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Stephan Kramer über die Gefahr von Rechtsaußen in Thüringen

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Stephan Kramer, Präsident des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen, im Gespräch mit dem Journalisten Martín Steinhagen – Mittschnitt der Veranstaltung vom Mittwoch, 29. Mai, im Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden.

Stichworte zu den Inhalten:
» Wie real ist die Gefahr, die von der extremen Rechten in Thüringen ausgeht? Was bedeutet eine Machtübernahme von Rechtsextremisten für das Bundesland und für Deutschland?
» Welche Bedeutung haben die rechtsextreme AfD Thüringen und ihr Vorsitzender Björn Höcke für die Bundespartei? Woran macht sich die Einstufung der AfD Thüringen als „erwiesen rechtsextremistische Bestrebung“ fest?
» Welche Ursachen liegen der Stärke der extremen Rechten in Thüringen zugrunde? Warum erhält die AfD in den ostdeutschen Bundesländern so große Zustimmung?
» Welche Rolle spielt die Strategie einer radikalen „Mosaik-Rechten“? Haben sich im Zusammenspiel von Neonazis, Reichsbürgern, rechtsoffenen verschwörungsideologischen Mobilisierungen und der AfD neue demokratiefeindliche Allianzen gebildet?
» Welche Rolle spielt der Verfassungsschutz für den Schutz der Demokratie? Der Verfassungsschutz Thüringen hat bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus lange mehr als versagt, die Szene und ihr Terrorpotential unterschätzt und ihr über V-Männer relevante finanzielle Ressourcen verschafft. Was hat sich beim VS Thüringen verändert?
Welche ambivalente Rolle spielen Verfassungsschutzämter als „Frühwarnsystem der Demokratie“?

Stephan Kramer ist seit 2015 Präsident des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen. Zuvor war er zehn Jahre lang Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er ist Mitglied des Stiftungsrates der Amadeu Antonio Stiftung.
Seine Amtsvorgänger spielten unrühmliche Rollen: Der Verfassungsschutz Thüringen hatte in den 1990er Jahren zahlreiche V-Leute in die Szene eingeführt und sie großzügig finanziell und logistisch unterstützt. Die Szene wuchs und radikalisierte sich, aus ihr ging u.a. der NSU hervor.

Martín Steinhagen arbeitet als freier Journalist in Frankfurt/Main, u.a. für DIE ZEIT und ZEIT ONLINE. Er recherchiert überwiegend zur extremen und militanten Rechten, Polizei und Justiz und hat jahrelang den hessischen NSU-Untersuchungsausschuss begleitet. 2021 erschien sein Buch „Rechter Terror: Der Mord an Walter Lübcke und die Strategie der Gewalt“.

Neues Senckenberg-Institut an der Uni Jena

©Jan-Peter Kasper/FSU

Jena. Heute wurde das Senckenberg Institut für Pflanzenvielfalt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena gegründet. In Anwesenheit von Minister Wolfgang Tiefensee sowie Minister Timon Gremmels wurde das Institut als Bestandteil Senckenbergs in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen. Das neue Institut beherbergt unter anderem das Herbarium Haussknecht – mit etwa 3,5 Millionen Belegen eine der bedeutendsten europäischen Sammlungen von Pflanzen. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, gratulierte in einer Videobotschaft und betonte, dass „auch der Wissenschaftsstandort Deutschland von der Neugründung profitiere“.

Pflanzen spielen eine unverzichtbare Rolle in den Ökosystemen weltweit. Sie bilden die Grundlage des Lebens, indem sie Sauerstoff produzieren, Kohlenstoffdioxid binden und Lebensraum sowie Nahrung für zahlreiche Lebewesen schaffen. Ohne Pflanzen würden das Gleichgewicht der Natur, die Ökosysteme und das Klima so wie wir es kennen nicht existieren. Darüber hinaus sind Pflanzen für uns Menschen von unschätzbarem Wert als Nahrungsmittel und Quelle für Medizin und Rohstoffe.

„Jena ist eine Hochburg der Biodiversitätsforschung. Das neue Senckenberg-Institut fügt sich hervorragend in diese wissenschaftliche Tradition und das vorhandene Forschungsumfeld ein. Allein das in Jena ansässige Herbarium Haussknecht ist eine Sammlung von unschätzbarem Wert. Ihre wissenschaftliche Nutzbarkeit wird sich durch die Kooperation mit Senckenberg noch einmal deutlich erhöhen. Umgekehrt wird mit dieser Institutsneugründung die internationale Sichtbarkeit und Bedeutung der Jenaer Biodiversitätsforschung noch einmal deutlich gestärkt. Als Land unterstützen wir das Vorhaben deshalb auch finanziell in erheblichem Umfang“, sagt Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

In Jena soll am achten Senckenberg-Institut zukünftig der Biodiversitätswandel im Anthropozän – dem durch den Menschen geprägten Zeitalter – mit modernen und innovativen Methoden in zeitlicher Tiefe und räumlicher Breite umfänglich analysiert werden. Die an der Universität Jena bereits etablierten Professuren für Integrative Taxonomie der Pflanzen und für Funktionelle Biodiversität der Pflanzen werden zukünftig mit zwei neuen Senckenberg-Professuren für Ökologie und Evolution der Moose sowie „Digital Collectomics“ gemeinsam die Sammlungsbestände des Jenaer Herbariums für ihre Forschungen verwenden, um den Biodiversitätswandel zu erforschen.

