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Drei Bundesländer bündeln die Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten

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Innenminister von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen unter-zeichnen Verwaltungsvereinbarung

Potsdam/Berlin. Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wollen in Zukunft gemeinsam Vergabeverfahren zur Beschaffung von Geräten und Fahrzeugen des Brand- und Katastrophenschutzes durchführen. Die entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichneten heute Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen, Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel und Thüringens Innenminister Georg Maier am Rande des Europäischen Polizeikongresses in Berlin.

Stübgen: „Mit der gemeinsamen Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten im Brand- und Katastrophenschutz von drei Bundesländern feiern wir in Deutschland eine Premiere. Vorbild ist die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, der sich Thüringen nun anschließt. Dank der gemeinsamen Beschaffung können die drei Bundesländern in Zukunft moderne Fahrzeuge und Geräte von mehr Anbietern zu deutlich günstigeren Preisen erwerben. Damit sparen wir viel Steuergeld der Brandenburgerinnen und Brandenburger. Gemeinsam sind wir stärker als alleine.“

Pegel: „Größere Anschaffungen gemeinsam vorzunehmen, bietet immer auch immense Vorteile – für alle Beteiligten. Durch die gemeinsame Beschaffung von Feuerwehrdrehleitern und Waldbrandlöschfahrzeugen mit Brandenburg konnten wir – und vor allem unsere Städte und Gemeinden, die aus unseren länderübergreifenden Rahmenverträgen zu deutlich günstigeren Bedingungen ihre Feuerwehrfahrzeuge beziehen konnten, als wenn sie allein ausgeschrieben hätten – eine Menge Geld sparen im Vergleich zu einer Einzelbeschaffung. Dass diese Kooperation sich jetzt noch weiter ausweitet, freut mich sehr und zeigt den Erfolg dieser Methode. Nicht nur wir als Bundesländer profitieren wie schon beschrieben davon, sondern auch die vielen Wehren und Kommunen in unseren Ländern, denn damit steigen die Möglichkeiten, die neueste und modernste Technik zu beschaffen immens. Darum wollen wir auch künftig, wann immer es Sinn macht, Kooperationen mit anderen Bundesländern bei unseren Beschaffungen nutzen.“

Maier: „In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sehe ich starke und verlässliche Partner bei der gemeinsamen Beschaffung von Einsatzfahrzeugen. Wir schließen uns einem erprobten und effizienten Verfahren an. Davon profitieren unsere Kommunen, denn die Kosten für Einsatzfahrzeuge sind in den letzten Jahren rasant gestiegen. Die Kommunen sparen sich nun die aufwendigen EU-Vergabeverfahren. Und es geht auch gleich los mit der Beschaffung von Tragkraftspritzenfahrzeugen, welche die in die Jahre gekommenen Kleinlöschfahrzeuge in Thüringen ablösen sollen.“

Die Vereinbarung sieht vor, dass Thüringen ab sofort der erfolgreichen gemeinsamen Beschaffungskooperation zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Land Brandenburg beitritt.

Hintergrund

Das Land Brandenburg konnte erste Erfahrungen bei der zentralen Beschaffung im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes bei der Bildung der Stützpunktfeuerwehren sammeln. Die überaus positiven Ergebnisse dieser zentralen Beschaffung über den Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg (ZDPol) haben dazu geführt, dass sich dieses Modell im Land Brandenburg fest etablierte und über die Landesgrenzen hinaus Beachtung und Zuspruch fand.
Im Jahr 2020 setzte das Land Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls ein Förderprogramm für eine zukunftsfähige Feuerwehr mit einem Gesamtwert von 50 Millionen. Euro in Kraft. Im Rahmen dieses Förderprogramms wurde zur Beschaffung von 11 Waldbrandtanklöschfahrzeugen in Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg eine Ressortvereinbarung zwischen den beiden beteiligten Innenministern Stübgen und Caffier unterzeichnet.

Insgesamt konnten 46 Waldbrandtanklöschfahrzeuge, davon 35 für das Land Brandenburg, mit einem Gesamtvolumen von etwa 17,5 Millionen Euro durch den ZDPol ausgeschrieben und bezuschlagt werden. Die Vorteile dieser länderübergreifenden Kooperation spiegelten sich zum einen in der hohen Anzahl der Bewerber, die sich an diesem Vergabeverfahren beteiligten, und zum anderen in den kalkulierten An-gebotspreisen wider. So konnte durch die zentrale Beschaffung je Fahrzeug eine Ersparnis von rund 15 Prozent, bezogen auf den erwarteten Marktpreis, erzielt werden.
Im Anschluss der ersten erfolgreichen Kooperation zwischen den beiden Bundesländern erfolgte im Oktober 2020 der Abschluss einer neuen Ressortvereinbarung zwischen den Innenministerien zur nunmehr unbefristeten Zusammenarbeit. Auf Grundlage dieser Vereinbarung führte der ZDPol die bislang deutschlandweit größte Beschaffungsaktion von insgesamt 40 Drehleitern durch, davon 21 für Brandenburg und 19 für Mecklenburg-Vorpommern. Die realisierte Ersparnis für die Länder lag bei rund 25 Prozent, bezogen auf den erwarteten Marktpreis.

