FH und Uni Erfurt laden zum Hochschulinfotag am 4. Mai ein

Die Fachhochschule Erfurt und die Universität Erfurt laden am Samstag, 4. Mai 2024, zu ihrem Hochschulinfotag (HIT) ein. Los geht’s um 10 Uhr auf dem Campus der Universität in der Nordhäuser Straße und an allen drei Campus-Standorten der Fachhochschule – Ende ist gegen 14 Uhr.

Dabei präsentieren sich die Studiengänge an verschiedenen Ständen sowie bei Vorträgen. Auf dem Programm stehen auch Labor-, Campus- und Bibliotheksführungen sowie kleine Schnuppervorlesungen. Außerdem ist die Allgemeine Studienberatung dabei, ebenso studentische Hochschulgruppen und das Studierendenwerk mit Tipps zum Wohnen und Finanzieren. Und wer den Studienort Erfurt in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen möchte, kann an diesem Tag auch an einer kostenfreien Stadtführung teilnehmen.

An allen drei Standorten der Fachhochschule Erfurt sind zum Hochschulinfotag die Türen für die Studieninteressierten geöffnet. So können Arbeiten von Studierenden der Fakultät Architektur und Raumplanung in der Schlüterstraße 1 sowie Gewächshaus und Landschaftslehrpark der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst in der Leipziger Straße 77 besichtigt werden. Zudem präsentieren sich alle Fachrichtungen, zentrale Einrichtungen wie der Studierendenrat oder das International Office sowie ausgewählte duale Studienpartner am Hauptcampus Altonaer Straße 25, wo FH-Präsident Prof. Dr. Frank Setzer um 10 Uhr den Hochschulinfotag eröffnet.

Die Universität Erfurt informiert am 4. Mai auch erstmals über einen neuen dualen Studiengang für das Lehramt an Regelschulen. Er soll zum Wintersemester 2024/25 starten. Und sie ergänzt den Hochschulinfotag um ein weiteres Angebot: Während der Schnuppertage vom 10. bis 14. Juni können Studieninteressierte ausgewählte Vorlesungen und Seminare auf dem Campus besuchen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, den dargebotenen Lehrstoff zu verstehen, sondern vielmehr darum, einen Eindruck davon zu gewinnen, was „studieren“ heißt.

Weitere Informationen und das Programm zum Hochschulinfotag sind unter www.hit-erfurt.de zu finden.

Foto: Universität Erfurt

DDR-Alltag im Januar 1990 zwischen Wirtschaftsreform und Massenabwanderung

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn man auf die erste Januarwoche des Jahres 1990 blickt, sieht man eine Gesellschaft, die versucht, in der Auflösung so etwas wie Normalität zu simulieren. Teaser: Die Zahlen, die das Bundesinnenministerium zu Jahresbeginn veröffentlicht, sind mehr als nur Statistik. Über 343.000 Menschen haben die DDR im Jahr 1989 verlassen. Das ist der Hintergrund, vor dem sich in diesen Tagen alles abspielt. Während die großen politischen Räder drehen – die SED zieht sich aus der Armee zurück, neue Parteien formieren sich für den Mai – versucht die Verwaltung, den Alltag zu organisieren. Es ist eine seltsame Mischung aus großer Geschichte und kleinteiliger Regulierung. Da wird einerseits ein Wechselkurs von 3:1 festgelegt, andererseits treten detaillierte Regeln für den ambulanten Handel in Kraft. Man darf jetzt Waldfrüchte ohne Genehmigung verkaufen, muss aber für selbstgebastelte Waren Preise beantragen. In Gransee gründen sich Mittelstandsverbände, während in Bitterfeld zum ersten Mal ein Umweltbeauftragter versucht, das Ausmaß der Schäden zu erfassen. Gleichzeitig endet in Berlin ein Stück der Nach-Mauerfall-Ausnahme: Die kostenlose Fahrt in Bus und Bahn für DDR-Bürger ist vorbei. Zwei Mark kostet das Ticket jetzt. Es sind diese kleinen Momente, in denen die neue Realität greifbar wird, jenseits der großen runden Tische. Reiseführer sind auf beiden Seiten ausverkauft. Die Menschen wollen wissen, wo sie eigentlich leben und wohin sie jetzt fahren können. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Januar 1990 markiert den Punkt, an dem aus dem politischen Protest des Vorjahres eine administrative Transformation wird. Teaser: Die Nachrichtenlage der ersten Januarwoche liest sich wie ein Inventarbericht eines Staates im Umbau. Mit der Einrichtung eines Ministeriums für Umwelt und Naturschutz und der Benennung von Umweltbeauftragten in Regionen wie Bitterfeld reagiert die Führung auf die offensichtlichen ökologischen Defizite. Es ist der Versuch, staatliche Strukturen an die Forderungen der Bürger anzupassen. Wirtschaftlich beginnt mit dem Kurs von 3:1 und neuen Handelsbestimmungen eine Phase der Monetarisierung. Der "Verband der mittelständischen privaten Betriebe", der sich in Gransee gründet, steht symbolisch für das Ende der reinen Planwirtschaft. Politisch ist der Rückzug der SED-Parteiorganisationen aus der NVA und den Grenztruppen das vielleicht wichtigste Signal dieser Tage. Die Entflechtung von Partei und bewaffneten Organen ist die Grundvoraussetzung für die anstehenden freien Wahlen. In den Buchhandlungen sind Reiseführer Mangelware. Das Interesse an der eigenen, nun offenen Geografie übersteigt das Angebot bei weitem. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Zwischen dem Ende der Gratis-Fahrten in Westberlin und den neuen Preisen für den ambulanten Handel kommt die Marktwirtschaft in kleinen Schritten an. Teaser: Während die Politik sich auf den Mai vorbereitet und Programme schreibt, schafft die Realität Fakten. 343.000 Menschen weniger in einem Jahr – diese Zahl steht über allem. Die Reaktion ist eine Mischung aus Liberalisierung und dem Versuch, die Kontrolle zu behalten. Jeder Schritt, von der Preisbewilligung für Handwerkswaren bis zum ersten Umweltbeauftragten in Bitterfeld, erzählt von der Suche nach neuen Regeln. Die alte Ordnung gilt nicht mehr, die neue ist noch nicht geschrieben.