Prof. Dr. Georg Pohnert, vorläufiger Leiter der Friedrich-Schiller-Universität Jena, freut sich: „In Jena gibt es optimale Bedingungen für eine neuartige sammlungsbezogene Forschung und Lehre: Das Senckenberg-Institut wird eingebettet in die innovative Forschungslandschaft am Standort Jena. Forschungsschwerpunkte an unserer Universität, in denen Ökologie, Evolution und Biodiversität erforscht wird bilden ein perfektes Umfeld für die neue Einrichtung. Aber auch das Institut für Informatik, sowie das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig tragen zur Einbettung der neuen Aktivitäten bei. Weiterhin bestehen umfangreiche Anknüpfungspunkte und Kooperationen zum Exzellenzcluster Balance of the Microverse und zu außeruniversitären Forschungsinstituten wie dem Max-Planck-Institut (MPI) für Biogeochemie, dem MPI für Chemische Ökologie und dem MPI für Geoanthropologie.“

Das Herbarium Haussknecht zählt mit 3,5 Millionen Belegexemplaren zu einem der europaweit bedeutendsten Herbarien und ist zugleich die größte botanische Regionalsammlung Deutschlands. „Die Sammlung ist ein großer Schatz, der Potenziale für unterschiedliche Forschungsfragen birgt“, erläutert Prof. Dr. Christine Römermann, Leiterin des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt Jena und fährt fort: „Durch die Digitalisierung verknüpft mit ‚Imaging‘ und der Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz und ‚Deep Learning‘, durch die Integration von Datenbanken, und durch die Anwendung molekulargenetischer Methoden kann nun das umfangreiche Potenzial dieser einzigartigen Sammlung für die Analyse des Biodiversitätswandels gehoben und geteilt werden.“ Römermann und ihr Team planen, die biologische Vielfalt und ihre Veränderungen sowie Wechselwirkungen räumlich explizit und über einen Zeitraum des letzten Jahrhunderts zu rekonstruieren. Auch Prognosen und Handlungsoptionen für die Erhaltung der Artenvielfalt sollen zukünftig von den Forschenden in Jena entwickelt werden.

„Das nunmehr achte Senckenberg-Institut ist Bestandteil unseres strategischen Erweiterungsvorhabens ‚Anthropocene Biodiversity Loss‘. Durch dieses können wir unseren systemischen Ansatz der Geobiodiversitätsforschung – der Erforschung der Vielfalt des Lebens mit den zahlreichen Wechselwirkungen im System Erde – in enger Kooperation mit den Partnereinrichtungen vor Ort konsequent weiterentwickeln und vertiefen. Um den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit – der Zwillingskrise aus Biodiversitätsverlust und Klimawandel – begegnen zu können, ist es unabdingbar, Daten und Informationen in Wissen und schlussendlich in Handlungsoptionen umzuwandeln. Unsere Sammlungen – zu denen nun auch das beeindruckende Herbarium Haussknecht gehört – sind unersetzbare Archive der Natur. Wir können diese im Rahmen des Erweiterungsvorhabens zu digitalen Forschungsplattformen ausbauen und Sammlungsdaten mit globalen Daten zum System Erde verknüpfen. So übernimmt Senckenberg als Teil der Leibniz-Gemeinschaft Verantwortung für Mensch und Natur gegenüber künftigen Generationen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Beteiligten und Unterstützer*innen und freue mich außerordentlich über das neue Institut in unserer Senckenberg-Familie“, schließt Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Autor: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Public Viewing verliert an Beliebtheit

Repräsentative Umfrage der Universität Hohenheim zu EM-Erwartungen, Vermarktung, Medienverhalten & sozialen Aspekten
Die EM als Medienereignis

Hohenheim. Public Viewing ist weniger beliebt als gedacht: Die Mehrheit der Deutschen will die Fußball-EM dieses Jahr lieber am privaten Fernseher verfolgen. Der Hauptgrund nicht ins Stadion zu gehen: Die Tickets sind den meisten zu teuer. Zu diesen Ergebnissen kommt die Fußball-EM-Studie unter der Leitung von Marketing-Experte Prof. Dr. Markus Voeth von der Universität Hohenheim in Stuttgart. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 1.000 Personen in Deutschland zu den Themen sportliche Erwartungen, Sponsoring und Sport-Vermarktung, Medienwirksamkeit sowie sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Universität Hohenheim veröffentlicht die Ergebnisse in vier Teilen.

Über 70 Prozent der Deutschen wollen die Spiele der Fußballeuropameisterschaft der Herren in diesem Jahr vor dem heimischen Fernseher verfolgen. Ein Hauptgrund ist das generelle Preisniveau der EM-Tickets, das die Mehrheit der Befragten als zu hoch empfindet. Lediglich die Preise für Spiele der Gruppenphase werden größtenteils als angemessen eingestuft.

„Trotzdem möchte knapp ein Drittel aller EM-Interessierten nicht auf die gute Stimmung sowie das Gemeinschaftsgefühl verzichten und die Spiele beim Public Viewing verfolgen“, so Studienleiter Prof. Dr. Voeth vom Fachgebiet Marketing & Business Development an der Universität Hohenheim. Auf der anderen Seite verzichten darauf 20 Prozent der Befragten aufgrund von Terrorangst und 34 Prozent geben „zu viele Menschen“ als Grund an, nicht zum Public Viewing zu gehen. Beliebte Alternativen sind das private „Public Viewing“ im Freundes- und Bekanntenkreis und das Verfolgen der Spiele in der Kneipe oder Bar.

„Wenn es darum geht, EM-Themen während der Arbeitszeit zu verfolgen, ist im Vergleich zu den vorherigen Turnieren die Toleranz der Arbeitgeber deutlich höher“, sagt Co-Studienleiter Tom Huhnke. „Im Durchschnitt gehen Befragte davon aus, rund 24 Minuten ihres Arbeitstages für die EM-Themen zu nutzen.“

Tickets für Deutschland-Spiele am begehrtesten – auch auf dem Schwarzmarkt

Fast 14 Prozent der Befragten haben sich über das offizielle Ticketportal der UEFA für ein Ticket bei der EM 2024 beworben. Davon haben 45 Prozent auch ein Ticket erhalten. Rund 10 Prozent der Befragten geben an, weiterhin auf der Suche nach Tickets zu sein. „Dabei scheint es für sie keinen Unterschied zu machen, ob die Tickets über die UEFA-Plattform oder über den Schwarzmarkt verfügbar sind“, so Stjepan Jurisic, der ebenfalls an der Leitung der Studie beteiligt war.

