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Klagen gegen den ersten Seeabschnitt der Gasversorgungsleitung von Rügen nach Lubmin erfolglos

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Leipzig. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute die Klagen von zwei Umweltvereinigungen gegen den Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes Stralsund für die Errichtung und den Betrieb der Gasversorgungsleitung „Ostsee-Anbindungs-Leitung (OAL) Seeabschnitt Lubmin bis KP 26“ abgewiesen.

Das Vorhaben betrifft den ersten seeseitigen Abschnitt der LNG-Anbindungsleitung zwischen dem Hafen von Mukran/Rügen und Lubmin. Mit dieser sollen zwei schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten (Floating Storage and Regasification Units – FSRUs) im Hafen von Mukran an das bestehende Gasfernleitungsnetz angebunden werden. Weitere Abschnitte der OAL sind nicht mehr Gegenstand von Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Die Klagen, über die das Bundesverwaltungsgericht erstinstanzlich zu entscheiden hatte, blieben in der Sache erfolglos. Einer Umweltverträglichkeitsprüfung vor der Zulassung des Vorhabens bedurfte es nicht. Diese war nach einer Ausnahmeregelung im LNG-Beschleunigungsgesetz (LNGG) entbehrlich, weil das Vorhaben der Bewältigung einer Gasversorgungskrise dient. Die gesetzliche Ausnahmeregelung für die OAL ist mit Unionsrecht und dem verfassungsrechtlichen Klimaschutzgebot vereinbar. Die beschleunigte Zulassung des ersten Seeabschnitts der OAL ist geeignet, einen relevanten Beitrag zu leisten, um die fortbestehende Krise der Gasversorgung infolge der Einstellung der russischen Gaslieferungen und der Zerstörung der Nord Stream Pipelines zu bewältigen. Nach dem LNGG soll die nationale Energieversorgung durch die zügige Einbindung verflüssigten Erdgases in das bestehende Gasfernleitungsnetz gesichert werden. Die Alarmstufe des Notfallplans Gas galt im Zeitpunkt des Planfeststellungsbeschlusses und gilt weiterhin. Die zur Anbindung geplanten FSRUs im Hafen von Mukran weisen eine jährliche Regasifizierungskapazität von insgesamt 10 bis 15 Mrd. m3  auf und sind damit geeignet, zur Sicherung der Gasversorgung insbesondere über das Gasnetz im Osten Deutschlands beizutragen. Die von den Klägern geltend gemachten Verletzungen umweltbezogener Rechtsvorschriften liegen nicht vor. Das Vorhaben ist mit den rechtlichen Vorgaben zur Anlagensicherheit sowie zum Wasser- und Naturschutzrecht vereinbar. Die Abwägungsentscheidung ist nicht zu beanstanden, insbesondere sind die Belange des Klimaschutzes hinreichend berücksichtigt worden.

BVerwG 7 A 9.23 – Urteil vom 25. April 2024

BVerwG 7 A 11.23 – Urteil vom 25. April 2024

Neueste Roboterassistenz für die Neurochirurgie im Uniklinikum Jena

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Mehr Präzision und erhöhte Patientensicherheit bei Eingriffen an Gehirn und Wirbelsäule

Jena. Neurochirurginnen und -chirurgen operieren an heiklen Stellen in sehr engen Strukturen, beispielsweise im Gehirn oder der Wirbelsäule. Der millimetergenaue Eindringwinkel oder die korrekte Schraubenlage sind hier besonders wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Deshalb nutzen die Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) nun ein neues roboterassistiertes System aus Instrumentenarm und intraoperativem 3D-Röntgengerät, um Effizienz, Präzision und Patientensicherheit bei komplexen Eingriffen wie Hirnbiopsien, d.h. bei der Gewebeentnahme aus dem Gehirn, zu verbessern. Das UKJ ist thüringenweit die einzige Klinik mit diesem smarten System. Die Investition wurde mit mehr als 1,5 Millionen Euro aus dem REACT-EU-Programm gefördert.