6 Millionen Euro für neue Sporthalle am Bildungscampus Lusan in Gera

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Es ist eine wichtige Etappe bei Geras bisher größtem Schulbauvorhaben: Am heutigen Freitag (19. April 2024) nahmen Oberbürgermeister Julian Vonarb und Baudezernent Michael Sonntag den offiziellen Fördermittelbescheid über 6 Millionen Euro für den Ersatzneubau der Zweifeldsporthalle auf dem künftigen Bildungscampus Lusan als Vertreter der Stadt Gera entgegen. Überreicht wurde dieser von Elisabeth Kaiser, Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Berlin, die sich als Mitglied des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages für eine Unterstützung des Bildungscampus eingesetzt hat. „Ich freue mich, dass ich heute als Vertreter unserer Stadt diesen Bescheid entgegen nehmen darf, der ein wichtiger Baustein dafür ist, dass wir dieses Großprojekt mit Gesamtkosten in Höhe von 35 Millionen realisieren können. Wir als Kommune können diese Summe allein nicht stemmen, daher bin ich sehr dankbar für Unterstützer wie Frau Kaiser, die für unsere Stadt und unser Projekt in Lusan kämpfen“, erklärt Vonarb.

Die neue Zweifeldsporthalle, die nun durch Bundesmittel gefördert wird, ist dabei als multifunktionale Sportfläche konzipiert, die nicht nur den Anforderungen des Schul- und Vereinssport gerecht wird, sondern auch für regionale und überregionale Wettkämpfe geeignet ist. Dafür wird unter anderem eine Zuschauertribüne mit rund 200 Plätzen gebaut. Zudem soll die neue Sporthalle barrierefrei sein. Für den Ersatzneubau werden Kosten in Höhe von circa 12 Millionen Euro veranschlagt, wobei die Hälfe aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gefördert wird.

„Es ist mir eine große Freude, Ihnen heute persönlich einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 6 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesprogramms “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ für den Ersatzneubau einer Zweifeldsporthalle inklusive Ergänzungsbauten in Gera-Lusan zu überreichen. Dieser Bescheid ist ein wichtiger Schritt zur Realisierung dieses bedeutenden Projekts auf dem Bildungscampus Lusan. Der Neubau ersetzt die in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäße Halle aus dem Jahr 1976 und wird das öffentlich zugängliche Herzstück für den Bildungscampus. Es entsteht ein barrierefreies, nachhaltiges und energieeffizientes Gebäude, das vielen Generationen als Sportstätte und kultureller Veranstaltungsort dienen wird. Dieses Projekt ist damit ein herausragendes Beispiel für die nachhaltige Entwicklung und Modernisierung kommunaler Einrichtungen im Sinne einer lebenswerten und inklusiven Stadtgesellschaft. Ich freue mich darauf, die Fortschritte dieses Projekts zu verfolgen und wünsche der Stadt Gera viel Erfolg bei der Umsetzung“, so die Parlamentarischen Staatssekretärin Elisabeth Kaiser.

Mit dem Bildungscampus soll in den nächsten Jahren ein soziales Zentrum für alle Generationen entstehen, bei dem die Regelschule „Die Vierte“ gemeinsam mit der Grundschule „Wilhelm Busch“, den zugehörigen Sporthallen, den weitläufigen Außenanlagen und dem leer stehenden Gebäude Elsterberger Straße 6 zu einem Gesamtareal zusammengeführt werden. Der neu entstandene Bildungscampus soll künftig bis zu 850 Schüler beherbergen. Damit werden im Vergleich zum aktuellen Status Plätze für mehr als 200 weitere Schüler geschaffen.

Geplant sind zwei große Bauabschnitte, wobei im ersten Abschnitt die Sanierung des Gebäudes der Regelschule „Die Vierte“ sowie die Errichtung der Zweifeldsporthalle und die dazugehörigen Freianlagen im Vordergrund stehen. Das Gebäude der Regelschule soll unter anderem energetisch saniert und barrierefrei umgebaut werden. Der zweite Bauabschnitt soll planmäßig 2027 beginnen und wird unter anderem das Gebäude „Elsterberger Straße“ und die weiteren Freianlagen beinhalten.

An der Gesamtfinanzierung des 35-Millionern-Projekts beteiligen sich neben dem Bund auch die Europäische Union und der Freistaat Thüringen.

Foto: Stadtverwaltung Gera

Patientenforum Schlaf am Uniklinikum Jena

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Jena. Schlaf ist kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit. Der Mensch braucht ihn, um gesund zu bleiben. Denn die Ruhepause nutzt der Körper zur Regeneration. Im Schlaf sinken Herzschlag und Blutdruck, Stoffwechselprozesse werden optimiert, das Immunsystem wird gestärkt. Anhaltender Schlafmangel beeinträchtigt hingegen neuronale Prozesse und begünstigt viele Erkrankungen. Welche Hilfe es bei gestörtem Schlaf gibt, darüber informieren die Expertinnen und Experten der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) im Rahmen des Patientenforums Schlaf. Die Veranstaltung steht allen Betroffenen, Angehörigen und Interessierten offen und findet am Dienstag, 23. April 2024, zwischen 16 und 17.30 Uhr im Hörsaal 1 des Klinikums Lobeda statt. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vielfältiges Programm rund ums Thema Schlaf

Das Restless-Legs-Syndrom ist in Deutschland nach Migräne die zweithäufigste neurologische Erkrankung. Etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Typische Symptome sind Unruhe, Zucken und Brennen in den Beinen verbunden mit einem starken Bewegungsdrang. Die Beschwerden treten gehäuft in Ruhe auf und gehen bei Bewegung zurück. Darüber wie Betroffenen geholfen werden kann und welche neuen Therapierichtlinien es gibt, spricht PD Dr. Sven Rupprecht.

