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Sachverständige fordert die Bundesregierung zur Renaturierung auf

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Berlin. Die Stellungnahme des Sachverständigenrates für Umweltfragen „Renaturierung: Biodiversität stärken, Flächen zukunftsfähig bewirtschaften“ liegt als Unterrichtung (20/11595) der Bundesregierung vor.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) fordert darin die Bundesregierung auf, die „Wiederherstellung der Natur in Deutschland anzugehen“. Der Bericht betont, dass Natur nicht nur geschützt, sondern ihr Zustand dringend aktiv verbessert werden müsse. Zentrale Forderung der 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dabei bessere Rahmenbedingungen für die Wiederherstellung von Natur, Flächen „zukunftsfähig zu bewirtschaften“ sowie eine „ambitionierte Renaturierungspolitik“ in Deutschland und in Europa. Der SRU unterstreicht in dem 92-seitigen Papier die Bedeutung von Fördermaßnahmen für den Natürlichen Klimaschutz, unter anderem im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Die Stellungnahme ist gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) sowie dem Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik (WBW) entstanden.


Hier finden Sie die Unterrichtung des Sachverständigenrates für Umweltfragen:

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Bundespolizei trägt Trauerflor auf den Straßen und im Netz

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#Einervonuns

Berlin. Tief bestürzt und erschüttert nehmen wir die Nachricht vom Tode des jungen Kollegen der Polizei des Landes Baden-Württemberg auf, der nach einer brutalen Messerattacke in Mannheim sein Leben verloren hat. Unser tiefes Mitgefühl und herzliches Beileid gilt seiner Familie, seinen Kolleginnen und Kollegen, Freunden und Wegbegleitern.

Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit und Solidarität hat die Bundespolizei Trauerflor an allen „uniformierten“ Dienst-Kfz angeordnet sowie die X-Accounts der Behörde ebenfalls mit einem Trauerflor versehen.


Die Bundespolizei trägt bundesweit an ihren Dienstfahrzeugen ab sofort Trauerflor wegen des Tods des Polizeibeamten nach der Messerattacke in Mannheim.

Dazu erklärt Bundesinnenministerin Nancy Faeser:

„Ich bin den Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei sehr dankbar für dieses würdevolle Zeichen ihrer Trauer und ihres Mitgefühls.

Die gesamte Polizei in Deutschland trauert um ihren im Einsatz getöteten Kollegen in Mannheim. Er ist bei der unfassbar brutalen Messerattacke am Freitag mutig eingeschritten, um Menschenleben zu retten, und hat selbst sein Leben verloren. Er ist im Dienst für unsere Sicherheit gestorben.

Wir werden ihn immer in Erinnerung behalten. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen der Mannheimer Polizei.

Diese Tat zeigt auf furchtbare Weise, wie gefährlich der Dienst von Polizistinnen und Polizisten für unser Land und für unsere Gesellschaft sein kann. Dafür verdienen sie größten Respekt und größte Anerkennung.“

Wirkt die Digitalisierung wie ein Turbo in der Baubranche?

Ruhr-Universität Bochum über die Zukunft des digitalen Planens und Bauens

Bochum. Auf eine Baugenehmigung muss man in Deutschland oft lange warten. Unvollständige oder fehlerhafte Bauanträge, komplexe Bauvorhaben, Fachkräftemangel in Baubehörden – sechs Monate oder mehr sind keine Seltenheit. Zeit, in der Termine verstreichen, Baukosten steigen, Investoren ungeduldig werden. Den Prozess effizienter und schneller machen soll die digitale Antragstellung auf Basis eines 3D-Modells des geplanten Gebäudes. Im Landesprojekt „Innovation in der Bauwirtschaft“ wird dieser digitale Antrag nun mit fünf Kommunen getestet und evaluiert.

Das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Markus König, Inhaber des Lehrstuhls Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum, wird vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen für 18 Monate gefördert.

