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Tesla den Hahn abdrehen? Der Erweiterungszwang und die Folgen

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Zum Video: Diskussion mit Inputs von Stephan Kaufmann (Wirtschaftsjournalist) und Steffen Schorcht (BI Grünheide, VNLB), Moderation hat Valeria Bruschi (Gesellschaftswissenschaftlerin, Publizistin) am 21.Mai 2024 in der Stadthalle Erkner.

Die Bi Grünheide ist eine Bürgerinitiative in Grünheide (Mark), Brandenburg. Diese Bürgerinitiative hat sich in den letzten Jahren vor allem durch ihr Engagement gegen den Bau der Tesla Gigafactory in der Region einen Namen gemacht. Die Mitglieder der Bürgerinitiative sind besorgt über die Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt, insbesondere hinsichtlich Wasserverbrauch, Waldrodung und Schutzgebiete. Sie setzen sich für den Erhalt der natürlichen Ressourcen und die Einhaltung umweltrechtlicher Vorgaben ein und fordern eine transparente und umfassende Beteiligung der lokalen Bevölkerung an Entscheidungsprozessen. Die Bi Grünheide organisiert Informationsveranstaltungen, Proteste und beteiligt sich an rechtlichen Verfahren, um ihre Anliegen zu vertreten und die Interessen der Gemeinschaft zu schützen. weitere Informationen unter www.bi-gruenheide.de

Das staatliche DDR-Autorennsportkollektiv 1951-1957

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Das in Berlin-Johannisthal gegründete DAMW-Rennkollektiv begann vor über siebzig Jahren seinen Siegeszug in der Formel-II-Klasse und bei Sportwagenrennen. Bereits 1952 war das Team innerhalb der DDR nahezu unschlagbar und auch international konkurrenzfähig. Ab 1955 besaß die inzwischen in Eisenach bei EMW beheimatete Rennabteilung die schnellsten 1,5-Liter-Rennsportwagen in Europa – nur noch Porsche war ein ernst zu nehmender Gegner. In seinem Buch »Von Blendern, Siegern, Sechszylindern – Das staatliche Rennkollektiv der DDR 1951-1957« hat Hendrik Medrow diese Geschichte gründlich dokumentiert und stellte diese am 22. Mai 2024 im Konferenzraum des DDR Museum dem Publikum vor. Der Vortrag mit seinem reichen Bildmaterial rund um diese für die DDR erfolgreiche Periode des deutschen Rennsports wurde aufgezeichnet.

Das Besprochene und vorgestellte Buch ist nachfolgend zu beziehen: „Von Blendern, Siegern, Sechszylindern …“

Informationen zum Autorennsport in der DDR

Der Autorennsport in der DDR war ein faszinierendes Kapitel des Motorsports, das durch Kreativität, Engagement und den besonderen politischen und wirtschaftlichen Rahmen des sozialistischen Staates geprägt war. Trotz der Einschränkungen und Ressourcenknappheit entwickelten sich in der DDR zahlreiche Rennserien und Motorsportveranstaltungen, die eine leidenschaftliche Fangemeinde hatten und bemerkenswerte Fahrer hervorbrachten.

Rennserien und Veranstaltungen
In der DDR gab es mehrere bedeutende Rennserien, darunter die DDR-Meisterschaft und verschiedene regionale Rennen. Eine der bekanntesten Rennstrecken war der Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal, der schon vor dem Zweiten Weltkrieg genutzt wurde und später einer der zentralen Orte des DDR-Motorsports wurde. Weitere wichtige Strecken waren der Bernauer Schleife und der Pößnecker Dreieck.

Fahrzeuge und Technische Herausforderungen
Der Mangel an Ressourcen und die isolierte Lage der DDR führten dazu, dass die Rennfahrer und Mechaniker äußerst einfallsreich sein mussten. Viele Rennfahrzeuge basierten auf Serienmodellen, die umgebaut und modifiziert wurden. Besonders populär waren Fahrzeuge der Marken Trabant und Wartburg, die mit erheblichen technischen Anpassungen in den Rennsport integriert wurden.