Eine kurze Nacht können auch Probleme beim Ein- oder Durchschlafen bescheren. Über verschiedene Therapiemöglichkeiten bei diesen Schlafstörungen wird Dr. Maria Dengler aufklären.

Menschen, die in der Nacht Atemaussetzer haben, kann eine Nasen- und Gesichtsmaske helfen. Doch nicht jeder kommt mit einer solchen Schlafmaske zurecht. Mögliche Alternativen zur Maskenbeatmung bei schlafbezogenen Atmungsstörungen stellt Dr. Tillmann Kaaden vor.

Im Anschluss an die Vorträge bleibt für die Besucherinnen und Besucher dann noch Zeit, mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

Programm auf einen Blick

16 Uhr: Wenn die Beine zappeln. Die neuen Therapierichtlinien des Restless legs Syndroms, Referent PD Dr. Sven Rupprecht

16.20 Uhr: Schäfchen zählen hilft nicht mehr! Therapiemöglichkeiten bei Ein- und Durchschlafstörungen, Dr. Maria Dengler

16.40 Uhr: Mit einer Schlafmaske komme ich nicht zurecht! Therapiealternativen zur Maskenbeatmung bei schlafbezogenen Atmungsstörungen, Dr. Tillman Kaaden

17 Uhr: Imbiss und Fragen an die Experten

17.30 Uhr: Ende der Veranstaltung

Die Klinik für Neurologie lädt mehrmals im Jahr zu Patienteninfoveranstaltungen rund um neurologische Krankheitsbilder ein. Nächster Termin: 20. Juni Patientenforum Multiple Sklerose.

Foto: Uniklinikum Jena 

Gera bekommt einen öffentlichen Trinkbrunnen

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Die Stadt hat sich erfolgreich bei der Ausschreibung „Euro 2024 Nachhaltig. Ein Spiel – Ein Trinkbrunnen“ des Vereins „a tip: tap“ (übersetzt: „Ein Tipp: (trinke) Leitungswasser“)  beworben über die analog zu den 51 Spielen der diesjährigen Fußball-EM in unserem Land den Bau von 51 Trinkbrunnen gefördert werden. Für die Kommune bedeutet das konkret, dass Gera nun 15.000 Euro Förderung zur Errichtung eines Trinkbrunnens sowie dessen Unterhalt im öffentlichen Raum erhält. „Die Schaffung von öffentlichen Trinkbrunnen im Rahmen der Klimaanpassung ist mit Blick auf die zunehmend heißeren Sommer eine Möglichkeit zur Abkühlung und Erfrischung gerade für hitzesensible Menschen wie Schwangere, Kinder oder ältere Menschen – ein aktuelles Thema, dass in den vergangenen Monaten auch in den politischen Gremien der Stadt diskutiert wurde.“ erklärt Geras Klimaschutzmanager Thomas Krauße.

„Die Stadt Gera verfolgt damit weiterhin die Umsetzung des geänderten Wasserhaushaltsgesetzes infolge der EU-Trinkwasser-Richtlinie, das die Zurverfügungstellung von Trinkwasser in der Öffentlichkeit vorsieht. Dass wir in diesem Wettbewerb nun als eine von zwei Thüringer Kommunen ausgewählt wurden, die im Rahmen des Projekts gefördert werden, ist überaus erfreulich und gibt uns mehr Handlungsspielraum, um auch kurzfristig agieren zu können“, ergänzt Michael Sonntag, zuständiger Dezernent für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt. Auf die insgesamt 51 ausgeschriebenen Trinkbrunnen gingen knapp 700 Bewerbungen ein.

Die Stadtverwaltung prüft nun mögliche Standorte, an denen ein solcher Trinkwasserbrunnen errichtet werden kann. Favorisiert wird dabei ein Platz in der Fußgängerzone der Innenstadt, damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt davon profitieren können.

Wasserstoff-Transformation für Jena: Zwei wichtige Meilensteine erreicht

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Die Stadtwerke Jena Netze treiben die Transformation ihrer Erdgasnetze hin zu Wasserstoffnetzen aktiv voran. Gemeinsam mit den Fachexperten DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH aus Leipzig entsteht dazu gerade ein konkreter Fahrplan. In dem Projekt „H2-Transformation“ sind zwei wichtige Meilensteine geschafft: Die Entwicklung des sogenannten Szenariorahmens für die zukünftige Versorgungsaufgabe und die Untersuchung des bestehenden Netzes in Jena und Pößneck auf seine Wasserstofftauglichkeit.

Das Ergebnis: Generell ist bei den etwa 550 Kilometern erdverlegten Rohrleitungen aus Stahl und Kunststoff eine prinzipielle Wasserstofftauglichkeit zu erwarten. Betrachtet wurden außerdem rund 51.700 weitere Anlagenteile im bestehenden Verteilnetz, beispielsweise Gaszähler, Druckregler oder Absperrarmaturen. Hier zeigte sich, dass nach der geplanten Umstellung auf reinen Wasserstoff etwa 50 Prozent dieser Geräte weitergenutzt werden können. Ausgetauscht bzw. angepasst werden müssten vor allem Gaszähler, Mengenumwerter, einzelne Komponenten der Gas-Druckregelanlagen und vereinzelte Hausdruckregler.

