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Mobilitätsoffensive des Landes MV – mehr Züge und bessere Anschlüsse

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Rostock. Stündliche Verbindung zwischen Rostock und Neustrelitz – Anschluss in Neustrelitz ermöglicht stündliche Fahrten von Rostock nach Berlin und umgekehrt

Seit heute profitieren Fahrgäste von der neuen Regional-Express-Linie RE50 zwischen Rostock, Güstrow, Waren und Neustrelitz. MV-Verkehrsminister Reinhard Meyer reagiert auf die gestiegene Nachfrage infolge des Deutschlandtickets.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern, das diese neue Verbindung bei DB Regio Nordost bestellt hat, stärkt damit im Rahmen der Mobilitätsoffensive MV die Attraktivität des ÖPNV sowohl für Berufspendlerinnen und -pendler als auch für den Freizeitverkehr. Die RE50 ist Bestandteil des Verkehrsvertrages Warnow und dessen Folgevertrag ab Dezember 2024. Zum Einsatz kommen fünfteilige TALENT 2 Fahrzeuge, wie sie auch auf der S-Bahn Rostock unterwegs sind. Diese Fahrzeuge werden für den Start des neuen Verkehrsvertrags sukzessive umgebaut und direkt im Anschluss wieder eingesetzt, sodass Fahrgäste künftig in immer mehr Fahrzeugen einen frischen Look, moderne Fahrgastinformationsdisplays, Steckdosen, WLAN und unterhaltsame Inhalte im Zugportal genießen können. Die ersten drei modernisierten Fahrzeuge sind bereits seit Mitte März regulär auf der S-Bahn und jetzt auch auf der neuen RE50 im Einsatz.

Verkehrsminister Reinhard Meyer betonte: „Rechtzeitig vor den Maifeiertagen geht es los. Das Nahverkehrsangebot auf der Strecke Rostock-Güstrow-Neustrelitz wird ausgeweitet. Damit gibt es nun stündlich eine Fahrt zwischen Rostock und Neustrelitz. Das Land hat die wichtige Leistungsausweitung im Rahmen seiner Mobilitätsoffensive geplant und bestellt. Der starke Nachfragezuwachs, der mit dem Deutschland-Ticket einhergeht, erfordert eine Kapazitätserhöhung des Angebotes im SPNV in Mecklenburg-Vorpommern.“

Daniel Bischof, Geschäftsführer VMV-Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, sagte: „Wir kommen dem langersehnten Bürgerwunsch nach, eine spürbare Angebotslücke auf einer unserer wichtigsten Strecken endlich zu schließen. Mit der neuen Linie RE50 verbinden wir die touristischen Regionen der Ostseeküste mit der Mecklenburgischen Seenplatte und bieten Anschluss in die Metropolregion Berlin hinein. Das alles besser und öfter als zuvor.“

Carsten Moll, Chef der DB Regio Nordost, ergänzte: „Mein Dank geht an das Land und die VMV. Mecklenburg-Vorpommern braucht eine starke Schiene, wir verfolgen da gemeinsam das gleiche Ziel. Denn mehr Bahnangebot ist gut für die Menschen, die regionale Entwicklung und den Klimaschutz. Mit dem neuen RE50 und unseren modernisierten, klimatisierten und barrierefreien Zügen kommen wir auf diesem gemeinsamen Weg einen weiteren großen Schritt voran.“

Bessere Anschlüsse nach Berlin und Rostock
Mit der neuen Linie RE50 haben Reisende nun in Neustrelitz zweistündlich Anschluss an den RE5 aus Stralsund in Richtung Berlin. Zusammen mit den alle zwei Stunden verkehrenden Zügen des RE5 aus Rostock bietet sich tagsüber nun jede Stunde die Möglichkeit, von der Hansestadt in die Hauptstadt zu reisen. Die Linie RE50 hält an allen gewohnten RE5-Stationen entlang der Strecke, sodass weitere Orte – darunter Güstrow und Waren (Müritz) – von der Ergänzung des Fahrplans in Richtung Hauptstadt profitieren. Selbstverständlich kommt diese Taktverdichtung auch umgekehrt den Reisenden aus Berlin und allen Orten entlang der Strecke in Richtung Rostock zugute.

Die Fahrplanauskunft „MV FÄHRT GUT“
Mit der kostenlosen, landesweiten Fahrplan-App „MV FÄHRT GUT“ für Mecklenburg-Vorpommern erhalten Sie alle Fahrplandaten der neuen RE50.

20 Jahre Köstritzer Spiegelzelt – Spielzeit 2024 vom 01. Mai – 16. Juni

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Weimar. Zwei Dekaden lang unterhält das Köstritzer Spiegelzelt bereits Weimarer und Besucher aus ganz Deutschland mit Musik, Theater und Kabarett. 20 Jahre, in denen ca. 300 unterschiedliche KünstlerInnen, Ensembles und Bands aufgetreten sind. Das Köstritzer Spiegelzelt ist das zweitgrößte privat finanzierte Festival in Thüringen.

DIE ANFÄNGE BIS HEUTE
Die Idee des Spiegelzeltes als Veranstaltungsort entsprang aus der Zeit, als Martin Kranz und Christoph Drescher noch Teil des Leitungsteams des Weimarer Kunstfestes waren. Dafür ließen sie 2003 erstmalig ein Spiegelzelt vor dem Stadtschloss in Weimar aufstellen.
Das Format und der flexible Einsatz so eines „fliegenden Baus“ begeisterte die Besucher. Dazu kam die geradezu magische Atmosphäre des Spiegelzeltes aus hochwertigem Eichenholz mit rotem Samthimmel, bunten Glasfenstern, Säulen mit geschliffenen Spiegeln, diskrete Logenplätze und die direkte Nähe zum Geschehen auf der Bühne, von jedem Platz in der runden Arena.
Daraus entstand die Idee eines eigenständigen Festivals. Am 12. Juni 2004 eröffnet das erste Spiegelzelt-Festival und dauerte bis 25. Juli 2004. Damals wie heute sind uns Künstler wie Tim Fischer, Andreas Rebers, Gustav Peter Wöhler und Maren Kroymann treu geblieben.
Auch Malediva, Desirée Nick, Etta Scollo und viele andere kamen nach der ersten Saison oft und gern. Unvergessen sind das Konzert mit Ute Lemper in 2019 zusammen mit dem Weimarer Republik e.V., der Benefizabend mit Eckart von Hirschhausen in Kooperation mit der Kirchenzeitung GLAUBE + HEIMAT zu Gunsten der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN in 2017, die Swing-Abende mt dem Ray Collins‘ Hot-Club.
Regelmäßig beherbergte das Spiegelzelt auch Gastveranstaltungen, darunter die Beneficusgala des Kinderhospiz Mitteldeutschland, der Sommernachtsball der Weimarer Serviceclubs, das Sommerfest des Weimarer Klinikums, Geburtstage, Firmenfeiern oder ein Benefizevent des Weimarer Sports. Im Sommer 2021 gab es sogar ein viertägiges Spiegelzelt Open-Air im Weimarhallenpark.
Die Unterstützer, wie die Köstritzer Schwarzbierbrauerei als Hauptsponsor sowie der MDR und die Thüringer Tageszeitungen der Funke Mediengruppe Thüringen sind seit dem ersten Tag als Medienpartner dabei. Radio Lotte spielt als lokaler Radiosender eine wichtige Rolle.

Intendant und Produzent Martin Kranz hat das Köstritzer Spiegelzelt mitbegründet und seitdem durch Höhen und Tiefen geführt. „Voller Dankbarkeit blicke ich auf 20 Jahre Köstritzer Spiegelzelt zurück. Aus einer Vision wurde Realität. Ein jährliches Festival, das von Weimarern und Touristen gleich gut angenommen wird. Immer wieder gab es auch Herausforderungen zu bewältigen, von denen die Jahre 2020 und 2021 die größten waren. Von den zwei Jahren Spielverbot haben wir und auch andere kulturelle Einrichtungen sich noch immer nicht ganz erholt.  Mein großer Dank geht daher an mein Team, alle Partner und Sponsoren sowie natürlich die Künstler und das Publikum, die dem Spiegelzelt-Festival die Treue gehalten haben. Ich bin dankbar für all die interessanten Begegnungen, Gespräche und Freundschaften, die die Arbeit mit dem Spiegelzelt Festival hervorgebracht hat. Dieses Jahr freue ich mich über die vielen neuen Programme und bekannten Künstler:innen, die wir dem Publikum präsentieren können und wünsche viel Vergnügen!“

 

Programmheft von 2004 gesucht – 1. Einsender gewinnt Tickets.

Wer noch ein Programmheft des ersten Köstritzer Spiegelzelt Festivals zuhause findet und entbehren kann, schicke dieses bitte zu. Der/die erste Einsender/in erhält dieses Jahr dafür 2 Tickets für eine Vorstellung seiner/ihrer Wahl (je nach Verfügbarkeit)


DAS SPIEGELZELT
Seit dem ersten Tag liefert eine belgische Firma das Spiegelzelt an. Seit mehreren Generationen baut und verleiht Magic Mirrors seine mobilen Theater- und Festzelte nach historischem Vorbild. Die Spiegelzelte dienten Anfang des 20. Jahrhunderts vornehmlich als Tanzpaläste (danspaleis) oder als Ort der Weinverkostung an der belgischen Küste in der Sommerfrische.
Im Laufe der Jahre wuchsen das Zelt und auch die Laufzeit. Aus fünf Wochen sind knapp sieben geworden. Während das erste Spiegelzelt Platz für 270 Gäste hatte, fasst das aktuelle Modell inzwischen 520. Es gehört zu den größten mobilen Spiegelzelten in Europa.
Der angestammte Platz am Goethepark reicht trotzdem aus.
Dabei übertrifft das Zelt seit 2011 in mehreren Dimensionen die vorherigen Modelle: Die 40 Tonnen schwere Konstruktion wird in zwei LKWs nach Weimar gebracht, statt, wie vorher, in einem. Die Aufbauzeit verdoppelt sich ebenfalls von 1,5 auf drei Tage. 10 Zeltbauer setzen die mehr als 6.000 Einzel- und Kleinteile zu einem verzauberten Ort aus Spiegeln, Holz und Samtvorhängen zusammen, in dem 520 Personen Platz finden. Somit erreicht das neue Spiegelzelt in Weimar „Hauptstadtmaße“, wie beispielsweise das „tipi am Kanzleramt“ in Berlin.
650 qm Zeltplane bedecken 530 qm Zuschauerraum. Die Bretter, die die Welt bedeuten, also die Bühne, umfasst mit knapp 50 qm ebenfalls 20% mehr Fläche.
Kilometerweise Kabel müssen verlegt und eine Sound- und Lichtanlage für verschiedenste Anforderungen eingebaut werden.

