Saisonbeginn auf den Dornburger Schlössern bei Jena

Auf den Dornburger Schlössern beginnt am 28. März die Museumssaison. Bis Ende Oktober ist das Rokokoschloss wieder geöffnet, das Renaissanceschloss bleibt für einige Jahre zur Sanierung geschlossen. Zu besichtigen ist zudem das Bauhaus-Werkstatt-Museum in unmittelbarer Nachbarschaft. Für 2024 hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) unter anderem vier Sonderausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen geplant.

Die erste Sonderausstellung der Saison wird gleich am Gründonnerstag um 15 Uhr eröffnet. Elke Heinze zeigt unter dem Titel „Naturmomente“ Motive der heimischen Natur. Es folgen Geschenknadeln aus dem 19. Jahrhundert (ab 1. Juni), textile Herbarien (ab 7. September. Außerdem gibt es ab 18. Mai im Untergeschoss die Fotoausstellung „Saalewein“.

Zu den Veranstaltungen gehören neben den Ausstellungsvernissagen die traditionsreiche Pflanzenbörse am 11. Mai, die Thüringer Schlössertage zu Pfingsten und als Höhepunkt die Dornburger Schlössernacht am 24. August.

In der aktuellen Saison gibt es zehn buchbare Gästeführungsangebote. Es gibt Schloss-, Garten- und Kostümführungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten (Buchung unter 03 64 27 / 21 51 30, schlossverwaltung@dornburg-schloesser.de).

Während der Sanierung des Renaissanceschlosses sind Kasse und Shop im Rokokoschloss eingerichtet, dort werden auch in diesem Jahr neben zahlreichen Büchern und Postkarten wieder ein Fotokalender mit Motiven aus den Schlossgärten, Dornburger Wein und andere mit der Anlage verbundene Produkte angeboten.

Öffnungszeiten Museum
28. März bis 31. Oktober 2024
täglich außer Mi von 10 bis 17 Uhr
Schlossgärten ganzjährig täglich von 9 Uhr bis Sonnenuntergang

Sonderausstellungen auf den Dornburger Schlössern 2024

Naturmomente – festgehalten in Aquarellen und Worten | Elke Heinze

In einer stimmungsvollen Werkschau präsentiert Elke Heinze (Naum-burg) stille Momente der heimischen Natur, die sich auch in den Dornburger Schlössergärten finden lassen. Ihr gelingt die Kunst, flüchtige Augenblicke in Aquarellen und Worten einzufangen und festzuhalten.

Rokokoschloss (Mansarde) | Vernissage: 28. März | 15 Uhr und Finissage: 20. Mai | 14 Uhr

1. Juni bis 11. August

Ge(n)adelt | Fürstliche Geschenknadeln aus drei Jahrhunderten

Sie sind Preziosen der Goldschmiedekunst, wertvolle Präsente europäischer Adelshäuser und als Sammelgebiet kaum wahrgenommen: Ge-schenknadeln. Eine profilierte Privatsammlung der kleinen Objekte lädt zum großen Staunen ein.

Rokokoschloss (Mansarde) | Vernissage: 1. Juni | 15 Uhr

7. September bis 31. Oktober

Zeitkapseln | Textile Herbarien aus den Dornburger Schloss-gärten | Sylvia Döhler

Ein Gartenjahr lang hat die Textilkünstlerin Sylvia Döhler (Erfurt) Pflanzenschätze in den Dornburger Schlossgärten gesammelt. Die Blätter, Blüten und Früchte mit Geschichte präsentiert sie nun in besonderen Wandteppichen und zauberhaften Leuchten.

Rokokoschloss (Mansarde) | Vernissage: 7. September | 14.00 Uhr

18. Mai bis 29. September

Saalewein | Fotoausstellung

Vor 200 Jahre kaufte Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach das Renaissanceschloss in Dornburg an. Kurz darauf ließ er vom Hofgärtner Sckell den Weinberg aufreben, den Goethe zu Studien anregte. Noch heute wird hier Wein gekeltert. Die eindrucksvolle Foto-schau erzählt von alten und neuen Weinlagen entlang der Saale.

Fotoausstellung in Kooperation mit dem FOTO-Klub JENA´78 e.V, Klaus Enkelmann, Unifok Jena e.V. und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (in Klärung)

Rokokoschloss (Untergeschoss) + Stadtkirche St. Jacobi | Vernissage: 18. Mai | 15 Uhr (in Klärung)

Dieser Beitrag ist eine Meldung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

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Der „Blüm-Abschlag“ 1991: Pharma-Preise und die Ökonomie der Einheit

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: „Was sie in Frankreich, Spanien kann, das muss sie auch in Deutschland können.“ Teaser: Mit diesem Satz setzte Arbeitsminister Norbert Blüm im Winter 1990 die westdeutsche Pharmaindustrie unter Druck. Die Situation war paradox: Die politische Einheit war vollzogen, doch die ökonomische Realität im Gesundheitswesen klaffte weit auseinander. Während ostdeutsche Arbeitnehmer noch Löhne von etwa 40 Prozent des Westniveaus bezogen, sollten ihre Krankenkassen bereits die vollen westdeutschen Preise für Medikamente zahlen. Das System drohte zu kollabieren, bevor es richtig begonnen hatte. Blüms Antwort war der sogenannte „Blüm-Abschlag“ – eine Forderung nach 55 Prozent Preisnachlass für Arzneimittel in den neuen Bundesländern. Er argumentierte nicht nur mit moralischer Solidarität, sondern nutzte geschickt den europäischen Vergleich. Wenn Konzerne in Südeuropa günstiger verkaufen konnten, warum dann nicht auch im wirtschaftlich schwächeren Osten Deutschlands? Es folgte ein Machtkampf mit Boykottdrohungen und harten Verhandlungen, der zeigte, wie fragil die Balance zwischen Marktprinzipien und sozialer Notwendigkeit in der Transformationszeit war. Diese Episode erzählt viel darüber, wie die Kosten der Einheit verteilt wurden und welche Kompromisse nötig waren, um das System zu stabilisieren. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Westliche Preise treffen auf ostdeutsche Löhne – das finanzielle Dilemma der Einheit 1990. Teaser: Um den sofortigen Bankrott der neu gegründeten Krankenkassen in den neuen Bundesländern zu verhindern, griff die Bundesregierung 1991 zu einem drastischen Mittel: Sie verordnete der Pharmaindustrie per Gesetz einen Zwangsrabatt von bis zu 55 Prozent für den Ost-Markt. Arbeitsminister Norbert Blüm begründete dies mit der Diskrepanz zwischen den Einnahmen der Ost-Kassen und den Preisen westlicher Medikamente. Er verwies dabei explizit auf die Preisgestaltung im europäischen Ausland, wo deutsche Medikamente oft deutlich günstiger waren als im Mutterland. Der „Blüm-Abschlag“ blieb bis Ende 1993 in Kraft und gilt als eines der deutlichsten Beispiele für staatlichen Interventionismus in der Nachwendezeit, um die soziale Symmetrie zu wahren. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Solidarität per Gesetzblatt. Teaser: Der „Blüm-Abschlag“ zwang die Pharmaindustrie ab 1991, ihre Preise in Ostdeutschland an die dortige Kaufkraft anzupassen. Die simple Formel lautete: Wo die Löhne nur halb so hoch sind, dürfen die Pillen nicht das Doppelte kosten. Ein früher Konflikt der Einheit, der zeigte, dass Marktpreise durchaus verhandelbar sind, wenn der politische Druck groß genug ist. QUELLE Neue Zeit, Mo. 31.12.1990; Archivmaterial Bundestag & BVerfG (1990/1991)