„Die Ergebnisse der Netzanalyse bewerten wir als sehr positiv“, sagte Projektleiter Axel Gumprich aus dem Bereich Strategie der Stadtwerke Jena Netze. „Sie bestätigen uns in unserem Eindruck, dass die Wasserstofftransformation für Jena nicht an unserer technischen Ausstattung scheitern wird. Unsere Netze und Anlagen sind zu einem großen Teil schon jetzt H2-ready.“

Der Plan: Ab 2028 erste größere Industrie- und Gewerbekunden mit Wasserstoff versorgen

Die Ergebnisse der Netzanalyse werden nun in die letzte Etappe des Transformationsprojektes einfließen. Darin werden der technische Anpassungsbedarf und die damit verbundenen Investitionen für die Ertüchtigung des bestehenden Gasnetzes ermittelt und in einen Zeitplan überführt. Das soll bis Sommer 2024 abgeschlossen sein.

In Jena sind die Voraussetzungen zur Nutzung von leitungsgebundenem Wasserstoff äußerst günstig: Das geplante Wasserstoff-Kernnetz verläuft unter anderem entlang der Autobahn A4 und bringt den begehrten Brennstoff bis an die Stadttore heran. Dort soll 2027/2028 eine neue Übernahmestation entstehen und den bis dann verfügbaren Wasserstoff ab 2028 von Süden ins städtische Verteilnetz einspeisen. Da im Norden noch eine weitere Übernahmestation für Erdgas vorhanden ist, können beide Gasnetze (zunächst) parallel weiterbetrieben werden.

Entsprechend planen die Stadtwerke Jena Netze, ab 2028 erste größeren Industrie- und Gewerbekunden mit Wasserstoff zu versorgen. Erste Ankerkunden konnten bereits gewonnen werden. Weitere Unternehmen, die ab 2028 grünen Wasserstoff insbesondere als Prozessgas in der Produktion nutzen wollen, werden gebeten, sich bis Ende Juni bei den Stadtwerken Jena Netze zu melden.

Foto: Stadtwerke Jena Gruppe

FH und Uni Erfurt laden zum Hochschulinfotag am 4. Mai ein

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Die Fachhochschule Erfurt und die Universität Erfurt laden am Samstag, 4. Mai 2024, zu ihrem Hochschulinfotag (HIT) ein. Los geht’s um 10 Uhr auf dem Campus der Universität in der Nordhäuser Straße und an allen drei Campus-Standorten der Fachhochschule – Ende ist gegen 14 Uhr.

Dabei präsentieren sich die Studiengänge an verschiedenen Ständen sowie bei Vorträgen. Auf dem Programm stehen auch Labor-, Campus- und Bibliotheksführungen sowie kleine Schnuppervorlesungen. Außerdem ist die Allgemeine Studienberatung dabei, ebenso studentische Hochschulgruppen und das Studierendenwerk mit Tipps zum Wohnen und Finanzieren. Und wer den Studienort Erfurt in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen möchte, kann an diesem Tag auch an einer kostenfreien Stadtführung teilnehmen.

An allen drei Standorten der Fachhochschule Erfurt sind zum Hochschulinfotag die Türen für die Studieninteressierten geöffnet. So können Arbeiten von Studierenden der Fakultät Architektur und Raumplanung in der Schlüterstraße 1 sowie Gewächshaus und Landschaftslehrpark der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst in der Leipziger Straße 77 besichtigt werden. Zudem präsentieren sich alle Fachrichtungen, zentrale Einrichtungen wie der Studierendenrat oder das International Office sowie ausgewählte duale Studienpartner am Hauptcampus Altonaer Straße 25, wo FH-Präsident Prof. Dr. Frank Setzer um 10 Uhr den Hochschulinfotag eröffnet.

Die Universität Erfurt informiert am 4. Mai auch erstmals über einen neuen dualen Studiengang für das Lehramt an Regelschulen. Er soll zum Wintersemester 2024/25 starten. Und sie ergänzt den Hochschulinfotag um ein weiteres Angebot: Während der Schnuppertage vom 10. bis 14. Juni können Studieninteressierte ausgewählte Vorlesungen und Seminare auf dem Campus besuchen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, den dargebotenen Lehrstoff zu verstehen, sondern vielmehr darum, einen Eindruck davon zu gewinnen, was „studieren“ heißt.

Weitere Informationen und das Programm zum Hochschulinfotag sind unter www.hit-erfurt.de zu finden.

Foto: Universität Erfurt

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz: Ein UNESCO-Weltkulturerbe von Weltrang

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Das UNESCO-Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz ist ein beeindruckendes Zeugnis der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts und eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands. Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 142 Quadratkilometern und umfasst eine Vielzahl an Parks, Schlössern und kunstvoll angelegten Gärten in der Region Dessau-Roßlau. Besucher können hier eine einzigartige Verbindung aus Natur, Architektur und Kunst erleben.

Die Entstehung des Gartenreichs
Das Gartenreich geht auf Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau zurück, der zwischen 1740 und 1817 lebte. Inspiriert von der Aufklärung und Reisen nach England, schuf er in seiner Heimat ein Landschaftsensemble, das das Ideal einer harmonischen Einheit von Mensch, Kunst und Natur verkörpert. Dabei ließ sich der Fürst vom Vorbild englischer Landschaftsgärten inspirieren und entwickelte eine neuartige Gartenkunst, die bis heute als bahnbrechend gilt.

