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Gorch Fock 1 kehrt nach Generalüberholung in den Stralsunder Hafen zurück

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Nach einem knappen Jahr in der Werft ist die generalüberholte Gorch Fock I am 19.5.2024 wieder an ihren angestammten Liegeplatz im ebenfalls komplett sanierten und teilweise umgebauten Stralsunder Hafen zurück gekehrt und kann dort wieder besichtigt werden.

Die Gorch Fock 1 ist ein historisches Segelschulschiff, das eine bedeutende Rolle in der deutschen Marinegeschichte spielt. Benannt nach dem deutschen Schriftsteller Johann Wilhelm Kinau, bekannt unter dem Pseudonym Gorch Fock, wurde das Schiff 1933 in Dienst gestellt und diente der deutschen Marine als Schulschiff.

Geschichte und Bau
Die Gorch Fock 1 wurde am 2. Dezember 1933 bei den Blohm & Voss-Werften in Hamburg vom Stapel gelassen. Sie wurde als Segelschulschiff für die Ausbildung von Offizieren und Mannschaften der Reichsmarine gebaut und war nach modernsten Standards ihrer Zeit ausgestattet. Das Schiff ist ein Bark, was bedeutet, dass es drei Masten hat, von denen die vorderen beiden Rahsegel und der hintere Schratsegel führen.

Technische Daten
Typ: Bark
Länge: 82,1 Meter
Breite: 12 Meter
Tiefgang: 5,2 Meter
Segelfläche: ca. 1.950 Quadratmeter
Besatzung: etwa 70 feste Crewmitglieder plus 200 Kadetten

Einsatzzeit
Während ihrer Dienstzeit in der Reichsmarine und später in der Kriegsmarine bildete die Gorch Fock 1 viele junge Seeleute aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schiff in Stralsund stationiert und zeitweise als stationäres Schulschiff genutzt.

Nachkriegszeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gorch Fock 1 als Kriegsbeute an die Sowjetunion übergeben und in Tovarishch umbenannt. Unter sowjetischer Flagge setzte das Schiff seine Aufgabe als Schulschiff fort. Es nahm an verschiedenen internationalen Segelwettbewerben und Veranstaltungen teil und blieb bis in die 1990er Jahre im Einsatz.

Rückkehr nach Deutschland
In den 1990er Jahren kehrte das Schiff nach Deutschland zurück. 1995 wurde die Gorch Fock 1 in einem desolaten Zustand nach Stralsund überführt. Dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten und dem Engagement zahlreicher Enthusiasten und Organisationen wurde das Schiff wieder instand gesetzt. Heute liegt die Gorch Fock 1 als Museumsschiff im Stralsunder Hafen und ist Teil des Deutschen Meeresmuseums.

Heutige Bedeutung
Die Gorch Fock 1 dient heute als schwimmendes Museum und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher können das Schiff besichtigen und sich über seine Geschichte und die Geschichte der Segelschulschiffe informieren. Es bietet einen faszinierenden Einblick in die maritime Geschichte und die Seefahrtausbildung des 20. Jahrhunderts.

Zusammenfassung
Die Gorch Fock 1 ist ein bedeutendes historisches Schiff, das sowohl in der deutschen Marinegeschichte als auch international eine wichtige Rolle spielte. Ihre wechselvolle Geschichte spiegelt die politischen und militärischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts wider. Heute als Museumsschiff erhalten, bleibt die Gorch Fock 1 ein beeindruckendes Denkmal der Seefahrtsgeschichte und ein Symbol für maritime Traditionen.

Ein grünes Juwel erwacht: Der Bürgergarten im Münzviertel in Annaberg-Buchholz

Annaberg-Buchholz. Ein neues Kapitel der Geschichte im Historischen Münzviertel wird mit der Entstehung des „Bürgergartens“ aufgeschlagen. Neben der Buchholzer Straße 36, zwischen den charmanten Gemäuern, entfaltet sich nun bald eine Oase der Ruhe und Erholung für Bewohner und Besucher gleichermaßen.

Lange Zeit gezeichnet von Verfall und Leerstand, erlebt das westliche Altstadtviertel dank eines umfassenden Revitalisierungsprojekts eine Art Renaissance. Durch tatkräftige Unterstützung aus Städtebaufördermittel – bereitgestellt von Bund, Land und Stadt – erstrahlt das Viertel in neuem Glanz.

Die Restaurierung der öffentlichen Infrastruktur, einschließlich Straßen, Plätze und der historischen Stadtmauer, durch die Stadtverwaltung bildete dabei das Fundament. Zugleich haben private Eigentümer bedeutende, oft denkmalgeschützte Gebäude liebevoll saniert und wiederbelebt.

Als Krönung dieses Wiedererwachens wird der neue Bürgergarten als grüne Oase, zum Verweilen und Entspannen einladen. Noch ist das Gelände gesperrt, der Rasen erst frisch eingesät, die Obstbäume jüngst gepflanzt, Blumenbeete ertüchtigt und die Anlage mit Bänken verschönert, welche auf Einwohner und Gäste warten. Zukünftig finden hier Anwohner und Besucher gleichermaßen Erholung vom Trubel und Alltag.

Über eine Treppenanlage durch das Stufenpförtlein oder entlang der Stadtmauer gelangt man in diese Idylle, umgeben von der historischen Stadtmauer und dem Flüstern vergangener Zeiten.

Der Bürgergarten, finanziert aus Mitteln der Städtebauförderung und der Stiftung „Lebendige Stadt“, ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit und wurde durch den Gewinn des Wettbewerbs „Aus Grau mach Grün auf Straßen und Plätzen“ weiter gefördert.