Maßgeschneiderte Behandlungspläne spielen in der Neurochirurgie eine besondere Rolle, um die Funktionen des Gehirns und der Wirbelsäule bestmöglich zu schützen. Und genau hier setzt der roboterassistierte Instrumentenarm an: Bringt der Operateur den Roboterarm in den zu operierenden Bereich, richtet er sich automatisch präzise entsprechend des Behandlungsplanes aus und bleibt stabil in der errechneten Position. „Der Roboterarm übernimmt damit die bisher übliche zeitintensive Freihand-Platzierung von Biopsienadeln im Gehirn, Drähten oder Schrauben in der Wirbelsäule. Er ist also wie eine präzise Führungshilfe für uns Chirurgen, um die Implantate millimetergenau zu platzieren“, weiß Prof. Dr. Christian Senft, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am UKJ. „Dadurch können wir den Behandlungsplan eins zu eins abbilden. Der roboterassistierte Eingriff ist nicht nur präziser, sondern auch schneller und weniger belastend für unsere Patienten.“ Beispielsweise verringert sich die Narkosezeit bei einer Biopsie des Hirns damit um etwa die Hälfte.

Das neue intraoperative Röntgengerät ermöglicht es den Operateuren zudem jederzeit während des Eingriffs, den korrekten Sitz von Schrauben und Drähten in 3D-Abbildungstechnik zu kontrollieren. „Das ist vor allem bei Eingriffen an der Wirbelsäule wichtig, da Patienten vor der Operation in Rückenlage, während des Eingriffs aber in Bauchlage geröntgt werden, was zu minimalen Lageveränderungen der Wirbelsäule führt“, so Christian Senft. Weitere Vorteile des Röntgengeräts: Der größere Durchmesser der Röntgenröhre und die punktgenaue Steuerung der Strahlendosis erleichtern es, die Patienten korrekt zu positionieren. Außerdem kann es ferngesteuert werden und fährt per Knopfdruck direkt zum Patienten. „Damit können wir nun in Echtzeit den Operationserfolg kontrollieren und Komplikationen sofort ausschließen. Es sind keine bisher üblichen Folgeuntersuchungen mehr notwendig. Das erhöht die Sicherheit und den Komfort für unsere Patienten entscheidend.“ Neben Biopsien am Hirn und Eingriffen an der Wirbelsäule ist u.a. geplant, mit dem roboterassistierten System künftig auch Sonden für die Epilepsiediagnostik einzusetzen.

Titelfoto: Der Roboterarm dient als präzise Führungshilfe für die Biopsienadel im Hirn. Die Position der Biopsienadel ist in Echtzeit im MRT-Bild erkennbar. – Szabó/UKJ

Kontakt

Prof. Dr. Christian Senft
Direktor der Klinik für Neurochirurgie am UKJ

Am Klinikum 1
07747 Jena

Tel.: 03641 9 32 30 11
E-Mail: neurochirurgie@med.uni-jena.de
Web: uniklinikum-jena.de/neurochirurgie/REACT_EU.html

Meilensteine der Kreisgeschichte auf Point Alpha

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Sonderausstellung „200 Jahre Landkreis Fulda“ macht ab 26. April Station auf Point Alpha

Rasdorf/Geisa. Zwar sind die Kerzen auf der Geburtstagstorte bereits erloschen, aber das denkwürdige Jubiläum wirkt immer noch nach. Die Wanderausstellung „200 Jahre Landkreis Fulda“ macht bis zum 2. Juni Station in der Gedenkstätte Point Alpha. Was macht den Landkreis Fulda aus? Welche Ereignisse haben seine Geschichte geprägt? Und wie sind die Menschen, die im Landkreis Fulda leben? Entstanden ist eine Art Theater, das sich ab sofort in fünf Bühnenkulissen den Bereichen Mensch, Kultur, Geschichte, Brauchtum und Natur widmet.