Am begehrtesten sind die Tickets für die Deutschland-Spiele: Zwei Drittel der Interessierten wären bereit, ein solches Ticket auf dem Schwarzmarkt zu erwerben, und würden dafür im Schnitt rund 184 Euro bezahlen. Dabei variiert die individuelle Zahlungsbereitschaft von 10 Euro bis maximal 2.000 Euro pro Ticket. Für Spiele anderer Nationalmannschaften würden immerhin noch 28 Prozent der Befragten Tickets auf dem Schwarzmarkt kaufen.

EM-bezogene Werbeaktivitäten wieder deutlich positiver eingestuft

Stand bei der umstrittenen Winter-WM 2022 in Katar die deutsche Bevölkerung WM-bezogenen Werbeaktivitäten von Unternehmen skeptisch wie nie zuvor gegenüber, hat sich die Einstellung wieder gewandelt: Die EM 2024 in Deutschland wird als potenzielle Werbeplattform deutlich positiver wahrgenommen. Werbemaßnahmen sind daher präsenter und werden vorteilhafter eingeschätzt.

„Unsere Studie zeigt jedoch auch, dass Werbeaktivitäten im Rahmen von Fußball-Weltmeisterschaften bei der deutschen Bevölkerung meist nur einen kurzfristigen Effekt haben“, sagt Prof. Dr. Voeth. „So können sich nur knapp 10 Prozent der Befragten noch an viele Produkte erinnern, die zur WM 2022 beworben wurden.“

„Wenn überhaupt, dann bietet sich EM-bezogene Werbung nach wie vor besonders bei Sportartikeln an“, ergänzt Tom Huhnke. Das sehen auch 80 Prozent der Befragten so. Mit jeweils rund 53 Prozent Zustimmung eignet sich aus Konsumentensicht die EM aber auch für die Bewerbung von Softdrinks und Textilien. Als eher ungeeignet empfinden die Befragten die EM als Werbeplattform für Mund- und Zahnpflegeprodukte, Schreibwaren sowie Mineralöl.

Bastian Schweinsteiger Deutschlands beliebtester TV-Experte

So überrascht auch nicht die Antwort auf die Frage, wie gut Fußballspieler zu den beworbenen Marken passen, sagt Stjepan Jurisic: „In den Augen der Deutschen sind sowohl Serge Gnabry und Adidas als auch Leroy Sane und Nike nahezu ein ‚perfect match‘. Die Werbepartnerschaft zwischen Kevin Trapp und About You wird dagegen als eher unpassend empfunden.“

Die geeignetsten TV-Experten für EM-Berichterstattungen sind für die Deutschen das Weltmeistertrio Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker und Christoph Kramer sowie Thomas Hitzlsperger. Auf einer Skala von 1 bis 6 erhielt der ehemalige Mannschaftskapitän den Bestwert von 4,8 Punkten. Auf dem zweiten Platz liegt Mertesacker mit 4,6 Punkten. Die beiden Ex-Nationalspieler Kramer sowie Hitzlsperger folgen mit jeweils 4,4 Punkten.

HINTERGRUND: EM-Studie 2024

„Football’s coming home! – Die Heim-EM 2024: Was denkt die deutsche Bevölkerung?“ lautet der Titel der EM-Studie 2024. Die Online-Umfrage unter 1.000 Teilnehmer:innen ist in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit bevölkerungsrepräsentativ. Durchgeführt wurde sie zwischen dem 1. Mai und 17. Mai 2024 vom Lehrstuhl für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim sowie vom Lehrstuhl für Marketing der Universität Potsdam und dem Marktforschungsinstitut Dynata.

Das Fachgebiet von Prof. Dr. Markus Voeth begleitet die FIFA-Fußballweltmeisterschaften und UEFA-Fußballeuropameisterschaften der Männer seit 2001 mit regelmäßigen repräsentativen Bevölkerungsbefragungen. Schwerpunkte sind Themen wie Begeisterung, Pläne und Fanverhalten der Bevölkerung, ergänzt durch wechselnde Sonderschwerpunkte wie beispielsweise politische oder soziale Themen rund um die sportlichen Großereignisse. Einzel- und Langzeitstudien sollen einerseits Stimmungsindikatoren, andererseits auch konstruktiver Beitrag für eine erfolgreiche Organisation sein.


Weitere Informationen finden Sie unter
„Teil 1: Deutsche Fans glauben an Titelgewinn der Nationalelf“
„Teil 2: Kauflust der deutschen Fans gestiegen“

Schreibwettbewerb für junge Menschen ab 9 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern

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Voll romantisch schreiben!

Schwerin. Mach mit beim KLiP: Ihr seid aufgerufen, euch am Kinder- und Jugendliteraturpreis Mecklenburg-Vorpommern, kurz KLiP, zu beteiligen. Der KLiP richtet sich an Menschen zwischen 6 und 20 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern.

KLiP ist ein Schreibwettbewerb.

Wir suchen Gedichte, Kurzgeschichten oder auch szenische Texte. (Es können auch Texte in nichtdeutscher Sprache eingesandt werden. Diese werden für die Jury übersetzt.)

Der 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich ist der Anlass für den Preis.

Daher auch das Motto: „Voll romantisch!“ – Schließlich war Friedrich ein Romantiker.

Seine Bilder und sein Leben können der Ausgangspunkt für eure Texte sein. Ihr könnt euch aber auch einfach an unserem Motto orientieren.


Voll romantisch schreiben!