In den höheren Klassen wurden Fahrzeuge wie der MT 77 und der MT 77-2 verwendet, die speziell für den Motorsport entwickelt wurden. Diese Fahrzeuge zeigten trotz der begrenzten technischen Möglichkeiten und Materialien beeindruckende Leistungen und zeugten vom hohen technischen Können der Ingenieure und Mechaniker.

Bekannte Fahrer und Teams
Mehrere Rennfahrer erlangten in der DDR Bekanntheit und genossen großes Ansehen. Zu den bekanntesten Fahrern gehörten Heinz Melkus, der als einer der besten Rennfahrer der DDR galt und mit seinen selbstentwickelten Rennwagen, den Melkus-Modellen, große Erfolge feierte. Günter Loth, Edgar Barth und Jochen Neerpasch waren ebenfalls prominente Figuren des DDR-Motorsports.

Teams waren oft eng mit großen staatlichen Betrieben oder Kombinaten verbunden, die den Motorsport als Möglichkeit nutzten, technische Innovationen zu fördern und Prestige zu gewinnen. Dies führte zu einer engen Verzahnung von Industrie und Motorsport, die für den Fortschritt in beiden Bereichen vorteilhaft war.

Politische und Soziale Bedeutung
Der Motorsport in der DDR hatte auch eine politische Dimension. Die Erfolge auf der Rennstrecke wurden von der staatlichen Propaganda genutzt, um die Leistungsfähigkeit des sozialistischen Systems zu demonstrieren. Motorsportveranstaltungen waren beliebte Massenereignisse und boten den Menschen in der DDR eine Möglichkeit, Begeisterung und Gemeinschaftsgefühl zu erleben.

Herausforderungen und Ende
Die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in der DDR stellten den Motorsport vor zahlreiche Herausforderungen. Ersatzteile und moderne Technik waren schwer zu beschaffen, und der internationale Austausch war stark eingeschränkt. Mit der Wende 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands endete auch das eigenständige Kapitel des DDR-Motorsports. Viele Rennfahrer und Teams orientierten sich neu und integrierten sich in den gesamtdeutschen Motorsport.

Der Autorennsport in der DDR war trotz seiner Herausforderungen eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. Er zeugte von technischer Kreativität, sportlichem Ehrgeiz und der Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen Höchstleistungen zu erbringen. Die Erinnerungen an die Rennen und die Geschichten der Fahrer und Mechaniker sind bis heute ein bedeutender Teil der ostdeutschen Sportgeschichte.

Wettbewerb in OPR: „Unser Dorf lebt durch uns!“

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Neuruppin. Mit dem Wettbewerb „Unser Dorf lebt durch uns!“, der 2017 erstmals an den Start ging, soll die freigemeinnützige Arbeit in den Dörfern des Landkreises gewürdigt und unterstützt werden. Der Wettbewerb wird jährlich ausgerufen, den Erfordernissen entsprechend überarbeitet und inhaltlich angepasst.

Im aktuellen Wettbewerbsjahr 2024 wurde eine neue Kategorie eingeführt, in der sich Arbeitsgruppen von Dachvereinen und -interessengruppen aus der Kategorie I, bewerben können. Diese wurden in den letzten Jahren gemeinsam in der Kategorie II mit Vereinen/Interessengruppen gewertet, die sich in ihrer Arbeit hauptsächlich auf eine Personengruppe bzw. ein Themenfeld konzentriert haben. Die ähnlich ausgerichtete Arbeit der Vereine und Gruppen ist in der Regel jedoch gegenüber den Arbeitsgruppen breiter aufgestellt, was sich in der vergleichenden Wertung niederschlug. Mit der neuen Kategorie wird dem Rechnung getragen. Dementsprechend wurden die Platzierungen neu gestaltet und mit noch attraktiveren Preisgeldern ausgestattet.

Die Bewerbungsfrist endet am 10. Juni 2024.

externe Links:

Bewerbungsformular (PDFWord) bis einschließlich 10. Juni 2024 an den

Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Dezernat I
Team Kreisentwicklung und Mobilität
Wettbewerb 2024 „Unser Dorf lebt durch uns!“
  Virchowstraße 14-16
16816 Neuruppin

per Post (Eingangsstempel Landkreises zählt),
bevorzugt jedoch per E-Mail an antje.woltersdorf@opr.de oder an kreisverwaltung@opr.de senden.