In der Fahrzeughalle des US Camps werden diese Themen anhand der mittlerweile langen Geschichte des Landkreises beleuchtet. Ausgewählte Meilensteine zeichnen den Weg von der Geburtsstunde des Landkreises Fulda am 21. August 1821 bis in die Gegenwart nach. Von den Anfängen als Teil des Kurfürstentums Hessen durch das Königreich Preußen, das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich sowie den Kalten Krieg bis heute hat der Landkreis viele Stationen der Entwicklung Deutschlands erlebt. Natürlich werden auch das Leben im Zonenrandgebiet am „Eisernen Vorhang“ und die schmerzhafte deutsche Teilung und das Wiedersehen nach der Grenzöffnung ebenso eine Rolle spielen wie die Gedenkstätte Point Alpha als authentisches Zeitzeugnis.

Bei einem Rundgang durch die ansprechende Ausstellung macht der Besucher Bekanntschaft mit den Menschen, die die Entwicklung mitgeprägt haben und jenen, die der Region heute ein Gesicht geben. Die Besucher im US Camp erleben natürlich auch den Zauber der Rhöner Natur am Grünen Band mit ihrer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Sie erfahren, was die heimische Kultur ausmacht und was zum Erfolgsrezept einer regionalen Wirtschaft gehört. Sie lernen den Landkreis Fulda als Verwaltungsbehörde mit seinen Aufgaben kennen – und als lebenswerte Heimat von rund 223.000 Menschen, die heute in den 23 Städten und Gemeinden zu Hause sind.

Die Sonderausstellung läuft ab sofort bis zum 2. Juni und kann zu den regulären Öffnungszeiten der Gedenkstätte Point Alpha, täglich von 10 bis 18 Uhr, besichtigt werden. www.pointalpha.com

20 Jahre Flussgebietsgemeinschaft Elbe – Festkolloquium in Magdeburg

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Gemeinsam für die Elbe: Ende März 2004 haben die zehn Bundesländer im Einzugsgebiet des knapp 1.100 Kilometer langen Stroms zusammen mit dem Bund die Flussgebietsgemeinschaft Elbe gegründet. Sie koordiniert seitdem die Gewässerbewirtschaftung im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie und das länderübergreifende Hochwasserrisikomanagement. Beim Festkolloquium zum 20. Jahrestag der Gründung unterstrich Umweltstaatssekretär Dr. Steffen Eichner heute in Magdeburg die große Bedeutung der gemeinsamen Einrichtung, deren Geschäftsstelle in der Landeshauptstadt beheimatet ist.

Er gratulierte zum Jubiläum und sagte: „Die Elbe ist eine wichtige Lebensader für Mensch und Tier. Ihr Wasserstand und die Wasserqualität sind für weite Teile Deutschlands von enormer Bedeutung. Daher ist es gut, dass die Elbe-Bundesländer für ihren Strom seit nunmehr 20 Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten. Hochwasser kennt keine Ländergrenzen und auch der Gewässerschutz muss bei einem solch großen Fluss länderübergreifend eng abgestimmt und koordiniert werden. Hier kann die Flussgebietsgemeinschaft seit zwei Jahrzehnten punkten. Weiter so!“

Mitglieder der Flussgebietsgemeinschaft Elbe sind neben Sachsen-Anhalt auch Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, das aktuell Vorsitzland ist, sowie der Bund.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus betonte in einer Video-Botschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels kommen große Herausforderungen auf uns zu, die wir am besten kooperativ lösen, gleichzeitig können wir von den Erfahrungswerten und Expertisen unserer Mitstreiter profitieren. Die Bewirtschaftung der Gewässer ist heute wichtiger denn je: Starkregenereignisse wie an der Ahr oder auch das glücklicherweise glimpflich Verlaufene Hochwasser Ende 2023 an der Elbe verdeutlichen die Dringlichkeit der Zusammenarbeit. Hochwasserschutz an der Elbe hat eine hohe Priorität, dafür setze ich mich seit vielen Jahren ein.“

Hintergrund:

Zur Koordinierung der seit 2000 geltenden EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie der 2007 in Kraft getretenen EU-Richtlinie zum Hochwasserrisikomanagement arbeiten rund 140 Personen in zwölf Gremien und Arbeitsgruppen zusammen.