AKTUELLE KÜNSTLER-NEWS
Abschiedstouren: Sowohl Ennio Marchetto als auch Christine Prayon absolvieren in diesem Jahr ihre letzten Auftritte, bevor sie sich ins Privatleben zurückziehen.
Ennio Marchettos Erfolg begann 1990 beim Edinburgh Fringe Festival. Er tourte mit seinen „Living Paper Cartoons“ durch Großbritannien und die Welt, insgesamt 70 Länder, trat 2001 sogar bei Elton Johns „White Tie &Tiara Ball“, einer wichtigen AIDS-Spendenveranstaltung, auf.
Christine Prayon startete vor etwa 30 Jahren als Schauspielerin in Serien und Filmen und steht seit etwa 20 Jahren als Kabarettistin auf der Bühne.
Maren Kroymann erhielt Anfang April das Bundesverdienstkreuz. Kulturstaatsministerin Claudia Roth schlug 12 Kulturpersönlichkeiten als „wichtige Vorbilder für die Menschen in unserem Land“ vor, darunter Maren Kroymann.
Der Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland und wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen. Im Spiegelzelt arbeiten sich Maren Kroyman und Band lustvoll und geistreich sowohl durch die musikalischen Edelsteine der 60er Jahre als auch durch das ideologische Geröll.
Willy Astor hat dieses Jahr ein Kochbuch herausgebracht: „Wir sehen uns vorm Gericht“. Kurzweilige Literatur mit Rezepten von Prominenten.

Einige Jubilare im Überblick
Salut Salon – 20 Jahre
Vocal Sampling – 30 Jahr Jubiläumstour
Maybebop – 20 Jahre
Stern Combo Meissen – 60 Jahre
Maren Kroymann – „50 Jahre Pubertät“
MEDLZ – 25 Jahre Best Of
Gustav Peter Wöhler Band – 25 Jahre
Anna Mateur – 20 Jahre 

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk für die Stern Combo Meissen zum 60.
Erstmalig im Köstritzer Spiegelzelt zu Gast ist die Stern Combo Meissen. Sie ist eine der ältesten noch bestehenden Rockbands Deutschlands und gründete sich 1964 – vor 60 Jahren (!). Aus dieser Zeit sind heute noch Bandchef und -gründer Martin Schreier und Manager Detlef Seidel an Bord. Dieses Jahr beginnt die Jubiläumstour im Köstritzer Spiegelzelt.
Gratulieren möchte der Kultband auch die Porzellanmanufaktur Meissen. Ronald Schneider, ein gebürtiger Meissner in Erfurt, der schon lange Meissener Porzellan sammelt, sowie Evelyn Bocklisch, seit 30 Jahren Managerin der Weimarer Meissen Boutique, initiierten ein einmaliges Geschenk, das am 11. Mai während des Konzerts im Spiegelzelt übergeben wird.

„Zum 20. Jubiläum des Köstritzer Spiegelzeltes gratulieren wir als Partner der ersten Stunde herzlich! In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich das Festival zu einem festen Bestandteil der Thüringer Kultur entwickelt. Gäste reisen nicht nur aus Thüringen, sondern auch von weit her an, was das Festival zu einem wichtigen Faktor für den Tourismus macht. Das Köstritzer Spiegelzelt ist nicht nur für seine Unterhaltung bekannt, sondern auch ein Ort, an dem man genießt, sich trifft, lacht und künstlerische Vielfalt erlebt. Unsere erfrischenden Köstritzer Biere, allen voran unser beliebtes Schwarzbier, begleiten die Besucher dabei. Im Jubiläumsjahr wird natürlich auch der von uns gestiftete Publikumspreis “Marlene” erneut verliehen. Der begehrte Preis ehrt den beliebtesten Künstler der Saison und spiegelt die Begeisterung und Wertschätzung des Publikums wider. Wir sind sicher, dass das Köstritzer Spiegelzeltfestival im Jubiläumsjahr mit seinem vielfältigen Programm und der besonderen Atmosphäre die Herzen der Menschen erreichen wird“, so Uwe Helmsdorf, Geschäftsführer der Köstritzer Schwarzbierbrauerei.

Titelfoto: Eröffnungspressekonferenz 2024: v.l.n.r. Gerlinde Sommer (Chefredakteurin TLZ), Martin Kranz (Intendant + Produzent Köstritzer Spiegezelt), Uwe Helmsdorf (Geschäftsführer Köstritzer Schwarzbierbrauerei heute), Frank Siegmund (Geschäftsführer Köstritzer Schwarzbierbrauerei 2004)
Tickets zu den Veranstaltungen 2024 gibt es hier: KLICK

Wärmeplan für Jena wird erstellt

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Wie können Jenaer Gebäude künftig ohne fossile Brennstoffe geheizt werden?

Jena. Seit dem Jahresbeginn treibt die Stadt Jena ein wegweisendes Zukunftsprojekt voran. Es widmet sich der Frage, wie die Jenaer Gebäude künftig geheizt werden sollen, wenn keine fossilen Energieträger wie Erdgas, Öl und Kohle mehr zur Verfügung stehen. Bereits im 3. Quartal 2023 ging der dazugehörige Fördermittelbescheid ein und im Dezember letzten Jahres erfolgte schließlich die Auftragsvergabe. Jetzt fand das erste von mehreren Akteurstreffen statt.

Ziel der Kommunalen Wärmeplanung

Mithilfe der kommunalen Wärmeplanung soll festgestellt werden, wie viel Wärme aktuell vor Ort benötigt wird, wie sich der Wärmebedarf entwickelt und mit welchen Wärmequellen und Infrastruktur die Wärme zukünftig bereitgestellt werden kann – und zwar klimaneutral. Damit ist sie ein wichtiges strategisches Planungsinstrument der Kommune zur langfristigen Gestaltung der Wärmeversorgung. Christian Gerlitz, Bürgermeister und Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt ergänzt: „Der Energiemarkt ist unglaublich dynamisch geworden. Sehr viele Menschen sind verunsichert, wenn es um die Frage geht, ob eine neue Heizung eingebaut werden soll und wenn ja, welche. Unser Ziel ist es daher, mit der Wärmeplanung mehr Planungs- und Investitionssicherheit für Bürger und Unternehmen der Stadt Jena zu schaffen.“

Hierfür werden Wärmenetzgebiete und Gebiete für dezentrale Wärmeversorgung auf Basis einer Bestands- und Potenzialanalyse ausgewiesen, um eine möglichst kosteneffiziente und klimaneutrale Versorgung zu gewährleisten. Ein Strategie- und Maßnahmenkatalog soll letztendlich ganz konkrete Handlungsstrategien zur Umsetzung der Wärmeplanung aufzeigen.

Akteurstreffen zur Entwicklung der Wärmeplanung

Teil des Erarbeitungsprozesses sind mehrere sogenannte Akteurstreffen, bestehend aus Wohnungsgesellschaften, Energieversorgern, Bürgerenergiegenossenschaften, Interessenvertretern aus der Wirtschaft und vielen mehr. Ziel des ersten Akteurstreffens war es, die Ziele der kommunalen Wärmeplanung vorzustellen und die Erwartungshaltung der vielen verschiedenen Akteure abzufragen.

Erfahrenes Büro aus Hamburg an Bord

Mit der HIC Hamburg Institut Consulting GmbH hat die Stadt Jena ein erfahrenes Planungsbüro mit der Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung beauftragt. Das Hamburger Büro hat bereits Erfahrungen bei der Erstellung von Wärmewendestrategien, Machbarkeitsstudien zu treibhausgasneutralen Wärmenetzen und energetischen Quartierskonzepten sammeln können. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Hamburg Institut. Projektleiterin Paula Möhring: „Ohne Wärmewende keine Energiewende – die kommunale Wärmeplanung spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie kann zu einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung beitragen, entscheidend dafür ist auch eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Dass so viele Akteure beim Vor-Ort-Treffen dabei waren, verdeutlicht das große Interesse und auch die Erwartungen, die an die Wärmeplanung gerichtet sind.“

Wichtiger Schritt Richtung Klimaneutralität

Die Stadt Jena hat die Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung bereits mit dem Klimaaktionsplan im April 2023 beschlossen und konnte so frühzeitig alle Vorbereitungen treffen. Das Wärmeplanungsgesetz wurde hingegen erst im Dezember 2023 beschlossen und verpflichtet Kommunen wie Jena, bis zum 30. Juni 2026 eine Wärmeplanung vorzulegen. Dadurch ist Jena vielen anderen deutschen Kommunen bereits einen Schritt voraus.

Erste Ergebnisse können der Öffentlichkeit voraussichtlich im Herbst vorgestellt werden. Die fertige kommunale Wärmeplanung soll Ende 2024 vorliegen. Über den aktuellen Stand wird die Stadt Jena auch in Zukunft regelmäßig informieren.

Bad Salzungen wird erneut als „Staatlich anerkanntes Soleheilbad“ zertifiziert

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Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergibt der Stadt die Anerkennungsurkunde

Erfurt. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat Bad Salzungen erneut den Status als „Staatlich anerkanntes Soleheilbad“ ausgesprochen. Hierfür übergab Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute die entsprechende Urkunde an Bürgermeister Klaus Bohl.

„Die Verleihung des Prädikats `Staatlich anerkanntes Soleheilbad` unterstreicht Bad Salzungens lange Kurtradition sowie die wichtige Rolle im Gesundheitstourismus. Die natürlichen Heilmittel der Stadt, insbesondere die hochwertige Sole in Kombination mit medizinischen Vorsorgeleistungen, gewährleisten die herausragende Positionierung des Kurortes. Daher freut es mich, dass ich der Stadt diese Anerkennung erneut verleihen kann“, sagte Tiefensee.

