Wie der Braunschweiger Hof in Klötze die DDR-Küche als „Dauerbrenner“ feiert

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Klötze, Altmark. Ein ganz besonderer Duft weht durch Klötze in der Altmark – der Duft von Ostalgie. Mitten in der Stadt, im „Braunschweiger Hof“, wird zur Mittagszeit nicht nur warmes Essen serviert, sondern auch ein Stück gelebte Geschichte und Kindheitserinnerungen. Dieser Ort ist längst zu einem „Leuchtturm der Mittagsversorgung“ geworden, nachdem die alte „Bruzzelbude“ ihre Tore schloss.

Was hier auf den Teller kommt, sind die guten alten DDR-Klassiker, die viele Gäste aus ihrer Kindheit kennen und lieben. Es ist die Hausmannskost, mit der eine ganze Generation groß geworden ist und die von Großmüttern und Müttern mit Leidenschaft zubereitet wurde. Dazu gehören deftige Gerichte, die satt und glücklich machen.

Ein prominentes Beispiel ist die „Tote Oma“, deren Name für Außenstehende befremdlich wirken mag, aber für diejenigen, die damit aufgewachsen sind, sofort klar ist, was gemeint ist: Blutwurst, Rotwurst oder klassisch Lose Wurst, serviert mit Kartoffeln und Gewürzgurke. Dieses Gericht wird als „simpel, deftig, ein echtes Stück Heimat“ beschrieben. Aber auch andere beliebte Speisen wie Nudeln mit Jägerschnitzel, Soljanka, Hühnerfrikassee, Kaltschale oder Eier mit Senfsoße finden sich auf der Speisekarte.

Das Konzept kommt so gut an, dass der „Braunschweiger Hof“ regelmäßig ausgebucht ist. Viele Gäste haben sogar Angst, um 13:30 Uhr kein Essen mehr zu bekommen, und geben daher oft schon am Vortag Bestellungen auf. Ab April kommen Stammgäste sogar täglich. Die Beliebtheit liegt nicht nur an den günstigen Preisen zwischen 6 und 9 Euro, sondern vor allem am Geschmack und der Verbundenheit mit der Kindheit. Während Pommes, Chinesisch oder Döner an jeder Ecke erhältlich sind, findet man diese Art von Hausmannskost nur selten außerhalb der eigenen Küche.

Besonderer Wert wird auf Frische gelegt: „Alles wird frisch gekocht und mit viel Herz serviert“. Hin und wieder gönnt sich die Küche sogar einen kleinen „moderneren“ Einfall. Als „kleines Bonus-Schmankerl“ wird lose Wurst paniert, oft mit japanischem Paniermehl (Pankomehl), um sie besonders knusprig zu machen, und einfach zum Gericht dazugelegt.

In Klötze wird aus einem kleinen Mittagstisch ein „richtig großes Stück Geschichte“. Die DDR-Küche erweist sich hier als „Dauerbrenner“, die den Gästen „Heimat auf dem Teller“ bietet.

Die Biermann-Ausbürgerung und der Beginn des offenen Widerstands in Jena

1. Teaser Profil Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Es war jener graue Novemberabend, an dem die Tagesschau in Schwarz-Weiß flimmerte und eine Nachricht in die Wohnzimmer trug, die wie ein physischer Schlag wirkte. In einer Jenaer Privatwohnung saßen zwei Dutzend junge Menschen, umgeben von Zigarettenrauch und klirrenden Teegläsern, und starrten ungläubig auf den Bildschirm. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war nicht nur ein Verwaltungsakt gegen einen Liedermacher; sie war für diese Generation in der DDR das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Die Reaktion ließ in der Universitätsstadt nicht lange auf sich warten. Einen Tag später, im „Klub der Intelligenz“, suchten viele nach Antworten. Der Saal war überfüllt mit jungen Gesichtern, die eigentlich wegen einer Lesung von Jurek Becker gekommen waren. Als dieser die Protestnote der Berliner Künstler verlas, brach sich das Unausgesprochene Bahn. Ein Raunen schwoll zu einer offenen Debatte an, die den Rahmen des Erlaubten sprengte. Doch der Geist war aus der Flasche. In der Evangelischen Jungen Gemeinde (JG) Stadtmitte gärte es weiter. Hier wurde nicht nur diskutiert, hier wurde gehandelt. Man schrieb den Offenen Brief der Künstler ab und sammelte Unterschriften. Die Antwort des Repressionsapparates folgte prompt und brutal in der Nacht zum 19. November. Doch statt Rückzug erzeugte die staatliche Härte eine Solidarisierungswelle, die quer durch die sozialen Schichten Jenas ging. 2. Teaser Seite Arne Petrich Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war für viele junge Menschen in Jena das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Im „Klub der Intelligenz“ eskalierte die Situation, als Jurek Becker statt nur aus seinen Büchern zu lesen, die politische Realität thematisierte. Die daraufhin einsetzende Repression der Stasi, verraten durch Spitzel in den eigenen Reihen, führte zu Verhaftungen in der Jungen Gemeinde. Doch das Kalkül der Macht ging nicht auf: Statt Angst herrschte plötzlich eine neue, praktische Solidarität. Matthias Domaschk und andere organisierten Hilfe, sammelten Geld und vernetzten sich über soziale Grenzen hinweg. Es entstand ein Riss zwischen Staat und Jugend, der sich bis 1989 nicht mehr schließen sollte. 3. Teaser Jenapolis Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich. Die Nachricht von der Ausbürgerung Wolf Biermanns löste in Jena eine Kettenreaktion aus, die vom „Klub der Intelligenz“ bis in die Junge Gemeinde reichte. Wo der Staat mit Härte und Verhaftungen reagierte, entstand unerwartet eine breite Solidaritätsbewegung. Historisch betrachtet markiert dieser November den Moment, in dem sich ein Riss auftat, der das Ende der DDR einläutete – der Beginn eines offenen Widerstands, der sich nicht mehr einschüchtern ließ.