Der genossenschaftliche Weg: DDR-Landwirtschaft und sozialistische Kooperation (1985)

Das Video „Unser genossenschaftlicher Weg“ aus der DDR von 1985 beleuchtet den Aufbau und die Organisation der Landwirtschaft in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und beschreibt die Fortschritte, die durch die sozialistische Kooperation in der Landwirtschaft erreicht wurden. Die DDR war ein dicht besiedeltes Land in Mitteleuropa mit einer Fläche von etwa 110.000 Quadratkilometern. Rund 60 % des Territoriums wurde landwirtschaftlich genutzt, wobei das Land mit begrenzten Flächen für die Versorgung der Bevölkerung und Industrie intensiv bewirtschaftet werden musste.

In der DDR war etwa jeder zwölfte Bürger in der Landwirtschaft tätig, hauptsächlich in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) und volkseigenen Gütern (VEG). Die Zielsetzung der Landwirtschaft bestand darin, die Eigenversorgung des Landes zu gewährleisten und eine stabile und effektive Produktion aufzubauen. Ein wesentlicher Aspekt der DDR-Landwirtschaft war die starke Vernetzung zwischen den Bauern und der übrigen Volkswirtschaft. Arbeiter, Bauern und alle gesellschaftlichen Schichten der DDR-Bevölkerung arbeiteten zusammen, um den Wohlstand des Landes zu sichern.

Die Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Produktion erfolgte durch sozialistische Intensivierung, die in enger Abstimmung mit der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) und deren agrarpolitischen Vorgaben vorangetrieben wurde. Diese Politik förderte die Kooperation zwischen den LPGs und VEGs, um die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Gemeinsam mit der „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“ und agrochemischen Zentren, die als spezialisierte Einrichtungen für Melioration und Pflanzenschutz dienten, wurde die Fruchtbarkeit der Böden stetig erhöht und durch den Einsatz moderner Technik weiter gesteigert. Neue Formen der Zusammenarbeit, wie etwa die Konzentration landwirtschaftlicher Kapazitäten, führten zu effizienteren Produktionsmethoden.

Die Mechanisierung und Technisierung spielten eine zentrale Rolle in der DDR-Landwirtschaft. Die Einführung moderner Landmaschinen, vor allem aus der Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern, ermöglichte eine höhere Produktivität. Die Arbeit in den kooperativen Pflanzenproduktionsabteilungen war so organisiert, dass die Feldarbeit für mehrere Betriebe zentral durchgeführt wurde. Dadurch konnten Ressourcen besser genutzt und die Erträge gesteigert werden. Auch in der Viehwirtschaft gab es bedeutende Fortschritte. Mit der Einführung des sogenannten „Leninschen Genossenschaftsplans“ erlernten die Bäuerinnen und Bauern das genossenschaftliche Wirtschaften.

Der achte Parteitag der SED im Jahr 1971 markierte einen Wendepunkt für die Landwirtschaft der DDR. Die Politik der „Hauptaufgabe“ stellte die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik in den Mittelpunkt und setzte auf eine dynamische Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft. Ein zentraler Punkt war die Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts, um die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern. Das Ziel war es, die Arbeitsproduktivität systematisch zu erhöhen und schrittweise auf industrielle Produktionsmethoden umzustellen.

Die DDR verfolgte dabei zwei Hauptziele: Zum einen sollte die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln stabilisiert und verbessert werden, zum anderen sollten die Lebensbedingungen auf dem Land den urbanen Verhältnissen angeglichen werden. Dieser Prozess führte zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden in der Landwirtschaft konsequent angewendet, um etwa durch neue Pflanzensorten und optimierte Meliorationsmaßnahmen die Erträge zu erhöhen.

In den 70er Jahren kam es zu einer verstärkten Arbeitsteilung und Kooperation zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben. Die LPGs und VEGs arbeiteten in immer engerer Abstimmung miteinander und teilten sich Produktionskapazitäten. In vielen Regionen entstanden kooperative Produktionsanlagen für Viehzucht und Feldwirtschaft, die die Effizienz weiter steigerten. Insbesondere in der Pflanzenproduktion konnten durch die Kooperation große Fortschritte erzielt werden, etwa durch die gemeinsamen Investitionen in landwirtschaftliche Maschinen und Infrastrukturen.

Die Kooperationen erstreckten sich auch auf soziale und kulturelle Bereiche. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden wurden die Lebensbedingungen in den Dörfern deutlich verbessert. Die Infrastruktur der Dörfer, darunter soziale und medizinische Einrichtungen, wurde modernisiert und den städtischen Verhältnissen angeglichen. Durch die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dem Land konnte die Abwanderung in die Städte verhindert werden, und die ländlichen Gemeinschaften blühten auf.