Höhepunkte im Gartenreich

Wörlitzer Park
Der Wörlitzer Park ist der bekannteste Teil des Gartenreichs. Er wurde als einer der ersten englischen Landschaftsgärten auf dem europäischen Kontinent gestaltet und besticht durch seine kunstvoll angelegten Wasserläufe, Brücken, Inseln und Bauwerke wie die gotische Villa oder das Venustempelchen. Die Gondelfahrten auf den Kanälen bieten eine besondere Perspektive auf die weitläufige Anlage.

Schloss Wörlitz
Im Herzen des Parks liegt Schloss Wörlitz, ein herausragendes Beispiel klassizistischer Architektur. Es war nicht nur der Wohnsitz des Fürsten, sondern auch ein Ort der Bildung und Begegnung. Besucher können die original erhaltenen Räume und die reiche Kunstsammlung besichtigen.

Luisium
Der Landschaftspark Luisium und das dazugehörige Rokoko-Schlösschen waren ein Geschenk des Fürsten an seine Gemahlin. Der idyllische Park lädt zum Spazierengehen und Verweilen ein.

Schloss und Park Mosigkau
Schloss Mosigkau, ein gut erhaltenes Rokokoschloss, wird oft als „Sanssouci des Ostens“ bezeichnet. Umgeben von einem barocken Garten, ist es ein weiteres Highlight des Gartenreichs.

Oranienbaum und Großkühnau
Der Park Oranienbaum zeichnet sich durch seine holländisch geprägte Gestaltungsweise aus. Schloss Großkühnau hingegen liegt in einer eher naturbelassenen Landschaft und bietet einen schönen Kontrast zu den aufwendig gestalteten Anlagen.

UNESCO-Welterbestatus
Seit 2000 gehört das Gartenreich Dessau-Wörlitz zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Auszeichnung würdigt die herausragende Bedeutung dieser Kulturlandschaft, die die Ideale der Aufklärung auf einzigartige Weise verkörpert. Der Schutz und Erhalt des Gartenreichs sind von großer Bedeutung, um dieses kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren.

Einladung zur Entdeckung
Das Gartenreich lädt Besucher jeden Alters dazu ein, in die faszinierende Welt des 18. Jahrhunderts einzutauchen. Ob Spaziergänge durch die weitläufigen Parks, Besichtigungen der Schlösser oder kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen – hier gibt es für jeden etwas zu entdecken. Kommen Sie nach Dessau-Roßlau und erleben Sie die einzigartige Atmosphäre dieser historischen Kulturlandschaft!

Ines Geipels Analyse der ostdeutschen Gegenwart: Doppeldiktatur und ungelöste Vergangenheiten

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Ines Geipel, ehemalige Spitzensportlerin, Schriftstellerin und Aktivistin, setzt sich seit vielen Jahren mit der komplexen Geschichte Ostdeutschlands auseinander. Auf der Frankfurter Buchmesse sprach sie mit Peter Unfried über ihr neues Buch „Fabelland. Der Osten. Der Westen. Der Zorn. Das Glück.“ und thematisierte dabei zentrale gesellschaftliche Fragen rund um die Lage im Osten Deutschlands, den zunehmenden Populismus und die tief verwurzelte Wut, die viele Menschen dort empfinden. Geipels Analyse der aktuellen Situation verbindet ihre eigenen Erfahrungen mit einem scharfsinnigen Blick auf die historischen und gegenwärtigen Strukturen, die Ostdeutschland bis heute prägen. Besonders wichtig ist ihr dabei der Begriff der „Doppeldiktatur“, der die Verzahnung von Nationalsozialismus und DDR aufgreift und als Schlüssel zum Verständnis der heutigen Herausforderungen in der Region dient.

Geipel betont, dass in Ostdeutschland eine spezifische Form von Geschichte existiert, die als „Zeitkontinuum“ betrachtet werden müsse. Nationalsozialismus, DDR-Diktatur und die Zeit nach der Wende seien in der ostdeutschen Gesellschaft ineinander übergegangen, ohne dass eine wirkliche Aufarbeitung stattgefunden habe. Diese historische Kontinuität erklärt für Geipel viel von der gegenwärtigen Lage, die von einem tiefen Unbehagen und einer verbreiteten Destruktivität geprägt ist. Die Menschen im Osten, so Geipel, hätten in vielerlei Hinsicht das Gefühl, nie wirklich die Gelegenheit bekommen zu haben, sich mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen und daraus eine eigene, stabile Identität zu entwickeln. Stattdessen sei der Osten oft auf eine Opferrolle reduziert worden – eine Erzählung, die sich nach der Wende festgesetzt habe und auf emotionalen, jedoch nicht immer realistischen Einschätzungen basiere.

Ein zentraler Punkt in Geipels Argumentation ist die Kritik an der unzureichenden gesellschaftlichen Aufarbeitung sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. Diese beiden historischen Erfahrungen hätten den Osten tief geprägt, doch es fehle ein breit angelegter Diskurs über die Leidensgeschichten der Opfer. Für Geipel ist das eine gravierende Leerstelle, die es der Gesellschaft schwer macht, die heutige Situation im Osten zu verstehen. Die „Doppeldiktatur“ beschreibt die Überlappung zweier autoritärer Regime, deren Nachwirkungen sich bis heute bemerkbar machen. Ines Geipel sieht diese fehlende Aufarbeitung als einen wesentlichen Grund dafür, warum viele Ostdeutsche eine tiefe Skepsis gegenüber dem demokratischen System und westlichen politischen Eliten entwickelt haben.