Oberstes Beschlussgremium ist die Elbe-Ministerkonferenz, der die für Wasserwirtschaft zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren angehören. Seit Gründung der Flussgebietsgemeinschaft im Jahr 2004 fanden acht Elbe-Ministerkonferenzen statt, bei denen fünf Elbe-Erklärungen veröffentlicht wurden. Zur fachlichen Abstimmung gibt es zudem den Elbe-Rat und den Koordinierungsrat.

Die Elbe fließt auf knapp 730 Kilometern durch Deutschland; ihr Einzugsgebiet von rund 148.300 km² umfasst gut ein Viertel der Fläche der Bundesrepublik – damit liegt die Elbe in Europa hinter Donau, Weichsel und Rhein an vierter Stelle.

Erörterungstermin für geplante Batterierecyclinganlage in Gera wird verschoben

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Große Zahl der Einwendungen macht längeren Prüfungszeitraum notwendig

Erfurt/Gera. Wie das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) mitteilt, wird der Erörterungstermin für die im Industriegebiet Gera-Cretzschwitz geplante Batterierecyclinganlage verschoben. Der ursprünglich für den 28. Mai 2024 im Saal des Kultur- und Kongresszentrums in Gera vorgesehene Termin sei wegen des großen Umfangs der im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgetragenen Argumente und Einwendungen nicht zu halten. Ort und Zeit des neuen Erörterungstermins werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Bis zum Ablauf der Frist am 2. April sind beim TLUBN insgesamt 7.798 Einwendungen eingegangen, davon 1.610 als Einzeleinwendungen sowie 6.188 Unterschriften. Die weit überwiegende Zahl der Einwendungen hatte die Bürgerinitiative übergeben, während unabhängig von ihr 51 Einwendungen eingegangen sind. 26 Einwendungen wurden erst nach Ablauf der Einwendungsfrist eingereicht und können daher per Gesetz im weiteren Verfahren nicht berücksichtigt werden. Die erste Sichtung der Einwendungen habe laut TLUBN ergeben, dass diese zum Teil sehr detailliert und umfassend sind und sich auf ein breites Themenspektrum beziehen. Das reiche von Belangen des Immissionsschutzrechts, der Anlagensicherheit und des Brandschutzes über solche des Wasser-, Boden-, Natur- und Artenschutzes bis hin zum Thema Umweltverträglichkeitsprüfung oder zu verkehrsrechtlichen Belangen.

Da sich das TLUBN als Genehmigungsbehörde beim Erörterungstermin sehr gründlich und bis in die Einzelheiten mit den Einwendungen befassen wird, sei eine ausreichende Zeit zur Vorbereitung unverzichtbar. Gründlichkeit habe hier höchste Priorität und überwiege das Interesse an einer schnellen Bearbeitung. Die Einwendungen werden zunächst inhaltlich kategorisiert, das heißt den unterschiedlichen Themen zugeordnet. Anschließend werden die für diese Themen fachlich zuständigen Behörden für Stellungnahmen zur rechtlichen und fachlichen Bewertung einbezogen. Erst wenn eine fundierte und vollständige Würdigung aller Einwendungen vorliege, könne der Erörterungstermin stattfinden. Wann es soweit sein wird, sei derzeit noch nicht sicher.

Die förmliche Bekanntmachung der Verschiebung erfolgt am 06. Mai 2024 im Thüringer Staatanzeiger, auf der Homepage des TLUBN sowie als Hinweis in den örtlichen Tageszeitungen.

