Medien und Politik: Angelika Barbe kritisiert die Diffamierung von Pegida

Angelika Barbe, eine bekannte Bürgerrechtlerin der DDR und eine der Mitbegründerinnen der ostdeutschen SPD, war zu Gast auf der Bühne, um ihre Gedanken zu politischen Entwicklungen und ihrer persönlichen Geschichte zu teilen. Barbe war nicht nur eine prominente Figur während der Wendezeit, sondern auch Mitglied der letzten Volkskammer der DDR, wo sie aktiv an der Wiedervereinigung Deutschlands mitwirkte. Im Laufe der Veranstaltung machte sie deutlich, wie ihre politischen Überzeugungen sich über die Jahre weiterentwickelt haben und wie sie heute die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland wahrnimmt.

Barbe begann ihren Vortrag mit einer Klarstellung: Entgegen der Annahme gehörte sie nicht zur „Gruppe der 20“, die im Jahr 1989 in Leipzig während der Montagsdemonstrationen aktiv war. Stattdessen war sie am 7. Oktober 1989 eine der Mitbegründerinnen der ostdeutschen SPD. Diese SPD, so betonte sie, sei jedoch eine andere als die Partei, die heute in Deutschland an der Macht ist. Sie erklärte, dass sie sich von der modernen SPD distanziert habe und bereits aus der Partei ausgetreten sei. Der Wandel der Partei sei für sie enttäuschend gewesen.

Von der DDR zur gesamtdeutschen Politik
Barbe erinnerte sich auch an ihre Zeit in der Volkskammer, wo sie an den grundlegenden Entscheidungen für das wiedervereinigte Deutschland mitarbeitete. Besonders erinnerte sie sich an ihre Teilnahme an der Abstimmung zur Asylgesetzgebung 1993, die die sogenannte Drittstaatenregelung beinhaltete. Diese Entscheidung, so sagte sie, habe sie bereits damals zur Zielscheibe von Kritik innerhalb der SPD gemacht, wo sie für ihre Position verunglimpft wurde.

Sie kritisierte die heutige Regierungspolitik scharf und sprach davon, dass die aktuelle Politik versuche, ein „eigenes Volk“ zu schaffen, indem Migranten ins Land geholt würden. Ihrer Ansicht nach hat dies nichts mehr mit Demokratie und dem Grundgesetz zu tun. Barbe betonte, dass sie nicht bereit sei, diese Entwicklung hinzunehmen, und dass sie weiter für die Werte des Grundgesetzes kämpfen werde. Diese Aussagen stießen bei den Anwesenden auf große Zustimmung und spiegelten Barbes klare Haltung zu aktuellen politischen Fragen wider.

Über Pegida und den medialen Diskurs
In ihrer Rede nahm Barbe auch Bezug auf die Pegida-Bewegung, die in den letzten Jahren für viele Kontroversen gesorgt hat. Sie berichtete von ihrer eigenen Erfahrung mit der Bewegung und erklärte, dass sie 2014 das erste Mal an einer Pegida-Demonstration teilgenommen habe. Dort habe sie erkannt, dass die Bewegung nicht so sei, wie sie in den Medien dargestellt wurde. Stattdessen, so Barbe, handele es sich um eine Bürgerbewegung, die von engagierten Demokraten gegründet wurde und sich gegen die politische Elite richtete.

Barbe beklagte, dass Pegida in den Medien systematisch diffamiert wurde. Die Bewegung und ihre Anhänger seien als „Pack“ bezeichnet worden, wie es der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel formulierte. Auch andere Politiker wie Cem Özdemir oder der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hätten Pegida-Anhänger beleidigt und diffamiert. Gauck sprach beispielsweise von „Dunkeldeutschland“, wenn er auf Pegida zu sprechen kam. Barbe griff diese Aussagen auf und sagte humorvoll, dass sie in Briefen ihre Unterschrift manchmal mit „Ihre Angelika aus Dunkeldeutschland“ versehen habe, um die Absurdität dieser Beleidigungen zu unterstreichen.

