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Bericht über die Montagsdemo am 7. Oktober 2024 in Greifswald

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Am 7. Oktober 2024 fand in Greifswald eine Montagsdemo statt, die unter dem Motto der Friedlichkeit und des Protests gegen die aktuelle politische Situation stand. Die Veranstaltung wurde von einem Sprecher eröffnet, der die Teilnehmer daran erinnerte, dass der 7. Oktober historisch gesehen der Geburtstag der DDR war. Obwohl dieses Datum mit einer bestimmten Vergangenheit verbunden ist, lag der Fokus der Versammlung auf aktuellen Themen, insbesondere auf der Rolle der Medien und der politischen Landschaft in Deutschland.

Zu Beginn der Versammlung betonte der Redner die Bedeutung des Friedens und die Notwendigkeit, die Demo friedlich zu gestalten. Es wurden klare Regeln aufgestellt: kein Alkohol, keine Waffen und keine Gewalt. Diese Auflagen sollten sicherstellen, dass die Veranstaltung in einem ruhigen und respektvollen Rahmen stattfand.

Ein zentrales Thema der Demo war die Kritik an den öffentlich-rechtlichen Medien. Der Redner warf diesen Institutionen vor, ihre Aufgabe, die Bevölkerung zu informieren, nicht wahrzunehmen. Stattdessen würden sie oft als „Leisetreter“, „Verschleierer“ und „Lügner“ wahrgenommen. Anhand eines Beispiels vom 31. Januar 2024 wurde eine Bürgerschaftssitzung in den Fokus gerückt, bei der es zu einem Vorfall mit einem Abgeordneten kam. Der Redner kritisierte die Berichterstattung des NDR, die seiner Meinung nach die Ereignisse verzerrte und die Realität nicht korrekt abbildete.

Die Problematik der Berichterstattung wurde auch im Kontext eines Brandes in einer Windenergieanlage in Hinrichshagen angesprochen. Der Redner erklärte, dass gefährliche Schadstoffe freigesetzt wurden, was in den lokalen Medien jedoch verharmlost dargestellt wurde. Er sprach zudem über die negative Berichterstattung während der Erkältungswelle, die Ängste in der Bevölkerung schürte. Diese Beispiele wurden als Teil einer größeren Agenda gesehen, bei der die Medien eine unverantwortliche Rolle spielen.

Ein weiterer Punkt der Kritik war die politische Landschaft in Deutschland, insbesondere das Verhalten der etablierten Parteien und der Umgang mit Wählerstimmen. Der Redner äußerte, dass Parteien von den Medien als rechtsextrem dargestellt würden, wenn sie nicht der allgemeinen politischen Richtung folgten. Die Reaktion auf abweichende Wählerentscheidungen sei häufig die Anwendung von Druckmitteln und die Ignorierung der Stimmen der Bürger.

In einem weiteren Teil seiner Rede wandte sich der Redner dem Thema der Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung zu. Er kritisierte, dass die Möglichkeiten zur Mitbestimmung stark eingeschränkt seien und dass die Wahlen lediglich eine Illusion von Demokratie erzeugen würden. Dies wurde als „Scheindemokratie“ bezeichnet, in der die Bürger nur alle paar Jahre ihre Stimmen abgeben dürften, ohne echten Einfluss auf die politischen Entscheidungen zu haben.

Eine positive Wendung sollte dennoch erwähnt werden: Der Rücktritt des Sozialdemokraten Kevin Kühnert wurde als Chance für einen Neuanfang in der SPD angesehen. Es wurde die Hoffnung geäußert, dass ein würdiger Nachfolger gefunden wird, der die Partei zu einem Wahlsieg führen könnte.

Die Montagsdemo bot somit nicht nur einen Raum für Protest, sondern auch für den Austausch von Ideen und Meinungen über die gegenwärtige politische Situation in Deutschland. Es wurde deutlich, dass viele Bürger ein starkes Bedürfnis nach Veränderungen und einer gerechteren politischen Vertretung haben. Die Versammlung endete mit Musik und dem Versprechen, dass die Themen, die angesprochen wurden, weiterhin im Fokus bleiben werden. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es wichtig ist, den Dialog aufrechtzuerhalten und aktiv für ihre Überzeugungen einzutreten.