Von weitem gesehen – nichts als Landschaften.
Aber genauer hingucken, lohnt sich. Habt ihr das Schiff entdeckt, das auf einem der Bilder von Eisschollen begraben wird? Was mag da an Bord geschehen sein? Wo ist die Mannschaft? Konnte sie sich retten?
Oder das Bild von dem Mann, der oben auf dem Berg steht. Er ist nur von hinten zu sehen. Er scheint auf die Wolken zu blicken. Wer könnte das sein? Was geht ihm wohl gerade durch den Kopf?
Oder die drei Leute, die sich den Kreidefelsen auf Rügen ansehen. Besser gesagt, das Meer, das zwischen den Bäumen hindurchschimmert.
Was machen sie da? Ob sie ahnen, dass die schönen weißen Kreidefelsen heute gar nicht mehr da sind?
Wenn Caspar David Friedrich heute leben würde, was für Landschaften würde er wohl malen?


Wer ist KLiP?
Ausgedacht haben sich KLiP der Literaturrat Mecklenburg-Vorpommern, das Literaturvermittlungsprogramm Weltenschreiber für M-V des Literaturhaus Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten. Zu gewinnen gibt es Sachpreise.

Wann ist KLiP?
Ihr könnt sofort anfangen zu schreiben.
Ladet eure Texte einfach über den Button „Bewerbung“ hoch. Bis zum 6. September 2024 könnt ihr eure Texte hochladen. Danach ist Schicht im Schacht.
Eure Texte sollten maximal 9000 Zeichen (mit Leerzeichen) lang sein, das sind ausgedruckt etwa fünf Normseiten.
Ihr müsst die maximale Länge nicht ausreizen. Euer Text darf auch kürzer sein.

Wer ist die KLiP-Jury?
In der Jury sitzen sechs Expertinnen und Experten für Kinder- und Jugendliteratur aus Mecklenburg-Vorpommern.
Die Jury liest sich alles, wirklich alles durch, was ihr einreicht. Dann sucht sie aus allen Altersklassen jeweils drei Texte aus, die ausgezeichnet werden.

Was gibt es bei KLiP zu gewinnen?
Gold, Diamanten, ein nigelnagelneues Auto.
Nein, stimmt gar nicht.

Wir haben Preise für euch, die mit Literatur und mit Mecklenburg-Vorpommern zu tun haben. Mehr verraten wir noch nicht. Seid gespannt!

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Kontakt
Literaturrat Mecklenburg-Vorpommern
Fachstelle Literatur
Everest Girard, Matthias Schümann
c/o St Spiritus
Lange Straße 49/51
17489 Greifswald

fachstelle(at)literaturrat-mv.de

instagram: literatur_rat_mv

Die Geschichte der VEB Pentacon Dresden in der DDR

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Der VEB Pentacon Dresden war ein bedeutender Hersteller von Kameras und optischen Geräten in der DDR. Der Betrieb entstand 1964 durch die Fusion mehrerer traditionsreicher Unternehmen der Dresdner Kamera- und Optikindustrie, darunter Zeiss Ikon, die Ihagee Kamerawerk und Welta-Kamera-Werk. Pentacon war der zentrale Kamera-Hersteller in der DDR und spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Fotografie.

Ursprünge und Entwicklung
Die Ursprünge von Pentacon reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert, als in Dresden zahlreiche Firmen gegründet wurden, die Kameras und optische Geräte herstellten. Besonders Zeiss Ikon war weltweit bekannt für seine hochwertigen Kameras. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Dresdner Kamerabetriebe verstaatlicht und 1964 im VEB Pentacon zusammengeführt. Der Name Pentacon leitet sich von „Pentaprism“ und „Contax“ ab, einer früheren Kameramarke von Zeiss Ikon.

Produktspektrum
Pentacon produzierte eine breite Palette von Kameras, von einfachen Sucherkameras bis hin zu komplexen Spiegelreflexkameras. Eines der bekanntesten Modelle war die Praktica-Serie, die für ihre Zuverlässigkeit und hohe Bildqualität bekannt war. Die Praktica-Kameras wurden nicht nur in der DDR, sondern weltweit verkauft und erfreuten sich großer Beliebtheit bei Amateur- und Profifotografen. Auch die Exa- und Exakta-Modelle, ursprünglich von Ihagee entwickelt, wurden unter Pentacon weitergeführt.

Technologische Innovationen
Pentacon war bekannt für seine technologischen Innovationen. Die Kameras des Unternehmens waren mit fortschrittlichen Funktionen ausgestattet, die sie zu einem ernsthaften Wettbewerber auf dem internationalen Markt machten. Besonders die Praktica-Kameras zeichneten sich durch ihre robuste Bauweise und die Verwendung hochwertiger Materialien aus. Pentacon entwickelte auch eine Reihe von Wechselobjektiven, die in Kombination mit den Kameragehäusen eine große Flexibilität boten.

Herausforderungen und Niedergang
Trotz ihrer Erfolge stand Pentacon vor großen Herausforderungen. Die wirtschaftliche Situation in der DDR und die Konkurrenz aus dem Westen machten es dem Unternehmen schwer, technologisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Mit dem Fall der Mauer 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verschärften sich die Probleme. Die Firma musste sich der Marktwirtschaft stellen, und viele ehemalige Mitarbeiter verloren ihre Arbeitsplätze.

Nach der Wende erlebte der VEB Pentacon Dresden dramatische Veränderungen, die schließlich zum Ende des traditionsreichen Betriebs führten. Im Jahr 1990 übernahm die Treuhandanstalt, die für die Privatisierung der volkseigenen Betriebe der DDR zuständig war, das Ruder. Kurzzeitig zeigten japanische Investoren Interesse an Pentacon, entschieden jedoch, dass eine Zusammenarbeit aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unrentabel wäre. Auch die Umwandlung des Betriebs in eine privatwirtschaftliche GmbH konnte das Schicksal von Pentacon nicht wenden.

