Moderne Heimat für die Generation 70+: Der neue Katharinenhof in Berlin-Pankow

Zwischen Iduna-Straße und Romain-Rolland-Straße im Berliner Ortsteil Pankow ist in den vergangenen Jahren ein Ort entstanden, der mehr sein will als eine gewöhnliche Pflegeeinrichtung: Der neue Katharinenhof Pankow verbindet stationäre Pflege, betreutes Wohnen, ambulante Versorgung und ein aktives Gemeinschaftsleben – maßgeschneidert für die Bedürfnisse älterer Menschen.

Ein Quartier, das mehr kann
Das Projekt entstand aus der wachsenden Herausforderung, in der Hauptstadt ausreichend Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren zu schaffen. 120 stationäre Pflegeplätze, 91 barrierefreie Wohnungen, eine Tagespflege, eine Cafeteria sowie ein ambulanter Dienst sind auf dem langgestreckten Grundstück untergebracht worden – in modern gestalteten Solitärbauten, die bewusst keinen Heimcharakter aufkommen lassen.

Konzipiert und entwickelt wurde das Ensemble von der Seniorenwohnen Heinersdorf GmbH, Teil eines familiengeführten Unternehmens mit Sitz in Berlin. Den Bau übernahm die Condor-Wessels-Bau GmbH, ein Unternehmen, das sich seit über drei Jahrzehnten auf sozialen Wohnungsbau spezialisiert hat.

Architektur mit Anspruch
„Das Grundstück war eine gestalterische Herausforderung – schmal, tief, mit klaren Begrenzungen“, sagt eine Projektverantwortliche vor Ort. Dennoch sei es gelungen, einen Ort zu schaffen, der Offenheit, Individualität und Gemeinschaft zugleich ermöglicht. Die Häuser gruppieren sich locker entlang des Areals, mit kleinen Wegen, Höfen und Aufenthaltsbereichen.

Ein Richtfest im Juni 2023 markierte den symbolischen Meilenstein, gefeiert mit über 250 Gästen. Im Juli 2024 zogen die ersten Mieterinnen und Mieter ins Service-Wohnen, im Oktober folgte der Start der stationären Pflege.

Leben in Würde, Pflege mit System
Der Betrieb des Quartiers liegt in den Händen der Katharinenhof-Gruppe, die seit der deutschen Wiedervereinigung Einrichtungen in Berlin und sechs weiteren Bundesländern betreibt. Sie setzt auf ein ganzheitliches Betreuungskonzept: Die Service-Wohnungen sind mit Einbauküchen, großzügigen Bädern und digitalen Vitalüberwachungssystemen ausgestattet. Ein 24-Stunden-Notrufdienst gibt zusätzliche Sicherheit.

Für Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf steht die stationäre Pflege in kleinen, familiären Wohngruppen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch die Tagespflege, die Angehörige entlasten soll und den Tagesablauf der Gäste durch gemeinsame Mahlzeiten, Kulturangebote und aktivierende Beschäftigungen strukturiert.

Ein Netzwerk aus Haus- und Fachärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten sorgt für die medizinische Begleitung – wohnortnah, individuell und verlässlich.

Pankow als Standort mit Perspektive
Mit dem neuen Katharinenhof erhält Pankow ein Vorzeigeprojekt für altersgerechtes Wohnen und Pflegen. Während in anderen Stadtteilen bestehende Pflegeheime oft überbelegt oder sanierungsbedürftig sind, zeigt dieses Quartier, wie modernes Altern heute aussehen kann: selbstbestimmt, eingebettet in ein soziales Umfeld und architektonisch auf der Höhe der Zeit.

Für Berlin bedeutet das: ein Schritt in Richtung altersfreundliche Stadtentwicklung. Für die Bewohnerinnen und Bewohner: ein Zuhause im besten Sinn.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl