Positive Bilanz für Task Force Bahnstandort Cottbus

Cottbus. Der Ausbau der Schiene für den Strukturwandel geht voran: Ministerpräsident Dietmar Woidke und die Vorständin für Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn AG, Daniela Gerd Tom Markotten, zeigten sich nach knapp zweijähriger Zusammenarbeit sehr zufrieden mit den Ergebnissen der „Task Force Bahnstandort Cottbus“. Gleichzeitig sprach sich Woidke dafür aus, die enge Kooperation fortzusetzen und das Tempo beizubehalten: „Durch unsere gute Zusammenarbeit mit der Bahn in den vergangenen knapp zwei Jahren haben wir Tempo in die Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie den Bau rund um den Verkehrsknotenpunkt und das Bahnwerk Cottbus gebracht. Hier greifen alle Räder ineinander. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Es gibt noch viel zu tun.“ Die Task Force unter der Leitung von Woidke und Gerd tom Markotten wurde im November 2022 zur Begleitung des Baus des neuen ICE-Instandhaltungswerkes im Rahmen der Lausitzer Strukturstärkung sowie weiterer Schienenprojekte zwischen Berlin und Cottbus ins Leben gerufen. Die heutige 5. Sitzung war die letzte dieser Legislaturperiode.

Woidke: „Der Ausbau des Bahnknotenpunktes Cottbus spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung der Lausitz-Region auf ihrem Weg von der Braunkohleverstromung hin zu nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaftsstrukturen. Durch den Ausbau der Bahninfrastruktur wird die Region attraktiv für neue Unternehmen und Investoren, ebenso wie für dringend benötigte Fachkräfte. In den vergangenen zwei Jahren haben wir mithilfe der kurzen Kommunikations- und Entscheidungswege im Rahmen der Task Force den Strukturwandel in der Lausitz auf der Schiene deutlich beschleunigt. Der Ausbau des Schienenverkehrs auf dem Korridor Berlin – Cottbus – Görlitz hat mit der Erweiterung des wichtigen Verkehrsknotens Bahnhof Königs Wusterhausen bereits begonnen.Die Elektrifizierung der Strecke Cottbus – Görlitz ist angeschoben und mit der Einigung über die Baufinanzierung steht dem zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts Lübbenau – Cottbus hoffentlich nichts mehr im Weg. Unser zentrales Leuchtturmprojekt, auf das wir mit Stolz blicken, ist das hochmoderne ICE-Bahnwerk Cottbus, das in Rekordgeschwindigkeit gebaut wird.

Die bereits geschaffenen und die zukünftigen Ausbildungs- und Industriearbeitsplätze in und rund um das neue Werk geben der Transformation in der Region einen erheblichen Anschub. Durch das Bahnwerk wird die gute Strukturentwicklung sichtbar und erlebbar. Das ist sehr wichtig.“

Gerd tom Markotten: „Die Entwicklung am Bahnstandort Cottbus ist eine herausragende Team-Leistung. Gemeinsam mit der DB haben Bund und Land, Städte und Landkreise, Unternehmen und die Menschen in der Lausitz die Weichen in Richtung Zukunft gestellt: Die Bahnstrecken in der Lausitz werden ausgebaut zu einem leistungsfähigen Korridor Berlin–Görlitz und weiter zu unseren polnischen Nachbarn. Mit den bereits laufenden und geplanten Baumaßnahmen ist Cottbus damit künftig optimal an das Fernverkehrsnetz sowie nach Sachsen und Polen angebunden. In Cottbus wächst Deutschlands modernstes Instandhaltungswerk für ICE-Züge. An der BTU Cottbus-Senftenberg stärken wir gemeinsam Forschung und Lehre in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Allein bei der DB entstehen bis 2026 rund 1.200 zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze. Davon profitieren alle: Die DB und die „Starke Schiene“ mit top-instandgehaltenen Loks und ICE-Zügen, Brandenburg mit zukunftsfesten Arbeitsplätzen sowie Cottbus und die Lausitz mit Grundlagen für weiteres wirtschaftliches Wachstum – nicht zuletzt für Unternehmen aus der Region, die am weiteren Wachstum unseres Werkes mitwirken. Die Task Force Bahnstandort Cottbus ist ein wesentlicher Treiber dieser bemerkenswerten Erfolgsgeschichte im Osten Deutschlands!“