Kritik an der politischen Elite und den Medien
Barbe kritisierte nicht nur die Medienberichterstattung, sondern auch die etablierten Parteien, die ihrer Meinung nach systematisch daran arbeiteten, Bewegungen wie Pegida zu spalten und zu zerstören. Sie zog Parallelen zur DDR, wo ebenfalls jeder, der sich nicht dem System anpasste, als Feind bezeichnet wurde. Heute werde ähnliches Verhalten gegenüber Kritikern der Regierungspolitik praktiziert.

Für Barbe ist Pegida eine wichtige Bürgerbewegung, die ihrer Zeit voraus gewesen sei. Sie verwies dabei auf die Analysen des Dresdner Politikwissenschaftlers Prof. Werner Patzelt, der Pegida als rechte Bürgerbewegung beschrieben hatte, die sich gegen das politische Establishment richtete. Barbe betonte, dass Pegida in der politischen Landschaft Deutschlands Geschichte geschrieben habe und bis heute ein Symbol für den Widerstand gegen die herrschende Politik sei.

Zukunft des Widerstands: Neue Initiativen
Abschließend ging Barbe auf die aktuellen Entwicklungen ein und ermutigte die Anwesenden, den Widerstand gegen die Regierungspolitik fortzusetzen. Sie lobte die vielen neuen Initiativen, die sich in den letzten Jahren gegründet haben, und forderte dazu auf, regelmäßig Demonstrationen und Veranstaltungen zu organisieren. „Es geht weiter“, sagte sie entschlossen, „wer hindert uns daran, jeden Montag eine Veranstaltung zu machen?“

Ihre Rede endete mit einem eindringlichen Appell an die Verteidigung des Grundgesetzes und den Kampf gegen politische Entwicklungen, die ihrer Meinung nach die Demokratie gefährden. Barbe betonte, dass der Widerstand gegen diese Entwicklungen nicht aufhören dürfe und dass es die Pflicht jedes Bürgers sei, für die Demokratie einzutreten. Mit diesen Worten erntete sie tosenden Applaus von den Anwesenden, die ihre klare und kämpferische Haltung mit großem Enthusiasmus unterstützten.

Schatten über der Zschopau: Die Stadt und ihr ewiger Gefangener

Teaser 1. Persönlich Gänsehaut am Gartenzaun. Stellen Sie sich vor, Sie trinken Ihren Nachmittagskaffee, und nur wenige Meter entfernt sitzen Sträflinge auf der Mauer und schauen in Ihren Garten. Für Elke Pfeifer ist das Realität in Waldheim. Die Doku zeigt eindrücklich, wie eng das Leben der Bürger mit dem Schicksal der Gefangenen verknüpft ist. Von der Tochter eines kommunistischen Häftlings bis zum Sohn eines Wärters – hier wird Geschichte nicht in Büchern, sondern in Familiendramen geschrieben. 2. Sachlich-Redaktionell 300 Jahre sächsische Justizgeschichte. Die JVA Waldheim ist mehr als ein Gefängnis; sie ist ein Spiegel deutscher Epochen. Von der Gründung durch August den Starken über die Euthanasie-Verbrechen der NS-Zeit und die berüchtigten Waldheimer Prozesse 1950 bis hin zur Zwangsarbeit für IKEA in der DDR. Der Film dokumentiert minutiös den Wandel einer Institution, die als größter Arbeitgeber der Region die Stadt ökonomisch am Leben hält und sie moralisch immer wieder herausfordert. 3. Analytisch und Atmosphärisch Mauern des Schweigens. Es liegt eine bleierne Schwere über dem Zschopautal. Die Dokumentation enthüllt die beklemmende Symbiose zwischen einer idyllischen Kleinstadt und ihrer dunklen Herzkammer. Während die Fassaden der Häuser glänzen, bröckelt der Putz der Verdrängung nur langsam. Ob Nazi-Gräuel oder DDR-Unrecht – der Film seziert die Atmosphäre einer Stadt, die ihre Dämonen lange Zeit lieber hinter dicken Mauern versteckte, als ihnen ins Gesicht zu sehen. Ein Meisterwerk der Aufarbeitung. 6 Überschriften-Vorschläge Der dunkle Nachbar: Leben im Schatten der JVA Waldheim Von Karl May bis IKEA: Die wechselvolle Geschichte eines sächsischen Kerkers Waldheim 1950: Das Trauma der Schnellprozesse Hinter der Idylle: Eine Stadt und ihre 300-jährige Fessel Glaube, Gitter, Gummiknüppel: Die entweihte Kirche von Waldheim Zwangsarbeit und Zuchthaus: Das doppelte Erbe der DDR in Sachsen

