Durchhalten bis ans Limit: Die Horizontale rund um Jena

Die „Horizontale – Rund um Jena“ ist eine jährlich stattfindende, äußerst anspruchsvolle, herausfordernde, aber gleichermaßen beliebte Wanderung in Jena. Die Strecken von 35 und 100 Kilometer bieten einmalige Landschaftsimpressionen und bestechende Panoramaaussichten.

Manchmal geht es im Leben eben nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, wie weit man bereit ist zu gehen. In dieser ruhigen Landschaft haben sich Menschen zusammengefunden, um eine gemeinsame Herausforderung zu bewältigen. Es geht nicht nur um die zurückgelegten Kilometer, sondern um die Reise, die jeder Einzelne in sich selbst unternimmt.

Kennst du dieses Gefühl der Vorfreude? Das Kribbeln im Bauch, wenn jeder Atemzug ein wenig tiefer geht und die Welt für einen Augenblick stillsteht. Diese Ruhe, dieses Vertrauen, dass all deine Vorbereitungen genau jetzt ihren Anfang finden. Es ist ein Moment des Innehaltens, ein Moment, in dem du weißt, dass du bereit bist, den nächsten Schritt zu tun.

Dieser Weg ist nicht einfach, er erzählt von Mut, Ausdauer und dem tiefen Wunsch, etwas zu erreichen. Jeder Schritt ist ein Versprechen an sich selbst und an die Gemeinschaft. Es geht nicht darum, wie schnell du bist, sondern wie sehr du bereit bist, dein Herz in diesen Weg zu legen.

Unterwegs warten nicht nur Etappen, sondern auch Momente der Verbindung. An den Versorgungsstationen begegnen sich Blicke, die mehr sagen als Worte. Es ist das Wissen, dass wir gemeinsam stärker sind, dass jeder für den anderen da ist. Ein Lächeln, ein kurzes Gespräch, eine helfende Hand – das sind die wahren Geschenke auf dieser Reise.

Wenn die Welt schläft und der Körper müde wird, laufen wir weiter, getrieben von einem unerschütterlichen Glauben an unser Ziel. Die Frage ist nicht, ob wir ankommen, sondern wann und mit welchem Gefühl.

Mit dem ersten Licht des Tages verwandelt sich die Erschöpfung in ein Lächeln. Es sind die kleinen Siege über den eigenen Zweifel, die uns daran erinnern, dass wir stärker sind, als wir glauben. Und dann stehst du vor dem Ziel, ein Symbol dafür, dass keine Herausforderung zu groß ist, wenn man an sich glaubt. Jeder, der hier ankommt, ist ein Sieger – nicht weil er schneller war, sondern weil er durchgehalten hat. Das ist die wahre Essenz dieser Reise: Gemeinschaft, Mut und der unerschütterliche Wille, weiterzugehen, egal was kommt.

Katharina Thalbach bei Gaus: Von der Utopie und der Fremdheit im Westen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Sie musste sich nie emanzipieren, weil sie gar nicht wusste, dass sie unfrei sein sollte. Teaser: Wenn Katharina Thalbach über ihre Jahre in der DDR spricht, dann fehlt jeder Ton der Bitterkeit. Im Gespräch mit Günter Gaus, geführt 1996, beschreibt sie eine Jugend im Schatten des Berliner Ensembles, geprägt von der Strenge Helene Weigels und dem Geist Bertolt Brechts. Doch viel spannender ist ihr Blick auf das normale Leben: Für Thalbach war die Gleichberechtigung der Frau keine erkämpfte Errungenschaft, sondern gelebter Alltag. Arbeit, Kinder, Unabhängigkeit – das war die Basis, auf der sie stand. Der Kulturschock folgte erst mit dem Wechsel in den Westen im Jahr 1976. Plötzlich traf sie auf eine Gesellschaft, die Emanzipation erst theoretisch diskutieren musste. Thalbachs Beobachtungen sind dabei so scharf wie unaufgeregt. Sie beschreibt das westliche Theater als oft ich-bezogen, während die Kunst im Osten eine politische Dringlichkeit besaß, eine Art geheime Kommunikation zwischen Bühne und Publikum. Sie hat die DDR verlassen, aber die Utopie einer gerechten Gesellschaft, die ihr dort „anerzogen“ wurde, hat sie mitgenommen. Berlin ist für sie Mitte der Neunzigerjahre eine große Baustelle, und genau diesen Zustand liebt sie. Das Unfertige, das Offene ist ihr lieber als der satte Stillstand. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: War Kunst in der DDR wichtiger als im Westen? Teaser: Für Katharina Thalbach ist die Antwort eindeutig. Im Rückblick auf ihre Arbeit in Ost-Berlin und ihren Wechsel in die Bundesrepublik 1976 zeichnet sie einen interessanten Vergleich der Systeme. Im Osten war das Theater politisch aufgeladen, eine „Geheimsprache“, die von oben und unten verstanden wurde. Jedes Wort auf der Bühne hatte Gewicht, weil es Reibung erzeugte. Im Westen dagegen erlebte sie eine Kulturszene, die oft mehr mit sich selbst beschäftigt war als mit gesellschaftlichen Fragen. Die Relevanz, die Schwere der Kunst, sie fehlte ihr. Thalbachs Analyse aus dem Jahr 1996 ist keine Ostalgie, sondern eine kulturelle Bestandsaufnahme: Was geht verloren, wenn Kunst nicht mehr Reibungsfläche sein muss, sondern nur noch Ware sein darf? Die Schauspielerin bleibt skeptisch gegenüber einem System, das allein auf Verkäuflichkeit setzt. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Entmündigung gab es in beiden Systemen, nur die Methoden waren verschieden. Teaser: Katharina Thalbach macht es sich nicht leicht mit dem Urteil über die DDR und die Bundesrepublik. Dem Osten wirft sie vor, die Menschen zu ihrem Glück zwingen zu wollen – eine klare Entmündigung. Doch auch den Westen spricht sie nicht frei. Hier geschehe die Entmündigung subtiler, verdeckt durch Konsum und scheinbare Freiheit. Ihr Fazit ist das einer Beobachterin, die sich ihre Utopien nicht nehmen lässt, auch wenn die Realität sie selten einlöst.