Die Montagsdemo in Greifswald stellte somit eine Plattform dar, auf der die Bürger ihre Stimme erheben und ihre Sorgen und Hoffnungen teilen konnten, was in der gegenwärtigen politischen Lage von großer Bedeutung ist.

Die Seebrücke Koserow: Vom Anlegesteg zur modernen Seebrücke

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Die Seebrücke Koserow, gelegen im malerischen Ostseebad Koserow auf der Insel Usedom, hat eine bewegte Geschichte, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht. Vor der Errichtung der ersten Seebrücke zwischen 1907 und 1914 gab es bereits einen Anlegesteg, der den Zugang zur Ostsee erleichterte. Diese Entwicklung wird durch ein informatives Plakat in Koserow dokumentiert, das die historische Bedeutung des Anlegestegs hervorhebt.

Die zweite Seebrücke, die nach der ersten errichtet wurde, überstand die Kriegsjahre nicht unbeschadet. Im Winter 1941/1942 wurde sie durch heftigen Eisgang und starke Winde zerstört. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb der Wiederaufbau zunächst aus, und die Koserower Strandbesucher mussten auf eine Brücke verzichten, die den Zugang zur Ostsee erleichtern würde.

Erst viele Jahre später, im März 1993, begann der Bau einer neuen Seebrücke. Diese wurde am 17. Juli 1993 feierlich durch die Bürgermeisterin der Gemeinde Koserow, Martina Jeschek, eingeweiht. Mit einer Länge von 261 Metern und einer Breite von 2,50 Metern bot die Brücke nicht nur einen eindrucksvollen Zugang zur Ostsee, sondern war auch ein technisches Meisterwerk: Sie ruhte auf 28 mit Beton gefüllten Stahlrohren und verfügte über eine Schiffsanlegestelle, von der aus Schiffe der Adler-Linie regelmäßig verkehrten.

Allerdings blieb die Seebrücke nicht von Herausforderungen verschont. Bereits im November 1995 wurde sie bei einem Sturm stark beschädigt. Glücklicherweise gelang es, die Brücke wieder instand zu setzen. Doch die Probleme blieben nicht aus: Im August 2013 wurden bei einer Inspektion erhebliche bauliche Mängel festgestellt. Insbesondere fehlte der Brücke die notwendige Höhe, um sie vor hohen Wellen bei Stürmen zu schützen. Dies führte zu einer vorübergehenden Sperrung des Bauwerks, was für die Gemeinde und die Touristen, die auf die Brücke angewiesen waren, eine große Enttäuschung darstellte.

Die Notwendigkeit eines Neubaus wurde immer dringlicher, und im November 2019 begannen die Bauarbeiten für eine neue Seebrücke. Die Eröffnung war ursprünglich für 2020 geplant, jedoch verzögerten Materialmängel sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie den Fortschritt des Projekts erheblich. Schließlich wurde die neue Seebrücke am 22. Juni 2021 offiziell eingeweiht.

Die neue Seebrücke ist ein beeindruckendes Bauwerk: Sie misst 280 Meter in der Länge und 3,5 Meter in der Breite. Das Fundament besteht aus 67 stabilen Gründungspfählen, die für zusätzliche Sicherheit und Langlebigkeit sorgen. Ein markantes Merkmal der neuen Brücke ist die Veranstaltungsplattform am Ende, die mit einem acht Meter hohen Glockenturm ausgestattet ist. Diese erhöhte Position ermöglicht nicht nur einen atemberaubenden Blick auf die Ostsee, sondern bietet auch besseren Schutz bei hohem Seegang.

Ein weiteres bemerkenswertes Design-Element ist die kurvenreiche Form der Brücke. Anstatt geradeaus zu verlaufen, wurde sie mit Bögen gestaltet, die ihr ein individuelles und ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild verleihen. Diese architektonische Entscheidung hebt die neue Seebrücke von anderen ab und unterstreicht den einzigartigen Charakter des Ostseebads Koserow.