Die Probleme waren vielfältig: Die Produktionskosten waren hoch, die Kameramodelle technisch veraltet und die Konkurrenz aus Asien überwältigend stark. Pentacon legte zwar verschiedene Sanierungspläne vor, doch diese wurden von der Treuhand abgelehnt. Schließlich wurde das Unternehmen am 2. Oktober 1990 liquidiert. Diese Entscheidung markierte das Ende einer Ära in der deutschen Kamera- und Optikindustrie, in der Pentacon über Jahrzehnte hinweg eine bedeutende Rolle gespielt hatte.

Erbe und Bedeutung
Trotz der Schwierigkeiten hinterließ Pentacon ein bedeutendes Erbe. Die Kameras und Objektive des Unternehmens sind heute bei Sammlern und Fotografen sehr geschätzt. Pentacon spielte eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Fotografie in der DDR und trug maßgeblich zur weltweiten Verbreitung von Spiegelreflexkameras bei. Die Geschichte von Pentacon ist ein faszinierendes Kapitel der Industriegeschichte, das die Innovation und Anpassungsfähigkeit der Dresdner Kamera- und Optikindustrie zeigt.

Wer mehr erfahren möchte: https://zeissikonveb.de

Der Einsturz des Roten Turms in Jena am 7. August 1995

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Der Einsturz des Roten Turms in Jena am  7. August 1995 war ein tragisches und bemerkenswertes Ereignis in der Geschichte der Stadt. Der Rote Turm, ein bedeutendes historisches Bauwerk, wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung errichtet. Mit seiner beeindruckenden Höhe und architektonischen Schönheit war er über Jahrhunderte hinweg ein Wahrzeichen von Jena.

Vorgeschichte und Baugeschichte
Der Rote Turm diente im Mittelalter als Wachturm und später als Gefängnis. Über die Jahrhunderte hinweg wurden verschiedene bauliche Veränderungen und Restaurierungen vorgenommen, um den Turm zu erhalten. Er überstand Kriege und Naturkatastrophen und war ein Symbol der Beständigkeit und Geschichte der Stadt. In den 1990er Jahren jedoch zeigten sich zunehmende strukturelle Probleme, die auf jahrelange Vernachlässigung und unzureichende Wartung zurückzuführen waren.

Der Einsturz
Am 7. August 1995 ereignete sich das Unglück: Der Rote Turm stürzte plötzlich ein. Der Einsturz geschah in den frühen Morgenstunden. Bei diesem Unglück kamen vier Bauarbeiter ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Der Kollaps des Turms war ein großer Schock für die Bürger von Jena und zog eine umfangreiche Diskussion über den Erhalt historischer Bauwerke nach sich.

Ursachen
Die Ursachen des Einsturzes wurden gründlich untersucht. Es stellte sich heraus, dass die jahrzehntelange Vernachlässigung und unzureichende Restaurierungsarbeiten entscheidend zum Verfall des Bauwerks beigetragen hatten. Zudem wurden strukturelle Schwächen in der Bausubstanz festgestellt, die durch die Belastung der Jahrhunderte entstanden waren. Die Kombination aus mangelnder Wartung und baulichen Defiziten führte letztlich zum Zusammenbruch des Turms.

Reaktionen und Folgen
Der Einsturz des Roten Turms führte zu intensiven Debatten über den Denkmalschutz und die Pflege historischer Bauwerke in Jena und darüber hinaus. Viele Bürger waren schockiert und traurig über den Verlust eines so bedeutenden Teils ihrer städtischen Geschichte. In der Folge wurden verstärkte Anstrengungen unternommen, um die verbleibenden historischen Strukturen der Stadt besser zu schützen und zu erhalten.

Wiederaufbaupläne
Nach dem Einsturz gab es zahlreiche Diskussionen und Pläne zum Wiederaufbau des Roten Turms. Verschiedene Ideen und Entwürfe wurden vorgeschlagen, um das historische Erbe des Turms zu bewahren und gleichzeitig moderne Sicherheitsstandards zu gewährleisten. In den Jahren 1999–2000 wurde der Turm mit einem Auftragsvolumen von 1,3 Millionen Euro in historischem Erscheinungsbild wieder aufgebaut.

Bedeutung für die Stadt Jena
Der Rote Turm bleibt trotz seines Einsturzes ein symbolträchtiges Bauwerk in der Erinnerung der Bürger von Jena. Sein Schicksal ist ein eindringliches Beispiel für die Notwendigkeit, historische Bauten sorgfältig zu pflegen und zu schützen. Der Einsturz des Roten Turms hat das Bewusstsein für den Wert und die Fragilität des kulturellen Erbes geschärft und zu verstärkten Bemühungen geführt, die verbliebenen historischen Strukturen der Stadt zu bewahren.

Fazit
Der Einsturz des Roten Turms in Jena im Jahr 1995 war ein tragisches Ereignis, das die Stadt und ihre Bürger tief bewegte. Es zeigte die Bedeutung und zugleich die Fragilität historischer Bauwerke auf und führte zu einer verstärkten Diskussion über Denkmalschutz und Bauwerkserhaltung. Die Geschichte des Roten Turms bleibt ein Mahnmal dafür, wie wichtig es ist, unser kulturelles Erbe zu bewahren und zu schützen.

Franken-Thüringen-Express (FTX) neu auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt

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• DB-Regio-Züge mit 190 Kilometern pro Stunde zwischen Bayern und Thüringen unterwegs
• Mehr Kapazität, besseres Angebot, neue Reisemöglichkeiten nach Nord und Süd

München/Erfurt. Der schnellste länderverbindende Regionalzug Deutschlands nimmt zwischen Bayern und Thüringen Fahrt auf. Der Franken-Thüringen-Express (FTX) der Deutschen Bahn (DB) startet zum kleinen Fahrplanwechsel am 9. Juni auf Bestellung der beiden Freistaaten Bayern und Thüringen mit modernen Siemens-Neufahrzeugen und Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 190 Kilometern pro Stunde auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt. Bisher fahren auf dem Nordabschnitt der VDE 8.1, so die Bezeichnung dieser Neu- und Ausbaustrecke, ausschließlich Fernverkehrszüge.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und Heiko Büttner, der DB-Konzernbevollmächtigte in Bayern, haben gemeinsam mit Karl Blaim, Geschäftsführer Siemens Mobility, heute auf dem Zukunftsbahnhof in Coburg das Startsignal für den schnellen Regio-Zug gegeben und ihn auf seine erste Reise in die thüringische Hauptstadt geschickt. In Erfurt begrüßte die Thüringer Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij den neuen Expresszug.

Die neue Linie RE 29 (Nürnberg – Bamberg – Coburg – Erfurt) ist die erste umsteigefreie Nahverkehrsverbindung zwischen der fränkischen Metropole Nürnberg und der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Die Reisenden gelangen mit der neuen Linie RE 29 in 1 Stunde 53 Minuten von Nürnberg nach Erfurt. Damit sparen sich Nahverkehrsfahrgäste zwischen den beiden Zentren rund die Hälfte der Zeit gegenüber bisher ein.

Noch eindrucksvoller ist der Zeitgewinn für die Fahrgäste zwischen Coburg und Erfurt. Dort beträgt die Fahrzeit nun 36 umsteigefreie Minuten im Regionalverkehr. Bis dato benötigten Fahrgäste im Schienenpersonennahverkehr bei einer Fahrt zwischen diesen beiden Städten etwas mehr als drei Stunden und zwei Umstiege.

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr:
„Das neue Angebot ist ein Kracher und wird sicher klasse ankommen – alleine schon durch die Nutzbarkeit mit den günstigen und einfachen Nahverkehrstarifen wie dem Deutschlandticket. Das freut vom Pendler über den Ausflügler bis sogar hin zum Geschäftsreisenden jeden Fahrgast. Deshalb sind die Mittel der beiden Freistaaten für die neue Linie richtig gut angelegt. Ganz besonders freue ich mich, dass wir damit ein wichtiges Verkehrsprojekt Deutsche Einheit nun noch mehr mit Nahverkehrsleben füllen und sich damit zeigt, dass diese von früheren Bundesregierungen vorangetriebene Hochgeschwindigkeitsstrecke auch für den Nachbarschaftsverkehr und die Standortqualität gerade von Regionen wie Coburg ungemein lohnend ist. Damit wird die VDE 8.1 ein noch besseres Erfolgsmodell!“

Susanna Karawanskij, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft: „Arbeiten in Erfurt, Feierabend in Coburg, zum Wochenende Konzertbesuch in Nürnberg – und alles mit dem Regionalverkehr? Mit dem Start des Franken-Thüringen-Express am 9. Juni ist genau dies möglich, Regionalverkehr ist jetzt fast so schnell wie der ICE. In 36 Minuten fahren die neuen Züge von Erfurt nach Coburg, in knapp zwei Stunden nach Nürnberg – und das zu günstigen Preisen, sogar auch mit dem Deutschlandticket. Komfortables, umweltfreundliches und preiswertes Reisen ohne Stau wird mehr und mehr Wirklichkeit, WLAN, modernste Fahrgastinformationen und reichlich Fahrradstellplätze inklusive. Durch den Franken-Thüringen-Express rücken unsere Regionen enger zusammen, zählen fast zur Heimat, auch Südthüringen profitiert von den schnelleren Verbindungen – und dafür danke ich ganz besonders der Bayerischen Eisenbahngesellschaft für das starke Engagement.“

Heiko Büttner, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern:
„Mit dem Start des Franken-Thüringen-Express auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt beginnt ein neues Kapitel im länderübergreifenden Schienenpersonennahverkehr zwischen Bayern und Thüringen. Die erste direkte Verbindung im Nahverkehr zwischen Nürnberg/Coburg bis Erfurt ist ein Quantensprung. Die neuen sechsteiligen Fahrzeuge bieten jeden Tag 3.000 Sitzplätze mehr. Auf der reisestarken Strecke Nürnberg-Bamberg profitieren unsere Fahrgäste davon besonders. Den Menschen in Nordfranken können wir nun ein noch besseres und deutlich erweitertes Angebot im Nahverkehr bieten – mit vielen Reisemöglichkeiten nach Nord und Süd.“

Karl Blaim, Geschäftsführer, Siemens Mobility: „Wir freuen uns sehr, der Deutschen Bahn zum Fahrplanwechsel unsere sechsteiligen Desiro-HC-Züge zu übergeben. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 190km/h gehören sie zu den schnellsten Regionalzügen Deutschlands. Sie fahren nicht nur sicher mit modernem European Train Control System (ETCS), sie bieten auch höchsten Komfort z.B. durch Hochfrequenzscheiben für besseren Mobilfunkempfang, ein modernes Fahrgastinformationssystem und Platz für bis zu 60 Fahrrädern.“

Der neue Desiro-HC: Mit Highspeed auf der VDE 8.1

Siemens Mobility hat eigens für den Einsatz auf der VDE 8.1 acht sechsteilige Desiro-HC-Doppelzüge neu konstruiert. Die Neufahrzeuge flitzen mit Highspeed über die Strecke, sie sind druckdicht für Zugbegegnungen im Tunnel und verfügen über das moderne European Train Control System (ETCS), die Zukunft der Leit- und Sicherungstechnik auf Deutschlands Schienen. Wie die 18 vierteiligen Desiro-HC-Fahrzeuge, die für den FTX bereits im Dezember an den Start gegangen sind, verfügen die neuen Sechsteiler über WLAN, Infodisplays, große Mehrzweckräume und mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben. 634 Fahrgäste und bis zu 60 Fahrräder finden in den neuen Zügen Platz.