Bitte vergessen Sie die Datenschutzerklärung nicht! (s. Bewerbungsformular)

Hier finden Sie weitere Informationen.

Chemnitzer Oberbürgermeister kommt mit Vereinen ins Gespräch

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Einladung zum Austausch: am 14., 22. und 27. August sowie 3. September, jeweils von 17 bis 19 Uhr, im Luxor Chemnitz, Hartmannstraße 11

Chemnitz. Im August und September lädt Oberbürgermeister Sven Schulze erneut Vertreter:innen aller Chemnitzer Vereine zu einem offenen Austausch über deren Arbeit und Wirken in das Luxor Kongress- und Veranstaltungszentrum, Hartmannstraße 11, ein.

In einem offenen Gesprächsformat bekommen Vereine dadurch die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt bei Vertreter:innen der Stadt Chemnitz anzusprechen und Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen.

Anmeldungen sind über das Beteiligungsportal der Stadt Chemnitz (siehe jeweilige Links) sowie telefonisch unter 0371 488 1521 möglich.

Jeweils von 17 bis 19 Uhr (Einlass jeweils 16 Uhr) finden die Gespräche an folgenden Tagen statt:

– Mittwoch, 14. August, Kulturelle, musische und künstlerische Vereine – Anmeldung
(Anmeldung bis 7. August möglich)

– Donnerstag, 22. August, Sportvereine – Anmeldung
(Anmeldung bis 15. August möglich)

– Dienstag, 27. August, Kleingartenvereine – Anmeldung
(Anmeldung bis 20. August möglich)

– Dienstag, 3. September, Gesellschaftliche und soziale Vereine – Anmeldung
(Anmeldung bis 27. August möglich)

Die Vertreter:innen der Vereine können vorab per E-Mail an protokoll@stadt-chemnitz.de oder bei der Anmeldung (im Beteiligungsportal) Themen benennen, über die sie sprechen möchten.

Eine Reise in die Toskana des Nordens, dem Burgenlandkreis von Sachsen-Anhalt

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Der Burgenlandkreis ist ein Landkreis im Süden von Sachsen-Anhalt, Deutschland. Er wurde im Rahmen der Kreisgebietsreform im Jahr 2007 aus den ehemaligen Landkreisen Burgenlandkreis und Weißenfels gebildet. Der Landkreis ist bekannt für seine historischen Burgen und Schlösser, malerischen Landschaften und bedeutenden Weinanbaugebiete.

Geografie
Der Burgenlandkreis liegt im südlichen Teil von Sachsen-Anhalt und grenzt an die Bundesländer Thüringen und Sachsen. Die Region ist von einer abwechslungsreichen Landschaft geprägt, die von Flusstälern, Weinbergen und Hügeln dominiert wird. Der Fluss Saale fließt durch den Landkreis und trägt zur Fruchtbarkeit der Region bei.

Verwaltungssitz und wichtige Städte
Der Verwaltungssitz des Burgenlandkreises ist Naumburg (Saale). Weitere bedeutende Städte und Gemeinden im Landkreis sind Weißenfels, Zeitz und Bad Kösen. Diese Städte sind reich an historischen Gebäuden und kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Sehenswürdigkeiten
Naumburger Dom: Der Naumburger Dom St. Peter und Paul ist ein Meisterwerk der mittelalterlichen Architektur und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders bekannt sind die Stifterfiguren, darunter die Figur der Uta von Naumburg.

Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels: Ein imposantes Barockschloss, das heute ein Museum beherbergt und Einblicke in die regionale Geschichte bietet.

Zeitzer Schloss: Das Schloss Moritzburg in Zeitz ist ein weiteres bedeutendes historisches Bauwerk, das ein Museum und kulturelle Veranstaltungen bietet.

Weinregion Saale-Unstrut: Der Burgenlandkreis liegt im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut, dem nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands. Die Weinberge und Straußwirtschaften laden zu Weinproben und Wanderungen ein.

Wirtschaft
Die Wirtschaft im Burgenlandkreis ist vielfältig und umfasst traditionelle Industriezweige wie Maschinenbau und Chemie sowie Landwirtschaft und Weinbau. Der Tourismus spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, insbesondere durch die historischen Sehenswürdigkeiten und die Weinanbaugebiete.

Bildung und Kultur
Im Burgenlandkreis gibt es zahlreiche Bildungseinrichtungen, darunter Grundschulen, weiterführende Schulen und Berufsschulen. Kulturell bietet die Region ein reiches Programm an Veranstaltungen, Museen und historischen Stätten. Die Region fördert aktiv das kulturelle Leben durch Festivals, Konzerte und Ausstellungen.

Zusammenfassung

Der Burgenlandkreis ist eine Region mit reicher Geschichte, kulturellem Erbe und landschaftlicher Schönheit. Mit seinen historischen Städten, bedeutenden Bauwerken und malerischen Weinbergen bietet der Landkreis sowohl Bewohnern als auch Besuchern viel zu entdecken und zu erleben.

weitere Informationen gibt es direkt beim burgenlandkreis.de

Hitzestress in Großstädten wird zur wachsenden Bedrohung

  • Studie in Nature Cities belegt: Benachteiligte Menschen leiden in europäischen Großstädten ganz besonders unter Hitzestress
  • Interview mit Prof. Dr. Birgit Kleinschmit und Dr. Alby Duarte Rocha von der TU Berlin

Berlin. Eine neue Studie vom Fachgebiet Geoinformation in der Umweltplanung der TU Berlin beleuchtet die gravierende Umweltungerechtigkeit im Zusammenhang mit Hitzestress in 14 bedeutenden europäischen Großstädten. Das Paper erschien jetzt in Nature Cities und belegt, dass hitzebedingte Gesundheitsrisiken ungleichmäßig auf die Bevölkerung verteilt sind, wobei besonders vulnerable Gruppen benachteiligt werden.

Prof. Dr. Birgit Kleinschmit und ihr Team von der TU Berlin und weitere europäische Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, dass in allen untersuchten europäischen Städten einkommensschwache Bewohner*innen, Mieter*innen, Immigrant*innen und Arbeitslose unterdurchschnittlich mit grüner Kühlung versorgt werden. Im Gegensatz dazu profitieren wohlhabendere Einwohner*innen, Staatsangehörige und Hauseigentümer*innen überproportional von den kühlenden Effekten städtischer Grünflächen, die eine entscheidende Rolle bei der Minderung von Hitzestress spielen. Die Grünflächen bieten durch Schatten und Verdunstung natürliche Kühlung. „Die Verteilung dieser ‘grünen Kühlung‘ ist oft ungleich verteilt, und wer die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen sind, war lange unklar“, so Kleinschmit.

Zentrale Stadtgebiete als Brennpunkte der Hitzebelastung

Entgegen der Annahme, dass vulnerable Gruppen hauptsächlich in den Vororten leben, zeigt die Studie, dass diese oft in sanierungsbedürftigen zentralen Stadtbereichen konzentriert sind, die gleichzeitig meist über wenig Grünflächen verfügen. Das erhöht das Risiko tödlicher Hitzewellen für diese Bevölkerungsgruppen, da sie sich oft weder passive noch aktive Kühlmaßnahmen leisten können.

Hitzestress in Europa: Eine wachsende Bedrohung

Hitzestress ist die führende klimainduzierte Todesursache in Europa. In den vergangenen Jahren wurden die Kontinente von mehreren schweren Hitzewellen heimgesucht, und die Prognosen sagen eine Zunahme in Häufigkeit und Intensität voraus. Besonders betroffen sind große Städte, wo die urbane Struktur und versiegelte Flächen die Hitze verstärken.

Forderungen und Ausblick

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur Schaffung und gerechteren Verteilung von Grünflächen in städtischen Gebieten. Investitionen in städtisches Grün und die gezielte Unterstützung vulnerabler Gruppen können dazu beitragen, die gesundheitlichen Folgen von Hitzestress zu mildern.

externe Links:

Lesen Sie mehr über die Ergebnisse der Studie und Forderungen der Wissenschaftler*innen im Interview.

Link zur Studie „Unprivileged groups are less served by green cooling services in major European urban areas“.