Insgesamt stellt die Seebrücke Koserow nicht nur ein wichtiges Infrastrukturelement dar, sondern auch ein Symbol für die Resilienz und den fortwährenden Wandel der Region. Sie verbindet Geschichte und Moderne und ist gleichzeitig ein beliebter Anziehungspunkt für Besucher und Einheimische, die die Schönheit der Usedomer Küste erleben möchten.

Zwischen Mangel und Gemeinschaft: Alltagsleben in der DDR der 60er bis 80er Jahre

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Das Alltagsleben in der DDR zwischen den 1960er und 1980er Jahren war geprägt von staatlicher Kontrolle, einem stark zentralisierten Wirtschaftssystem und einem auf Gleichheit ausgerichteten Sozialstaat. Dennoch gab es eine Mischung aus Entbehrungen und einem gewissen Maß an Stabilität, die das Leben der Menschen in dieser Zeit beeinflusste.

In den 1960er Jahren war die DDR noch stark von der Nachkriegszeit und dem Wiederaufbau geprägt. Viele Menschen lebten in einfachen Verhältnissen, doch das staatliche Bildungssystem bot Aufstiegsmöglichkeiten, insbesondere für Arbeiterkinder. Die „Polytechnische Oberschule“ bildete das Herzstück des Bildungssystems, und für viele Jugendliche gab es eine klare Ausrichtung auf eine berufliche Laufbahn in der Industrie oder Landwirtschaft.

Das Wirtschaftssystem der DDR basierte auf dem sogenannten „Plan“, einem zentral gesteuerten Fünfjahresplan, der vorgab, welche Güter produziert und wie sie verteilt werden sollten. Dies führte oft zu Engpässen bei Konsumgütern. Dinge des täglichen Bedarfs wie Kaffee, Bananen oder Autos waren oft knapp und wurden zu Symbolen für den Mangel. Wartelisten für Trabis (DDR-Auto) waren legendär und konnten bis zu zehn Jahre betragen. Die Menschen lernten, improvisieren und tauschten Waren privat, um ihren Bedarf zu decken.

Trotz der wirtschaftlichen Engpässe gewährleistete der Staat ein gewisses soziales Sicherheitsnetz. Wohnen war in der DDR vergleichsweise günstig und Bildung sowie medizinische Versorgung für alle zugänglich. Freizeitaktivitäten wurden stark durch den Staat organisiert, besonders durch die Massenorganisationen wie die FDJ (Freie Deutsche Jugend) und den Kulturbund. Sport, insbesondere der Leistungssport, spielte eine zentrale Rolle, und die DDR war stolz auf ihre internationalen Erfolge.

Das Privatleben in der DDR war durch die permanente Präsenz des Staates eingeschränkt. Die Stasi überwachte systematisch das Leben vieler Bürger. Misstrauen innerhalb der Gesellschaft war weit verbreitet, da Nachbarn, Kollegen oder sogar Familienangehörige potenzielle Spitzel sein konnten. Dennoch versuchten viele Menschen, sich in ihrem persönlichen Umfeld Freiräume zu schaffen. Familienfeiern, das Kleingartenwesen oder Urlaube an der Ostsee boten Gelegenheiten, dem staatlichen Einfluss zu entkommen und ein Stück Normalität zu erleben.

Ab den 1970er Jahren erlebte die DDR eine leichte Verbesserung des Lebensstandards. Der Wohnungsbau wurde vorangetrieben, und Plattenbausiedlungen entstanden in vielen Städten. Diese Neubauwohnungen waren heiß begehrt, da sie im Vergleich zu den oft maroden Altbauten mehr Komfort boten. Auch in den 1980er Jahren blieb die Versorgungslage jedoch angespannt, und die Kluft zwischen der Realität des Alltags und der staatlichen Propaganda wuchs zunehmend.

Insgesamt war das Alltagsleben in der DDR geprägt von einem Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle und den individuellen Bemühungen der Menschen, ein erfülltes Leben zu führen. Die materielle Knappheit, die Überwachung durch die Stasi und die politischen Zwänge prägten das Leben, doch es gab auch Momente von Gemeinschaft, Solidarität und privatem Glück.

Jutta Müller: Die Meistermacherin aus Chemnitz

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In der schillernden Welt des Eiskunstlaufs erstrahlt der Name Katharina Witt wie ein leuchtender Stern. Doch hinter ihrem strahlenden Erfolg steht eine Meistermacherin, die die Eiskunstlaufgeschichte der DDR geprägt hat: Jutta Müller. Die Chemnitzerin, die in den letzten Jahrzehnten sowohl Erfolge als auch Herausforderungen in der neuen Zeit erlebt hat, war lange Zeit die treibende Kraft hinter Witts bemerkenswerter Karriere. In einem Interview gewährt Müller Einblicke in ihre außergewöhnliche Reise, die vom sozialen Experiment der DDR bis in die gegenwärtige kapitalistische Realität reicht.

Jutta Müller, bekannt für ihren scharfen Verstand und ihre unerschütterliche Hingabe, hat den Eiskunstlauf in der DDR nicht nur gelehrt, sondern ihn auch zum Leben erweckt. „Ich bin in dieser DDR aufgewachsen und habe immer versucht, ein neues Deutschland aufzubauen“, erklärt sie. Ihre Reise begann mit dem Eiskunstlaufen, das sie mit tänzerischen Elementen des Balletts kombinierte, um eine neue Ästhetik zu schaffen. Der Aufstieg ihrer Schützlinge war für sie auch ein Weg, den Sozialismus zu feiern, den sie als erfolgreiches System ansah.

Die Höhen und Tiefen des Eiskunstlaufs spiegeln die politischen und sozialen Umwälzungen wider, die die DDR durchlebte. Jutta Müller war bekannt für ihre Pelze und Juwelen, die sie in der privilegierten Position einer Reisekader-Trainerin erwarb. Aber trotz ihrer Erfolge wusste sie, dass ihre Stellung von den Medaillen ihrer Schützlinge abhing. „Solange sie Medaillen holten, war meine Stellung sicher“, sagt sie rückblickend. Ihre erste Weltmeisterschaft als Trainerin gewann sie 1969 mit ihrer Tochter Gabi Seifert, und seitdem war der Erfolg ein ständiger Begleiter.

Der Fall der Mauer brachte neue Herausforderungen mit sich. Das DDR-System, in dem Müller gewachsen war, zerbrach, und die Art und Weise, wie Sport betrieben wurde, änderte sich grundlegend. Jutta Müller musste sich in der neuen Welt zurechtfinden, und viele ihrer ehemaligen Praktiken wurden als Relikte einer vergangenen Zeit angesehen. „Das athletische Aufbautraining für den Nachwuchs wurde abgeschafft, aber das ist so notwendig“, erklärt sie. Es zeigt sich, dass der Wandel nicht nur einen Neuanfang, sondern auch den Verlust bewährter Methoden mit sich brachte.

Doch trotz der Schwierigkeiten blieben die Prinzipien von Müller stark. Sie wollte, dass das Eiskunstlaufen in Deutschland nicht nur überlebt, sondern floriert. „Ich fühle mich nicht wie eine Rentnerin“, sagt sie. „Ich habe das Gefühl, dem Eiskunstlauf noch etwas geben zu können.“ Ihre Leidenschaft und Hingabe zu ihrem Sport sind ungebrochen. Das alte System mag weg sein, doch die Werte und die Disziplin, die sie vermittelt hat, sind es nicht.

Jutta Müller und Katharina Witt sind in der heutigen Zeit ein Symbol für den erfolgreichen Übergang von der DDR zur neuen Realität. Ihre Geschichte zeigt, dass mit Engagement und einem starken Willen selbst unter den schwierigsten Bedingungen Erfolge erzielt werden können. „Nichts ist unmöglich, wenn man es nur will“, bringt Müller es auf den Punkt.

Müllers Rolle als Trainerin geht über den Sport hinaus. Sie hat nicht nur Athleten zu Olympiasiegern gemacht, sondern auch die Entwicklung von Talenten gefördert, die den Eiskunstlauf in Deutschland und darüber hinaus geprägt haben. Trotz der Herausforderungen, die mit dem Wandel von einem sozialistischen zu einem kapitalistischen System verbunden sind, bleibt ihr Engagement für den Sport unerschütterlich.

Der Weg von Jutta Müller und Katharina Witt ist ein inspirierendes Beispiel für die Stärke und Resilienz, die notwendig sind, um in der heutigen Zeit erfolgreich zu sein. Ihre Geschichte ist nicht nur die einer Trainerin und ihrer Schülerin, sondern auch eine von Wandel, Herausforderung und der ewigen Hoffnung auf eine bessere Zukunft im Sport. Jutta Müller zeigt, dass es nie zu spät ist, sich für die eigenen Überzeugungen einzusetzen und für den Eiskunstlauf, der ihr Leben geprägt hat, weiter zu kämpfen.

Das Seebad Loddin: Ein Juwel auf der Insel Usedom

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Das Seebad Loddin, gelegen auf der idyllischen Insel Usedom, ist ein charmantes Ziel für Urlauber, die Ruhe, Natur und eine reiche Geschichte schätzen. Mit seiner malerischen Lage an der Ostseeküste und den weitläufigen Stränden hat sich Loddin als beliebtes Urlaubsziel etabliert, insbesondere für Familien und Naturfreunde.

Die Insel Usedom ist bekannt für ihre beeindruckenden Strände, das milde Klima und die einzigartige Flora und Fauna. Loddin selbst liegt zwischen dem Achterwasser und der offenen Ostsee, was der Region eine besondere Vielfalt an Landschaften verleiht. Die umliegende Natur, geprägt von sanften Hügeln, Wäldern und Wiesen, bietet zahlreiche Möglichkeiten für Aktivitäten wie Wandern, Radfahren und Vogelbeobachtung. Besonders die umliegenden Naturschutzgebiete, wie der Kölpinsee und der Streckelsberg, sind ein Eldorado für Naturliebhaber und laden zu Erkundungstouren ein.

Das Seebad hat jedoch nicht nur aufgrund seiner Natur viel zu bieten. Eine besondere Verbindung zur Geschichte des deutschen Films zeichnet Loddin aus: In den 1920er Jahren wurde der Ort als das „Seebad der UFA“ bekannt. Die Universum Film AG (UFA), ein führendes Unternehmen der deutschen Filmindustrie, wählte Loddin als Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen. In dieser Zeit erlebte das Seebad einen regelrechten Boom, als prominente Schauspieler und Filmemacher die malerischen Kulissen für ihre Werke entdeckten. Dies trug nicht nur zur Bekanntheit des Ortes bei, sondern auch zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur.

Die Erinnerungen an die glanzvollen Zeiten der UFA sind in Loddin noch heute spürbar. Zahlreiche Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten, die sich mit der Filmgeschichte auseinandersetzen, werden regelmäßig angeboten. Besucher haben die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen, die die Geschichte des Kinos in Loddin näherbringen und ihnen einen Einblick in die Filmproduktionen der damaligen Zeit geben.

Ein weiterer Höhepunkt von Loddin ist der Strand, der sich über mehrere Kilometer entlang der Küste erstreckt. Hier können die Gäste entspannen, schwimmen oder sich in verschiedenen Wassersportarten ausprobieren. Die Strandpromenade lädt zu gemütlichen Spaziergängen ein und bietet eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben, in denen regionale Spezialitäten genossen werden können.

Die gastronomische Vielfalt in Loddin reicht von traditionellen Fischrestaurants bis hin zu modernen Cafés, die hausgemachte Kuchen und regionale Produkte anbieten. Die Liebe zur regionalen Küche ist in Loddin deutlich spürbar, und viele Restaurants setzen auf frische Zutaten und lokale Erzeugnisse.