Im Januar 2023 haben sich die Verkehrsministerien von Bund und Land sowie die DB InfraGO AG im Rahmen der Förderung des Strukturwandels in der Lausitz auf die Finanzierung der Erweiterung des Nordbereichs (Nordkopf) Bahnhof Königs Wusterhausen geeinigt. Dieser Bahnhof ist für den Personenverkehr und die Anbindung des Hafens Königs Wusterhausen an den Schienengüterverkehr ein wichtiger Verkehrsknoten der Region. Das Bauvorhaben setzte damit den Grundstein für den Ausbau auf dem Korridor Berlin – Cottbus – Görlitz (-Breslau). Der Bau verläuft planmäßig. Die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen.

Die Task Force hat sich zudem mit dem wichtigen Lausitzer Schieneninfrastrukturprojekt, dem Ausbau des Abschnittes zwischen Lübbenau – Cottbus, beschäftigt. Im Dezember 2023 konnte die Finanzierungsvereinbarung für die Realisierung des zweigleisigen Ausbaus unterzeichnet werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Es wird mit Kosten in Höhe von etwa 265 Millionen Euro gerechnet.

Um den Prozess für diese beiden bedeutenden Vorhaben zur besseren Verkehrsanbindung der Lausitz zu beschleunigen, ist das Land Brandenburg mit Planungsleistungen in Höhe von mehr als 12 Millionen Euro in Vorleistung gegangen.

Die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau des Abschnittes Cottbus – Görlitz, aber auch die Elektrifizierung der Strecke Cottbus – Forst stehen vor dem Planungsbeginn. Die dafür notwendige Zeichnung der 2. Änderungsvereinbarung zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn wird in Kürze erwartet.

Das Bahnwerk Cottbus zur Instandhaltung der ICE-4-Flotte bildet mit den bereits eingestellten 450 Mitarbeitenden und Auszubildenden einen Leuchtturm im Strukturwandelprozess. Nachdem die Halle 2 in Rekordgeschwindigkeit gebaut und am 09. Januar 2024 zwei Jahre früher als geplant in Betrieb genommen werden konnte, werden weitere 750 Mitarbeitende und Auszubildende mit der Halle 1 folgen. Die Inbetriebnahme der Halle 1 ist für das Jahr 2026 geplant.

Der Personalaufbau erfolgt weiterhin auf Basis der eigenen Berufsausbildung der DB AG, der bundesweiten Akquise im DB-Konzern sowie der Übernahme von Beschäftigten der LEAG. Im Jahr 2022 hat die Deutsche Bahn bereits Auszubildende und Mitarbeitende der LEAG übernommen und in verschiedenen DB-Instandhaltungswerken qualifiziert, um sie auf die Arbeit im neuen Werk Cottbus vorzubereiten. Die Kooperation der DB AG mit der LEAG wird erfolgreich gelebt. Der gemeinsame Betrieb der Ausbildungsstätte Jänschwalde sowie die Übernahme durch die Deutsche Bahn im Jahr 2025 erfolgen verabredungsgemäß. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit ein Umschulungsprogramm starten. Im Februar 2024 haben die DB AG und die BTU Cottbus-Senftenberg zudem einen Rahmenkooperationsvertrag zur „Fachkräfteentwicklung und Lehre sowie Forschung und Entwicklung“ unterzeichnet für einen starken Bahn- und Bildungsstandort Cottbus. Einen weiteren Schwerpunkt werden regionale Beschäftigungsmöglichkeiten für Studienaussteiger bilden. Hier arbeiten BTU, DB AG sowie IHK und HWK sehr eng zusammen.