Die Kosten für dieses grüne Juwel belaufen sich auf insgesamt 90.000 €. Wobei 30.000 € aus der Bundeswettbewerbsprämie einfließen konnten.

In die beeindruckende Restaurierung der Stadtmauer wurden allein 275.000 € investiert sowie weitere 200.000 € flossen in die Gestaltung der Mauern entlang des Promenadenweges. Auch hier halfen Städtebaufördermittel von Bund und Land, um den Eigenanteil der Stadt bei der Umsetzung der Baumaßnahmen zu reduzieren.

Ein besonderer Moment war der Besuch von Stiftungsmitglied Wolfgang Kopitzsch, Polizeipräsident a.D. der Stadt Hamburg, im April 2024, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Rolf Schmidt und Sachgebietsleiterin für Stadtplanung/Stadtsanierung, Dagmar König, die bisherigen Ergebnisse begutachten konnte.

Die Absperrung wird noch eine Zeit bestehen bleiben, da auf den Kuss der warmen Sonne, aber auch auf den erfrischenden Regen gewartet wird, damit die Pflanzen gedeihen und den Bürgergarten in voller Pracht erblühen kann. Sobald das Gelände für die Nutzung freigegeben wird, informieren wir auf den bekannten städtischen Kanälen und über die Presse dazu.

Warum finden in den Ilmenauer Wäldern gerade massive Forstarbeiten statt?

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Herr Dargel, derzeit finden massive Fällarbeiten in den Wäldern rund um Ilmenau statt. Was ist der Grund für den enormen Holzeinschlag?

Der Grund dafür ist eine nie dagewesene Massenvermehrung des Borkenkäfers, die wir als Kalamität bezeichnen. Ursache dieser Massenvermehrung ist Klimawandel. Forscher haben festgestellt, dass sich die Temperatur in Thüringen im Vergleich zu Vorindustriezeiten um durchschnittlich 1,7 Grad Celsius erhöht hat. Unverkennbares Indiz dafür sind die vergangenen vier extrem warmen Sommer. Das begünstigt die Massenvermehrung der Borkenkäfer, von denen der große Buchdrucker der Hauptschädling ist. Je länger ein Jahr günstige Bedingungen bietet, umso mehr Generationen bilden sich. Das verdeutlicht der Blick auf die Grafik. Hatten wir in den Hochlagen in den Jahren zuvor eine bis maximal zwei Generationen nacheinander, waren es in den zurückliegenden Jahren teilweise bis zu drei Generationen die sich entwickelt haben.

Wie breitet sich der Borkenkäfer aus?

Ab 17 Grad Celsius werden die Schädlinge, welche unter der Borke bzw. im Boden überwintert haben, aktiv und fliegen aus, um sich neue Bäume als Brutstätte zu suchen. Aufgrund der Trockenheit und des hohen Befallsdruckes kann nicht genug Harz zur Gegenwehr gebildet werden. Ein Käfer bohrt sich in die Rinde ein und legt eine so genannte „Rammelkammer“ an. Danach sendet er Pheromone zur Anlockung seiner Artgenossen aus. Nach der Paarung legen die Weibchen Eier entlang eines Muttergangs ab. Nach Larvenfraß und Verpuppung schlüpfen die Jungtiere. Larven und Jungkäfer fressen sich zwischen Borke und Splintholz durch den so genannten Bast. Sie durchtrennen dabei die Leitungsbahnen, die die Baumwurzeln mit lebenswichtiger, in den Nadeln gebildeter Nahrung versorgen. Bei starkem Befall wird auch der Wassertransport in die Kronen so stark gestört, dass der Baum abstirbt. Selbst dabei ist im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren eine Veränderung festzustellen: Früher waren meist Fichten ab einem Alter von 40 Jahren betroffen. Doch inzwischen befällt der Buchdrucker auch schon jüngere Bäume. Unsere Förster müssen jeden Verdachtsbaum inspizieren. Ein Indiz für den Befall ist feines braunes Bohrmehl, das am Stamm herunterrieselt und wie Kaffeesatz aussieht und vermehrter Harzfluss. Das sieht man meist nicht vom Weg aus. Andere Befallskennzeichen, wie z. B. eine rötliche Verfärbung der Kronen, werden erst viel später sichtbar. Der Laie vermutet, dass vermeintlich gesunde, grüne Bäume gefällt werden – was aber nicht der Fall ist!

Kann sich ein Baum erholen, zum Beispiel nach längeren Regenphasen wie in diesem Frühjahr?

Nein. Die vergangenen trockenen Sommer schädigten das Feinwurzelsystem der Bäume, wodurch die Wasseraufnahme nachhaltig gestört wurde. Das bildet sich nicht nach, nur wenn mal ein feuchtes Jahr dazwischen liegt. Die Bäume bilden überdies eine Lebensgemeinschaft mit Pilzen. Bis sich so eine Gemeinschaft formt, vergeht Zeit, das ist nicht kurzfristig reparierbar.

Wenn ein Baum befallen ist, wie schnell muss dann reagiert werden?

Man hat dann in der Regel zwischen vier und sechs Wochen Zeit, befallene Bäume zu fällen und schnellstmöglich abzutransportieren, bevor die erste Folgegeneration wieder ausfliegt und neue Bäume befällt. Die massive Ausbreitung können wir leider nicht mehr verhindern.

Warum ist es notwendig, so großflächig zu fällen? Können einzelne Bäume nicht stehengelassen werden? 