Darüber hinaus dekonstruiert Geipel das sogenannte „Opfer-Osten“-Narrativ, das sich seit der Wende etabliert hat und dem Osten eine besondere Leidensgeschichte zuschreibt. Sie bezeichnet dieses Narrativ als eine Ansammlung von „hochemotionalen Falschzählungen“, die auf einer verzerrten Wahrnehmung der Geschichte beruhten. Ein Beispiel dafür seien die offenen Vermögensfragen, die für viele Ostdeutsche zu einem Symbol für Ungerechtigkeit und Ausbeutung durch den Westen geworden sind. Ebenso die Rolle der Treuhand, die in den Augen vieler als Instrument zur Plünderung ostdeutscher Wirtschaftssubstanz gesehen wird. Diese Mythen hätten zu einer tiefen Entfremdung zwischen Ost und West beigetragen und einen produktiven Dialog zwischen den beiden Landesteilen erschwert.

Geipel plädiert in diesem Zusammenhang für einen „neuen Deal“ zwischen Ost und West, der auf realistischen Einschätzungen basieren und die Erzählungen des „Opfer-Ostens“ hinter sich lassen solle. Sie fordert eine ehrliche Auseinandersetzung mit den tatsächlichen historischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten und eine Abkehr von überholten Mythen und Fabeln. Nur so könne ein echter Dialog zwischen den Landesteilen entstehen, der nicht auf Vorwürfen und gegenseitigem Misstrauen basiere, sondern auf einem geteilten Verständnis der Vergangenheit und Gegenwart.

Ein weiteres zentrales Thema in Geipels Buch und Gespräch ist die Frage nach dem Glück und der Destruktion im Osten. Geipel beschreibt den Mauerfall als ein persönliches Glückserlebnis, betont jedoch gleichzeitig, dass sich im Osten eine zunehmend destruktive Grundstimmung breitgemacht habe. Diese Destruktivität gehe weit über einfache Wut hinaus, sie sei Ausdruck eines tiefen Hasses und einer echten Ablehnung des bestehenden politischen und gesellschaftlichen Systems. Für Geipel ist diese Entwicklung besorgniserregend, denn sie sieht in ihr das Potenzial für noch größere gesellschaftliche Spannungen und eine weitere Radikalisierung großer Teile der ostdeutschen Bevölkerung.

Ein wichtiger Faktor in dieser Entwicklung ist laut Geipel die Rolle des Westens. Sie kritisiert die Lethargie und Ratlosigkeit vieler westdeutscher Politiker und Intellektueller, die oft nicht bereit oder in der Lage seien, sich mit den spezifischen Problemen des Ostens auseinanderzusetzen. Der Westen habe lange Zeit die Auffassung vertreten, dass der Osten irgendwann von selbst „aufholen“ werde, ohne dass es einer aktiven Unterstützung bedürfe. Doch diese Haltung habe sich als falsch erwiesen, denn sie habe dazu geführt, dass viele Ostdeutsche sich von der gesamtdeutschen Gesellschaft ausgeschlossen fühlten. Geipel fordert daher ein Umdenken im Westen, der die Verantwortung für die gesamtdeutsche Einheit und die damit verbundenen Herausforderungen ernst nehmen müsse.

Ein weiterer Aspekt, den Geipel in ihrem Gespräch aufgreift, ist der Vergleich der 68er-Bewegung in Ost und West. Während die 68er im Westen zu einer Öffnung und Liberalisierung der Gesellschaft geführt hätten, sei die Bewegung im Osten gescheitert und habe zu einer noch stärkeren Repression geführt. Dieser unterschiedliche Verlauf der Geschichte habe auch nach der Wende Auswirkungen auf das Selbstverständnis der Menschen in beiden Landesteilen. Während im Westen die 68er-Revolte als Befreiungsbewegung gefeiert werde, sei sie im Osten mit Enttäuschung und Ernüchterung verbunden. Auch dies trage zur heutigen Entfremdung zwischen Ost und West bei.

Besonders kritisch sieht Geipel die fehlende Aufarbeitung der DDR-Diktatur im Westen. Sie beklagt, dass die Opfer der DDR-Diktatur in der westdeutschen Denkkultur kaum eine Rolle spielen. Es gebe wenig Wissen über die verschiedenen Opfergruppen und ihre Schicksale, was dazu führe, dass der Westen die historischen Erfahrungen der Ostdeutschen oft nicht nachvollziehen könne. Diese Unkenntnis trage dazu bei, dass viele Ostdeutsche das Gefühl hätten, ihre Geschichte werde im gesamtdeutschen Diskurs nicht angemessen berücksichtigt.

Geipel zieht aus ihrer Analyse mehrere Schlussfolgerungen. Sie sieht den Osten Deutschlands in einer fragilen Situation, in der sich Ratlosigkeit in Wut und Destruktivität entlädt. Die unzureichende Aufarbeitung der Diktaturgeschichte und die Dominanz des „Opfer-Osten“-Narrativs verhindern ihrer Meinung nach einen konstruktiven Dialog zwischen Ost und West. Doch auch der Westen trägt nach Geipels Ansicht eine Mitverantwortung für die aktuelle Lage. Er müsse sich endlich seiner Rolle im Prozess der Wiedervereinigung bewusst werden und Verantwortung für die ungelösten Probleme im Osten übernehmen.