Die Anerkennung erfolgt auf der Grundlage des Thüringer Kurortegesetzes und der entsprechenden Verordnungen. Die Stadt Bad Salzungen hat alle erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, um dieses Prädikat zu erhalten. Ein umfassendes Prüfverfahren, das unter anderem eine Ortsbereisung durch den Landesfachausschuss für Kur- und Bäderwesen sowie ein bioklimatisches Gutachten beinhaltete, wurde erfolgreich durchlaufen.

Bad Salzungen ist damit weiterhin eins von insgesamt 18 Kurorten in Thüringen. Der Begriff „Kurort“ ist dabei als Sammelbegriff zu verstehen, hierunter fallen neben dem Soleheilbad beispielsweise auch Luftkurorte oder Orte mit einem Heilstollenkurbetrieb.

Mit über 200.000 Übernachtungen pro Jahr zählt Bad Salzungen zu den zehn stärksten Tourismusorten Thüringens. Die Stadt bietet eine Vielzahl von touristischen Attraktionen und Gesundheitseinrichtungen, darunter die SOLEWELT und das Gradierwerk.

Landesregierung MV will Aufbau eines Kinderhospizes unterstützen

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Schwerin. Einmal im Jahr lädt die Stiftung „Betroffen“ zur Windflüchter Charity-Gala nach Stralsund. Die Stiftung unterstützt Krebserkrankte und ihre Angehörigen in der Region Vorpommern-Rügen bei der Krankheits- und Alltagsbewältigung. Wie schon in den Vorjahren wurde die Spendengala durch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eröffnet.

„Die Diagnose und die Behandlung selbst sind für krebskranke Menschen schon schwierig genug. Aber für viele stellen sich noch ganz andere Fragen: Wo finde ich die beste Behandlung? Wie komme ich dahin? Wie kommen wir klar, wenn das Einkommen wegfällt? Wo bekomme ich Unterstützung? Die Stiftung „Betroffen“ unterstützt Tumorerkrankte und deren Angehörige in der Region Vorpommern-Rügen unkompliziert und unbürokratisch, mit Beratung, Hilfe und auch mit Geld. Und sie informiert über den Krebs. Auch heute ist der offene Umgang mit der Erkrankung noch nicht selbstverständlich. Ich habe deshalb auch in diesem Jahr sehr gern die Schirmherrschaft über die Windflüchter-Gala übernommen“, erklärte die Ministerpräsidentin, die selbst an Krebs erkrankt war.

Schwesig kündigte auf der Gala an, dass die Landesregierung den Aufbau eines Kinderhospizes in Stralsund durch den Förderverein Kinder- und Jugendhospiz Leuchtturm e.V. mit 1 Million Euro unterstützen will. „Wenn ein Kind unheilbar erkrankt, ist das schrecklich. Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Förderverein Leuchtturm das erste Kinder- und Jugendhospiz aufbauen will. Kinder und Jugendliche sollen dort die bestmögliche Versorgung und ihre Eltern eine optimale Betreuung in schwersten Zeiten erhalten. Wir als Landesregierung unterstützen dieses Vorhaben gern.“

Zur Verbesserung der Krebsbehandlungen im Land sei im vergangenen Jahr das „Comprehensive Cancer Center“ der Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald gegründet worden. „Das CCC-MV soll erkrankten Menschen im Land eine individuell zugeschnittene Behandlung nach dem neuesten Stand der medizinischen Wissenschaft ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir mit dem Zentrum die Forschung und Ausbildung von Spezialisten verbessern“, erläuterte Schwesig

Neuer Veranstaltungskalender für Tanz und Performance in Dresden

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Dresden. Ab Mai gibt der TanzNetzDresden e. V. monatlich einen neuen Kalender heraus, der Tanz- und Performance-Veranstaltungen im Großraum Dresden bündelt. Der Tanzkalender Dresden erscheint online auf der Internetseite des Vereins und in gedruckter Form als Plakat, welches an Spielorten und Tanzschulen in der Stadt aushängt. Veröffentlicht werden die Vorstellungstermine der am Tanzkalender beteiligten Spielstätten, Institutionen und Künstlerinnen und Künstler: Semperoper Dresden, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Staatsschauspiel Dresden, Societaetstheater, Staatsoperette Dresden, Projekttheater, Landesbühnen Sachsen, TanzNetzDresden, villa/wigman und Yenidze Theater.

„Die Einführung eines Tanzkalenders für Dresden als Stadt des Tanzes ist eine wunderbare Ergänzung, um den Tanz als besonderen Teil unseres kulturellen Erbes wie der zeitgenössischen performativen Kunst noch mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Zudem bietet er Companies sowie Künstlerinnen und Künstlern eine weitere mediale Plattform, um neues Publikum und Unterstützer zu gewinnen.“

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch

„Der Tanzkalender ist ein Versuch, Tanz in all seinen Facetten in Dresden abzubilden.“

Susan Schubert vom Vorstand des TanzNetzDresden e. V.

Mit dem Tanzkalender möchte der TanzNetzDresden e. V. Tanz und Performance in Dresden institutionsübergreifend aufzeigen und den Zugang zu diesen künstlerischen Spielarten erleichtern. Der Verein lädt am Welttanztag, Montag, 29. April 2024, zu einer öffentlichen Veranstaltung anlässlich der Einführung des Tanzkalenders ein. Das kostenfreie Programm beginnt 15 Uhr mit einer Performance auf dem Theaterplatz. Es folgt ein öffentlicher Spaziergang mit Dance-Walk-Performances über die Augustusbrücke und entlang der Hauptstraße zum Societaetstheater. Bei einem Fest ab 17 Uhr im Kräutergarten des Theaters spricht Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch ein Grußwort.