„BIM ist WIN – Die Zukunft des digitalen Planens und Bauens findet in Nordrhein-Westfalen statt. An der Ruhr-Universität Bochum wird die Umsetzung von BIM-basierten Baugenehmigungsverfahren in fünf Pilotkommunen erprobt und durch eine umfassende Machbarkeitsstudie dokumentiert. Der BIM-basierte Bauantrag ermöglicht einen vollständig digitalen Prozess von der Planung bis zur Genehmigung – einschließlich automatisierter Vorprüfungen. Dies vereinfacht und beschleunigt den Genehmigungsprozess erheblich. Damit läuten wir die nächste Stufe in der Digitalisierung des Bauwesens ein: Digitalisierung setzt Standardisierung von Gesetzen und Vorschriften und Automatisation voraus. Die Ruhr-Universität mit Professor Dr. Markus König leisten hier für Nordrhein-Westfalen und Deutschland wertvolle Arbeit, die Wissenschaft mit Praxis verbindet. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben mit rund 400.000 Euro“, sagte Ina Scharrenbach, für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Übergabe des Förderbescheides am 3. Juni 2024.

Digitales 3D-Modell ersetzt Papierpläne

Bauprojekte werden heute häufig mittels Building Information Modelling – kurz BIM – geplant: Das Gebäude wird dabei mit allen notwendigen Informationen in Form eines 3D-Modells digital erstellt. In zwei Vorgänger-Projekten haben die Bochumer Forschenden Möglichkeiten entwickelt, den Bauantrag auf Basis dieser Daten digital zu stellen. Das Konzept basiert auf offenen und herstellerneutralen Standards.

„Wie bei der Steuererklärung werden die benötigen Informationen dabei standardisiert erfasst und vom System in einem ersten Schritt schon auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft, bevor der Architekt oder die Architektin den Antrag abschickt“, erklärt Markus König. Mitarbeitende der Bauaufsichtsbehörden können Anforderungen wie etwa zur Einhaltung von Barrierefreiheit oder des Brandschutzes direkt am Modell überprüfen und es gegebenenfalls mit Notizen versehen. Die manuelle Prüfung von Papierplänen fällt weg. „Insgesamt macht das den Prozess für beide Seiten transparenter und effizienter“, so Markus König. Sollte sich dieses Vorgehen im aktuellen Projekt bewähren, könnte es landes- und bundesweit übernommen werden.

Kooperationspartner

Die Städte Bochum, Herne, Essen, Münster, Köln und Düsseldorf (angefragt) sind am Projekt beteiligt.

Der polytechnische Unterricht in den Schulen der DDR

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0:00 Einführung in die sozialistische Produktion im polytechnischen Unterricht im VEB Waschgeräte-Werk
5:00 Unterricht im 10. Schuljahr in einem Musterkombinat
5:37 Vorbereitung der Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben schon im Schulleben
6:00 Kartoffelvollerntemaschine 675/1 der Landmaschine VEB Neustadt im Bezirk Sebnitz 9:04 Landwirtschaftsunterricht an einer Schule in Milkau, Kreis Rochlitz
10:36 Polytechnisches Zentrum der LPG „Sepp Wenig“ in Grünhain
12:18 Wenig Interesse bei der Jugend für landwirtschaftliche Berufe
13:24 Volksbildungsministerium in Ost-Berlin
13:30 Vergleich Schullaufbahnen und Lehrpläne in West- und Ostdeutschland
17:57 Ideologisch-gefärbter Geschichtsunterricht an der erweiterten Oberschule Friedrich-Engels
20:40 Schulsport und Spitzensport
21:30 Station junger Techniker und Naturforscher
22:44 Palucca Ballettschule in Dresden
26:25 Zugehörigkeit zu staatlichen Jugendorganisation vs. kirchlicher Glaubensgemeinschaft
27:50 Gespräche mit Jugendlichen in Kerzendorf bei Potsdam und vor den Kinos in Greifswald, Halle, Luckenwalde und Karl-Marx-Stadt

Der polytechnische Unterricht in den Schulen der DDR war ein zentrales Element des sozialistischen Bildungssystems und diente dazu, Schüler umfassend auf das Leben in einer sozialistischen Gesellschaft vorzubereiten. Ziel war es, die Verbindung von Theorie und Praxis zu fördern und den Schülern praktische Fertigkeiten sowie technisches Wissen zu vermitteln. Dieser Unterricht fand ab der 7. Klasse statt und erstreckte sich über alle Schuljahre bis zum Abschluss.

Ein wichtiger Bestandteil des polytechnischen Unterrichts war der „Produktive Arbeitstag“ (PA), an dem Schüler einmal wöchentlich in Betrieben oder Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) praktische Tätigkeiten ausübten. Diese Aktivitäten sollten den Schülern ein Verständnis für die Arbeitswelt vermitteln und sie auf ihre zukünftige berufliche Laufbahn vorbereiten. Die praktische Arbeit umfasste verschiedene Bereiche, von handwerklichen Tätigkeiten bis hin zur Mitarbeit in Industriebetrieben.

