Auf Schienen in die Vergangenheit: Thüringen 1935 neu entdeckt!

Tauchen Sie ein in ein faszinierendes Stück deutscher Eisenbahngeschichte – ein restaurierter Reichsbahn-Reisefilm aus dem Jahr 1935 nimmt Sie mit auf eine einzigartige Zeitreise durch das malerische Thüringen. In dieser entstaubten, enträuschten Version erleben Sie die historischen Schnellzugstrecken von Jena nach Saalfeld, von Weimar über Erfurt bis nach Oberhof sowie die legendäre Werratalbahn. Der Film gewährt eindrucksvolle Einblicke in Städte und Orte, die das kulturelle Erbe Thüringens prägen: Erfurt, Weimar, Jena, Kahla, Arnstadt, Suhl, Saalfeld, Rudolstadt, Naumburg, Oberhof, Meiningen sowie den idyllischen Rennsteig und die eindrucksvolle Feste Coburg.

Besonders faszinierend sind die Szenen, die die handwerkliche und industrielle Vielfalt der Region in den Blick nehmen. Erleben Sie, wie die kunstvolle Porzellanproduktion vergangene Zeiten lebendig werden lässt und lassen Sie sich von beeindruckenden Aufnahmen des Schiefersteinbruchs, des geheimnisvollen Brandleitetunnels und der traditionsreichen Waffenschmiede begeistern. Auch die renommierte Jenaer Glasproduktion wird authentisch in Szene gesetzt – ein umfassendes Bild der regionalen Wirtschaft und Kultur entsteht so vor Ihren Augen.

Die akribische Restaurierung überzeugt durch gestochen scharfe Bilder, bei denen störende Einflüsse wie Verwacklungen, Flimmern, Staub und Rauschen behutsam entfernt wurden. Das ursprüngliche Intro, in dem das Reichsbahn-Logo mit Hakenkreuz zu sehen war, wurde bewusst ausgeschnitten, sodass heute ein unmissverständliches und historisch sensibles Werk vorliegt. Dieser Film ist nicht nur ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit, sondern auch ein wertvolles Dokument, das zur kritischen Auseinandersetzung mit unserer Geschichte anregt.

Erleben Sie, wie Reisen damals ein echtes Abenteuer waren und wie Landschaften sowie Städte entlang der Bahnstrecken ihre eigene, bewegende Geschichte erzählen. Mit authentischer Bildsprache und liebevollen Details vereint der Film Technik, Kultur und regionale Identität zu einem beeindruckenden Gesamtwerk – ein Muss für alle Liebhaber historischer Dokumentationen und für jeden, der altes Kino neu entdecken möchte. Moderne Restaurierungstechniken lassen diesen cineastischen Schatz in neuem Glanz erstrahlen und verbinden Vergangenheit mit Gegenwart auf faszinierende Weise.

Der Preis der Freiheit: Von der Grenze nach Bautzen II

HOOK - Profil Fluchtversuch endet im Kugenhagel Zwei Männer verlassen den Campingplatz unter dem Vorwand, Pilze zu suchen, während ihre Frauen zum Einkaufen fahren. Fünfzehn Kilometer später stehen sie im Niemandsland an der tschechischen Grenze, bevor Schüsse die Stille durchbrechen. TEASER JP (Reflektierend) Wenn die Freiheit lebensgefährlich wird Der Plan scheint perfekt durchdacht, die Route über die Grenze sorgfältig gewählt und das Werkzeug bereitgelegt. Doch im entscheidenden Augenblick im September 1983 entscheiden nicht mehr die eigenen Vorbereitungen, sondern die Reaktionen der Grenzposten über Leben und Tod. Gerhard Valdiek erlebt nach einem gescheiterten Fluchtversuch die Härte des DDR-Strafvollzugs in Bautzen II, isoliert in einer engen Zelle. Für manche, die diesen Weg wählten, wurde die Ungewissheit der Haft zur eigentlichen Prüfung, während das Warten auf einen möglichen Freikauf durch den Westen zur einzigen verbleibenden Hoffnung wurde. TEASER Coolis (Neutral) Vom Grenzstreifen in die Isolationshaft Im September 1983 versuchen zwei Männer, über die Tschechoslowakei in den Westen zu gelangen, werden jedoch im Grenzgebiet entdeckt und beschossen. Einer von ihnen ist Gerhard Valdiek, der schwer verletzt festgenommen und an die Staatssicherheit übergeben wird. Nach seiner Verurteilung wegen Republikflucht verbüßt Valdiek eine Haftstrafe im Gefängnis Bautzen II. Dort muss er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Zwangsarbeit im Schichtdienst leisten. Erst im Juni 1984 erfolgt im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs durch die Bundesrepublik Deutschland seine Abschiebung in das Notaufnahmelager Gießen, woraufhin wenige Wochen später auch seine Familie ausreisen darf.

Die Nacht der verpassten Chance: Walter Momper trifft Bärbel Bohley

Teaser für Social Media & Newsletter 1. Persönlich (Meinung/Kolumne) Haben Sie sich schon einmal gefragt, wann genau der Traum vom „Dritten Weg“ der DDR eigentlich starb? Ich glaube, es war an einem einzigen Abend in Schöneberg. Walter Momper flehte Bärbel Bohley fast an: „Regiert endlich! Sonst macht es Kohl.“ Ihre Absage rührt mich bis heute fast zu Tränen. Sie wollten rein bleiben, nur Opposition sein – und gaben damit, ohne es zu wollen, ihr Land aus der Hand. Ein Lehrstück darüber, dass Moral allein in der Politik manchmal nicht reicht. 2. Sachlich-Redaktionell (News-Flash) Historisches Dokument beleuchtet Schlüsselmoment der Wendezeit: Ende 1989 lud Berlins Regierender Bürgermeister Walter Momper Vertreter der DDR-Opposition ins Rathaus Schöneberg. Laut Mompers Aufzeichnungen in „Grenzfall“ drängte er Gruppen wie das „Neue Forum“ zur sofortigen Regierungsübernahme, um Helmut Kohl zuvorzukommen. Bärbel Bohley lehnte dies jedoch kategorisch ab („Wir sind und bleiben Opposition“). Eine Entscheidung, die den Weg zur schnellen Wiedervereinigung ebnete. 3. Analytisch und Atmosphärisch (Longread/Feature) Es war ein Aufeinandertreffen zweier Welten im Rathaus Schöneberg: Hier der westdeutsche Machtpragmatiker Walter Momper, dort die idealistischen Moralisten der DDR-Bürgerbewegung um Bärbel Bohley. Während Momper das Machtvakuum sah und vor einer Übernahme durch Bonn warnte, beharrte die Opposition auf ihrer Rolle als Kritiker. Dieser Abend illustriert das tragische Dilemma der Revolution von 1989: Wie der moralische Anspruch der Bürgerrechtler ihre politische Handlungsfähigkeit lähmte.