Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit der systematischen Etablierung hegemonialer Strukturen. Am 3. und 4. Juli 1945 erfolgte die Gründung des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung. Dies war ein strategischer Schritt der Kommunisten, um die bürgerliche und intellektuelle Elite des Landes frühzeitig an sich zu binden und in den stalinistischen Staatsaufbau zu integrieren.
Kurz darauf, am 14. Juli, bildeten Vertreter der KPD, SPD, CDU und LDPD in Berlin den antifaschistisch-demokratischen Block. Diese Blockbildung diente als fundamentales Instrument, um oppositionelle Kräfte durch den Zwang zum Konsens zu neutralisieren. Die bürgerlichen Parteien wurden institutionell eingebunden, jedoch ihrer Handlungsautonomie beraubt, was die Grundlage für das spätere System der Blockparteien bildete.
Parallel zu dieser innenpolitischen Strukturierung fanden im Juli auch auf geopolitischer und verwaltungstechnischer Ebene entscheidende Weichenstellungen statt. Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 tagte die Potsdamer Konferenz der Siegermächte, bei der wichtige Beschlüsse zur Demilitarisierung, Dezentralisierung und Entnazifizierung gefasst wurden. Um die eigene Zone ökonomisch und administrativ zu durchdringen, veranlasste die SMAD am 23. Juli 1945 die Schließung der Großbanken in der SBZ.
Nur wenige Tage später, am 27. Juli 1945, erließ die SMAD den Befehl Nr. 17, der die Gründung von zunächst elf Deutschen Zentralverwaltungen anordnete. Diese bildeten den bürokratischen Kern des künftigen ostdeutschen Staates. Zudem wurde bereits am 1. Juli in Berlin eine einheitliche Versicherungsanstalt geschaffen, die alle vorherigen 156 Versicherungsträger bündelte. So wurden im Juli 1945 die entscheidenden Fundamente für einen zentralistisch gelenkten Staat gelegt, der von der SMAD und der KPD dominiert wurde.