Vereinfachtes Stundungsverfahren für Coronahilfen in MV

Schwerin. Das Finanzministerium hat auf Anregung der Vereinigung der Unternehmensverbände ein einfaches und unbürokratisches Verfahren zur Stundung von Rückforderungen bei den Coronahilfen entwickelt

Die Covid-19-Pandemie hat viele Unternehmen des Landes vor große Herausforderungen gestellt. Unternehmen im Land haben sogenannte Soforthilfen und Überbrückungshilfen in Anspruch genommen, um die pandemiebedingten Umsatzeinbußen zu kompensieren.

Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass nicht alle Hilfen zu Recht in Anspruch genommen worden sind. Die Rückforderung dieser Hilfen sieht die Rückzahlung des gesamten Rückforderungsbetrages innerhalb von sechs Monaten vor. Stellt die Rückzahlung für das Unternehmen eine erhebliche Härte dar oder würde diese zu ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten führen, besteht die Möglichkeit einer Stundung von bis zu 24 Monaten. Hierfür bedurfte es bislang eines detaillierten Nachweises der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse (Verfahren, Stundungsmöglichkeiten etc.).

Das Landesamt für Finanzen (LAF) aus dem Geschäftsbereich des Finanzministeriums hat jetzt gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium im Zusammenwirken mit der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern ein einfacheres Verfahren konzipiert. Das Verfahren sieht vor, dass auf das Anfügen von Unterlagen und Nachweisen zu persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen verzichtet werden kann. Dies ist möglich, wenn der Schuldner bestätigt, dass

  • die sofortige Rückzahlung der Hilfen aufgrund mangelnder Liquidität erhebliche Härten verursachen würde oder
  • die sofortige Einziehung der Mittel zu ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten führen würde.

Das LAF wird unter diesen Voraussetzungen Stundungen von bis zu 24 Monaten gewähren.
Finanzminister Dr. Heiko Geue sagt hierzu: „Mir war wichtig, ein einfaches Verfahren zur Stundung von Coronahilfen-Rückforderungen zu finden, die zu unverhältnismäßigen Belastungen auf Seiten der Unternehmen führen. Ich danke der Vereinigung der Unternehmensverbände für ihr hartnäckiges Drängen auf eine unbürokratische Lösung.“

Die Stundungsunterlagen können beim LAF per E-Mail, über das Kontaktformular des LAF oder telefonisch angefordert werden.

Silvester in der DDR: Von der Kunst des Organisierens und privaten Ritualen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Der Geruch von siedendem Essigwasser und das Heulen des RG28-Handrührgeräts gehören für eine ganze Generation fest zum akustischen und olfaktorischen Gedächtnis des 31. Dezember. Wer sich an die Silvesternächte in der DDR erinnert, denkt oft weniger an große Partys als an die intensive Arbeit, die ihnen vorausging. Es war eine Zeit, in der der Begriff „Einkaufen“ durch „Organisieren“ ersetzt wurde. Wochenlang wurden Tauschgeschäfte eingefädelt, Beziehungen reaktiviert und Warteschlangen analysiert, nur um sicherzustellen, dass eine Dose Ananas oder eine Flasche echter Weinbrand auf dem Tisch stehen konnte. Diese Vorbereitungsphase glich einer logistischen Meisterleistung, die den eigentlichen Abend oft an Spannung übertraf. In den standardisierten Küchen der Republik verwandelte sich der Mangel dann in Kreativität. Der Karpfen, der noch Tage zuvor in der heimischen Badewanne seine Runden gedreht hatte, wurde zum Zentrum eines Festmahls, das Weltläufigkeit simulieren sollte. Man improvisierte, streckte Zutaten und dekorierte das kalte Buffet mit einer Akribie, die den grauen Alltag vor dem Fenster Lügen strafte. Es war der Beweis, dass man sich das Schöne nicht nehmen ließ, egal wie eng die politischen und ökonomischen Grenzen gezogen waren. Wenn dann um Mitternacht in den Betonschluchten von Marzahn oder Halle-Neustadt das Feuerwerk losbrach, war dies oft mehr als nur Tradition. Der Lärmpegel in den Wohngebieten hatte etwas Kathartisches, ein kollektives Dampfablassen, das für kurze Zeit die strenge Reglementierung des öffentlichen Raums aufhob. Am nächsten Morgen, wenn der rote Tonbrei der Böller die Gehwege bedeckte und die Städte in eine bleierne Stille fielen, blieb das Gefühl zurück, dem System wieder einmal ein Stück privates Glück abgetrotzt zu haben. Die Erinnerung an diese Nächte erzählt von einer Gemeinschaft, die im Kleinen funktionierte, während das Große stagnierte. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Die Ökonomie des Silvesterabends in der DDR folgte keinen Markgesetzen, sondern den Regeln eines komplexen sozialen Tauschhandels. Offiziell waren die Regale gefüllt und die Versorgung gesichert, doch die Realität in den Wochen vor dem Jahreswechsel sah anders aus. Wer Besonderes wollte, brauchte Bückware. Die Jagd nach Zutaten für das Festbuffet war ein Indikator für den sozialen Status: Wer Beziehungen hatte, konnte genießen. Wer keine hatte, musste warten. Diese Dynamik prägte das gesellschaftliche Gefüge weit über den Feiertag hinaus und schuf Netzwerke, die oft stabiler waren als staatliche Strukturen. Der Abend selbst war ein Balanceakt zwischen Rückzug und Inszenierung. Während das Staatsfernsehen mit großem Budget eine glitzernde Welt simulierte, fand das eigentliche Leben in den Wohnzimmern statt. Hier, im Schutz der Familie und engster Freunde, entstand eine temporäre Nische der Offenheit. Man arrangierte sich mit den Umständen, indem man sie für eine Nacht ignorierte oder im Rausch der Rotkäppchen-Flaschen weglachte. Es war eine Kultur des "Trotzdem", die den Zusammenhalt in der Nische stärkte. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Silvester in der DDR war das jährliche Hochamt der Improvisation, bei dem aus Mangel und Kreativität ein Gefühl von Fülle erzeugt wurde. Es ging nicht nur darum, satt zu werden, sondern darum, Normalität und Würde zu wahren. Ob durch den West-Kaffee auf der Anrichte oder die selbstgemachte Mayonnaise im Salat – jedes Detail auf dem Tisch war ein kleiner Sieg über die Unzulänglichkeit der Planwirtschaft. In dieser einen Nacht verschwammen die Grenzen. Der Lärm der Feuerwerkskörper übertönte die Stille des Landes, und in den Wohnzimmern schuf man sich eine Realität, die heller und bunter war als der Alltag, der am nächsten Morgen unverändert wartete.