Die Landeshauptstadt Dresden und SAX – Das Dresdner Stadtmagazin unterstützen und begleiten die Präsentation des Tanzkalenders. www.tanznetzdresden.de

Neue Förderrichtlinie zur nachhaltigen integrierten Stadtentwicklung in MV tritt in Kraft

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Schwerin. Am Montag tritt die „Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen der nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung (StadtentwFöRL M-V)“ in Kraft. Sie wurde auf Grundlage des Programms für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2021-2027 erarbeitet. Ziel der Förderrichtlinie ist, die städtische Infrastruktur in den Bereichen Bildung und Soziales sowie die Energieeffizienz in diesen beiden Bereichen zu verbessern.

„Die Europäische Union unterstützt Themen der Stadtentwicklung unter anderem mit Mitteln aus dem Fonds für regionale Entwicklung. Wir in Mecklenburg-Vorpommern nutzen diese Möglichkeit, um die Attraktivität unserer 23 Mittel- und Oberzentren als Wirtschafts- und Wohnstandort zu steigern und dem Aspekt der Zentralörtlichkeit Rechnung zu tragen. Attraktive Innenstädte, lebenswerte Stadtteilzentren und Ortskerne haben herausragende Bedeutung für alle, die dort wohnen und arbeiten, aber auch für Gäste. Das Programm EFRE Mecklenburg-Vorpommern 2021-2027 wurde im August 2022 durch die EU-Kommission genehmigt. Mit der neuen Richtlinie können die Mittel nun zielgerichtet für Investitionen in Bildung und soziale Infrastruktur eingesetzt werden“, sagt Landesbauminister Christian Pegel.

Insgesamt stehen 113 Millionen Euro EFRE-Mittel – davon 90 Millionen Euro für Maßnahmen der Stadtentwicklung und 23 Millionen Euro für Maßnahmen der Energieeffizienz – zur Verfügung.

Beispiele für zuwendungsfähige Vorhaben sind die Errichtung und Sanierung von allgemeinbildenden Schulen, Kindertageseinrichtungen, Horten, Sportstätten, Begegnungsstätten und Grünflächen sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und Verminderung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen von Gemeinbedarfseinrichtungen.

Antragsberechtigt sind Ober- und Mittelzentren, die über ein positiv bewertetes Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verfügen. Die Zuwendung wird als Zuschuss bis zu 60 Prozent der Gesamtkosten ausgereicht. Der nächste Antragsstichtag ist der 27. Mai 2024, danach der 30. Juni und der 31. Dezember eines jeden Jahres. Anträge sind an das Landesförderinstitut (LFI) Mecklenburg-Vorpommern zu richten. Ein Auswahlgremium bestehend aus den zuständigen Ministerien wird diese anhand von Kriterien bewerten. Die Auswahlkriterien werden gesondert auf den Webseiten des LFI veröffentlicht.

Die Richtlinie erscheint im Amtsblatt Nr. 18 am 29. April 2024.

Hintergrund

In der vergangenen Förderperiode 2014-2020 konnten in Mecklenburg-Vorpommern knapp 252 Millionen Euro aus dem EFRE kombiniert mit Landesmitteln eingesetzt werden. Im Bildungsbereich gehören neben Schulen auch Kindertageseinrichtungen wie Krippe, Kindergarten, Hort sowie schulische Sportstätten zur Förderung. Dafür wurden rund 160 Millionen Euro bereitgestellt. Allein für Schulen wurden in den letzten Jahren rund 130 Millionen Euro als Zuwendung gewährt.

Angst, Macht, Gedenken – Die Stasi-Zentrale in Dresden

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Dresden. Die Stasi-Zentrale in Dresden war ein bedeutender Standort des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR. Diese Einrichtung spielte eine zentrale Rolle in der Überwachung und Repression der Bevölkerung im Bezirk Dresden. Das MfS war für seine umfassenden Überwachungsmaßnahmen bekannt, und die Zentrale in Dresden war keine Ausnahme.

Die Stasi-Zentrale in Dresden befand sich in der Bautzner Straße, in einem großen Gebäudekomplex, der als Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS) diente. Dieser Komplex war einer von 15 Bezirksverwaltungen, die das MfS in der gesamten DDR unterhielt, um eine flächendeckende Überwachung und Kontrolle zu gewährleisten.

Die Hauptaufgaben der Stasi in Dresden umfassten die Überwachung der Bevölkerung, die Repression und Zersetzung von Oppositionellen sowie Spionage. Die Stasi sammelte Informationen über Bürger, die als potenzielle Gegner des sozialistischen Systems galten. Dazu gehörten politische Dissidenten, Mitglieder der Kirche, Künstler und andere Personen, die von der offiziellen Linie abwichen. Die Stasi setzte gezielt Maßnahmen ein, um das Leben von Oppositionellen zu zerstören, durch psychologische Zersetzung, soziale Isolation und berufliche Diskriminierung. Neben der inneren Überwachung betrieb die Stasi auch Auslandsspionage, insbesondere in Westdeutschland. Dresden spielte dabei eine wichtige Rolle als Standort für Agenten und Informanten.

Die Stasi in Dresden nutzte eine Vielzahl von Überwachungsmethoden, darunter Telefonüberwachung, Abhörgeräte, Postkontrolle und ein dichtes Netz von Inoffiziellen Mitarbeitern (IMs). Diese IMs waren oft normale Bürger, die von der Stasi rekrutiert wurden, um Informationen über ihre Mitmenschen zu sammeln. Die Überwachung war allgegenwärtig und betraf nahezu alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens.

Ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Stasi-Zentrale in Dresden war die Besetzung durch Bürgerrechtler im Herbst 1989. Am 5. Dezember 1989, im Zuge der politischen Umbrüche und der friedlichen Revolution in der DDR, drangen Bürger in die Stasi-Zentrale ein, um die Vernichtung von Akten zu verhindern. Dieser Akt war Teil eines landesweiten Prozesses, bei dem Bürgerrechtler die Kontrolle über Stasi-Dienststellen übernahmen, um die Unterlagen des MfS zu sichern und die Aufarbeitung der Stasi-Verbrechen zu ermöglichen.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stasi-Zentrale in Dresden geschlossen, und die Gebäude wurden teilweise für andere Zwecke genutzt. Heute beherbergt der Komplex ein Dokumentationszentrum, das an die Tätigkeit der Stasi erinnert und die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit fördert. Das Dokumentationszentrum und die Gedenkstätte Münchner Platz Dresden bieten Ausstellungen und Veranstaltungen an, die über die Arbeit der Stasi und die Repression in der DDR informieren.

Die Stasi-Zentrale in Dresden ist somit ein wichtiger Ort der Erinnerung und Aufarbeitung. Sie steht als Symbol für die allgegenwärtige Überwachung und Repression, die viele Menschen in der DDR erleiden mussten. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stasi ist ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur und der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mecklenburg-Vorpommern tritt „Bündnis gegen Sexismus“ bei

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Schwerin. „Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz ist dem ->Bündnis gegen Sexismus beigetreten. Dieser Schritt ist aus meiner Sicht eine Selbstverständlichkeit, denn Sexismus und sexuelle Belästigung haben in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Doch egal, wohin man schaut, Sexismus ist gerade gegenüber Frauen noch immer verbreitet. Es ist daher gut, dass sich ein breites Bündnis aus Behörden, Vereinen, Politik und der Bevölkerung dagegenstellt. Gemeinsam mit 620 weiteren Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern ist nun auch das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz vertreten“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt.

„Wer Sexismus nicht bekämpft, fördert gesellschaftliche Folgen. Denn sexuelle Belästigung und Sexismus sind ein Fundament für Gewalt und Chancenungleichheit. Außerdem drohen bei den Opfern Krankheit und Fehlzeiten, ganz zu schweigen von Angstzuständen. Wir wollen öffentliche Räume, in denen sich alle sicher fühlen können, unabhängig vom Geschlecht, von Ort und Uhrzeit. Ich setze mich dafür ein, dass sich Frauen und Männer an ihren Arbeitsplätzen sicher fühlen. Als Gleichstellungsministerin und als rot-rote Landesregierung ist Chancengleichheit erklärtes Ziel unserer Arbeit. Wenn alle, egal ob Führungskräfte oder Mitarbeitende, sich gegen Sexismus und sexuelle Belästigung stellen, sind alle geschützt. Niemand darf ausgegrenzt oder erniedrigt werden. Alle müssen den gleichen Zugang zur Teilhabe am Berufs- und Alltagsleben haben“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt.

„Die Präventionsarbeit des Bündnisses ist äußerst wichtig. Über die Formen von Sexismus, sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt muss umfassend aufgeklärt werden. Ich begrüße es auch sehr, dass die Erklärung in diesem Jahr erweitert wurde. Sie umfasst nun die Bekämpfung von Sexismus und sexueller Belästigung in all ihren Erscheinungsformen, auch sexistische Mehrfachdiskriminierungen bzw. intersektionale Diskriminierungen. Ich werbe dafür, dass weitere Unterzeichnerinnen und Unterzeichner hinzukommen. In der Konferenz der Gleichstellungsministerinnen und –minister, kurz GFMK, haben wir uns ebenfalls mehrfach dafür ausgesprochen, den Sexismus in allen Formen zu ächten, zuletzt auf der GFMK im vergangenen Jahr“, sagt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Intersektionalität beschreibt die Verwobenheit verschiedener Diskriminierungen, wie z.B. aus Gründen des Geschlechts und der sexuellen Identität, der ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung oder des Alters.

