Schloss Plüschow – Von der Denkmalpflege zur Künstlerförderung nach der Wende

Das Schloss Plüschow ist ein ehemaliges, denkmalgeschütztes Herrenhaus in landschaftlich reizvoller Umgebung in Plüschow, im Landkreis Nordwestmecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern). Es wurde ursprünglich als Sommersitz genutzt.

Nach der politischen Wende in Deutschland 1990 stellte sich für viele historische Gebäude die Frage nach einer neuen Nutzung. Schloss Plüschow, ein barockes Herrenhaus in Mecklenburg-Vorpommern, war eines dieser Baudenkmäler, das in einem Zustand des Verfalls dringend einer neuen Bestimmung bedurfte. Um das Schloss zu erhalten und es gleichzeitig in einen kulturellen Ort von überregionaler Bedeutung zu verwandeln, wurde im Mai 1990 der Förderkreis Schloss Plüschow e.V. gegründet. Die Mitglieder dieses Vereins setzten sich zum Ziel, Schloss Plüschow in ein Zentrum für moderne Kunst und Künstlerförderung zu transformieren.

Mit der Gründung des Vereins begann eine intensive Phase der Sanierung und Konzeptentwicklung. Das Schloss, das in den Jahrzehnten zuvor verschiedene Nutzungen erfahren hatte und während der DDR-Zeit stark vernachlässigt worden war, musste zunächst baulich gesichert werden. Durch Fördermittel und Spenden gelang es, die notwendigsten Instandsetzungsmaßnahmen einzuleiten. Parallel dazu entwickelte der Förderkreis ein künstlerisches Nutzungskonzept, das sich an internationalen Künstlerhäusern orientierte. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Künstlerinnen und Künstler nicht nur ausstellen, sondern auch leben und arbeiten konnten.

1995 wurde das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow offiziell eröffnet. Seitdem hat es sich als bedeutende Institution für zeitgenössische Kunst etabliert. Es bietet Atelierräume, Ausstellungsflächen und ein Residenzprogramm, das Künstlern aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit gibt, in inspirierender Umgebung zu arbeiten. Zudem finden regelmäßig Workshops, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen statt, die Schloss Plüschow zu einem lebendigen Treffpunkt für Kunstinteressierte machen. Die großzügigen Räume werden unter der Trägerschaft des Förderkreises Schloss Plüschow e. V. als Künstlerhaus mit Ausstellungsräumen, Ateliers und Werkstätten genutzt. Eine permanente Ausstellung zeigt die Geschichte des Schlosses. Die Kreativwerkstatt für Kinder bietet Kunst-, Klang-, Theater- und Umweltprojekte. Sie wird durch das Landesjugendamt Mecklenburg-Vorpommern und das Jugendamt des Kreises Nordwestmecklenburg gefördert. Aus dem Nachlass von Dr. Annie Bardon wurde dem Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow die private Kunstbibliothek von Annie Bardon übereignet. Diese Bibliothek steht als Präsenzbibliothek interessierten Benutzern nach Anmeldung zur Verfügung.

Die Verbindung aus Denkmalpflege und künstlerischer Nutzung hat sich als erfolgreiches Modell erwiesen. Schloss Plüschow ist heute nicht nur ein bedeutendes Zentrum für die Kunstförderung in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch ein Beispiel für die gelungene Umnutzung historischer Gebäude nach der Wiedervereinigung.

Schatten über der Zschopau: Die Stadt und ihr ewiger Gefangener

Teaser 1. Persönlich Gänsehaut am Gartenzaun. Stellen Sie sich vor, Sie trinken Ihren Nachmittagskaffee, und nur wenige Meter entfernt sitzen Sträflinge auf der Mauer und schauen in Ihren Garten. Für Elke Pfeifer ist das Realität in Waldheim. Die Doku zeigt eindrücklich, wie eng das Leben der Bürger mit dem Schicksal der Gefangenen verknüpft ist. Von der Tochter eines kommunistischen Häftlings bis zum Sohn eines Wärters – hier wird Geschichte nicht in Büchern, sondern in Familiendramen geschrieben. 2. Sachlich-Redaktionell 300 Jahre sächsische Justizgeschichte. Die JVA Waldheim ist mehr als ein Gefängnis; sie ist ein Spiegel deutscher Epochen. Von der Gründung durch August den Starken über die Euthanasie-Verbrechen der NS-Zeit und die berüchtigten Waldheimer Prozesse 1950 bis hin zur Zwangsarbeit für IKEA in der DDR. Der Film dokumentiert minutiös den Wandel einer Institution, die als größter Arbeitgeber der Region die Stadt ökonomisch am Leben hält und sie moralisch immer wieder herausfordert. 3. Analytisch und Atmosphärisch Mauern des Schweigens. Es liegt eine bleierne Schwere über dem Zschopautal. Die Dokumentation enthüllt die beklemmende Symbiose zwischen einer idyllischen Kleinstadt und ihrer dunklen Herzkammer. Während die Fassaden der Häuser glänzen, bröckelt der Putz der Verdrängung nur langsam. Ob Nazi-Gräuel oder DDR-Unrecht – der Film seziert die Atmosphäre einer Stadt, die ihre Dämonen lange Zeit lieber hinter dicken Mauern versteckte, als ihnen ins Gesicht zu sehen. Ein Meisterwerk der Aufarbeitung. 6 Überschriften-Vorschläge Der dunkle Nachbar: Leben im Schatten der JVA Waldheim Von Karl May bis IKEA: Die wechselvolle Geschichte eines sächsischen Kerkers Waldheim 1950: Das Trauma der Schnellprozesse Hinter der Idylle: Eine Stadt und ihre 300-jährige Fessel Glaube, Gitter, Gummiknüppel: Die entweihte Kirche von Waldheim Zwangsarbeit und Zuchthaus: Das doppelte Erbe der DDR in Sachsen