, die er und andere Kommunisten in Moskau erlebten, hielt Ulbricht an seiner Loyalität zu Stalin fest.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall des nationalsozialistischen Regimes wurde Ulbricht von Stalin beauftragt, in der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland eine kommunistische Herrschaft aufzubauen. Obwohl er zu Beginn seiner Rückkehr nach Deutschland skeptisch gegenüber den verbliebenen Kommunisten war, übernahm er bald die Kontrolle über die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Offiziell schien er anderen den Vortritt zu lassen, doch die wahre Macht lag in seinen Händen. 1949 wurde die DDR gegründet, und Ulbricht übernahm die Rolle des Generalsekretärs.

Die Mauer und ihre Folgen
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang es Ulbricht, die DDR aufzubauen und eine sozialistische Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild zu etablieren. Doch die wirtschaftlichen Probleme und der Mangel führten zu einer massiven Fluchtwelle in den Westen. Ulbricht sah sich zunehmend mit der Abwanderung von Fachkräften konfrontiert, die die DDR für ihre wirtschaftliche Entwicklung benötigte. Daher bat er den sowjetischen Führer Chruschtschow um Erlaubnis, die Grenze nach West-Berlin zu schließen.

Am 15. Juni 1961 verkündete Ulbricht bei einer Pressekonferenz, dass „niemand die Absicht hat, eine Mauer zu errichten“, während er bereits Pläne für den Bau der Berliner Mauer schmiedete. In der Nacht zum 13. August 1961 wurde die Grenze geschlossen, und der Bau der Mauer begann. Diese Entscheidung stabilisierte kurzfristig die DDR, da viele Bürger sich mit dem System arrangierten. Der menschliche Preis jedoch war enorm, und die Mauer wurde zum Symbol für die Teilung Deutschlands.

Der Sturz des Diktators
In den Jahren nach dem Mauerbau durchlief Ulbricht eine bemerkenswerte Wandlung. Von einem strengen Stalinisten entwickelte er sich zu einem selbständig denkenden deutschen Revolutionär. Er öffnete sich für Reformen und suchte den Rat junger Wirtschaftsexperten, was ihm half, seine Macht zu stabilisieren. Doch sein Verhältnis zu Moskau verschlechterte sich mit dem Aufstieg Leonid Breschnews, der eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten vertrat.

Honecker, Ulbrichts Ziehsohn, nutzte die Unzufriedenheit innerhalb des Politbüros, um Ulbricht zu untergraben. 1971 wurde Ulbricht auf Druck Moskaus aus dem Amt gedrängt, offiziell aus Altersgründen. Diese Absetzung war ein klarer Hinweis auf die Machtverhältnisse innerhalb der SED und das Versagen Ulbrichts, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Walter Ulbricht starb 1973, nie ganz über seinen Sturz hinweg. Seine Errungenschaften und das von ihm gegründete System waren nur ein Teil seiner komplexen Geschichte. Der Fall der Berliner Mauer 1989 und der darauf folgende Zerfall der DDR waren das Ende seines Lebenswerks und zeigten, wie fragile die von ihm errichteten Strukturen tatsächlich waren. Die Geschichte von Walter Ulbricht ist ein faszinierendes Beispiel für die dynamischen und oft widersprüchlichen Strömungen der politischen Landschaft im 20. Jahrhundert.

Was passiert jetzt mit der CAROLABRÜCKE? Stadt Dresden äußert sich

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Der Einsturz der Carolabücke in Dresden stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Obwohl das Hochwasser mittlerweile zurückgegangen ist, liegen immer noch Teile der eingestürzten Brücke in der Elbe. Auf einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Baubürgermeister Stefan Kühn die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen.

Dirk Hilbert betonte, dass bei zukünftigen Bauprojekten Prioritäten gesetzt werden müssen. „Wir müssen unsere Projekte überdenken und neu priorisieren“, erklärte Hilbert. Dabei stellte er klar, dass es durchaus Spielraum gebe, innerhalb der politischen Gremien Mittel umzuschichten, sofern dies gewünscht sei. Er wollte damit die Ernsthaftigkeit der Situation verdeutlichen und unterstrich, wie wichtig die Carolabücke als Verkehrsader für die Stadt ist. Es werde nun alles daran gesetzt, die Prioritäten neu zu setzen und den Wiederaufbau zu beschleunigen.

Neben der Frage der Prioritäten für den Wiederaufbau wird auch die Ursache des Einsturzes weiter untersucht. Professor Steffen Marx vom Institut für Massivbau der Technischen Universität Dresden ist mit der Untersuchung betraut. Laut Baubürgermeister Kühn wird ein erstes Zwischenergebnis bis Ende November erwartet. Es wird geplant, am 4. Dezember in einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses über den Stand der Untersuchung zu berichten. „Es geht dabei nicht nur um den eingestürzten Teil der Brücke, sondern auch um die Frage, ob die restlichen Teile, Brückenzug A und B, weiterhin genutzt oder abgerissen werden müssen“, erklärte Kühn. Die Untersuchung werde voraussichtlich bis ins erste Quartal 2025 andauern.

Eine weitere Herausforderung stellt die Fernwärmeversorgung der Neustädter Seite der Elbe dar. Wie Dr. Rutgar Kretschm von der SachsenEnergie AG erklärte, könnte es bei fallenden Temperaturen problematisch werden. „Ab einer Temperatur von 0°C werden wir nicht mehr in der Lage sein, das Gebiet Neustadt vollständig mit Wärme zu versorgen“, warnte Kretschm. Dies sei gravierend, da ein Viertel der gesamten Wärmelast auf der Neustädter Seite konzentriert ist. Die SachsenEnergie AG hat bereits mehrere Lösungsvorschläge erarbeitet, um das Problem zu bewältigen. Man habe sich intensiv Gedanken gemacht, wie diese plötzlich aufgetretene Herausforderung blitzschnell gelöst werden könne.

Ab Dienstag sollen die Abrissarbeiten an der Carolabücke fortgesetzt werden. Wenn alles reibungslos verläuft, könnte der Abriss in etwa 11 Wochen abgeschlossen sein. Dennoch bleibt die Frage, wie schnell ein Wiederaufbau der Brücke erfolgen kann, und welche Maßnahmen in der Zwischenzeit getroffen werden, um die Verkehrs- und Wärmeversorgung in Dresden sicherzustellen.

Der Einsturz der Brücke hat gezeigt, wie wichtig es ist, kritische Infrastrukturprojekte zu überdenken und neu zu priorisieren. Die Stadt Dresden steht vor einer schwierigen Zeit, in der nicht nur technische Herausforderungen, sondern auch politische Entscheidungen eine große Rolle spielen werden. Sowohl die Stadt als auch die beteiligten Versorgungsunternehmen werden in den kommenden Wochen und Monaten intensiv daran arbeiten müssen, die Folgen des Brückeneinsturzes zu bewältigen und Lösungen für die langfristige Versorgung und den Wiederaufbau zu finden.

Filme zur Gesundheitsaufklärung des Deutschen Hygiene-Museums Dresden (1915-1990)

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Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden ist bekannt für seine bedeutenden Beiträge zur Gesundheitsaufklärung und Sozialgeschichte. Zwischen 1915 und 1990 produzierte und sammelte das Museum eine Vielzahl von Gesundheitsfilmen, die wichtige Einblicke in die Entwicklung von Gesundheitsverständnis und -versorgung in Deutschland bieten. Diese Filme sind nicht nur medizinische Lehrmittel, sondern auch Zeitzeugen gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen, die das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung prägten.

In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, insbesondere während und nach dem Ersten Weltkrieg, begannen die Verantwortlichen des Deutschen Hygiene-Museums, die Bevölkerung über wichtige hygienische Praktiken zu informieren. Die Filme dieser Zeit hatten oft das Ziel, die Menschen über die Grundlagen der Hygiene aufzuklären und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen zu propagieren. In einer Zeit, in der soziale Probleme, Armut und Krankheiten weit verbreitet waren, wurden Filme zu einem wichtigen Medium, um das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung zu schärfen und Prävention zu fördern.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erlebte die Gesundheitsaufklärung eine drastische Wendung. Viele der während dieser Zeit produzierten Filme wurden für propagandistische Zwecke missbraucht. Die Filme zeigten oft ein einseitiges Bild von Gesundheit und Krankheit, das stark mit den ideologischen Zielen des Regimes in Einklang stand. Rassenhygiene wurde als zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Gesundheitsideologie propagiert. Durch die gezielte Verbreitung von Informationen, die auf die „Volksgesundheit“ abzielten, versuchte das Regime, seine politischen Ziele zu legitimieren und eine vermeintliche Überlegenheit der „arischen Rasse“ zu vermitteln.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes änderten sich die Themen und Ziele der Gesundheitsfilme grundlegend. In der DDR wurde der Fokus auf die staatliche Gesundheitsversorgung und die Aufklärung über Prävention gelegt. Filme wie „Der Weg zur Gesundheit“ (1954) und „Gesundheit ist kein Zufall“ (1980) wurden produziert, um die Bevölkerung über die Vorteile der Gesundheitsversorgung im sozialistischen System zu informieren und die Menschen zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren. Diese Filme zeigten auf, wie das sozialistische Gesundheitssystem, das auf Prävention und Gesundheitsförderung abzielte, den Lebensstandard der Menschen verbessern konnte.

Ein zentraler Aspekt der Gesundheitsfilme aus dieser Zeit war die Vermittlung von Wissen über verschiedene gesundheitliche Themen. Die Filme behandelten eine Vielzahl von Inhalten, darunter grundlegende Hygienepraktiken, die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, sowie die Wichtigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen. Dabei wurde auch häufig auf die Aufklärung über spezifische Krankheitsbilder eingegangen. Diese Filme halfen den Menschen, Symptome zu erkennen und rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Aufklärung über psychische Gesundheit. In den späteren Jahren der DDR wurde auch dieses Thema zunehmend in den Fokus gerückt. Filme, die sich mit Stressbewältigung und psychischen Erkrankungen beschäftigten, trugen dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung der psychischen Gesundheit zu stärken und Vorurteile abzubauen. Die Darstellung dieser Themen in einem positiven Licht war ein wichtiger Schritt in der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und half vielen Menschen, ihre eigenen Herausforderungen besser zu verstehen und zu bewältigen.

Familiengesundheit war ein weiteres zentrales Thema in den Gesundheitsfilmen des Deutschen Hygiene-Museums. In den 1960er und 1970er Jahren lag ein besonderer Fokus auf der Aufklärung über Schwangerschaft, Mutterschaft und die Gesundheit von Kindern. Filme informierten werdende Mütter über die Schwangerschaftsvorsorge und die Bedeutung einer gesunden Lebensweise während der Schwangerschaft. Zudem wurden Themen wie Säuglingspflege und kindliche Entwicklung behandelt, um Eltern wertvolle Informationen an die Hand zu geben.

Die Bedeutung der Gesundheitsfilme aus dem Deutschen Hygiene-Museum reicht über die reine Informationsvermittlung hinaus. Sie dokumentieren nicht nur die medizinischen Fortschritte, sondern auch die gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Bevölkerung konfrontiert war. Diese Filme zeigen, wie sich das Gesundheitsverständnis im Laufe der Jahrzehnte entwickelte und wie sich die Gesellschaft bemühten, die Gesundheit ihrer Bürger zu fördern und zu schützen.

Darüber hinaus bietet das Archiv der Gesundheitsfilme einen wertvollen Einblick in die gesellschaftlichen Werte und Überzeugungen, die zu unterschiedlichen Zeiten über Gesundheit und Krankheit herrschten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes Deutschlands und helfen uns, die Herausforderungen und Erfolge in der Gesundheitsversorgung und -aufklärung besser zu verstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gesundheitsfilme des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden zwischen 1915 und 1990 eine wichtige Rolle in der deutschen Geschichte gespielt haben. Sie spiegeln die Entwicklung von Gesundheits- und Hygieneverständnis wider und zeigen, wie technische Fortschritte, gesellschaftliche Veränderungen und politische Ideologien das Gesundheitsbewusstsein beeinflusst haben. Die Filme sind nicht nur Dokumente der medizinischen Aufklärung, sondern auch wertvolle Zeitzeugen, die uns helfen, die komplexe Beziehung zwischen Gesellschaft und Gesundheit im 20. Jahrhundert zu begreifen.