Befallene Bäume stehen zu lassen, ist keine Option. Das wäre eine absolute Gefahr für die Waldbesucher, denn man kann nicht einschätzen, wie lange ein geschädigter Baum noch steht. Hinzu kommt, dass unkontrolliert umgestürzte Bäume Wege versperren würden. Wir entfernen Bäume im Umkreis von 50 bis 60 Metern um eine Schadstelle herum. In dieser Zone sind schon wieder die nächsten Bäume befallen. Ein Käferbaum fällt in der Regel über kurz oder lang aus. Eine Selbstheilung gibt es nicht.

Welche Baumarten sind am häufigsten betroffen?

Die Fichte ist am häufigsten betroffen. Hier müssen wir leider eine 100-prozentige Ausfallquote feststellen. Das stellt Waldbesitzer vor große Probleme, denn diese Baumart stellte in der Vergangenheit die Haupteinnahmequelle dar.

Um zukünftig vor solchen Schadereignissen gefeit zu sein, ist der Waldumbau in aller Munde. Ist es dafür nicht zu spät?

Das Thema Waldumbau ist in Thüringen nicht neu, im Gegenteil! Nach verheerender Orkan- und Borkenkäferkalamität in den Nachkriegsjahren wurde auf den Schadflächen mit Fichte wiederaufgeforstet. Schäden durch Sturm, Schneedruck und Borkenkäfer häuften sich in Folge. Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es das klassische Kahlschlagsystem: Flächen sollten bis zur Hiebreife hochwachsen, dann wurden sie kahlgeschlagen und wieder gepflanzt. Mit der politischen Wende kam auch die waldbauliche Wende. Der ökologisch orientierte, naturnahe Waldbau ist seit 1993 im Thüringer Waldgesetz verankert. Seit 90-er Jahren wurden weder im Staatswald noch im Stadtwald Kahlflächen geschaffen. Bereits seit den 90-er Jahren wurde angefangen, auf eingezäunten Flächen Buchen und Tannen zu pflanzen. Andernorts haben wir auf eine natürliche Verjüngung gesetzt und mit sanften Eingriffen für mehr Licht gesorgt. Das Waldbild hat sich in den letzten Jahren schon massiv gewandelt. Die Bewirtschaftung hat für mehr Struktur in den Wäldern gesorgt. Selbst Eichen haben sich verjüngt. Wenn man zurückblickt, waren die Wälder früher viel dunkler. Die natürliche Verjüngung hat nur eine Chance, wenn genug Licht vorhanden ist. Unter den Waldbesitzern gab es immer Konsens, dass wir einen Wald für die Zukunft brauchen.

Die Fichte wird also dauerhaft aus den Thüringer Wäldern verschwinden?

Ja, zumindest in den mittleren Lagen. Man kann nur für eine gewisse Zeit in die Zukunft blicken. Wir müssen mehr natürliche Entwicklung zuzulassen, weil wir nicht alles steuern können. Was sich jetzt verjüngt, hat als nächste Generation bessere Chancen zu bestehen. Dabei war bislang der Niederschlag nie der begrenzende Faktor, sondern eher die Temperatur. Seit 2018 haben wir nun aber festgestellt, dass die Trockenheit zum limitierenden Faktor wurde. Fichten konnten sich darauf nicht einstellen. Fichten hatten bisher hier nie Wassermangel, und daraus folgt: Wenn man sich nie auf Wassermangel einstellen musste, fehlt der Anpassungsprozess bestehender Gewächse. Pflanzen, die jetzt wachsen, passen sich hingegen besser an, stellen sich auf Wassermangel ein. Wie viele Fichten sich zumindest in den Hochlagen am Rennsteig halten werden, wird sich zeigen.

Warum bleiben Äste und Reisig der gefällten Bäume auf dem Waldboden liegen und werden nicht beräumt?

Im Wald verbleibende Biomasse hat einen deutlichen Mehrwert als Kohlenstoffspeicher, zur Humusanreicherung, als Schutz für die vorhandene oder die zu erwartende natürliche Verjüngung auf den Schadflächen. Eine Gefährdung für den Forstschutz ist demgegenüber minimal.

Werden die tiefen Fahrspuren der Forsttechnik wieder beseitigt?

Maschinenwege werden mittels Technik wieder glattgezogen. Dies dient an Hängen der Verhinderung von Bodenerosion und verbessert die Nachfolgenutzung für Holzerntemaßnahmen. Reine Rückegassen verbleiben in der Regel im vorhandenen Zustand.

Werden die zerstörten Waldwege wieder repariert?

Die Waldeigentümer haben ihre Forstwege als Investition selbst gebaut und sind daher an deren Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung zu allererst selbst interessiert. Während der Buchdruckerkalamität wird vielerorts jedoch nur eine notdürftige Wiederherstellung möglich sein, da diese Wege in den nächsten Jahren immer wieder für Holzeinschlag und Holztransport benötigt werden.

Wer kommt für die Beseitigung der Schäden an Waldwegen auf?

In der Regel kommt der Eigentümer für die Beseitigung der Schäden auf. Auf der Grundlage verschiedener Förderprogramme des Landes, des Bundes und der EU werden spezielle Maßnahmen bezuschusst. Für die Inanspruchnahme dieser Fördermittel gibt es strenge Vorgaben, die von verschiedenen Institutionen kontrolliert werden.

Welches Konzept zur Schädlingsbekämpfung gibt es?

Eine Schädlingsbekämpfung durch den Einsatz von Insektiziden, etwa durch das Ausbringen in stehenden Beständen, ist nicht zugelassen. Eine Bekämpfung des Buchdruckers kann nur durch eine schnelle Sanierung der befallenen Bestände erfolgen. Darunter versteht man das Einschlagen, Rücken und Poltern des befallenen Holzes sowie eine möglichst schnelle Abfuhr des verkauften Holzes.

Wohin aber geht das ganze eingeschlagene Holz? Gibt es nicht Möglichkeiten, Material einzulagern?

In Thüringen ist viel investiert worden in Großsägewerke. Kleinere Sägewerke, die regional arbeiten, haben nach und nach den Betrieb eingestellt. Früher hatten wir noch Abnehmer in Gräfenroda, oder in Suhl. Doch jetzt sind Holzkäufer in großen Unternehmen konzentriert. Wenn durch ein Schadenereignis wie aktuell viel Holz anfällt, sind die Sägewerke nicht mehr in der Lage, alles zeitnah abzunehmen. Dann ist der asiatische Markt ein Ventil, um das Holz gewinnbringend zu verkaufen. Holz ist kein Werkstoff, den man über mehrere Jahre lagern kann. Es beginnt zu reißen, verliert an Qualität.

Wenn so viel Holz aus Thüringens Wäldern geholt wird, woher beziehen wir in Zukunft unser Bauholz?

Die Sägewerke und die holzverarbeitende Industrie werden sich auf die veränderte Situation einstellen. Es gibt inzwischen verschiedene Möglichkeiten, Holz zu verarbeiten. Sicher wird die traditionelle Bauweise mit Balken aus Massivholz zurückgehen. Aber es wird auch in Zukunft so sein, dass Holz ein wichtiger Baustoff bleibt. Den Prognosen zufolge wird eine Zeitlang viel schwaches Holz ankommen, was auch schwieriger zu vermarkten ist. Es wird durchaus 30 Jahre dauern, bis in Teilen des Waldes wieder etwas Verwertbares wächst. Und wir wissen heute noch nicht, welche Baumart sich einmal bewähren wird.

Wie lange wird die aktuelle Situation noch andauern?

Wir rechnen mit drei bis fünf Jahren. Dann können wir sagen, wieviel Fichtenvorrat tatsächlich verloren gegangen ist. Alles, was jetzt älter als 40 Jahre ist, wird voraussichtlich bis dahin verschwinden. Thüringen ist da keine Ausnahme in Deutschland. Wir sind ein bisschen später dran – aber der Weg war vorgezeichnet. Unsere Herausforderung ist, dass wir das meistern müssen. Wenn wir diese Katastrophe hinter uns haben, müssen wir uns Gedanken machen, was danach werden soll. Wir versuchen schon jetzt, in die Zukunft zu schauen und Perspektiven zu entwickeln, auch wenn es schwerfällt. An der Situation derzeit kann man nichts mehr ändern, da müssen wir durch. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Waldbesitzer, sondern für die ganze Gesellschaft.

Ein Gespräch mit Forstamtsleiter Hagen Dargel

Der Südharzer Dampflok Steig für Eisenbahn- und Dampflok-Enthusiasten

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Der Südharzer Dampflok-Steig ist ein thematischer Wanderweg im Harz, der speziell für Eisenbahn- und Dampflok-Enthusiasten konzipiert wurde. Dieser einzigartige Wanderweg verbindet die Freude am Wandern durch die malerische Landschaft des Südharzes mit der Faszination für historische Dampflokomotiven und Eisenbahngeschichte.

Verlauf und Etappen
Der Südharzer Dampflok-Steig erstreckt sich über mehrere Etappen und führt durch die reizvolle Landschaft des Südharzes. Der Weg verbindet verschiedene historische und aktive Eisenbahnstrecken und bietet Wanderern die Möglichkeit, hautnah die dampfenden Lokomotiven der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) zu erleben.

Hauptattraktionen
Harzer Schmalspurbahnen (HSB): Ein Highlight des Dampflok-Steigs sind die Fahrten mit den historischen Dampflokomotiven der HSB, die durch die Region führen. Die HSB betreibt das größte zusammenhängende Schmalspurbahn-Netz in Deutschland und bietet regelmäßig Dampflokfahrten an.

Highlights: Fahrt mit der Harzer Schmalpurbahn | Rabensteiner Stollen | zahlreiche Aussichten (Drei-Täler-Blick, Falkenstein, Poppenbergturm, Bielsteine) | Burgruine Hohnstein | Holzdampflok Neustadt | Flehmüllers Eiche

Bahnhöfe und Haltepunkte: Entlang des Weges gibt es zahlreiche historische Bahnhöfe und Haltepunkte, die einen Einblick in die Eisenbahngeschichte der Region bieten. Dazu gehören unter anderem die Bahnhöfe in Wernigerode, Drei Annen Hohne und der Brockenbahnhof.

Museen und Ausstellungen: Verschiedene Museen entlang des Steigs, wie das Bahnmuseum in Wernigerode oder das Eisenbahnmuseum in Benneckenstein, bieten interessante Ausstellungen und Informationen zur Geschichte der Dampflokomotiven und der Harzer Schmalspurbahnen.

Natur und Landschaft
Der Südharzer Dampflok-Steig führt durch die abwechslungsreiche und malerische Landschaft des Südharzes. Wanderer können dichte Wälder, offene Wiesen und beeindruckende Bergpanoramen genießen. Besonders reizvoll sind die Streckenabschnitte, die parallel zu den Schmalspurbahnen verlaufen, wo man die Dampfloks in Aktion erleben kann.

Erlebnisse und Aktivitäten
Der Steig bietet zahlreiche Möglichkeiten für Erlebnisse und Aktivitäten:

Wanderungen und Spaziergänge: Der Steig ist ideal für Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Es gibt gut markierte Wege, die sowohl für kurze Spaziergänge als auch für längere Wanderungen geeignet sind.

Dampflokfahrten: Ein besonderes Erlebnis sind die Fahrten mit den historischen Dampflokomotiven, die entlang des Steigs angeboten werden. Diese Fahrten bieten nicht nur nostalgischen Charme, sondern auch spektakuläre Ausblicke auf die Harzer Landschaft.

Veranstaltungen und Führungen: Entlang des Steigs finden regelmäßig Veranstaltungen und geführte Touren statt, bei denen Experten interessante Geschichten und Hintergründe zur Eisenbahngeschichte und zur Region erzählen.

Was macht den Weg so einzigartig?

Es ist die Kombination aus Natur und Kultur, die den Weg zu dem macht, was er ist. Als ich, Christian Schelauske, den Weg im Jahr 2018 geplant habe, wollte ich, dass es ein Weg wird, der die wichtigsten Dinge im Thüringer Südharz miteinander verbindet. Er sollte die Wanderregion wieder zum Leben erwecken, den Menschen Spaß am Wandern vermitteln, abwechslungsreich und gleichzeitig fokussiert sein. Ich denke dies ist uns bisher sehr gut gelungen. Vor allem die Menschen in der Region sind begeistert von der Wegeführung und entdecken die Region ganz neu.

Der Lausitzer Musiksommer – Dimensionen der Musik an interessanten Orte

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Bautzen. Der Lausitzer Musiksommer feiert 2024 sein 30-jährige Bestehen und das ist ein Grund, die Musik und die Landschaft, der das Musikfest gewidmet ist, zu feiern. Konzerte in großer und kleiner Form mit opulent ausholenden, klein pointierten, unterhaltsamen, nachdenklich machenden und erschütternden Werken. Kurz, es sind alle Dimensionen der Musik, die in traditioneller, experimenteller und geradezu elementarer Form im Jubiläum zur Aufführung kommen. Und es sind eine Reihe bedeutender und interessanter Orte in der Oberlausitz, die Gastgeber des Musikfestes in seinem 30. Jahr sind.

»Dimensionen / Rozměr« – 2. bis 18. August 2024

Mit 12 Veranstaltungen in 7 Orten wird der Lausitzer Musiksommer im August 2024 zu erleben sein. Auch hierbei klingen Jubiläen an. Gemeinsam mit dem Lausitzer Musiksommer feiert das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft in Wartha das 30-jährige Bestehen. Seit 100 Jahren erfrischt die Pichobaude Gäste auf dem Großen Picho und der Musiksommer lädt zur Feier dessen ein, auch um hierbei ein Zusammenspiel mit Tautewalde zu verwirklichen, wo 650 Jahre Ersterwähnung gefeiert werden! Künstlerische und kulturelle Besonderheiten in Bautzen, Neschwitz, Crostau und Görlitz werden ebenso musikalisch betont, wie das Naturerlebnis in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, die Geologie in Kamenz und der Wald im Lausitzer Bergland zu erleben sind. Nehmen Sie das abwechslungsreiche Programm mit seiner musikalischen Breite wahr und erleben Sie die Lausitz in der Vielfalt ihrer Reize.

Mit seinen 30 Jahren hat der Lausitzer Musiksommer schon eine Tradition geprägt; mit über 260 Veranstaltungen in 40 Orte mit über 60 Spielstätten in der Lausitz in Tschechien und Polen war er präsent. Zwölf Auftragskompositionen wurden geschaffen und uraufgeführt. Eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge, Führung und Publikationen wurden verwirklicht. So wie sich der Klang in der Musik über die Zeit entwickelt, klingt im Jubiläum schon eine neue Zeit für den Lausitzer Musiksommer an. Bleiben Sie auch in Zukunft der Musik treu und dem Lausitzer Musiksommer gewogen.

 

Das Biosphärenreservat Rhön ist das Land der offenen Fernen

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Das Biosphärenreservat Rhön ist ein großes, grenzüberschreitendes Schutzgebiet in Deutschland, das sich über die Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen erstreckt. Es gehört zu den UNESCO-Biosphärenreservaten und wurde 1991 von der UNESCO anerkannt. Ziel des Biosphärenreservats ist es, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur zu ermöglichen.

Geographie und Landschaft
Die Rhön, auch bekannt als das „Land der offenen Fernen“, ist ein Mittelgebirge, das sich durch seine abwechslungsreiche Landschaft auszeichnet. Es umfasst ausgedehnte Hochflächen, sanfte Hügel, steile Basaltkuppen, tiefe Täler und malerische Flusstäler. Die höchste Erhebung ist die Wasserkuppe in Hessen, die mit 950 Metern auch den höchsten Punkt des gesamten Biosphärenreservats markiert.

Flora und Fauna
Das Biosphärenreservat Rhön ist bekannt für seine große Artenvielfalt. Die Landschaften des Gebiets beherbergen zahlreiche seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Besonders charakteristisch sind die artenreichen Bergwiesen, die durch traditionelle, extensive Bewirtschaftung entstanden sind und eine Vielzahl von Pflanzenarten, wie Orchideen und Arnika, beherbergen. Wälder, Feuchtgebiete und Moore ergänzen die Vielfalt der Lebensräume.