Ein „neuer Deal“ zwischen Ost und West sei daher dringend notwendig, so Geipel. Dieser müsse auf Ehrlichkeit, Verständnis und Solidarität basieren. Nur durch einen offenen und ehrlichen Diskurs über die Geschichte und die aktuellen Probleme des Ostens könne die Kluft zwischen den Landesteilen überwunden werden. Dabei gehe es nicht nur darum, historische Wahrheiten ans Licht zu bringen, sondern auch darum, konkrete politische und gesellschaftliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation im Osten zu verbessern.

Als konkrete Handlungsempfehlungen schlägt Geipel vor, die ostdeutsche Zivilgesellschaft zu stärken und Initiativen zu fördern, die sich für Demokratie und Toleranz einsetzen. Zudem müsse das Wissen über die DDR-Diktatur und ihre Opfer insbesondere an die jüngere Generation vermittelt werden, um das historische Bewusstsein zu schärfen und Vorurteile abzubauen. Der Westen müsse schließlich Verantwortung übernehmen und Solidarität mit dem Osten zeigen, um eine nachhaltige Annäherung zu ermöglichen.

Ines Geipels Beitrag ist nicht nur eine Analyse der gegenwärtigen Lage im Osten Deutschlands, sondern auch ein leidenschaftlicher Appell für eine erneuerte gesamtdeutsche Solidarität. Sie fordert eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Problemen des Ostens und betont, dass nur durch einen neuen Dialog auf Augenhöhe die Spaltung zwischen Ost und West überwunden werden kann.

Kapazitätsengpässe im Stromnetz der Stadtwerke Oranienburg

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Oranienburg. Die Stadtwerke Oranienburg GmbH haben am Montag die Bundesnetzagentur darüber informiert, dass im vorgelagerten Hochspannungsnetz keine ausreichende Leistung für die wachsende Stadt Oranienburg zur Verfügung gestellt werden kann. „Damit sind die Versorgungsmöglichkeiten in der Stadt Oranienburg ausgeschöpft“, sagt Peter Grabowsky, Geschäftsführer der Stadtwerke. Die schon seit über einem Jahr angeforderte zusätzliche Kapazität kann am Umspannwerk des vorgelagerten Hochspannungsnetzbetreibers dem Stromnetz in Oranienburg nicht bereitgestellt werden.

Der Lieferengpass aus dem vorgelagerten Hochspannungsnetz hat jetzt Auswirkungen auf aktuelle Anschlussbegehren im Versorgungsgebiet der Stadtwerke in der Oranienburger Kernstadt sowie im Ortsteil Sachsenhausen. Um das Stromnetz in Oranienburg weiter stabil zu halten, können die Stadtwerke ab sofort keine Neuanmeldungen oder Leistungserhöhungen von Hausanschlüssen mehr genehmigen. Dies betrifft beispielsweise den Anschluss von Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur. Auch neue Gewerbe- und Industrieflächen können derzeit nicht an das Netz angeschlossen und mit Strom beliefert werden. Bestehende Verträge sind von den Maßnahmen nicht betroffen.

„Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich. Sie ist für alle Beteiligten sehr ärgerlich. Die Stadtwerke arbeiten zusammen mit der Hochspannungsnetzbetreiberin E.DIS Netz mit Hochdruck an einer Zwischenlösung, um den Engpass zu beseitigen, bis der Neubau des Umspannwerks der Stadtwerke Oranienburg in Betrieb gehen kann. Der Neubau wird die Versorgungssicherheit in Oranienburg gewährleisten. Wir danken der Stadt und insbesondere Bürgermeister Alexander Laesicke, der uns bei den Gesprächen mit E.DIS begleitet hat, für die Unterstützung“, sagt Peter Grabowsky. Zudem würden die Stadt Oranienburg, die Stadtwerke und der Aufsichtsrat Hand in Hand daran arbeiten, die derzeitige Versorgungslücke zu schließen.

„Der Strombedarf unserer wachsenden Stadt hat sich enorm entwickelt, schneller, als es in der Vergangenheit vorausgesehen wurde. Hier zeigt sich die Herausforderung, die Infrastruktur genauso schnell auszubauen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Stadtentwicklung nicht komplett auszubremsen, sondern ausreichend Leistung zur Verfügung zu stellen, für unsere großen Industrieunternehmen, genau wie für private Häuslebauer“, betont Bürgermeister Alexander Laesicke.

Zum erhöhten Strombedarf hat unter anderem das starke wirtschaftliche Wachstum, der Zuzug von Neubürgern nach Oranienburg sowie der verstärkte Einbau von Wärmepumpen geführt. Die Stadtwerke Oranienburg treiben seit 2023 den Neubau eines eigenen Umspannwerks voran, das voraussichtlich Ende 2026 den Betrieb aufnehmen wird. Dieses wird eine deutlich erhöhte Stromabnahme aus dem Hochspannungsnetz ermöglichen. Für den Neubau haben die Stadtverordneten am Montag mit ihrem Haushaltsbeschluss für das laufende Jahr insgesamt 13,8 Millionen Euro als Eigenkapital zur Verfügung gestellt.

„Wir müssen jetzt schnellstmöglich Mittel und Wege finden, den Missstand zu beseitigen. Für die Kernstadt von Oranienburg und Sachsenhausen würde es sonst bedeuten, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht mehr bauen können. Mit dem Haushaltsbeschluss haben wir den Startschuss für das neue Umspannwerk gegeben. Ich denke, wir werden auch Möglichkeiten finden, um den Kapazitätsengpass zu beseitigen“, sagt Burkhard Wilde, der als Aufsichtsratsmitglied das Projekt eng begleitet.