Neben dem PA gehörten auch technische und berufskundliche Fächer zum polytechnischen Unterricht. Hier lernten die Schüler Grundlagen der Elektrotechnik, Metallbearbeitung, Holzverarbeitung und weiterer technischer Disziplinen. Diese Fächer sollten nicht nur technisches Wissen vermitteln, sondern auch das Interesse der Schüler an technischen Berufen wecken und ihre Fähigkeiten in diesen Bereichen fördern.

Der polytechnische Unterricht war auch eng mit der ideologischen Erziehung verknüpft. Die Schüler sollten die gesellschaftliche Bedeutung der Arbeit und die Prinzipien des Sozialismus verstehen. Dies wurde durch den Unterricht in Staatsbürgerkunde und Marxismus-Leninismus unterstützt, der parallel zum polytechnischen Unterricht stattfand.

In den Schulen gab es spezielle Werkstätten und Labore, die für den polytechnischen Unterricht ausgestattet waren. Diese Einrichtungen ermöglichten es den Schülern, praktische Erfahrungen zu sammeln und theoretisches Wissen direkt anzuwenden. Lehrer, die den polytechnischen Unterricht durchführten, wurden speziell dafür ausgebildet und hatten oft eine technische oder handwerkliche Ausbildung.

Die Integration des polytechnischen Unterrichts in das Bildungssystem der DDR hatte das Ziel, eine umfassend gebildete und technisch versierte Generation heranzuziehen, die den Anforderungen der sozialistischen Gesellschaft gerecht werden konnte. Diese Bildungsstrategie war Teil der sozialistischen Gesamtplanung und spiegelte die Bedeutung wider, die der Arbeiterklasse und der technischen Entwicklung in der DDR beigemessen wurde.

Mit dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde der polytechnische Unterricht abgeschafft. Die Schulen in den neuen Bundesländern übernahmen das westdeutsche Bildungssystem, das weniger stark auf die Verbindung von Theorie und Praxis und mehr auf allgemeinbildende Fächer fokussiert war. Die Werkstätten und Labore wurden größtenteils geschlossen oder umfunktioniert, und der Unterricht konzentrierte sich fortan auf ein breiteres Spektrum an Fächern, ohne den spezifischen Fokus auf technische und praktische Bildung.

Der Fußball und das KZ Buchenwald

Blick auf den westlichen Teil des Appellplatzes mit der 1941 errichteten Häftlingskantine, Jahresende 1943. In diesem Bereich lag 1939 der erste improvisierte Fußballplatz. Foto: Erkennungsdienst der SS (Musée de la Résistance et de la Déportation, Besançon)

Blick auf den westlichen Teil des Appellplatzes mit der 1941 errichteten Häftlingskantine, Jahresende 1943. In diesem Bereich lag 1939 der erste improvisierte Fußballplatz. Foto: Erkennungsdienst der SS (Musée de la Résistance et de la Déportation, Besançon)

Outdoor-Ausstellung und Blog

Weimar. In diesem Sommer findet in Deutschland die UEFA EURO 2024, die Fußball-Europameisterschaft der Männer, statt. Die Gedenkstätte Buchenwald nimmt dies zum Anlass, mit einer eigens dafür erarbeiteten Outdoor-Ausstellung erstmals die Verbindungen zwischen dem europäischen Fußball und der Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald zu beleuchten.

Die Ausstellung und der sie begleitende Blog werfen ausgewählte Schlaglichter auf inhaftierte Spieler und Vereinsfunktionäre unter anderem aus Frankreich, den Niederlanden, Ungarn, Österreich und dem damaligen Deutschen Reich. Vorgestellt wird etwa Josef Gerö. Der spätere Vizepräsident der UEFA war 1938/39 in Buchenwald inhaftiert. Nach ihm wurde 1955 bis 1960 der Vorläufer der heutigen Europameisterschaft, der Europapokal der Nationalmannschaften, benannt. Berühmte ehemalige Nationalspieler aus Frankreich oder Ungarn wie Eugène Maës und Henrik Nádler kehrten aus dem Konzentrationslager nicht mehr zurück.

Mit Fritz Förderer, deutscher Nationalspieler und zusammen mit Julius Hirsch Mitglied der Meistermannschaft des Karlsruher FV von 1910, verbindet sich eine ganz andere Geschichte: Als damaliger Weimarer Sportlehrer trainierte er ab 1939 zeitweise auch die Fußballmannschaft der Buchenwalder SS. 1948 führte er dann die SG Weimar-Ost (heute: SC 1903 Weimar) ins Halbfinale der Ostzonenmeisterschaft.

Zeitweise gestattete die SS manchen Häftlingen, im Konzentrationslager Fußball zu spielen. Der Appellplatz diente als Spielstätte. Für die Häftlinge – als Spieler und als Zuschauer – bot der Sport die Möglichkeit, dem Lageralltag und seinen Gefahren – wenn auch nur kurz – zu entfliehen.

Insgesamt umfasst die Ausstellung 14 Stelen, der Blog bietet weitere Fallgeschichten. Beginnend im ehemaligen Bereich der SS, am sog. Carachoweg, führen die Stelen ab dem 14. Juni 2024 über den Appellplatz in das Häftlingslager.

In ihren sozialen Kanälen wird die Gedenkstätte die UEFA EURO 2024 mit den Inhalten der Ausstellung und weiteren Geschichten ab nächster Woche begleiten.

Ein entsprechendes Dossier finden Sie auch online unter: https://www.buchenwald.de/geschichte/themen/dossiers/fussball

Alle Recherchen, die Bildauswahl und die Textproduktion erfolgten in den letzten Monaten durch den Kustoden für den Bereich des Konzentrationslagers Buchenwald, Dr. Michael Löffelsender, und die wissenschaftliche Volontärin Maëlle Lepitre.

Die Outdoor-Ausstellung wird ab 14. Juni 2024 in der Gedenkstätte Buchenwald gezeigt, der Eintritt ist frei.

Die Kolleg:innen der Bildungsabteilung bieten zu „Fußball und das KZ Buchenwald“ während der UEFA EURO 024 Themen-Rundgänge an, jeweils am Sonntag ab 11 Uhr am 16., 23., 30. Juni, 7. und 14. Juli 2024.

(Die Themen-Rundgänge entlang der Ausstellung setzen ein Grundwissen über die Zeit des Nationalsozialismus und das Konzentrationslager Buchenwald voraus. Das empfohlene Mindestalter beträgt 15 Jahre. Die Gruppengröße ist auf 30 Teilnehmer:innen begrenzt. | Dauer: ca. 2,5 Stunden | Tickets: 7 Euro, ermäßigt 3 Euro | Tickets sind an der Information am Parkplatz erhältlich. Bitte kaufen Sie Ihr Ticket mindestens 15 Minuten vor Beginn des Rundgangs. Eine vorherige Reservierung ist telefonisch möglich unter 03643/745 500 oder per E-Mail an buchenwaldinfo-weimar@buchenwald.de. | Sportvereine können Gruppenführungen unter 0172/311 93 50 (Herr Holger Obbarius) anfragen.)

Darüber hinaus ist die Gedenkstätte Buchenwald Partner des Projektes „Verspielte Freiheit“ (verspieltefreiheit.de) in Weimar, in dem ein breites sportliches und kulturelles Programm sein Publikum im Fritz-Löhner-Beda-Stadion (Hermann-Brill-Platz) erwartet. Das eigens dafür errichtete Pop-Up-Kleinfeld-Stadion ist nach dem Librettisten und Präsidenten von Hakoah Wien, dem ersten österreichischen Meister im Profifußball, benannt. Im KZ Buchenwald dichtete er den Text des Buchenwaldliedes:

„O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,
weil du mein Schicksal bist,
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen,
wie wundervoll die Freiheit ist!“

Vereinfachtes Stundungsverfahren für Coronahilfen in MV

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Schwerin. Das Finanzministerium hat auf Anregung der Vereinigung der Unternehmensverbände ein einfaches und unbürokratisches Verfahren zur Stundung von Rückforderungen bei den Coronahilfen entwickelt

Die Covid-19-Pandemie hat viele Unternehmen des Landes vor große Herausforderungen gestellt. Unternehmen im Land haben sogenannte Soforthilfen und Überbrückungshilfen in Anspruch genommen, um die pandemiebedingten Umsatzeinbußen zu kompensieren.

Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass nicht alle Hilfen zu Recht in Anspruch genommen worden sind. Die Rückforderung dieser Hilfen sieht die Rückzahlung des gesamten Rückforderungsbetrages innerhalb von sechs Monaten vor. Stellt die Rückzahlung für das Unternehmen eine erhebliche Härte dar oder würde diese zu ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten führen, besteht die Möglichkeit einer Stundung von bis zu 24 Monaten. Hierfür bedurfte es bislang eines detaillierten Nachweises der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse (Verfahren, Stundungsmöglichkeiten etc.).

Das Landesamt für Finanzen (LAF) aus dem Geschäftsbereich des Finanzministeriums hat jetzt gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium im Zusammenwirken mit der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern ein einfacheres Verfahren konzipiert. Das Verfahren sieht vor, dass auf das Anfügen von Unterlagen und Nachweisen zu persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen verzichtet werden kann. Dies ist möglich, wenn der Schuldner bestätigt, dass

  • die sofortige Rückzahlung der Hilfen aufgrund mangelnder Liquidität erhebliche Härten verursachen würde oder
  • die sofortige Einziehung der Mittel zu ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten führen würde.

Das LAF wird unter diesen Voraussetzungen Stundungen von bis zu 24 Monaten gewähren.
Finanzminister Dr. Heiko Geue sagt hierzu: „Mir war wichtig, ein einfaches Verfahren zur Stundung von Coronahilfen-Rückforderungen zu finden, die zu unverhältnismäßigen Belastungen auf Seiten der Unternehmen führen. Ich danke der Vereinigung der Unternehmensverbände für ihr hartnäckiges Drängen auf eine unbürokratische Lösung.“

Die Stundungsunterlagen können beim LAF per E-Mail, über das Kontaktformular des LAF oder telefonisch angefordert werden.

„Ulbrichts Wirtschaftswunder“ in den ’60er Jahren der DDR

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„Ulbrichts Wirtschaftswunder“ bezieht sich auf die wirtschaftlichen Reformen und den wirtschaftlichen Aufschwung in der DDR unter der Führung von Walter Ulbricht in den 1960er Jahren. Diese Periode wird oft mit dem „Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung“ (NÖSPL) verbunden, das 1963 eingeführt wurde. Das NÖSPL zielte darauf ab, die Effizienz der Planwirtschaft zu steigern und wirtschaftliche Innovationen zu fördern.

Nachfolgend die wichtigsten Aspekte von Ulbrichts Wirtschaftswunder:

Einführung des NÖSPL: Das NÖSPL führte ein neues Planungs- und Leitungssystem ein, das den Fokus auf wirtschaftliche Anreize, wissenschaftlich-technischen Fortschritt und höhere Effizienz legte. Ziel war es, die zentralisierte Planwirtschaft flexibler und leistungsfähiger zu gestalten.

Förderung von Forschung und Entwicklung: Es wurde verstärkt in Forschung und Entwicklung investiert, um technologische Innovationen voranzutreiben und die Produktivität zu steigern. Dies beinhaltete die Schaffung von Industriekomplexen und Forschungseinrichtungen.

Dezentralisierung der wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse: Betriebe und Kombinate erhielten mehr Autonomie und waren stärker an den Ergebnissen ihrer Arbeit beteiligt. Dies sollte die Motivation und Eigeninitiative der Belegschaft fördern.

Fokus auf Konsumgüterproduktion: Es gab eine verstärkte Produktion von Konsumgütern, um den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben. Dies führte zu einer gewissen Verbesserung der Versorgungslage und der Lebensqualität.

Wirtschaftliches Wachstum: Durch die Reformen und den wirtschaftlichen Aufschwung kam es zu einem deutlichen Wachstum der Industrieproduktion und des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Trotz dieser Fortschritte stieß das NÖSPL auf Widerstand innerhalb der Partei und Verwaltung, was letztlich zu seiner Abschaffung 1970 führte. Die Reformen konnten die grundlegenden strukturellen Probleme der sozialistischen Planwirtschaft nicht vollständig lösen, und es kam zu einem Rückfall in zentralistischere Steuerungsmechanismen. Ulbrichts Wirtschaftswunder bleibt jedoch eine bedeutende Phase in der Geschichte der DDR, die zeigt, dass selbst unter den Bedingungen einer sozialistischen Planwirtschaft wirtschaftliche Verbesserungen möglich waren.

Die Berichterstattung über Ostdeutschland ist pauschalisierend und peinlich

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Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall befeuern viele Medien das Bild des dummen, abgehängten Ossis und vertiefen so den Graben zwischen Ost und West. Das ist beschämend und sollte schleunigst aufhören! Ein Kommentar

Quellen zu weiterführenden Studien:

Christian Kolmer: Nachrichten aus einer Krisenregion. Das Bild Ostdeutschlands und der DDR in den Medien 1994-2007. In: Thomas Ahbe, Rainer Gries und Wolfgang Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990, Leipzig 2009, S. 181-214

MDR/Hoferichter & Jacobs, „Wer braucht den Osten?“, 2018

Juliette Wedl „Ein Ossi ist ein Ossi ist ein Ossi … Regeln der medialen Berichterstattung über „Ossis“ und „Wessis“ in der Wochenzeitung DIE ZEIT seit Mitte der 1990er Jahre, 2009 in Ahbe/Gries/Schmale „Die Ostdeutschen in den Medien“

Julia Belke „Das Bild der Ostdeutschen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Diskursanalyse des ARD-Politmagazins KONTRASTE in der Zeit von 1987 bis 2005“, 2009 in Ahbe/Gries/Schmale „Die Ostdeutschen in den Medien“

Wolfgang Benz, Stereotype des Ost-West-Gegensatzes.In: Informationen zur politischen Bildung, Heft 271 (2005), S.51-52

McCombs, Maxwell E., und Shaw, Donald L.: The Agenda-Setting Function of Mass Media, Public Opinion Quarterly 36 (1972), S. 176-187

Bundeskanzler Olaf Scholz: Keine Toleranz für Hass und Gewalt

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An den Mord an Walter Lübcke vor fünf Jahren zu erinnern, ist wichtig – gerade jetzt. In diesen Tagen häufen sich politisch motivierte Anfeindungen und Angriffe. Es gibt bei uns keine Toleranz für Hass und Gewalt, sagt Kanzler Scholz. „Die Mehrheit der Anständigen muss unüberhörbar sein.“

Wolfgang Küther, der letzte Formel 3 – Meister der DDR

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Wolfgang Küther zählt heute zu den Legenden der deutschen Motorsportgeschichte. Er erlebte die Zeit, als die Verbindung zwischen Ost und West im Motorsport zerbrach. In der Nachkriegszeit ermöglichte die Formel 3 Rennsportlern aus beiden Teilen Deutschlands, sich zu messen. Bis fast 1970 gab es kaum Unterschiede, und Rennen fanden sowohl im Westen als auch im Osten statt.

Doch als die westdeutsche Autoproduktion immer mehr Fahrzeuge hervorbrachte, konnte die DDR technisch nicht mehr mithalten. Insbesondere durch die Vorgabe, dass nur noch sozialistische Motoren verwendet werden durften, war der Osten benachteiligt. Der 2-Takt-Wartburg-Motor mit etwa 1000 ccm war der bis zu 1600 ccm starken westlichen Konkurrenz unterlegen. Die Rennen wurden für den Osten unattraktiv, da Überrundungen häufig vorkamen, und der Osten erlebte eine politische Demütigung.

Bis 1971 traten Ost und West noch gemeinsam an, jedoch mit getrennter Wertung. Ab 1972 wurden die C9-Rennwagen im Osten eingeführt, und die „Melkus Wartburg“ dominierte die Rennszene. In den 70er Jahren verschwanden dann die Westrennwagen komplett aus den ostdeutschen Rennen.

In dieser Übergangszeit etablierte sich Wolfgang Küther in der Formel 3. Heinz Melkus, eine Schlüsselfigur des ostdeutschen Motorsports, war sein Mentor. Küther, bekannt als „Wolle“, brachte seinen Ideenreichtum und seine Zähigkeit in die Szene ein und wurde von westdeutschen Fahrern wie Freddy Kottulinsky unterstützt. Zwischen den Einflüssen von Melkus und Kottulinsky entwickelte sich Küther zu einem „Macher“ der Szene.

1971 wurde Küther folgerichtig als „Deutscher Meister der DDR Formel 3“ geehrt. Dieser Titel wurde danach nie wieder vergeben. In der DDR Formel 3 Rangliste steht er mit 4 Siegen bei 18 Starts in der B-Wertung und weiteren 2 Siegen in der A-Wertung.

Nach seiner Karriere coachte er Rennsport-Meister wie Hartmut Thaßler und Bernd Kasper. Im Jahr 2020, mit 80 Jahren, ist er immer noch in verschiedenen Rennteams aktiv, tritt im Audi-Sport Seyffarth R8 LMS Cup gegen junge Fahrer an und arbeitet als Fahrsicherheitstrainer für Audi Dresden.