Kulturlandschaft und Siedlungen
Die Rhön ist nicht nur ein Naturparadies, sondern auch eine Kulturlandschaft, die durch jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. Die Region ist bekannt für ihre idyllischen Dörfer, historischen Fachwerkhäuser und traditionellen Bauernhöfe. Landwirtschaft, insbesondere Weidewirtschaft und Obstbau, spielt nach wie vor eine wichtige Rolle in der Region.

Nachhaltige Entwicklung und Schutz
Ein zentrales Ziel des Biosphärenreservats Rhön ist die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Dies umfasst die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, die Förderung umweltfreundlicher Landwirtschaft und die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus. Bildungs- und Forschungsprojekte sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Biosphärenreservat. Diese Initiativen sollen das Bewusstsein für den Wert der Natur und die Bedeutung nachhaltigen Handelns stärken.

Tourismus und Erholung
Das Biosphärenreservat Rhön ist ein beliebtes Ziel für Naturfreunde und Erholungssuchende. Es bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren, Reiten und Wintersport. Beliebte Wanderwege wie der Hochrhöner führen durch beeindruckende Landschaften und bieten spektakuläre Ausblicke. Informationszentren, wie das „Haus der Schwarzen Berge“ oder das „Biosphärenzentrum Rhön“ in Thüringen, bieten Besuchern umfangreiche Informationen über die Natur und Kultur der Region.

Zusammenfassung
Das Biosphärenreservat Rhön ist ein herausragendes Beispiel für das Zusammenwirken von Mensch und Natur in einer Kulturlandschaft. Es vereint Naturschutz, nachhaltige Entwicklung und Erholung auf harmonische Weise und bietet sowohl Bewohnern als auch Besuchern die Möglichkeit, die einzigartige Schönheit und Vielfalt dieser Region zu erleben und zu bewahren.

Millionenschaden durch IBAN-Betrug bei Bestellung des Deutschlandtickets bei der DVB

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Dresden. Bei nahezu allen Verkehrsunternehmen in Deutschland hat es im Zusammenhang mit der Bestellung von Deutschlandtickets Fälle von IBAN-Betrug gegeben, auch bei uns, der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB). So wurden bei der Bestellung von Deutschlandtickets falsche oder gestohlene Kontodaten angegeben. Die Abbuchung schlägt dann entweder fehl oder belastet ein Konto, dessen Inhaber die Bestellung gar nicht ausgelöst hat.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe sind von etwa 15.000 Rückbuchungen betroffen, was einen wirtschaftlichen Schaden von rund 1,4 Millionen Euro bedeutet. Das ganze Ausmaß der gestohlenen Kontodaten ist schwer abzuschätzen, weil die Opfer den Betrug zunächst bemerken und dann das falsch abgebuchte Geld zurückfordern müssen.

Bitte überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge!

Die Betrügereien mit dem Deutschlandticket betreffen Verkehrsunternehmen in ganz Deutschland, es könnte jeden getroffen haben. Wir bitten Sie deshalb, Ihre Kontoauszüge auf unerklärliche Abbuchungen eines Deutschlandtickets durch die DVB AG zu prüfen und sich gegebenenfalls zu melden:

Telefon: 0351 857-1011
E-Mail: service@dvbag.de

Was die Dresdner Verkehrsbetriebe gegen die Betrugsmasche tun

Für einen unbürokratischen Zugang zum vergünstigen ÖPNV-Ticket wurde bei dessen Einführung auf langwierige Bonitätsprüfungen und Schufa-Auskünfte verzichtet. Diesen Umstand haben sich die Täter zunutze gemacht und Tickets mit gestohlenen SEPA-Daten gekauft. Nachdem es sich zunächst nur um Einzelfälle handelte, häufte sich zuletzt diese Betrugsmasche.

Um dem Missbrauch entgegenzuwirken, haben wir in Zusammenarbeit mit unseren Dienstleistern Gegenmaßnahmen ergriffen und die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, die Sicherheit und Integrität des Deutschlandtickets für alle ehrlichen Kunden zu gewährleisten. Daher kann das Deutschlandticket derzeit nur als Chipkarte bestellt werden, bis weitere Sicherheitsmaßnahmen greifen.

Weitere Details zu den eingeleiteten Schritten werden derzeit nicht veröffentlicht. Das würde die Effektivität der Sicherheitsvorkehrungen und die Arbeit der Ermittlungsbehörden beeinträchtigen.

Rhöner Hexenpfad als Deutschlands schönster Wanderweg nominiert – JETZT ABSTIMMEN!

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Traumhafte Aussichten, unberührte Landschaft und jede Menge zu entdecken: Der Naturerlebnispfad „Hexenpfad“ zählt als zertifizierter Wanderweg zweifelsohne zu den vielseitigsten Wanderrouten der Thüringischen Rhön. 2024 hat der familienfreundliche Rundweg nun beste Chancen, Deutschlands schönster Wanderweg zu werden. Eine Expertenjury wählte den Pfad in der Kategorie „Tagestouren“ unter die Top 15 der gesamten Bundesrepublik.

Der Hexenpfad beginnt am Schullandheim Fischbach/Kaltennordheim und verbindet die vulkanisch geformten Berge Kolben und Umpfen. Wer den Hexenpfad läuft, wird mehr zum Namensgeber erfahren – dem Tagfalter Chazara briseis, genannt Berghexe. Auf einer Strecke von rund 5,8 Kilometern vereint der Rundweg faszinierende Landschaften und malerische Aussichten in unberührter Natur mit Spiel und Spaß sowie erlebnis- und lehrreichen Begegnungen mit der Pflanzen- und Tierwelt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Verschiedene Stationen mit Informationstafeln sind spielerisch angelegt. Auch können Kinder zum Beispiel an einer Kletterstation oder einem Wasserspielplatz spielen und toben. Ein idyllischer Rastplatz unter alten Linden lädt zu einem Päuschen ein.

Highlights: Aussichtspunkte mit Hexenfigur sowie kleinen und großen Rätsel- und Infotafeln | Butzen (Baumhäuser mit Himmelsblick) | uralter Buchenwald | kleiner Wasserfall | Streuobstwiese | Kletterstation | Schullandheim mit Naturspielplatz und Lamas & Alpakas

JETZT ABSTIMMEN

Die endgültige Entscheidung, welcher Weg den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 2024“ erhält, trifft das Wanderpublikum. Die Abstimmung erfolgt online unter dem Link www.wandermagazin.de/wahlstudio und ist noch bis zum 30. Juni 2024 geöffnet.

Weitere Infos zum Rhöner Hexenpfad sind zu finden unter: https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/wissen/lehr-und-naturpfade/hexenpfad-bei-fischbach

Die Thüringische Rhön ist eine landschaftlich reizvolle Region im Westen Thüringens, die Teil des größeren Mittelgebirges Rhön ist, das sich über die Bundesländer Thüringen, Hessen und Bayern erstreckt. Die Thüringische Rhön ist bekannt für ihre sanften Hügel, ausgedehnten Wälder, artenreichen Wiesen und idyllischen Dörfer. Sie ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber, Wanderer und Erholungssuchende.

Windpark Rieps als Pilotprojekt der Mecklenburg-Vorpommern Energie eröffnet

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Schwerin/Rieps. Im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wirtschaft und Politik ist der Windpark Rieps im Landkreis Nordwestmecklenburg eröffnet worden. Er ist zugleich das Pilotprojekt der Mecklenburg-Vorpommern Energie (mve), die damit ihren Markteintritt vollzogen hat. Der Windpark besteht aus sechs Nordex-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 34,2 Megawatt.

Die mve ist ein Gemeinschaftsunternehmen der mea Energieagentur GmbH, einer Tochtergesellschaft der WEMAG, und der Energieverbund Nord. Die Energieverbund Nord ermöglicht beteiligten Gemeinden eine wirtschaftliche Teilhabe an lokalen Energieinfrastrukturprojekten.

Die mve ist als unabhängiger Stromerzeuger, ein sogenannter Independent Power Producer, ins Leben gerufen worden. Sie unterstützt Gemeinden, erneuerbare Energieprojekte zu entwickeln und langfristig daran zu partizipieren. Zudem stellt sie eine Möglichkeit für Gemeinden dar, über den Energieverbund Nord als Eigentümer die Energiewende mitzubestimmen sowie Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Energiewende zu beteiligen.

„Die Bürger- und Gemeindebeteiligung hat das Ziel, die hier lebenden Menschen in die Energiewende einzubinden und sie an der klimafreundlich erzeugten Energie auch wirtschaftlich partizipieren zu lassen. Das schafft bei der Bevölkerung mehr Akzeptanz für die erneuerbaren Energien. Die große Resonanz auf das vorgelegte Sparprodukt hat gezeigt, dass Einwohnerinnen und Einwohner bereit sind, vor der Haustür in die Energiewende zu investieren“, sagte WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart. Die zwischen der mea und der Energieverbund Nord entwickelte Kooperationslösung zeige, dass die Wachstumsstrategie der WEMAG auch weiterhin im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und Gemeinden auf einem guten Weg sei und das Land Mecklenburg-Vorpommern mit großen Schritten den Ausbauzielen im Bereich der Erzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien entgegengehen könne.

„Die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern kann nur gelingen, wenn es eine breite Akzeptanz für diesen Weg gibt. Deshalb gibt es das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern. Ziel des Gesetzes ist die Steigerung von Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie, indem diejenigen, die im näheren Umfeld zu Windenergieanlagen wohnen, am Betrieb mittelbar oder direkt finanziell beteiligt werden. So wird Wertschöpfung vor Ort generiert. Ein nächster wichtiger Schritt ist die Novellierung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetzes, an der wir derzeit arbeiten. Die umliegenden Gemeinden mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sollen von den Windkraftanlagen und nach der Novellierung auch von Photovoltaik-Anlagen auf Ackerflächen profitieren. Weiterhin wollen wir Verfahren für alle Beteiligten einfacher und weniger aufwendig gestalten. Ein gelungenes Beispiel ist der Windpark Rieps, an dem sich mehrere Gemeinden gesellschaftsrechtlich beteiligen. In Mecklenburg-Vorpommern verankerte Energieunternehmen haben gemeinsam diesen Windpark realisiert, an dem die Gemeinden und die Bürgerinnen und Bürger finanziell partizipieren. So wird die Energiewende vorangetrieben. Zudem müssen bei der erforderlichen Reform der Netzentgelte im Ergebnis bezahlbare Preise der Stromkosten für Bürgerinnen und Bürger das zentrale Ziel sein. Dafür setzen wir uns weiterhin auf Bundesebene ein“, sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist komplex, bringt jedoch – wenn von Anfang an richtig umgesetzt – Chancen und Vorteile für Gemeinden und Bürger als Beteiligte. Durch die Mecklenburg-Vorpommern Energie können Ressourcen der kommunalen Akteure WEMAG und Energieverbund Nord gebündelt und den regionalen Kommunen und Stadtwerken innovative, maßgeschneiderte Lösungen rund um die Energieerzeugung und wirtschaftlichen Teilhabe angeboten werden. Dieses Modell der Kommunal- und Bürgerbeteiligung und der regionalen Verankerung ist ein Vorzeigebeispiel für die dezentrale Energieversorgung der Zukunft“, so Dr. Roland Ilper, Geschäftsführer der Energieverbund Nord und der mve. Sein Engagement und seine Vision zeigen, dass eine konsequente Umsetzung von erneuerbaren Energien nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Region stärken kann.

„Über die Mecklenburg-Vorpommern Energie soll künftig grüner Strom in der Region und für die Region produziert werden“, ergänzte Torsten Hinrichs, Geschäftsführer der mea und der mve. „Die Windkraftanlagen werden eine beachtliche Menge an sauberem Strom produzieren. Das trägt nicht nur zur Verbesserung der Klimabilanz bei, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze und fördert die Wirtschaft in der Region“, so Hinrichs.

Die mea hat das Pilotprojekt bereits im Sinne des Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetzes strukturiert, errichtet und bringt es in die mve mit ein. Die mve wird den Windpark über den Lebenszyklus halten und die Betriebsführung sicherstellen. Bei der Kooperation kann auf die Ressourcenteilung und Bündelung der Kompetenzen gebaut werden, da sich die Zusammenarbeit der handelnden Akteure beim Investitions- und Projektprogramm Balder, mit rund 200 Megawatt installierter Photovoltaik-Leistung, erfolgreich bewährt hat.

Über die WEMAG

Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Öko-Energieversorger mit regionalen Wurzeln und Stromnetzbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern sowie Teilen Brandenburgs und Niedersachsens. Zusammen mit der WEMAG Netz GmbH ist sie für ca. 15.000 Kilometer Stromleitungen verantwortlich, vom Hausanschluss bis zur Überlandleitung.

Das Energieunternehmen liefert seinen Privat- und Gewerbekunden neben Strom, Erdgas und Netzdienstleistungen auch die Planung und den Bau von Photovoltaik- und Speicheranlagen, Elektromobilität, Internet, Telefon sowie Digital- und HD-Fernsehen aus einer Hand.

Die 1997 gegründete Telekommunikationsgesellschaft WEMACOM betreibt in Westmecklenburg ein umfangreiches Telekommunikationsnetz und baut mit Partnern Glasfasernetze für Privat- und Geschäftskunden in der Region.

Regionale Verbundenheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmen das Handeln der WEMAG AG. Die WEMAG AG leistet erhebliche Investitionen in erneuerbare Energien, berät zu Fragen der Energieeffizienz und bietet die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung über die Norddeutsche Energiegemeinschaft eG. Die WEMAG AG befindet sich seit Januar 2010 im Mehrheitsbesitz der Kommunen ihres Versorgungsgebietes.

Verkauf von E-Autos in Deutschland stagniert

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München. Die Nachfrage nach Elektroautos bleibt eher zurückhaltend. Im April wurden 29.668 Autos mit reinem Batterieantrieb (BEV) neu zugelassen. Nach einem leichten Aufwärtstrend im Februar und März sinkt die Zahl der neu zugelassenen E-Autos leicht im Vergleich zum Vormonat. Allerdings war der April insgesamt ein eher zulassungsschwacher Monat – auch bei Verbrenner-Fahrzeugen. Eine erneute Trendwende ist mit dem leichten Rückgang laut ADAC aber nicht einläutet. Der Anteil von E-Autos an allen neu zugelassenen Pkw ist im April sogar leicht gestiegen (von 11,9 auf 12,2 %).

Mit Blick auf die dringend nötige Verkehrswende und auf die von der Politik angestrebten 15 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 ist die aktuelle Entwicklung des Marktes nach Ansicht des Clubs keinesfalls zufriedenstellend. Die Zulassungszahlen von E-Autos im April liegen ziemlich exakt auf den Werten des Vorjahres.

Beliebtestes Segment mit über der Hälfte der neu zugelassenen Elektroautos bleiben SUV (16.177 von 29.668). Mit großem Abstand dahinter folgen Fahrzeuge der Kompaktklasse (3.720). Ein kräftiger Zuwachs konnte in den Segmenten Oberklasse und Großraumvans verzeichnet werden (46 bzw. 193 %), deutliche Einbußen gibt es hingegen für Kleinst- und Kleinwagen (-30 bzw. -25 %). Diese Zahlen zeigen, dass E-Autos noch nicht vollständig die Fahrzeugverteilung im Massenmarkt abbilden. Nach Ansicht des ADAC muss hier die Angebotsvielfalt wachsen und der Preis für kleinere Fahrzeuge deutlich attraktiver werden, um mit den Verbrenneralternativen mithalten zu können.

Das Verhältnis zwischen gewerblichen (18.807) zu privaten (10.829) Neuzulassungen bleibt im Vergleich zum Vormonat unverändert (ca. 2:1). Aufgrund der wesentlich kürzeren Haltedauer von Fahrzeugen in Firmenflotten sichert dies einen beständigen sowie erforderlichen Zulauf von E-Autos in den Gebrauchtmarkt. Der hierfür ausschlaggebende Indikator der Besitzumschreibungen ist auch im April (im vierten Monat in Folge) erneut gestiegen. Insgesamt wurden 13.040 E-Autos auf neue Besitzer umgeschrieben.