Ein völlig anderer Imagefilm für Borna: „Die Borna Identität“

Das Video zeigt eine dramatische Rückkehr eines charismatischen Sprechers, der sich vom Stadtmarketing zurückgezogen hat – Jason Borner. In einer an einen Agentenfilm erinnernden Szene wird Borner von einer mysteriösen Person aufgesucht, die ihm eine letzte, dringliche Mission vorschlägt. Die Stadt, die er einst verlassen hatte, braucht ihn erneut: „Die Stadt braucht Ihre Stimme.“

Der Dialog setzt humorvoll auf die tropenhafte Struktur eines Actionhelden, der für eine letzte Mission zurückgeholt wird, und verbindet das mit einem ungewöhnlichen Auftrag – dem Einsprechen eines Städtefilms für Borna oder Leipzig. Die Szene beginnt mit Borners Widerstand: „Sie wissen, dass ich aufgehört habe. Ich habe mir geschworen, nie wieder einen Städtefilm einzusprechen.“ Doch die überreichte Mappe, die einen Blick auf die Sehenswürdigkeiten und die Vorzüge der Stadt zeigt, weckt Erinnerungen und Emotionen in ihm.

Orte wie der Bockwitzer See und die Wüauer Hart erscheinen ihm plötzlich in einem neuen Licht. Die Wanderwege, die Ruhe der Natur und die Konzepte zur Belebung der Innenstadt lassen Borner erkennen, dass seine Heimat nicht nur aus Beton besteht, sondern auch ein Ort der Entspannung, der Kultur und der Gemeinschaft ist. Er entdeckt wieder, was er all die Jahre nicht gesehen hatte: Das große Potenzial dieser Region, die nicht nur Natur, sondern auch urbanes Leben miteinander vereint.

Ein Highlight des Textes ist die Aufzählung der vielen kulturellen und sportlichen Angebote: Europas größte Autokino-Leinwand, über 130 Vereine, das Kirschblütenfest, Schulen und Events am Volksplatz, sowie Orte wie der City Beach und die Ungesetzte Kirche. All das überzeugt Borner schließlich. Es folgt der emotionale Höhepunkt, als er entscheidet: „Okay, ich bin dabei. Ein letztes Mal – für Borner.“

Mit dramatischer Musik untermalt, endet das Video mit einem versöhnlichen Lächeln Borners. Der Zuschauer versteht, dass er seine Mission antritt, um seine Stadt zu repräsentieren und ihr neues, lebendiges Bild zu verbreiten. Der Clip vereint Humor, Charme und regionale Besonderheiten und hinterlässt den Eindruck, dass Borna, Leipzig und Umgebung sowohl für Einwohner als auch für Besucher einiges zu bieten haben.

Gestoppt vom Politbüro: Das Ende des P610

Journalistischer Text - Seite (Teaser) Ingenieurskunst im politischen Abseits Wenn ich heute die verstaubten Pläne des P610 oder des Wartburg-Coupés betrachte, spüre ich noch immer die stille Resignation jener Tage, als technische Innovationen schlichtweg verboten wurden. Es war oft nicht das Unvermögen der Konstrukteure vor Ort, das den Stillstand auf den Straßen zementierte, sondern ein kühler Federstrich im fernen Politbüro, der Jahre an Entwicklungsarbeit zunichtemachte. Bereits 1973 standen in Eisenach und Zwickau serienreife Nachfolger bereit, die den westlichen Standards kaum nachstanden und den Zweitakter hätten ablösen können. Doch die staatliche Planwirtschaft entschied sich aus Kostengründen gegen den Fortschritt im Individualverkehr und ließ visionäre Prototypen, die das Land dringend gebraucht hätte, in den Archiven verschwinden.