Henry Hübchen über die DDR und die Arroganz des Überlebens

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn Henry Hübchen über die DDR spricht, vergleicht er das Land mit Atlantis – einem versunkenen Kontinent, dessen Konturen im Nebel der Geschichte langsam unscharf werden. Teaser: In der Rückschau auf sein Leben, das er zu gleichen Teilen in zwei verschiedenen Systemen verbracht hat, verweigert sich der Schauspieler den einfachen Kategorien von Täter und Opfer. Vielmehr beschreibt er eine Haltung der „Renitenz“, die sich nicht in politischem Widerstand, sondern in einer spezifischen Arbeitshaltung ausdrückte. Besonders eindrücklich ist seine soziologische Beobachtung der Machtverhältnisse: Während er den Westdeutschen als Souverän in der Freizeit, aber als angepasst im Berufsleben wahrnahm, war es im Osten genau umgekehrt. Der Mangel zwang im Privaten zur Unterordnung, doch im Betrieb herrschte oft eine anarchische Gleichheit, in der der Arbeiter dem Meister die Stirn bot. Diese Erfahrung eines Zusammenbruchs und Neuanfangs hat bei Hübchen keine Unsicherheit hinterlassen, sondern eine „große Arroganz“ des Überlebenden. Wer das Scheitern eines Staates erlebt hat, blickt mit anderen Augen auf die Krisen der Gegenwart. Seine Skepsis gegenüber aktuellen politischen Narrativen ist keine bloße Laune des Alters, sondern das Resultat einer Biografie, die gelernt hat, hinter die Kulissen der Macht zu schauen. Es ist der Blick eines Mannes, der weiß, dass keine Ordnung für die Ewigkeit gebaut ist. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Systemwechsel 1989 war für viele Ostdeutsche ein Schock, für Henry Hübchen jedoch eher die Bestätigung eines Erfahrungsvorsprungs. Teaser: Der Schauspieler spricht von einer inneren Unabhängigkeit, die weit vor dem Mauerfall begann. Interessant ist dabei seine Analyse der Anpassungsleistungen nach der Wende: Während man sich ökonomisch und beruflich in die Bundesrepublik integrierte, blieb eine kulturelle und mentale Differenz bestehen. Hübchen identifiziert dies nicht als Defizit, sondern als Ressource. Die Erfahrung, dass gesellschaftliche Verhältnisse fragil sind und Ideologien wechseln können, schützt vor einer allzu naiven Haltung gegenüber der Gegenwart. Diese ostdeutsche Skepsis, die sich heute oft in politischen Dissonanzen zeigt, wurzelt tief in der Erkenntnis, dass Wahrheit oft eine Frage der Perspektive und des Zeitgeistes ist. Die Geschichte lehrt hier nicht Eindeutigkeit, sondern Vorsicht. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Im Osten war der Arbeiter im Betrieb oft der König, während er in der Mangelwirtschaft der Freizeit zum Bittsteller wurde – eine Umkehrung der westlichen Verhältnisse. Teaser: Henry Hübchen analysiert präzise, wie diese spezifische Sozialisation bis heute nachwirkt. Die im Arbeitsleben der DDR erlernte Respektlosigkeit gegenüber Hierarchien und die Fähigkeit, Autoritäten infrage zu stellen, sind geblieben. Es ist eine Form der Renitenz, die sich schwer in gesamtdeutsche Strukturen einfügen lässt, weil sie aus einer völlig anderen Logik von Abhängigkeit und Freiheit entstanden ist. Das Verständnis für diese feinen Unterschiede schwindet, je weiter das Land in der Vergangenheit versinkt. https://www.ardmediathek.de/video/suite-der-kulturtalk-mit-serdar-somuncu/muessen-wir-uns-an-die-ddr-erinnern-henry-huebchen/rbb/Y3JpZDovL3JiYl83YzUyNmMwYy00MzZmLTQyNzItOWYzMi04NDMyNjE0ODFiN2NfcHVibGljYXRpb24