Bernau im Aufbruch: 50 Jahre Städtebauförderung als Motor des Wandels

Bernau feiert nicht nur sein neues Gesicht, sondern auch ein halbes Jahrhundert Städtebauförderung – eine Erfolgsgeschichte, die weit über die Grenzen der Stadt hinausstrahlt. Bund, Länder und Kommunen begehen im Jahr 2021 diesen Meilenstein und demonstrieren damit, wie eng Fördermittel und innovative Stadtentwicklung miteinander verknüpft sind.

Ein filmisches Erlebnis statt Rundgang
Ursprünglich war geplant, den Tag der Städtebauförderung mit einem geführten Rundgang entlang des Schönfelder Wegs zu feiern. Stattdessen können Interessierte nun einen kurzen, filmischen Beitrag erleben, der die beeindruckenden Veränderungen vor Ort dokumentiert. Diese mediale Alternative macht es möglich, die Entwicklung der ehemaligen Konversionsfläche in einen modernen Stadtteil – direkt von zu Hause aus – nachzuvollziehen.

Neue Lebensräume und grüne Oasen
Ein Highlight des Förderprogramms ist der Pankepark: Mit rund 3,2 Millionen Euro wurde ein etwa 19 Hektar großer Erholungsraum geschaffen, der nicht nur Raum für kulturelle, sportliche und freizeitbezogene Aktivitäten bietet, sondern auch zur ökologischen Aufwertung der Stadt beiträgt. Parallel dazu wurde bereits im vergangenen Jahr die Kita „Pankewichtel“ eröffnet – eine Investition von ca. 2,3 Millionen Euro, die den sozialen und bildungspolitischen Bereich der Stadt nachhaltig stärkt.

Die Wohnbebauung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Über 700 neue Wohnungen im Pankebogen formen einen grünen Stadtteil, der modernes Wohnen und urbanes Leben miteinander vereint. Diese Projekte stehen sinnbildlich für den umfassenden Wandel, den Städtebauförderung in Bernau bewirkt.

Ein neues Rathaus als Symbol des Neubeginns
Ein weiteres markantes Projekt ist das Neue Rathaus in der Bürgermeisterstraße 25. Mit einem hohen Fördervolumen errichtet, symbolisiert es den politischen und administrativen Neuanfang der Stadt. Anlässlich des Jubiläumstags wird zudem die Broschüre „Neues Rathaus Bernau“ kostenlos in der Tourist-Information und am Rathausempfang ausgegeben – ein Informationsangebot, das den Bürgern die Hintergründe und die Bedeutung des Projekts näherbringen soll.

Ein halbes Jahrhundert Investition in die Zukunft
Die Städtebauförderung blickt auf 50 Jahre Erfolgsgeschichte zurück und hat Bernau von 1992 bis 2020 Fördermittel in Höhe von rund 52 Millionen Euro eingebracht. Institutionen wie die in Berlin ansässige ews Stadtsanierungsgesellschaft mbH sowie die seit 2018 aktive Brandenburgische Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH aus Potsdam begleiten diese Projekte und sorgen dafür, dass der städtebauliche Wandel nachhaltig und zielgerichtet voranschreitet.

Mit einem breit gefächerten Portfolio aus Erholungsräumen, modernen Bildungs- und Wohneinrichtungen sowie repräsentativen Verwaltungsgebäuden steht Bernau exemplarisch für die gelungene Verbindung von Tradition und Innovation – eine Erfolgsgeschichte, die weit in die Zukunft weist.

Das Auftrittsverbot der Klaus Renft Combo im September 1975

A) PROFIL AP: Hook: In den 1970er Jahren stellte sich auf den Schulhöfen der DDR oft die Frage, ob man den angepassten Rock bevorzugte oder die wilde Variante. Teaser: Wer sich für die Klaus Renft Combo entschied, wählte mehr als nur Musik. Die Band aus Leipzig stand für eine Unangepasstheit, die sich an westlichen Vorbildern orientierte und die Grenzen des Sagbaren in der DDR austestete. Die Musiker um Klaus Renft und Thomas Schoppe verkörperten einen Lebensentwurf, der sich nur schwer in die Pläne der Kulturbürokratie pressen ließ. Der Konflikt, der sich über Jahre aufgebaut hatte, eskalierte am 22. September 1975 in einem Leipziger Amtszimmer. Anlass war ein geplantes Album, das Themen wie Republikflucht offen ansprach. Die Reaktion der Bezirkskommission für Unterhaltungskunst war keine Diskussion über künstlerische Inhalte, sondern ein bürokratischer Akt der Härte. Ohne die neuen Lieder überhaupt anzuhören, wurde der Band mitgeteilt, dass sie "nicht mehr existent" sei. Dieses Urteil zog eine Kette von persönlichen Tragödien nach sich, von Inhaftierungen bis zu Ausbürgerungen. Die physische Präsenz der Band wurde beendet, ihre Musik aus den Medien verbannt. Was blieb, war die Erinnerung des Publikums, das den staatlichen Beschluss nicht akzeptierte. An den Häuserwänden Leipzigs fand sich der Slogan "Renft lebt" als stiller Protest gegen die administrative Wirklichkeit. Musik und kulturpolitischer Machtanspruch standen sich hier unversöhnlich gegenüber, wobei die administrativen Maßnahmen die kulturelle Bedeutung der Gruppe langfristig eher konservierten als löschten. B) SEITE AP: Hook: Am 22. September 1975 demonstrierte die DDR-Kulturbürokratie, wie schnell ein anerkanntes Künstlerkollektiv seinen Status verlieren konnte. Teaser: Die Klaus Renft Combo wurde an diesem Tag von der Bezirkskommission für Unterhaltungskunst in Leipzig vorgeladen. Was formell als Einstufung galt, war faktisch die Exekution eines Verbots. Die Band hatte geplant, auf ihrem dritten Album Texte zu veröffentlichen, die das Tabu der Republikflucht berührten. Die Reaktion des Staates war eindeutig: Da die Inhalte nicht mit der sozialistischen Realität übereinstimmten, wurde die Gruppe für "nicht mehr existent" erklärt. Der Vorgang illustriert die Mechanismen der Zensur in der DDR. Es bedurfte keines öffentlichen Prozesses, sondern einer administrativen Entscheidung, um Karrieren zu beenden und Biografien zu brechen. Die Musiker wurden kriminalisiert oder zur Ausreise gedrängt, ihre Werke aus der Öffentlichkeit entfernt. Dennoch zeigt der Fall auch die Grenzen staatlicher Kontrolle, da der Mythos der Band im privaten Gedächtnis der Bevölkerung überdauerte. C) SEITE JP: Hook: Ein heimlicher Mitschnitt dokumentiert das Ende der Klaus Renft Combo am 22. September 1975 in Leipzig. Teaser: Die Band war zur Einstufung geladen, doch die Kommission unter Ruth Oelschlägel verweigerte das Anhören der neuen Songs. Begründet wurde dies mit der fehlenden Übereinstimmung der Texte mit der sozialistischen Realität. Besonders die "Rockballade vom kleinen Otto" hatte die Grenzen des Systems überschritten. Das Urteil lautete, die Gruppe sei "nicht mehr existent". Dieser Verwaltungsakt beendete die legale Karriere einer der wichtigsten DDR-Rockbands. Es folgten Verhaftungen und Ausbürgerungen. Der Versuch, eine kulturelle Strömung durch bürokratische Maßnahmen zu stoppen, führte zur Zerschlagung der Band, konnte aber ihre Wirkung auf die Jugendkultur der 1970er Jahre nicht rückgängig machen.