Zum Kapazitätsengpass wurde neben der Bundesnetzagentur auch die untere Baubehörde des Landkreises Oberhavel von den Stadtwerken informiert.

Foto: Stadtwerke Oranienburg

Deponie Ihlenberg startet Neuausrichtung als Umwelt-Kompetenzzentrum

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Auf dem Gelände der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (IAG) hat heute Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV, gemeinsam mit Geschäftsführer Henry Forster, dem Aufsichtsrat und Beschäftigten des Unternehmens den Grundstein für ein zweigeschossiges Multifunktionsgebäude gelegt. Es wird als zentrales Bürogebäude für die IAG und die sich im neuen Gewerbepark der Deponie ansiedelnden Unternehmen fungieren.

„Die Grundsteinlegung für das Multifunktionsgebäude ist gleichzeitig der Startschuss für eine Neuausrichtung der IAG. Die Ablagerung von überwiegend mineralischen Abfällen, wenn auch in geringeren Mengen, wird weiterhin ein Geschäftsfeld bleiben. Doch es kommen neue Geschäftsfelder hinzu. Heute setzen wir eine Transformation des Standortes in Gang. Künftig soll mit den Gemeinden Selmsdorf und Schönberg vermehrt auf regionale Sektorenkopplung im Energiebereich gesetzt werden. Hier sollen grüner Strom, grüne Wärme und Wasserstoff im großen Maßstab durch Solarthermie, Windkraft aus der Nähe und Photovoltaik hergestellt werden. Diese Energie soll auch vor Ort gespeichert und verbraucht werden. Davon profitieren nicht nur die umliegenden Gemeinden, sondern auch die Unternehmen, die sich im 90.000 Quadratmeter großen Gewerbegebiet ansiedeln werden“, sagte Minister Backhaus im Rahmen der feierlichen Zeremonie.

Und ergänzte: „Hier werden künftig Kreislaufwirtschaft und Reststoffverwertung großgeschrieben. Bereits heute produziert die IAG durch die Verbrennung des Deponiegases in den Blockheizkraftwerken mehr Energie als sie selbst verbraucht. Durch die flexible Bereitstellung von Büroräumen und weiterer Infrastruktur wie Kantinen, Besprechungsräumen, Wachschutz sowie günstiger Energie wird die Attraktivität des Standortes deutlich erhöht. Neue Unternehmen benötigen keine eigenen Verwaltungsgebäude mehr, sondern profitieren von der vorhandenen Infrastruktur. Ich bin zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Firmen, etwa in Coworking-Spaces, zu Synergien und damit zu einem Standort führen wird, an dem Umwelttechnologien und Kreislaufwirtschaft Hand in Hand gehen und Innovationen entstehen lassen.“

Die IAG investiert 13 Millionen Euro in dieses Gebäude. Dabei entsteht eine Geschossfläche von 3.600 Quadratmeter auf zwei Vollgeschossen. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant. Bei der Bauplanung und der Auswahl der Baustoffe wurde besonders auf nachwachsende Rohstoffe geachtet. So kommen etwa Holzrahmenbauwände mit Recycling- Dämmstoff aus Zelluloseflocken zum Einsatz. Teile der Holzfassade bestehen aus heimischer Weißtanne.

„Auf Basis erneuerbaren Energien wie Solar, Wind, Wasserstoff und Biomasse werden wir einer der größten Energieversorger der Region“, erklärte IAG-Geschäftsführer Henry Forster. Beispielsweise sei es geplant, auf bis zu 50 Hektar Deponiefläche Photovoltaikanlagen zu errichten. Ein von der IAG in Auftrag gegebenes Energiekonzept sieht in einem ersten Schritt die Installation von PV-Modulen auf einer Fläche von 17 Hektar bis 2026 vor. Die günstige grüne Energie sei ein „starkes Argument“ für die Ansiedlung von Unternehmen im Deponie-Gewerbepark, der Platz für etwa zwölf Firmen bietet. Geschäftsführer Forster wirbt vor allem private Investoren, die am Ihlenberg eine Kreislaufwirtschaft aufbauen helfen, um bei der Entsorgung anfallende hochwertige Materialien aufzubereiten und der Wiederverwertung zuzuführen. So rechne die Branche laut Forster damit, in den kommenden Jahren allein etwa 30.000 Rotorblätter von Windkraftanlagen zu entsorgen. Auch eine Vielzahl von Solaranlagen stehe bald zum Tausch. Am Ihlenberg sollen Innovationen für die Umwelt vorangetrieben werden. Willkommen seien aber auch energieintensive Firmen, die Prozesswärme oder Strom benötigen.

„Unsere Ansiedlungsbedingungen sind bundesweit einzigartig“, unterstrich Henry Forster und fasste zusammen: „Wer zu uns kommt, kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Wir bieten moderne Büroräume und günstige grüne Energie. Unsere Grundstücke müssen nicht erworben werden, eine Langzeitpacht ist möglich. Denkbar ist zudem eine finanzielle Beteiligung der IAG an innovativen Unternehmen.“

Und noch eine positive Nachricht gab es vom Ihlenberg. Geschäftsführer Forster verkündete, dass die IAG mit der Unterstützung aus dem Landratsamt rechne, einen Wertstoffhof für die Bürger der umliegenden Ortschaften einrichten zu dürfen. Sperrmüll, Grünschnitt, Papier und Elektroabfälle aus den Haushalten könnten dann u.a. auf kurzem Weg der umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden.