Die Rückkehr der Legende – SVT Görlitz fährt wieder

Am 17. Mai 2025 fand im Rahmen des jährlichen Treffens des „Club der 175“ ein bedeutender Meilenstein für das Projekt SVT Görlitz statt: Erstmals nach Beginn der Aufarbeitung verließ der VTa 18.16.10 gemeinsam mit dem VMc 18.16.07 aus eigener Kraft die Halle. Der erfolgreiche Rollout markiert einen entscheidenden Fortschritt in der Restaurierung des historischen Schnelltriebwagens.

Die Veranstaltung begann in den frühen Morgenstunden mit dem Aufbau einer symbolischen Wand aus Umzugskisten, die später eine zentrale Rolle im Ablauf des Tages einnahm. Neben den Mitgliedern des Clubs waren auch zahlreiche geladene Gäste anwesend.

Im offiziellen Teil der Veranstaltung sprachen der ehrenamtliche Geschäftsführer Mario Lieb sowie der Geschäftsführer der VIS GmbH, Ronald Krahl. Im Anschluss daran überreichte die Firma Märklin überraschend einen Spendenscheck in Höhe von über 25.000 Euro. Die großzügige Spende wurde mit großer Dankbarkeit entgegengenommen und würdigte das Engagement für den Erhalt technikgeschichtlicher Kulturgüter.

Um 11:30 Uhr erfolgte der lang erwartete Moment: Der 12-KVD-Motor wurde gestartet, und unter dem Klang des Horns durchbrach die markante „Nase“ des SVT Görlitz die vorbereitete Mauer aus Kartons. Der emotionale Moment löste bei den Anwesenden große Begeisterung aus.

Im Anschluss an den Rollout bestand für die Gäste Gelegenheit zum Austausch. Die Veranstaltung wurde begleitet von regem Interesse und vielen Gesprächen rund um die Restaurierung, die Technik und die Geschichte des Triebwagens.

Ein besonderer Höhepunkt war die abschließende Videobotschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, die den Gästen zum Ausklang der Veranstaltung gezeigt wurde.

Der Verein bedankt sich bei allen Beteiligten, Unterstützern und vor allem bei der VIS GmbH für die organisatorische und logistische Unterstützung, die diese Veranstaltung in ihrem feierlichen Rahmen möglich gemacht hat.

Das Sicherheitsgefühl in der DDR als soziale und biografische Erfahrung

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL: Hook: Sicherheit ist für viele Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, kein abstrakter Begriff aus der Kriminalstatistik, sondern eine Erinnerung an ein Lebensgefühl der Vorhersehbarkeit. Teaser: Wer heute zuhört, wenn Ostdeutsche über ihre Vergangenheit sprechen, stößt oft auf eine Diskrepanz zwischen der historischen Realität einer Diktatur und dem persönlichen Erleben eines geschützten Alltags. Diese Wahrnehmung basiert stark auf der Erfahrung einer fast lückenlosen sozialen Absicherung. Der Arbeitsplatz war garantiert, die Miete festgeschrieben, und der Lebensweg verlief oft in geregelten Bahnen, die kaum individuelle Risiken bargen. Diese staatlich garantierte Statik nahm dem Alltag eine existenzielle Schärfe, die erst mit den Umbrüchen der Nachwendezeit in das Leben vieler Menschen trat. Hinzu kam ein öffentlicher Raum, der durch eine hohe soziale Kontrolle und geringe Mobilität geprägt war. Man blieb oft über Jahrzehnte im gleichen Wohnviertel, kannte das Umfeld und bewegte sich in einer homogenen Gesellschaft, in der Fremdheit die absolute Ausnahme bildete. Die staatliche Ordnungsmacht sorgte zudem rigoros dafür, dass Konflikte selten sichtbar im Straßenbild ausgetragen wurden. In der Rückschau verschmelzen diese Faktoren – die soziale Planbarkeit, die vertraute Umgebung und die sichtbare Ruhe – zu einem Sicherheitsbegriff, der sich fundamental von heutigen Definitionen unterscheidet. Er beschreibt weniger den Schutz vor Verbrechen als vielmehr die Abwesenheit von unvorhersehbaren Veränderungen. B) SEITE 1 und 2 (Kontext): Hook: Wenn Ostdeutsche sagen, früher sei es sicherer gewesen, vergleichen sie die Gegenwart oft nicht mit dem politischen System der DDR, sondern mit einer spezifischen Form der sozialen Stabilität. Teaser: Die Analyse dieses Gefühls zeigt, dass Sicherheit in diesem Kontext vor allem als Planbarkeit des eigenen Lebens verstanden wird. In der DDR waren Erwerbsbiografien und Wohnsituationen langfristig gesichert, was eine mentale Entlastung von existenziellem Wettbewerb bedeutete. Der abrupte Wegfall dieser Strukturen nach 1990 und die Erfahrung massiver Unsicherheit prägen den rückblickenden Vergleich bis heute. Verstärkt wird dies durch den Kontrast zwischen der damaligen medialen Filterung, die Konflikte ausblendete, und der heutigen Informationsdichte, die Risiken permanent sichtbar macht. Sicherheit erscheint in dieser Lesart als ein Zustand, in dem die Komplexität der Welt noch überschaubar war. QUELLE Basis: Video-Analyse „Warum viele Ostdeutsche sagen: ‚In der DDR war es sicherer‘“