Frauen spielten in der DDR-Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sie waren in die genossenschaftliche Arbeit integriert und konnten leitende Positionen einnehmen. Die Gleichstellung der Frau im gesellschaftlichen Leben war in der DDR ein wichtiger Aspekt, und Mütter wurden durch besondere Maßnahmen gefördert. Darüber hinaus ermöglichte die sozialistische Gesellschaft den Bauern individuelle Freiheiten wie den Besitz eines eigenen Heims, die Haltung von Tieren und die Pflege von Gärten.

Abschließend betont das Video den Beitrag der sozialistischen Landwirtschaft zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und zur Stärkung der DDR als sozialistischer Staat. Der Boden wurde als der größte Reichtum der Bauern angesehen, und die verantwortungsvolle Pflege des Bodens wurde als wesentlicher Beitrag zur Stabilität und zum Wohlstand des Landes hervorgehoben.

Schokoladentradition in Dresden zwischen VEB Elbflorenz und Neuanfang

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn Werner Mühle von früher erzählt, kann er die Temperatur der Schokolade noch immer an der Oberlippe spüren. Teaser: Fast vierzig Jahre lang stand er in den Hallen des VEB Elbflorenz, erst als Lehrling, später als Obermeister. Seine Biografie ist typisch für eine Generation, die ihre Bestätigung nicht im politischen System, sondern in der Qualität ihrer Hände Arbeit fand. Sie produzierten Pralinen für den Export, "Weltniveau" nannten sie das, während die eigene Bevölkerung oft mit einem eingeschränkten Sortiment vorliebnehmen musste. Der Stolz auf das geleistete Handwerk war echt, unabhängig von den Mängeln der Planwirtschaft. Dann kam das Jahr 1990. Über Nacht stornierten die Händler die Verträge, die Produktion stand still, die Maschinen verstummten. Für Mühle und seine Kollegen bedeutete das nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern den Verlust eines sozialen Gefüges, das über Jahrzehnte gewachsen war. Dass heute wieder alte DDR-Maschinen in Dresden laufen, diesmal in kleinen Manufakturen, ist eine späte Pointe der Geschichte. Der Geruch von gerösteten Kakaobohnen zieht wieder durch die Stadt, anders als früher, aber die Erinnerung an die alten Werkhallen bleibt bestehen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Dresden war einst die Schokoladenhauptstadt Deutschlands, bevor Enteignung und Planwirtschaft die Strukturen veränderten. Teaser: Die Geschichte der Dresdner Süßwarenindustrie ist ein Lehrstück über den industriellen Wandel in Ostdeutschland. Nach der Verstaatlichungswelle 1972 verschwanden traditionsreiche Familienunternehmen im VEB Elbflorenz. Was folgte, war eine Zeit der Widersprüche: Einerseits technischer Erfindergeist und hochwertige Exportware, andererseits Rohstoffknappheit und "Bückware" für den Binnenmarkt. Der radikale Bruch erfolgte 1990. Anders als in anderen Branchen, die sich langsam transformierten, traf die Marktwirtschaft die ostdeutsche Schokoladenindustrie mit voller Härte. Die Insolvenz des VEB Elbflorenz steht exemplarisch für die Deindustrialisierung der frühen 90er Jahre. Dass Marken wie Nudossi heute wieder erfolgreich sind, war damals nicht absehbar und ist eher dem Eigensinn einzelner Unternehmer zu verdanken als politischer Planung. Die alten Rezepturen haben überlebt, die industriellen Großstrukturen von einst sind jedoch Geschichte. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet die alten Maschinen des VEB Nagema heute wieder begehrt sind. Teaser: Jahrzehntelang galten die massiven DDR-Anlagen als veraltet, laut und ineffizient im Vergleich zur westlichen Hochtechnologie. Doch in der Nische zeigt sich ein anderes Bild. Die Langlebigkeit und die spezifische Art, wie diese Walzwerke die Schokoladenmasse verarbeiten, werden heute von Manufakturen wieder geschätzt. Es wirft ein interessantes Licht auf das industrielle Erbe der DDR: Was wurde zu schnell verschrottet? Die Wertschätzung für die technische Substanz kommt spät, oft erst, nachdem die ursprünglichen Betriebe längst abgewickelt wurden. Die Qualität war da, sie konnte sich unter den Bedingungen der Mangelwirtschaft und des abrupten Systemwechsels nur schwer behaupten. Vielleicht liegt in dieser späten Rückbesinnung auf die Technik eine Art Versöhnung mit der eigenen Industriegeschichte.