Haftalltag und Radikalisierung im Strafvollzug Brandenburg

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Die Mauern der Strafvollzugseinrichtung Brandenburg waren dick, alt und speicherten eine Kälte, die tief in das Bewusstsein der Insassen kroch. Teaser: Wer hier einsaß, gehörte zu den "Langstrafern" der DDR. In diesem Mikrokosmos, abgeschirmt von der Außenwelt, trafen junge politische Häftlinge auf eine Hierarchie, die von schweren Gewaltverbrechern dominiert wurde. Der Alltag bestand aus dem Kampf gegen die Isolation und dem Versuch, die eigene geistige Integrität zu wahren – sei es durch das Rezitieren von Schulgedichten oder die mühsame Kommunikation durch Rohrleitungen. Doch Brandenburg war mehr als nur ein Ort der Bestrafung; es war ein Raum ungewöhnlicher Begegnungen. In den späten achtziger Jahren saßen dort noch verurteilte NS-Kriegsverbrecher ein. Für junge Oppositionelle, die sich vom Staat abgewandt hatten, boten diese alten Männer eine verstörende Faszination. Der Kontakt zu Tätern der Geschichte, die im staatlich verordneten Antifaschismus als das absolute Böse galten, führte nicht zur Abschreckung, sondern bei einigen zur ideologischen Neuausrichtung. Die Radikalisierung fand nicht trotz, sondern wegen der Haftbedingungen statt. Selbst der Moment der Freiheit war von der Willkür des Apparats gezeichnet. Wer ohne Ausweis, nur mit einem Entlassungsschein in die Freiheit entlassen wurde, spürte sofort, dass es für ihn keinen Platz mehr in diesem Land geben sollte. Die Flucht über Prag war oft weniger eine politische Entscheidung als ein Akt der nackten Notwendigkeit. Die Ankunft im Westen glich dann weniger einem Jubelschrei als einem psychischen Zusammenbruch, wenn die Anspannung der Haft abrupt von der Überfülle der neuen Realität abgelöst wurde. Der Zug hielt am Bahnhof, und die Passagiere stiegen in eine Welt, die sie erst noch begreifen mussten. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Das Gefängnis in Brandenburg-Görden galt als eine der härtesten Stationen im Strafvollzug der DDR, reserviert für jene, die der Staat für lange Zeit wegsperren wollte. Teaser: Die Zusammensetzung der Häftlinge schuf eine explosive Mischung. Neben Mördern und Kriminellen fanden sich dort politische Gefangene wieder, die oft noch sehr jung waren. In diesem Umfeld entwickelten sich Dynamiken, die weit über den eigentlichen Haftzweck hinausgingen. Besonders brisant war die Anwesenheit von NS-Kriegsverbrechern, die ihre lebenslangen Strafen verbüßten. Der Austausch zwischen diesen historischen Tätern und den jungen Häftlingen ist ein oft übersehener Aspekt der DDR-Haftgeschichte. Er zeigt, wie das System unfreiwillig zur politischen Radikalisierung beitrug. Die Isolation und der Druck des Gefängnisalltags machten empfänglich für Ideologien, die dem System diametral entgegenstanden. Gleichzeitig offenbart der Umgang mit Entlassenen im Herbst 1989 den Zerfall der staatlichen Ordnung. Die bürokratische Schikane, Ausweise zu verweigern, trieb die Menschen förmlich aus dem Land. Die Züge in den Westen waren voll, doch in den Abteilen herrschte oft eine Mischung aus Erleichterung und tiefer Verunsicherung über das, was nun kommen würde. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Freiheit ist im ersten Moment oft kein Gefühl der Freude, sondern eine Erfahrung der totalen Überforderung. Teaser: Wenn sich die Türen der Haftanstalt öffnen und kurz darauf die Grenze in den Westen überschritten wird, prallen zwei Welten aufeinander. Für Häftlinge aus Brandenburg war der Weg von der Isolation der Einzelzelle in die bunte Lautstärke Bayerns ein Schock. Es fehlte oft die Vorstellungskraft für das Leben "danach", da der Überlebensinstinkt in der Haft alle Ressourcen gebunden hatte. Die Realität der Freiheit war komplexer als der Traum davon. Man stand auf dem Bahnsteig und sah sich um.