Thüringer Verfassungsschutz stuft Junge Alternative als „erwiesen rechtsextremistische Bestrebung“ ein

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Erfurt. Das Amt für Verfassungsschutz beim Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales (AfV) teilt presseöffentlich mit:

Das AfV hat die Junge Alternative Thüringen (JA Thüringen) mit Wirkung zum 28. März 2024 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Die JA Thüringen ist die Jugendorganisation des Landesverbands Thüringen der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD Thüringen), der bereits 2021 durch das Amt für Verfassungsschutz beim Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft wurde. Die Organisation selbst wird seit 2021 als rechtsextremistischer Verdachtsfall bearbeitet.

Die durch die JA Thüringen vertretenen Positionen sind unvereinbar mit dem Grundgesetz und der Thüringer Landesverfassung. In der Phase der Bearbeitung als Verdachtsfall hat sich die Parteijugendorganisation der erwiesen rechtsextremistischen AfD Thüringen nicht politisch gemäßigt. Im Gegenteil hat sie – insbesondere im Bereich ihres Spitzenpersonals – sukzessive diejenigen Personen marginalisiert und abgewählt, die für moderatere Positionen eintraten.

So bezieht sich die derzeitige JA Thüringen regelmäßig auf ein ethnisch homogenes deutsches Staatsvolk und eine deutsche Abstammungsgemeinschaft. Eine solche Vorstellung formuliert biologistische Annahmen darüber, wer Deutscher sein kann und wer nicht, die im Widerspruch zu unserem Grundgesetz stehen. Gruppen, denen die JA das „Deutschsein“ aberkennt werden – mit ähnlich rassistischen Annahmen – als pauschal kriminell abgewertet.

Die JA ist keine Bestrebung, die sich dabei auf politische Meinungsäußerungen beschränkt. Sie arbeitet aktionsorientiert und erlebnisorientiert, um den Eindruck zu vermitteln, ihre verfassungsfeindlichen Positionen seien öffentlich mehrheitsfähig und im Prozess ihrer schleichenden Normalisierung junge Menschen an sich zu binden. Dabei entwickelte sich die Forderung nach „Remigration“, der umfassenden Abschiebung von Personen, zum zentralen Narrativ der Jugendorganisation, die sie beispielsweise während einer Demonstration der AfD Thüringen am 28. Oktober 2023 in Erfurt öffentlichkeitswirksam darstellte.

Besonders bezeichnend ist die Glorifizierung des Landessprechers Björn Höcke durch die JA. Höcke bedient sich regelmäßig nationalsozialistischer Parolen wie einer verbotenen Losung der SA mit dem Ziel, diese salonfähig zu machen, was den Strafgesetzen zuwiderläuft. Die JA Thüringen bezeichnet sich selbst als „Teil des Systems Höcke“. Zuletzt wurde die Jugendorganisation durch das erwiesen rechtsextremistische „COMPACT“-Magazin als „Höcke-Jugend“ bezeichnet, wovon sich die Organisation nicht distanzierte.

Die JA nutzt die Freiheiten, die unsere demokratische Grundordnung bietet, um Positionen zu deren Überwindung zu verbreiten. Die größte Gefahr besteht darin, dass die vertretenen Positionen zum Anlass für Gewalt gegen Andersdenkende werden könnten.

Zuletzt hat ein die JA-Bundesorganisation betreffender Beschluss des VG Köln vom 5. Februar 2024 die Einstufung des Bundesverbandes als gesichert rechtsextremistisch bestätigt und den Antrag von Bundes-AfD/JA auf vorläufigen Rechtsschutz abgelehnt.

Das Gericht stellte dabei explizit und mit Rekurs auf gleichlautende vorherige Entscheidungen heraus, dass der durch die JA vertretene völkisch-abstammungsmäßige Volksbegriff, die ausländer- und insbesondere muslimfeindliche Agitation sowie das Agitieren gegen das Demokratieprinzip – u. a. durch Gleichsetzung von Bundesrepublik und DDR – mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung unvereinbar seien.

Die Beobachtung der JA-Bundesorganisation als Verdachtsfall ist zudem durch das OVG Münster am 13. Mai 2024 für rechtmäßig erklärt worden. Das Gericht sah tatsächliche Anhaltspunkte, die den Verdacht begründen, dass die „JA deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund die Anerkennung als gleichberechtigte Mitglieder der rechtlich verfassten Gemeinschaft versagen will“.

Die gezielte und sich intensivierende Vernetzung der JA im Rechtsextremismus, deren andauernde sprachliche Entgrenzung und deren aktionsorientiertes Agieren mit dem Ziel, die bestehende Gesellschaftsordnung verächtlich zu machen, lassen auch in Thüringen keinen in der Gesamtwürdigung überwiegenden Zweifel mehr zu, dass die JA die Basis des demokratischen Widerstreits der Meinungen verlassen hat.

Zur Einstufung erklärte der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan J. Kramer:

„Die Einstufung der ‚Jungen Alternative Thüringen‘ zur erwiesen rechtsextremistischen Bestrebung ist zum jetzigen Zeitpunkt geboten, weil sie sich mit ihren öffentlichen Aktionen und Äußerungen gegen grundlegende Aspekte der freiheitlichen demokratischen Grundordnung richtet. Sie unterstützt den Landesverband Thüringen der Partei ‚Alternative für Deutschland‘ dabei, junge Menschen mit dem Versprechen von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zu radikalisieren.

Zugleich zeigt die jetzt vorgenommene Einstufung, die nach der Einstufung des Landesverbands Thüringen der AfD als gesichert rechtsextremistisch erfolgt ist, dass meine Behörde gründlich belastendes und entlastendes Material würdigt. Die ‚Junge Alternative‘ hat – insbesondere im Bereich ihres Spitzenpersonals – in den letzten Jahren sukzessive diejenigen Personen marginalisiert und abgewählt, die für moderatere Positionen eintraten und sich damit ganz auf die Linie von Björn Höcke begeben. Es liegen nun hinreichend verdichtete konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen die Menschenwürde, das Demokratie- und das Rechtsstaatsprinzip vor.“

HU Berlin zum Ende der Besetzung eines Institutsgebäudes

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Statement zum Ende der Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften der HU am 23. Mai 2024

Berlin. Am 23. Mai wurde das Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität ab 18.30 Uhr von der Polizei geräumt. Zuvor gab es in dem seit dem Vortag besetzten Gebäude eine Diskussion mit ungefähr 50 pro-palästinensischen Besetzer*innen. An der Diskussion nahmen Mitglieder des Präsidiums, Mitarbeitende des Instituts für Sozialwissenschaften, des Akademischen Senats und Studierende teil. Das Präsidium hatte den Besetzer*innen am Vortag eine eindeutige Frist zur Beendigung der Besetzung mitgeteilt.

„Wir sind mit der Duldung der Besetzung im Institut für Sozialwissenschaften bis Donnerstagabend in mehrfacher Hinsicht an Grenzen gegangen. Es war der ernsthafte Versuch, einen Dialog zu führen. Dieser Dialog musste abgebrochen werden“, so Prof. Julia von Blumenthal, Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin.

Ab 18.30 Uhr verließ ein Großteil der protestierenden Studierenden das Institutsgebäude freiwillig in Begleitung von Universitätsangehörigen. Anschließend erfolgte die Räumung durch die Polizei. Das Gebäude bleibt voraussichtlich bis Mitte der nächsten Woche geschlossen.

„Wir haben bewusst ein Gesprächsangebot gemacht. Als Teil der demokratischen Gesellschaft und Ort der Bildung stehen wir für respektvollen Dialog auch über kontroverse Themen. Zugleich gilt: Die Humboldt-Universität duldet in ihren Räumen weder Hass noch Hetze. Ich verurteile alle Symbole, die zu Hass und Gewalt aufrufen, besonders die, die auf einzelne Gruppen oder Personen abzielen. Die Universität muss ein sicherer Ort für alle bleiben“, so von Blumenthal.

Wir verfolgen mit großer Sorge die Entwicklungen im Nahen Osten. Wir sehen das große Leid auf allen Seiten: Das Leid der Menschen, die immer noch als Geiseln unmittelbar dem Terror der Hamas ausgeliefert sind, das Leid der Menschen in Gaza, die hungern und keinen Schutz vor dem Krieg finden können; das Leid der Menschen, die Angehörige durch den Terror der Hamas verloren haben, das Leid der Menschen, die Angehörige und Freunde durch den Krieg verloren haben. Unser Mitgefühl gilt allen, die von Terror und Gewalt im Nahen Osten betroffen sind.