Öfter und schneller – neue Reisewege, auch mit dem Deutschland-Ticket
Mit dem kleinen Fahrplanwechsel profitieren die Menschen in Nordbayern von weiteren Verbesserungen – vor allem im Raum Coburg. So fahren nun doppelt so viele schnelle Züge ohne Umstieg von Coburg und Sonneberg nach Nürnberg (RE 19), zwischen Coburg und Nürnberg sind somit täglich 16 Züge je Richtung unterwegs. Dadurch ergeben sich schnellere Reisewege, zum Beispiel von Coburg in die Landeshauptstadt München. Die fünf Zugpaare der Linie RE 29 ergänzen die ICE-Anbindung Coburgs zu einem Zweistundentakt nordwärts. Reisende kommen so öfter und schneller zum Beispiel nach Berlin oder Frankfurt.

Zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2023 hatte die DB bereits 18 vierteilige Desiro-HC-Züge beim Franken-Thüringen-Express in Betrieb genommen und damit täglich einen durchgehenden Halbstundentakt zwischen Nürnberg und Bamberg ermöglicht.

5 Millionen Euro Euro für den Katastrophenschutz in MV

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Schwerin. Das Land stärkt den Katastrophenschutz in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir werden die Katastrophenschutzbehörden dabei unterstützen, in der Krisenbewältigung noch besser zu werden. Ich bin dem Landtag dankbar, dass dieser im Nachtragshaushalt 2023 für diesen Bereich fünf Millionen Euro im Härtefallfonds zugestimmt hat“, sagt Landesinnenminister Christian Pegel in Schwerin und:

„Ein leistungsfähiger Katastrophenschutz ist das Fundament, um die kritische Infrastruktur zu sichern und Bürgerinnen und Bürger im Krisenfall zu schützen. Daher haben wir uns in enger Abstimmung mit allen im Katastrophenschutz verantwortlichen Akteuren entschieden, allein eine Million Euro zur Verbesserung der Ausbildungs-, Übungs- und Einsatzbedingungen für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bereitzustellen.“

Beschlossen wurde dies gemeinsam mit den unteren Katastrophenschutzbehörden (Landkreise und kreisfreien Städte) sowie den im Katastrophenschutz mitwirkenden Hilfsorganisationen wie dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst. Darüber hinaus sollen in vielfältigen Szenarien einsetzbare Gerätewagen für die Verpflegung beschafft werden.

„Wir haben in den unterschiedlichsten Krisen und Katastrophen, wie dem Waldbrand bei Lübtheen oder der Coronavirus-Pandemie, erlebt, dass die Unterstützung unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte unersetzlich ist. Mit dieser Unterstützung wollen wir als Land unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen und dieses enorm wichtige Ehrenamt weiter fördern und damit letztlich auch die personelle Einsatzbereitschaft des Katastrophenschutzes sicherstellen“, so Christian Pegel.

Mit der Unterzeichnung einer die genauen Beschaffungen enthaltenen Vereinbarung durch den Innenminister sowie die gesetzlichen Vertreter der Landkreise und kreisfreien Städte wurde nunmehr die Grundlage für die Auszahlung der entsprechenden Zuwendungen geschaffen. Da wirksamer Bevölkerungsschutz nur durch Kooperation aller staatlichen Ebenen und Institutionen zu erreichen ist, wird – wie schon beim Sirenenprogramm des Bundes – eine Verwaltungsvereinbarung, anstelle der sonst üblichen Förderbescheide für die Auszahlung veröffentlicht.

Kontrollen an allen deutschen Grenzen wegen Fußball-EM ab sofort

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Berlin.  Ab heute kann die Bundespolizei die vorübergehenden Kontrollen an allen deutschen Grenzen vornehmen, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen für die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland angeordnet hat. Diese Kontrollen erfolgen auch an den Grenzen zu Dänemark, Frankreich und den Benelux-Staaten, an denen bisher keine Grenzkontrollen stattfanden. Außerdem können Reisende aus dem Schengen-Raum auch im Flugverkehr und in Häfen kontrolliert werden. Diese Kontrollen finden lageabhängig und flexibel statt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser: „Wir freuen uns sehr auf die Fußball-Europameisterschaft bei uns in Deutschland. Die Sicherheit hat dabei höchste Priorität. Wir wappnen uns mit maximalem Einsatz der Sicherheitsbehörden gegenüber allen denkbaren Gefahren. Unser Fokus reicht von der Bedrohung durch islamistischen Terror, über Hooligans bis hin zu Cyberangriffen. Die Bundespolizei wird die deutschen Grenzen, Flughäfen und den Bahnverkehr schützen. Ab heute kann die Bundespolizei Grenzkontrollen an allen deutschen Grenzen vornehmen. Damit wollen wir vor allem Gewalttäter früh erkennen und stoppen. Der Bundespolizei bin ich für den großen Kraftakt sehr dankbar. Unsere flexiblen und vorübergehenden Kontrollen werden dabei den Reiseverkehr und Pendlerinnen und Pendler so wenig wie möglich belasten. Wir konzentrieren uns auf die Kontrollen, die für die Sicherheit erforderlich sind.“

Die vorübergehenden Binnengrenzkontrollen sind ein Bestandteil der umfassenden Sicherheitsvorkehrungen der Polizeien des Bundes und der Länder, um etwaige aus dem Ausland wirkende Gefahren abzuwehren. Insbesondere sollen möglicherweise anreisende Gewalttäter früh erkannt und gestoppt werden. Vorübergehende Grenzkontrollen sind dafür ein effektives Mittel.

Die temporären Kontrollen an allen deutschen Schengen-Binnengrenzen sind auf EU-Ebene bis zum 19. Juli 2024 notifiziert. Sie werden sich insbesondere an Lageerkenntnissen und grenzpolizeilicher Erfahrung orientieren. Umfang und Intensität werden lageabhängig, d.h. auch räumlich und zeitlich flexibel, sein und sich auf das für die Sicherheit notwendige Maß beschränken. Beeinträchtigungen für den grenzüberschreitenden Verkehr werden nicht über das für die Sicherheit erforderliche Maß hinausgehen. Alle Reisenden werden gebeten, gültige Reisedokumente beim Grenzübertritt mitzuführen.

Weitere Informationen zum Thema Sicherheit bei der Fußball Europameisterschaft:

Die deutschen Sicherheitsbehörden bereiten sich seit Jahren vor, um die Sicherheit zu gewährleisten. Ein internationales Großereignis wie die UEFA EURO 2024 geht mit einer Vielzahl möglicher Bedrohungen einher. Dies betrifft Allgemeinkriminalität wie Taschendiebstähle, aber auch Gewaltdelikte, Cyberangriffe, Desinformation und extremistische und terroristische Bedrohungen.

Neben einem Nationalen Sicherheitskonzept, das die Sicherheitsmaßnahmen auf staatlicher Ebene sowie der Veranstalter im Vorfeld und während des Turniers beschreibt, findet eine intensive Kooperation mit den Sicherheitsbehörden der potenziellen Teilnehmer-, Anrainer- und möglichen Transitstaaten statt. Während des Turniers werden etwa 580 ausländische Polizeikräfte in Deutschland eingesetzt, sowohl im internationalen Polizeikooperationszentrum (siehe unten), als auch bei gemeinsamen Streifen in den Ausrichterstädten sowie im Aufgabenbereich der Bundespolizei, insbesondere im Bahnverkehr.

Das International Police Cooperation Center (IPCC) in Neuss (NRW) bildet das Herzstück der nationalen und internationalen Zusammenarbeit. Hier laufen Informationen zusammen und wird der Einsatz der internationalen Polizeikräfte aus ganz Europa koordiniert.

Neben der Polizei werden tausende Rettungs- und sonstige Einsatzkräfte im Einsatz sein. Die Vorbereitungen erstrecken sich auf unterschiedliche Szenarien wie etwa Hitzewellen, Starkregen oder sonstige Wetterereignisse, aber auch das Zusammenspiel bei allen denkbaren Großschadenslagen. Auf Bundesseite sind sowohl das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) als auch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ein verlässlicher Partner der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr.

Entdecke die majestätische Veste Heldburg in Thüringen

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Die Veste Heldburg, oft auch als „Fränkische Leuchte“ bezeichnet, ist eine beeindruckende Höhenburg im Süden Thüringens, nahe der Grenze zu Bayern. Erbaut auf einem 403 Meter hohen Bergsporn, thront die Burg majestätisch über der Stadt Heldburg und bietet einen atemberaubenden Blick über die umliegenden Landschaften des Heldburger Landes.

Die Geschichte der Veste Heldburg reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, wobei ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1153 datiert ist. Die Burg diente ursprünglich als Schutz- und Verwaltungszentrum und war im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach erweitert und umgebaut, insbesondere im 16. Jahrhundert unter den Herzögen von Sachsen. In dieser Zeit entstand der beeindruckende Renaissancebau, der der Burg ihr heutiges Erscheinungsbild verleiht.

Im 19. Jahrhundert erfuhr die Veste Heldburg unter Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen eine weitere bedeutende Umgestaltung. Der Herzog ließ die Burg im Stil des Historismus renovieren und nutzte sie als Sommersitz. Diese Umbauten verliehen der Veste ihr malerisches Aussehen und betonten ihre historische Bedeutung.

Heute beherbergt die Veste Heldburg das Deutsche Burgenmuseum, das im Jahr 2016 eröffnet wurde. Das Museum bietet einen umfassenden Einblick in die Geschichte, Architektur und Kultur der Burgen in Deutschland. Es zeigt die Entwicklung von Burgen von der Frühzeit bis zur Neuzeit und beleuchtet das Leben auf einer Burg aus verschiedenen Perspektiven, darunter Aspekte des Alltagslebens, der Verteidigung und der Repräsentation.

Die Ausstellungen im Deutschen Burgenmuseum sind interaktiv und multimedial gestaltet, was sie sowohl für Erwachsene als auch für Kinder spannend macht. Besucher können historische Rüstungen und Waffen bewundern, architektonische Modelle von Burgen betrachten und an verschiedenen Mitmach-Stationen selbst aktiv werden. Die Veste Heldburg selbst ist ein beeindruckendes Exponat und veranschaulicht die Entwicklung und den Wandel einer mittelalterlichen Festung zu einem repräsentativen Schloss.

Neben dem Museum bietet die Veste Heldburg auch eine beeindruckende Naturkulisse und zahlreiche Wanderwege, die durch die malerischen Wälder und Felder der Umgebung führen. Die Kombination aus historischer Architektur, kulturhistorischen Ausstellungen und landschaftlicher Schönheit macht die Veste Heldburg zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen und Geschichtsinteressierte.

Insgesamt ist die Veste Heldburg ein lebendiges Zeugnis der deutschen Burgenkultur und ein Symbol für die bewegte Geschichte Thüringens. Sie vereint Geschichte, Kultur und Natur auf eindrucksvolle Weise und bietet einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit und die architektonische Pracht vergangener Jahrhunderte.

Anlässlich der Ausstellung „Die Veste Heldburg im Wandel der Zeit. 30 Jahre Wiedervereinigung“ berichten Mitglieder des Fördervereins Veste Heldburg e. V. von dem Brand der Burg, der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, der Gründung des Vereins bis zum Wiederaufbau der Burg und der Eröffnung des Deutschen Burgenmuseums.