Sie haben die Wahl in Jena – OB Kandidat Jens Thomas, DIE LINKE

Jena. Der Oberbürgermeister wird alle sechs Jahre gewählt; der Wahltermin wird durch die Rechtsaufsichtsbehörde festgelegt. Der nächste Wahltermin ist der 26.05.2024. Sofern eine Stichwahl notwendig ist, findet diese vierzehn Tage später am 09.06.2024 statt.

Die Wahlvorschläge für die Wahl am 26.05.2024 wurden im Amtsblatt 18/24 der Stadt Jena (PDF) veröffentlicht. Einen Muster-Stimmzettel finden Sie unter Downloads.

Die Amtszeit des Oberbürgermeisters beginnt am Tag nach der Annahme der Wahl, jedoch nicht vor Ablauf der Amtszeit des vorhergehenden Bürgermeisters.

Das Stadtgebiet Jena bildet das Wahlgebiet. Der Oberbürgermeister wird nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl gewählt. Jeder Wähler hat eine Stimme.

Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Erhält niemand diese Mehrheit, findet am zweiten Sonntag nach dem Wahltag eine Stichwahl unter den zwei Personen statt, die bei der ersten Wahl die höchsten Stimmenzahlen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los darüber, wer in die Stichwahl kommt. Bei der Stichwahl ist gewählt, wer von den abgegebenen gültigen Stimmen die höchste Stimmenzahl erhalten hat.

Wahlberechtigung

Jeder Deutsche und Angehörige eines anderen EU-Staates, der am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet hat (Geburtstag 26.05.2008 und vorher) und seit mindestens drei Monaten in Jena seinen Hauptwohnsitz hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen wurde, darf wählen. Er oder sie wird von Amts wegen in das Wählerverzeichnis eingetragen und erhält bis spätestens 05.05.2024 eine Wahlbenachrichtigung zugesandt.

Wählbarkeit

Wählbar für das Amt des Ortsteilbürgermeisters sind Wahlberechtigte, die am Tag der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet haben (Geburtstag 26.05.2006 und vorher) und mindestens seit sechs Monaten ihren Hauptwohnsitz in Jena haben.

Wahlvorschläge

Wahlvorschläge können von Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerbern ab Bekanntmachung der Wahl (spätestens drei Monate vor Wahltermin) eingereicht werden.

Wahlbenachrichtigung

Wer in das Wählerverzeichnis eingetragen wurde, erhält Ende April, spätestens bis zum 05.05.2024 (21. Tag vor der Wahl) per Post eine amtliche Wahlbenachrichtigung. Die Wahlbenachrichtigung erfüllt zwei Funktionen:

Sie dient zusammen mit Ihrem Personalausweis oder Reisepass als Nachweis der Wahlberechtigung, wenn Sie am Wahlsonntag in Ihren Wahlraum wählen gehen. Das Schreiben ist also mitzunehmen. Ihr Wahlraum ist im Wahlbenachrichtigungsschreiben genannt.

Falls Sie Ihren Wahlraum am Wahlsonntag nicht aufsuchen, können Sie mit den Daten aus dem Wahlbenachrichtigungsschreiben Briefwahl, vorzugsweise online(Link ist extern), beantragen.

Antragswege für Briefwahlunterlagen

  • ab dem 14.04.2024 (42. Tag vor der Wahl) können Briefwahlunterlagen beantragt werden
  • die Beantragung über die Online-Maske oder per formloser E-Mail muss spätestens am Mittwoch vor dem Wahltermin erfolgen, da die Unterlagen sonst vermutlich nicht mehr rechtzeitig bei Ihnen ankommen.
  • Empfohlener Antragsweg: Online-Beantragung der Briefwahlunterlagen(Link ist extern)
  • schriftlicher Antrag / persönliche Vorsprache / Bevollmächtigung: Auf der Rückseite des Wahlbenachrichtigungsschreibens finden Sie ein Antragsformular für Briefwahlunterlagen. Dieses Formular nutzen Sie bitte, wenn Sie Ihre Briefwahlunterlagen per Post (rechtzeitig absenden!), per Fax oder durch persönliche Vorsprache beantragen wollen oder wenn Sie eine dritte Person beauftragen wollen, Ihre Briefwahlunterlagen abzuholen.
  • die persönliche Beantragung von Briefwahlunterlagen einschließlich der Option, sofort zu wählen, ist ab 06.05.2024 im Briefwahlbüro im Fachdienst Bürgerdienste, Engelplatz möglich.
  • Bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung können Briefwahlunterlagen auch noch am Wahlsonntag von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr in der Wahlzentrale abgeholt werden. Dazu sprechen Sie bitte im Bürgerservice, Engelplatz, 07743 Jena vor.

Schokoladentradition in Dresden zwischen VEB Elbflorenz und Neuanfang

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn Werner Mühle von früher erzählt, kann er die Temperatur der Schokolade noch immer an der Oberlippe spüren. Teaser: Fast vierzig Jahre lang stand er in den Hallen des VEB Elbflorenz, erst als Lehrling, später als Obermeister. Seine Biografie ist typisch für eine Generation, die ihre Bestätigung nicht im politischen System, sondern in der Qualität ihrer Hände Arbeit fand. Sie produzierten Pralinen für den Export, "Weltniveau" nannten sie das, während die eigene Bevölkerung oft mit einem eingeschränkten Sortiment vorliebnehmen musste. Der Stolz auf das geleistete Handwerk war echt, unabhängig von den Mängeln der Planwirtschaft. Dann kam das Jahr 1990. Über Nacht stornierten die Händler die Verträge, die Produktion stand still, die Maschinen verstummten. Für Mühle und seine Kollegen bedeutete das nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern den Verlust eines sozialen Gefüges, das über Jahrzehnte gewachsen war. Dass heute wieder alte DDR-Maschinen in Dresden laufen, diesmal in kleinen Manufakturen, ist eine späte Pointe der Geschichte. Der Geruch von gerösteten Kakaobohnen zieht wieder durch die Stadt, anders als früher, aber die Erinnerung an die alten Werkhallen bleibt bestehen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Dresden war einst die Schokoladenhauptstadt Deutschlands, bevor Enteignung und Planwirtschaft die Strukturen veränderten. Teaser: Die Geschichte der Dresdner Süßwarenindustrie ist ein Lehrstück über den industriellen Wandel in Ostdeutschland. Nach der Verstaatlichungswelle 1972 verschwanden traditionsreiche Familienunternehmen im VEB Elbflorenz. Was folgte, war eine Zeit der Widersprüche: Einerseits technischer Erfindergeist und hochwertige Exportware, andererseits Rohstoffknappheit und "Bückware" für den Binnenmarkt. Der radikale Bruch erfolgte 1990. Anders als in anderen Branchen, die sich langsam transformierten, traf die Marktwirtschaft die ostdeutsche Schokoladenindustrie mit voller Härte. Die Insolvenz des VEB Elbflorenz steht exemplarisch für die Deindustrialisierung der frühen 90er Jahre. Dass Marken wie Nudossi heute wieder erfolgreich sind, war damals nicht absehbar und ist eher dem Eigensinn einzelner Unternehmer zu verdanken als politischer Planung. Die alten Rezepturen haben überlebt, die industriellen Großstrukturen von einst sind jedoch Geschichte. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet die alten Maschinen des VEB Nagema heute wieder begehrt sind. Teaser: Jahrzehntelang galten die massiven DDR-Anlagen als veraltet, laut und ineffizient im Vergleich zur westlichen Hochtechnologie. Doch in der Nische zeigt sich ein anderes Bild. Die Langlebigkeit und die spezifische Art, wie diese Walzwerke die Schokoladenmasse verarbeiten, werden heute von Manufakturen wieder geschätzt. Es wirft ein interessantes Licht auf das industrielle Erbe der DDR: Was wurde zu schnell verschrottet? Die Wertschätzung für die technische Substanz kommt spät, oft erst, nachdem die ursprünglichen Betriebe längst abgewickelt wurden. Die Qualität war da, sie konnte sich unter den Bedingungen der Mangelwirtschaft und des abrupten Systemwechsels nur schwer behaupten. Vielleicht liegt in dieser späten Rückbesinnung auf die Technik eine Art Versöhnung mit der eigenen Industriegeschichte.