Zwölf neue Hochhäuser für Tempelhof?

Berlin könnte bald eine radikale Veränderung am Rande des geschichtsträchtigen Tempelhofer Feldes erleben, wenn es nach den Plänen des renommierten Architekten Christoph Langhof geht. Langhof, bekannt für das „Upper West“ am Breitscheidplatz, hat eine Vision vorgestellt, die zwölf Wohntürme entlang des Columbiadamms und des Tempelhofer Damms vorsieht, mit genügend Platz für bis zu 5.000 Wohnungen.

Keine Bebauung des Feldes, sondern davor
Der Architekt betont, dass seine Pläne das Tempelhofer Feld selbst nicht berühren würden. Stattdessen sollen die Hochhäuser an der Stadtseite, vor das sichelförmige Flughafengebäude und an den Treppenturm gesetzt werden, jedoch mit ausreichend Abstand. Langhof sieht dies als ein „ideales oder ein klassisches Potenzial, was gehoben werden muss“. Die geplanten Wohnungen sollen eine Mischung aus Eigentums- und Sozialwohnungen sein, und Investoren stünden bereits bereit.

Gemischte Reaktionen und Denkmalschutz-Hürden
Eine nicht-repräsentative Umfrage am Tempelhofer Feld zeigte geteilte Meinungen zur Vision. Während einige Passanten den Entwurf auf den ersten Blick „richtig super“ fanden und meinten, er würde „für Berlin was bringen“, äußerten andere, insbesondere Kleingartenbesitzer, Angst vor Randbebauung.

Eine der größten Hürden könnte der Denkmalschutz sein. Das Flughafengebäude steht unter Denkmalschutz. Ein konsultierter Architekturhistoriker sieht darin jedoch kein Problem, da die Pläne „in keiner Weise in die physische Substanz und Struktur dieses Gebäudes eingreifen“. Berlins oberster Denkmalbehördenchef wird jedoch eine andere Einschätzung erwartet: „Wir persönlich gehen davon aus, dass er sagen wird, das geht gar nicht, grundsätzlich, das sagt er eigentlich immer“. Der Landeskonservator bezeichnet Langhofs Vision bereits als „störende Fremdkörper“.

Ablehnung von Behörden, aber Offenheit für „ergänzende Baukörper“
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat sich zu dem ungefragten Entwurf bisher nicht geäußert. Die Tempelhof Projekt GmbH, die für die Entwicklung des Flughafengebäudes zuständig ist, hält die geplanten Hochhäuser für „zu dominant“. Allerdings zeigt sich die GmbH offen für die Idee von „ergänzenden Baukörpern“, die das bestehende Gebäude in seiner Nutzung unterstützen könnten. Es wird betont, dass Tempelhof keineswegs leer steht: Zwei Drittel der Flächen sind in Nutzung, ein Hangar wird von der Komischen Oper bespielt, und aktuell leben 1.400 Geflüchtete dort.

Langhofs Optimismus: Ein Déjà-vu zum „Upper West“
Christoph Langhof selbst bleibt trotz des Widerstands optimistisch. Er erinnert sich an die Skepsis vor 24 Jahren, als er das „Upper West“ entwarf, und ihm gesagt wurde: „Jetzt fangen Sie an zu spinnen“. Doch das Gebäude stehe heute da. Geht es nach ihm, so werden am ehemaligen Flughafen Tempelhof bald noch zwölf weitere Hochhäuser hinzukommen. Ob seine neue Vision jedoch über „bunte Bilder und ein kleiner Text“ hinaus zu einem „wirklichen Projekt“ wird, bleibt abzuwarten.

Der teuerste Umzug der Geschichte: Als die Rote Armee ging

MASTER-PROMPT HOOK - Profil Rückzug einer Supermacht: Das Ende der Westgruppe Am Fährhafen Mukran rollten Panzer auf Schiffe, während Offiziere in Wünsdorf ihren Hausrat verkauften. Der Abzug von 500.000 Sowjetsoldaten war ein logistischer Kraftakt zwischen Demütigung und Diplomatie. MASTER-PROMPT Teaser JP (Reflective) Der letzte Appell in Wünsdorf Ein verlassenes Hauptquartier, in dem noch das Echo der Befehle hallt, und Offiziere, die ihre Orden gegen D-Mark tauschen. Die Stimmung schwankte zwischen der Erleichterung über den Frieden und der tiefen Verunsicherung vor der Rückkehr in ein zerfallendes Reich. Es war das Ende einer Ära, das sich weniger in großen Gesten als in der Stille leerer Kasernen manifestierte. Man spürte die Zäsur, die diesen Moment begleitete, als eine Weltmacht ihre Koffer packte und eine Lücke hinterließ, die politisch wie menschlich nur schwer zu füllen war. MASTER-PROMPT Teaser Coolis (Neutral) Bilanz eines historischen Abzugs: 1994 verließ die Rote Armee Deutschland Mit dem Start der letzten Iljuschin in Sperenberg endete im September 1994 die fast 50-jährige sowjetische Militärpräsenz auf deutschem Boden. Zurück blieben ökologische Altlasten und eine neu geordnete geopolitische Landkarte. Am 31. August 1994 verabschiedeten Helmut Kohl und Boris Jelzin in Berlin offiziell die letzten russischen Truppen. Nach dem Zwei-plus-Vier-Vertrag verließen rund 500.000 Soldaten und zivile Angestellte der Westgruppe die ehemaligen DDR-Gebiete. Deutschland finanzierte den Rückzug und den Wohnungsbau in der Heimat mit Milliardenbeträgen, während die ökologische Sanierung der militärischen Liegenschaften bis heute andauert.