Titelfoto: Bürgerinitiative BI Gera Cretzschwitz

Frühlingsfest an der Thüringer Bergbahn

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Buntes Treiben vom 1. bis zum 5. Mai • Erstmals Riesenrad bei der Bergbahn

Leipzig/Schwarzatal. Zum Frühlingsfest bietet die Thüringer Bergbahn den großen und kleinen Gästen vom 1. bis 5. Mai an der Bergstation in Lichtenhain täglich von 11 bis 17 Uhr ein buntes Programm. Eine besondere Attraktion ist ein etwa 15 Meter großes Riesenrad, mit welchem sich ganz neue Aussichten über das Schwarzatal ergeben. Freuen dürfen sich die Besucher an allen fünf Tagen auf einen Markt mit regionalen Händlern, Dampfbetrieb auf der Lichtenhainer Waldbahn, eine Gartenbahn direkt auf dem Festgelände, Hüpfburg, und Kinderaktivitäten mit einer Imkerin. Holzkünstler werden während des Frühlingsfestes zwei handgefertigte Sitzgelegenheiten für das Bergbahngelände herstellen.

Am 1. Mai erinnert eine Schauvorführung an die historischen Wurzeln der Thüringer Bergbahn. Vor über 100 Jahren lagen diese im Güterverkehr, um das Schwarzatal und die Höhen des Thüringer Waldes auf dem Schienenweg wirtschaftlich zu erschließen. In der Zeit von 13 Uhr bis 14.30 Uhr wird der Gütertransport auf der historischen Standseilbahn zwischen Obstfelderschmiede und Lichtenhain wieder lebendig. Dabei kann man nicht nur den Huckepack-Transport eines Güterwagens erleben, sondern gleichzeitig an der Bergstation in Lichtenhain das Auf- und Absetzen des Güterwagens auf bzw. von der sogenannten Güterbühne. Aufgrund des Nostalgietages verkehrt die Bergbahn teilweise nach einem Sonderfahrplan.

Aber auch an den weiteren Festtagen gibt es ein buntes Programm. Am 2. und 3. Mai ist eine Ausstellung der Nationalen Naturlandschaften zu Gast und das Erlebnismuseum Maschinarium für Schulklassen kostenfrei zugänglich. Am 3. und 4. Mai gibt es einen Infostand zur „Natura 2000“-Station Thüringer Wald inklusive verschiedener Umweltbildungsspiele. Am 4. Mai bietet der ThüringenForst im Fröbelwald verschiedene Mitmach-Aktionen an. Am Wochenende findet eine Modellbahnausstellung statt und es können kleine Modelle gebastelt werden. Kinder können im Fröbelwald in einem Zelt Märchen aus aller Welt lauschen. Auf dem Gelände der Lichtenhainer Waldbahn führen verschiedene traditionelle Handwerker ihre Künste vor, bei denen sich die Gäste selbst ausprobieren können.

Ein historischer Bus der KomBus GmbH, der Ikarus 31 – auch Lieschen genannt, ist am 5. Mai zu Gast. Mit ihm finden zwei Sonderfahrten statt. Für die Mitfahrt gibt es Onlinetickets auf der Internetseite der Thüringer Bergbahn.

Nähere Informationen zum detaillierten Programm, den Fahrzeiten der Züge, den Tickets und Anreisemöglichkeiten sowie zu Parkmöglichkeiten an den Bahnhöfen erhalten alle Interessierten im Internet unter www.thueringerbergbahn.com.

Titelfoto: Deutsche Bahn

Absturz Ost: Wie meine Heimat stirbt.

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Eine neue Studie zeigt, dass der Osten dem Westen etwas voraus hat: Überalterung und Entvölkerung. Schon jetzt zählen zwölf Regionen Ostdeutschlands zu den 20 ältesten in ganz Europa. Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt zudem erschreckendes: In den kommenden 20 Jahren wird die Bevölkerung fast überall weiter schrumpfen.

Dadurch werden einige Regionen weiter überaltern und es wird immer schwerer, die Versorgung sicherzustellen. Die, die können, ziehen weg. Bei denen, die zurückbleiben, sorgt dieser Trend für massiven Frust. Zumal es vor allem junge Frauen sind, die ihre Lebenschancen anderswo sehen. Einige Regionen leiden daher unter massivem Männerüberschuss.

Eine Studie eines Dresdner Forschers zeigt einen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsschwund und AfD-Ergebnissen. Denn Populisten nutzen den Frust der Menschen aus. Daher wollen wir auch darauf schauen, welche Lösungsansätze es gibt, wie wir den Osten retten können und was du dafür tun kannst.

Fußgängerzone in der Merseburger Straße in Leipzig wird am 28. April 2024 erprobt

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Leipzig. In der Merseburger Straße in Lindenau soll eine Fußgängerzone entstehen, in der das Radfahren in Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist. Am Sonntag, 28. April 2024, können interessierte Leipzigerinnen und Leipziger vor Ort erste Eindrücke sammeln, wie das künftig aussehen kann: Der Straßenraum wird temporär umgestaltet, damit die Fußgängerzone zwischen der Kreuzung Karl-Heine-Straße und Aurelienstraße erlebbar wird.

Das Stadtumbaumanagement Leipziger Westen und das Verkehrs- und Tiefbauamt laden von 15 bis 18 Uhr alle Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibenden sowie Interessierte zum Austausch in die Merseburger Straße ein. Parkende Autos und Durchfahrtsverkehr sind in diesem Abschnitt künftig nicht mehr möglich. So soll mehr Raum für Radfahrerinnen und Fußgänger entstehen. Zudem wird dort bereits jetzt das erste städtische Parklet installiert, eine gestaltete Sitzgelegenheit auf einer ehemaligen Parkfläche. Bis Oktober soll es vor Ort stehen bleiben.

Arbeitsgemeinschaft „kleine feine Merse“ informiert

Die Aktion am 28. April 2024 ist das vierte Treffen der Arbeitsgemeinschaft „kleine feine Merse“, bei der auch die bisher erzielten Ergebnisse vorgestellt werden. Informiert wird zudem über das aktuelle Verfahren der Umstufung der Merseburger Straße von einer unbeschränkten Ortstraße zu einem beschränkt öffentlichem Weg. Auch über weitere Aktionen und wie diese finanziert werden können, wollen sich die Bündnispartner austauschen. Die Arbeitsgemeinschaft „kleine feine Merse“ wurde nach dem Bürgergespräch im September 2023 initiiert. Ziel ist es, zu den damals geäußerten Ideen und Bedenken gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Lösungen zu sammeln und auf den Weg zu bringen. Damit soll ein gutes Miteinander erzielt und aktiv begleitet werden, wie sich der Straßenabschnitt in eine Fußgängerzone entwickelt.

Vorbereitungen zum Aktionstag bereits ab 26. April 2024

Im Mai 2023 hatte die Stadtspitze beschlossen, den Straßenabschnitt in einen beschränkt öffentlichen Weg umzuwidmen. Aktuell läuft das formale Verfahren hierzu, bei dem derzeit die eingegangenen Widersprüche geprüft werden. Grundlage ist Paragraph 8 des sächsischen Straßengesetzes. Erste Vorbereitungen des Aktionstags werden ab Freitag, 26. April 2024, getroffen. Dabei stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes Elemente im Straßenraum auf, die die Aufenthaltsqualität für den Fußverkehr erhöhen. Am Aktionstag werden vor Ort einige Parkplätze entfallen, um den benötigten Raum für Begegnungen und Aufenthalt zu gewährleisten. In dieser Zeit wird Parken nur vereinzelt möglich sein. Es wird darum gebeten, die entsprechenden Stellplätze frühzeitig freizuhalten.

Zeit und Ort

Sonntag, 28. April 2024
Merseburger Straße

Weitere Informationen

www.leipziger-westen.de/buergerschaftliches-engagement

Titelfoto: Roland Quester, Stadt Leipzig

 

SarkomCentrum Jena erstmals durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert

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Jena. Es ist eine echte Gemeinschaftsleistung, die nur wenige Zentren deutschlandweit schaffen: die Zertifizierung des SarkomCentrums durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Gelungen ist dies nun erstmals dem SarkomCentrum des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Die Deutsche Krebsgesellschaft bescheinigt dem interdisziplinären Zentrum höchste Qualität bei der Diagnostik und Behandlung von Sarkomen. Das sind sehr seltene Tumoren des Knochens, der Weichteile oder im Weichgewebe des Magen-Darm-Trakts. Sie machen nur etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen bei Erwachsenen und etwa zehn Prozent bei Kindern aus. Eben weil sie so selten sind, ist es wichtig, Sarkome in spezialisierten Zentren und von erfahrenen Händen behandeln zu lassen. „Wir freuen uns als Team sehr über diese Auszeichnung, denn sie bestätigt die gemeinsame Arbeit der vergangenen Jahre“, sagt Dr. Wolfram Weschenfelder, Oberarzt in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und Leiter des SarkomCentrums Jena. Und weiter: „Wir schließen damit eine große Versorgungslücke in Mitteldeutschland.“

In Jena haben sich Ärztinnen und Ärzte aus der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie und der Klinik für Innere Medizin II auf die Behandlung von Knochen- und Weichteiltumoren spezialisiert. Jährlich behandeln sie etwa 70 neu diagnostizierte Sarkom-Patientinnen und -Patienten. Um für diese die bestmögliche Diagnostik und Therapie zu ermöglichen, arbeitet das Team des SarkomCentrums eng mit unterschiedlichen Fachbereichen und Organkrebszentren am UniversitätsTumorCentrum (UTC) zusammen. Einmal wöchentlich findet das sogenannte Sarkom-Tumorboard statt, in dem das fächerübergreifende Team jeden Fall individuell bespricht und gemeinsam eine auf den Patienten zugeschnittene Behandlungsstrategie erarbeitet und festlegt. Auch für eine Zweitmeinung stehen die Expertinnen und Experten sowohl für Patientinnen und Patienten als auch Fachkolleginnen und -kollegen zur Verfügung.

Je nach Art und Ausbreitung des Tumors gibt es am Jenaer SarkomCentrum verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Neben einer Operation sind dies vor allem auch Chemotherapie und Bestrahlung. Ambulante Chemotherapien können in der Konservativen Tagesklinik des UTC erfolgen, die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie ist mit einem Linearbeschleuniger der neuesten Generation ausgestattet, der eine möglichst schonende und zielgenaue Bestrahlung erlaubt. Zudem besteht die Möglichkeit an der Teilnahme neuester Studien. Daneben gehören aber auch psychologische und sozialrechtliche Beratungsangebote zum ganzheitlichen Therapiekonzept. Die neu gegründete Sarkomselbsthilfegruppe Thüringen trifft sich regelmäßig. Bei Bedarf vermitteln die Expertinnen und Experten des SarkomCentrums.

Noch mehr Infos über das SarkomCentrum Jena gibt’s im UKJ-Podcast

Wer mehr über das SarkomCentrum erfahren möchte, kann sich die neue Folge „Selten und bösartig“ des UKJ-Podcasts „REZEPTFREI – Die UKJ-Erklärsprechstunde“ anhören. Dr. Wolfram Weschenfelder, Oberarzt in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und Leiter des SarkomCentrums, spricht dort mit seinem Kollegen Oberarzt Dr. Christian Spiegel über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, Besonderheiten und die interdisziplinäre Aufstellung des Jenaer SarkomCentrums. Der Podcast ist auf der Homepage des UKJ HIER und auf allen gängigen Streamingplattformen abrufbar.

Kontakt SarkomCentrum
Tel.: +49 3641 9 32 28 28,
E-Mail: sarkom@med.uni-jena.de

Titelfoto: Das interdisziplinäre Team des SarkomCentrums Jena ist stolz auf die erstmalige Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft. – Hellmann/UKJ

Sommerkomödie ist Erfurter Kulturpreisträger 2024

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Erfurt. Die Landeshauptstadt verleiht alle drei Jahre den Kulturpreis der Stadt Erfurt an Kulturakteure, die mit ihrem Schaffen das kulturelle Leben Erfurts auf besondere Art und Weise prägen und ehrt mit einem Preisgeld von 5.000 Euro ihre herausragenden kulturellen Verdienste. In diesem Jahr geht der Preis an die Sommerkomödie Erfurt gGmbH.

Aus 17 Vorschlägen von über 30 Einreichern musste die Jury den diesjährigen Kulturpreisträger auswählen. Sowohl Kulturvereine wie auch einzelne Kulturschaffende wurden vorgeschlagen – langjährig Aktive genauso wie „Neulinge“ in der Erfurter Kulturszene. Aus diesen ganz unterschiedlichen Vorschlägen wählte die Jury die Sommerkomödie Erfurt als Kulturpreisträger 2024 der Landeshauptstadt Erfurt aus.

Seit 2018 bespielt die Sommerkomödie in den Sommermonaten für rund vier Wochen die Barfüßerruine mit jährlich wechselnden Sommertheaterproduktionen – eine Wiederbelebung einer Theatertradition, denn viele Jahre spielte hier die Initiative „Neues Schaupiel Erfurt“ verschiedene Shakespeare-Stücke. Nachdem diese nicht mehr weitergeführt werden konnte, war es vor allem Volker Nienstedt, der sich mit Leidenschaft einer Neuauflage widmete und dafür 2017 die Sommerkomödie Erfurt gGmbH mit mehreren Gesellschaftern gründete und damit Erfurt sein beliebtes Sommertheater wiedergab.

Auch in der Coronazeit setzte sich die Sommerkomödie dafür ein, für die gebeutelte Kulturszene Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen. So entstand ebenso in der Barfüßerruine die Veranstaltungsreihe „Pandemistisches Gartentheater“ – ein vierwöchiges Programm aus Musik, Theater oder Comedy. Das Format wurde zu einem festen Bestandteil der Erfurter Kulturszene und wird nun als „Barfüßer Open Air“ weitergeführt.

„Die Initiative der Akteure der Sommerkomödie Erfurt zeigt beispielhaft, wie Kultur Menschen verbinden und bereichern kann. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Erfurter Kulturszene geworden und verdient daher in Anerkennung ihres herausragenden Beitrags zur kulturellen Vielfalt der Stadt den Kulturpreis der Landeshauptstadt Erfurt 2024“, sagt Dr. Tobias J. Knoblich, der als Erfurter Kulturdezernent den Juryvorsitz zum Kulturpreis innehatte.

„Der Preis stellt für uns eine Anerkennung der langjährigen Arbeit des Soko-Teams rund um unseren Intendanten Volker Nienstedt dar, der leider Anfang dieses Jahres verstorben ist. Gleichwohl ist es für uns Antrieb, die wertvolle Arbeit weiterzuführen.“, sagt Fabian Hagedorn, seit 2024 Geschäftsführer der Sommerkomödie Erfurt gGmbH.

Die Preisverleihung des Kulturpreises findet im Rahmen des Saisonauftaktes des „Barfüßer Open Airs“ am 22. Juni 2024 in der Barfüßerruine statt.

Kulturpreisjury

Die Jury bestand gemäß Satzung aus Vertretern der Stadtratsfraktionen und der Kulturpreisträger der beiden vorrangegangenen Preisverleihungen –der Kunst- und Designschule Imago e.V. und den Initiatoren des Kalif Storch (beide 2018) und „die Schotte. das Theater“ (2021) sowie einer Vertreterin des Kulturrat Thüringens. Den Vorsitz hatte Kulturdezernent Dr. Tobias J. Knoblich als Stellvertreter des Oberbürgermeisters Andreas Bausewein.

Kulturpreisträger der letzten Jahre

  • 1997: A. T. Mörstedt (Maler und Grafiker)
  • 1999: Jürgen Kerth (Musiker)
  • 2001: E. A. Zimmermann (Druckgrafiker)
  • 2003: Prof. Dr. G. Frischmuth (Chorleiter)
  • 2005: Dieter König (Leiter der Stadtharmonie)
  • 2007: Günter Kreienbrink (Restaurator und Buchbinder)
  • 2009: Erfurter Herbstlese e. V.
  • 2012: Erfurter Netzwerk Zughafen
  • 2015: Tanztheater Erfurt e. V.
  • 2018: Imago Kunst- und Designschule und Projekt Kalif Storch
  • 2021: die Schotte. das Theater