Die DDR hat es (nie) gegeben – Über Sichtbarkeit Ostdeutscher Perspektiven

Liebe alle, Im Laufe des Frühjahres 2023 war es mir möglich, endlich einer Frage auf den Grund zu gehen, welche mich seit meinem Umzug nach Köln konstant, wenn auch nur meist im Hintergrund, jedoch immer irgendwo präsent, begleitet. Ich habe im Laufe der Arbeiten an diesem Film viele Dinge über mich, meine Familie, Ostdeutschland und übers Filmemachen gelernt. Der gesamte Film war demnach ein Lernprozess, was an der einen oder anderen Stelle wohl ersichtlich ist. Nach schier unendlich langen Schneide- und Editierarbeiten, welche meinen Laptop insgesamt zweimal reparierbedürftig haben werden lassen, bin ich am Ende. Ich habe keine Kraft mehr, aber der Film ist fertig, sehenswert und abspielbar. Es war ein unendlicher Kraftakt, dies alles allein zu stemmen und ich habe vor allem gelernt, nie wieder alleine einen Film zu drehen / zu recherchieren / zu schneiden / zu colourgraden.

Ich bedanke mich unendlich bei allen Leuten, welche ich interviewen durfte, mir Ratschläge gegeben haben, mich beherbergt haben, mir stets zugesprochen haben, bei Wolf Glöde und dem Team vom jazzkeller 69 e.V. in Berlin, bei Nathan Ishar für die Hilfe beim Rendern, als mein PC das zweite mal durch den festen Griff meiner Dateien starb, bei Josefine Simonsen, welche mich vor allem Anfangs bestärkt hat, dem Thema nachzugehen, bei Julia Hille, Heiner Schulze, Valerie Schönian, Tom Leistner, Melanie Stein, Patrice Poutrus, Katharina Warda und allen weiteren Menschen, welche sich öffentlich, im Beruf oder im Alltag mit diesen Themen befassen, bei meiner Familie, bei meinen Freund:innen und den Menschen in Ostdeutschland, die bei allen Problemen, die es momentan in Deutschland gibt, weiterhin für Demokratie, Offenheit und eine lebenswerte Gesellschaft, in der niemand außen vor gelassen wird, kämpfen.

Gibt es momentan bei all den Krisen Raum für dieses Thema? – Ich weiß es nicht, vielleicht ist dieser Film, da kein Wende-Jubiläumsjahr, etwas aus der Zeit gefallen, dennoch freue ich mich über jede Person, die ihn schaut und vielleicht sogar etwas mitnehmen kann.

Ein Film von und mit Victor Gelling. Weitere Informationen unter https://victorgelling.de/

Kapitel:
– Einleitung
– „Critical Westness“
– Rechtsextremismus
– Das Frauenbild in der DDR
– Ostdeutsch im Kontext Klasse
– Fehlende Perspektiven dieses Films
– Kunst und Kulturprodukte der DDR
– Ostalgie
– Alltag und Diktatur
– Die Wendezeit
– Der Wunsch nach Anerkennung
– Identitätsbegrifflichkeiten
– Aufbruch Ost & Wir Sind Der Osten
– Kleinmachnow und weiteres

Im Bewegtbild vorkommend [in Reihenfolge des Auftretens]
– Theresia Philipp
– Anne Lange
– Julia Hille [Otto-Von-Guericke Universität Magdeburg]
– Heiner Schulze [Berliner Hochschule für Technik]
– Tom Leistner [Aufbruch Ost]
– Gregor Gysi [MdB Die Linke]
– Laura Wasniewski
– Cornelia Gelling
– Thomas Neumann
– Claudia Tuyết Scheffel
– Ronja Oehler
– Robert Seidel
– Melanie Stein [Wir Sind Der Osten]
– Valerie Schönian

Die Organisation der Kraftstoffversorgung in der DDR durch das Kombinat Minol

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL: Hook: Das System der Kraftstoffversorgung in der DDR funktionierte nach Regeln, die sich nicht an Marktkräften, sondern an Planvorgaben orientierten. Teaser: Wer heute an die rot-gelben Säulen zurückdenkt, erinnert sich oft an den spezifischen Geruch des Zweitaktgemischs und den obligatorischen Reservekanister im Kofferraum. Die Versorgungssicherheit war ein ständiges Thema in einer Gesellschaft, in der Mobilität zwar gewünscht, aber infrastrukturell oft limitiert war. Das Netz der Tankstellen war dünn, die Wege oft weit, und die Organisation des Tankens erforderte vorausschauendes Handeln. Die Marke Minol stand dabei symbolisch für den Versuch, innerhalb der Mangelwirtschaft eine verlässliche Struktur zu bieten. Lösungen wie die Nachttankbox zeugen von einem Pragmatismus, der notwendig war, um Lücken im System zu schließen. Gleichzeitig offenbarte die Existenz der Intertank-Stationen die wirtschaftliche Notwendigkeit, Devisen zu generieren. Nach 1989 vollzog sich der Wandel radikal. Die Privatisierung und der Verkauf der ostdeutschen Mineralölwirtschaft beendeten nicht nur ein staatliches Monopol, sondern veränderten auch die physische Landschaft entlang der Straßen nachhaltig. B) SEITE 1 und 2 (Kontext); Hook: Die staatlich fixierten Preise für Benzin blieben in der DDR über fast drei Jahrzehnte hinweg unverändert stabil. Teaser: Hinter dieser Preisstabilität stand ein komplexes Subventionssystem, das die realen Kosten der Energieversorgung verschleierte. Das Kombinat Minol verwaltete als Monopolist die gesamte Kette von der Raffinerie bis zum Endverbraucher. Mit nur etwa 1.300 Tankstellen für das gesamte Land war die Infrastruktur jedoch chronisch unterdimensioniert. Der Übergang in die Marktwirtschaft in den frühen neunziger Jahren offenbarte den massiven Investitionsstau und führte zur vollständigen Neuordnung des Marktes, in deren Folge die traditionelle Marke fast gänzlich verschwand.