4 Jahre Männerhilfetelefon: Mehr Männer brechen ihr Schweigen

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Das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg, das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern und das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz teilen mit:

Auch Männer werden Opfer von häuslicher Gewalt. Deshalb wurde das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ am 22. April 2020 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern ins Leben gerufen. Durch die Beteiligung der Bundesländer Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und zuletzt Rheinland-Pfalz konnte das kostenlose und anonyme Beratungsangebot für von Gewalt betroffene Männer breiter ausgebaut werden. Anlässlich des vierjährigen Bestehens des Männerhilfetelefons ist die Internetseite aktualisiert worden, um Betroffene sowie Helferinnen und Helfer besser zu erreichen. ->www.maennerhilfetelefon.de

Im Jahr 2023 gab es insgesamt 3.311 Beratungen. Mit 67,6 Prozent meldeten sich überwiegend selbst von Gewalt Betroffene. Unterstützende machten 11,2 Prozent der Beratungen aus, Fachkräfte 15,1 Prozent. Zu 3,3 Prozent waren Presseanfragen und zu 2,7 Prozent sonstige Kontakte zu verzeichnen.

Die nordrhein-westfälische Gleichstellungsministerin Josefine Paul: „Die Zahlen für das Berichtsjahr 2023 zeigen, dass das Hilfetelefon eine wichtige Ergänzung des Gewalthilfesystems und eine zentrale erste Anlaufstelle für betroffene Männer ist. Davon habe ich mich heute auch im Gespräch mit dem nordrhein-westfälischen Projektträger vor Ort überzeugen können. Gewalt an Männern darf kein Tabuthema sein. Wir arbeiten weiterhin daran, dass das Thema in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und Betroffene Unterstützung erhalten.“

Die Mehrheit der Anrufenden hat von Gewalterfahrungen im Erwachsenenalter berichtet. Hierbei wurden am häufigsten psychische und körperliche Gewaltwiderfahrnisse beschrieben. Die häufigsten Anliegen mit denen sich Betroffene an das Hilfetelefon gewandt haben, waren der Wunsch nach psychosozialer Beratung und der Schutz vor weiterer Gewalt.

Mecklenburg-Vorpommerns Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt: „Es ist ein sehr wichtiges bundesweites Angebot. Denn aus Gleichstellungssicht ist es unverzichtbar, dass auch Männern, die Gewalt erleben, jedwede Hilfe geboten wird. Daher war es für Mecklenburg-Vorpommern vor nunmehr über zwei Jahren selbstverständlich, sich zu beteiligen. Ich hoffe, dass weitere Bundesländer sich anschließen.“

Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf betont: „Von Gewalt betroffen zu sein geht oftmals mit Scham, Angst und Schuldgefühlen einher. Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt, dass sich mehr Menschen an die Beratungs- und Schutzeinrichtungen wenden. Trotzdem ist Gewalt weiterhin ein Tabuthema und das Dunkelfeld zu groß. Wenn betroffene Menschen sich trauen, Hilfe zu holen, müssen sie diese möglichst unkompliziert und schnell erhalten. Mir ist es wichtig, die Beratungsstrukturen und Schutzräume weiterhin zu stärken und auszubauen.“

Seit dem letzten Jahr ist das Hilfetelefon Gewalt an Männern auch mit einem Instagram-Kanal in den Sozialen Medien vertreten, um die schwer erreichbare Betroffenengruppe der jungen Männer durch zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit anzusprechen. Anlässlich des vierjährigen Bestehens ist die überarbeitete Internetseite des ->Hilfetelefons Gewalt an Männern kürzlich online gegangen. Dadurch werden Hemmschwellen auf dem Weg zur Inanspruchnahme des Beratungsangebotes abgebaut und Betroffene, Unterstützerinnen, Unterstützer und Fachkräfte besser informiert.

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha: „Ich freue mich sehr, dass die Internetseite jetzt adressatenorientierter und barrierefrei gestaltet ist. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, von Gewalt betroffenen Männern zu helfen. Gerade auch Männer mit Behinderungen müssen sich – u.a. in leichter Sprache und Gebärdensprache – über das Angebot des Hilfetelefons und über Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort informieren können.“

Damit noch mehr Männer den Weg zum Hilfetelefon Gewalt an Männern finden, wird das Angebot kontinuierlich durch verschiedene Kampagnen und Öffentlichkeitsmaterialien in die breite Öffentlichkeit getragen. Die am Modellprojekt beteiligten Ministerien nutzen ihre Reichweite, um über die Presse und die sozialen Medien Aufklärung zum Thema zu betreiben, Männer zu ermutigen, sich Hilfe zu holen und ein Zeichen im Kampf gegen Gewalt an Männern zu setzen.

Das Angebot des Hilfetelefons wird auch über die Grenzen der beteiligten Bundesländer hinaus von Betroffenen genutzt.

„Ich würde mir daher sehr wünschen, dass noch mehr Bundesländer dieses Angebot unterstützen. Die finanzielle Unterstützung des Männerhilfetelefons durch weitere Bundesländer ist notwendig, um dieses wichtige Angebot möglichst vielen gewaltbetroffenen Männern zugänglich zu machen“, so Janosch Littig, Staatsekretär im Ministerium für Familien, Frauen, Kultur und Integration in Rheinland-Pfalz.

Das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ ist bundesweit das erste Beratungsangebot, das unter der Nummer 0800 123 99 00 ratsuchenden Männern Unterstützung anbietet. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellprojekts findet durch das Institut für empirische Soziologie (IfeS) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg statt. Der Bericht zur Evaluation beim Aufbau eines Hilfetelefons und einer Onlineberatung für von Gewalt betroffene Männer ist auf der Internetseite www.maennerhilfetelefon.de abrufbar.