Zusätzlich zu den Freizeitmöglichkeiten und der kulinarischen Vielfalt ist Loddin auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge auf der Insel Usedom. Die nahegelegenen Seebäder Koserow, Zempin und Ückeritz sind ebenfalls schnell zu erreichen und bieten weitere Strandabschnitte und Attraktionen.

Insgesamt ist das Seebad Loddin ein Ort, der Tradition und Moderne harmonisch vereint. Die Verbindung zur Geschichte des deutschen Films, die beeindruckende Natur und die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten machen Loddin zu einem attraktiven Ziel für jeden, der die Schönheit der Insel Usedom entdecken möchte. Egal, ob man auf der Suche nach Entspannung, Abenteuer oder kulturellen Erlebnissen ist – Loddin hat für jeden etwas zu bieten. Die Geschichte des Seebades als „Seebad der UFA“ verleiht dem Ort einen besonderen Charme und macht ihn zu einem unvergesslichen Teil der Ostseeküste.

Aktuelle Umfragen zum Wohlstand: Gerecht oder ungerecht?

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Die Analyse des INSA Meinungsbildes vom 4. Oktober 2024 bietet einen aufschlussreichen Überblick über die aktuelle politische Stimmung in Deutschland sowie über die Wahrnehmung von Wohlstand und Lebensängsten in der Bevölkerung. Die Ergebnisse der Umfrage werden im Folgenden näher betrachtet.

Politische Stimmung und Sonntagsfrage
Die Sonntagsfrage zeigt, dass das BSW (Bündnis Sarah Wagenknecht) einen signifikanten Verlust von 1,5 Prozentpunkten erleidet und auf 8% fällt. Dies könnte auf eine wachsende Unzufriedenheit der Wähler mit der Partei hindeuten. Im Gegensatz dazu kann die AfD (Alternative für Deutschland) einen Anstieg von einem Prozentpunkt verzeichnen und erreicht nun 20%. Diese Entwicklungen lassen auf eine Zunahme der Unterstützung für rechtspopulistische Positionen schließen, während die etablierten Parteien unter Druck stehen.

Die Analyse der möglichen Regierungskoalitionen zeigt, dass eine schwarz-rote Regierung aus CDU, CSU und SPD mit einer Gesamtstärke von 47,5% eine parlamentarische Mehrheit bilden könnte. Zusätzlich werden zwei weitere Bündnisse in Betracht gezogen, die jedoch politisch als unwahrscheinlich angesehen werden: ein Bündnis von CDU, CSU, Grünen und BSW, das auf 50% käme, und ein Bündnis von CDU, CSU und AfD, das sogar 51,5% erreichen könnte. Diese Zahlen werfen Fragen zur Stabilität der politischen Landschaft und zur Akzeptanz solcher Koalitionen auf, die ideologisch unterschiedliche Positionen vertreten.

Wahrnehmung des Wohlstands in Deutschland
Ein zentraler Punkt der Umfrage ist die Einschätzung der Verteilung des Wohlstands in Deutschland. Ein Viertel der Befragten sieht den Wohlstand als gerecht verteilt, während zwei Drittel der Meinung sind, dass er ungerecht verteilt ist. Diese Wahrnehmung variiert stark nach Altersgruppen: Bei den unter 30-Jährigen empfinden 41% die Verteilung als gerecht, während 48% dies ablehnen. Mit steigendem Alter wächst das Gefühl der Ungerechtigkeit; bei den über 60-Jährigen sind über 75% der Ansicht, dass der Wohlstand ungerecht verteilt ist. Dies deutet darauf hin, dass ältere Generationen möglicherweise ein stärkeres Bewusstsein für soziale Ungleichheiten haben.

Die Parteizugehörigkeit beeinflusst ebenfalls die Wahrnehmung der Wohlstandsverteilung. Die Wähler von SPD und Union sind am zufriedensten; jeweils ein Drittel von ihnen denkt, dass der Wohlstand gerecht verteilt ist. Dagegen sind die Wähler des BSW am unzufriedensten, wobei 88% von ihnen die Verteilung als ungerecht empfinden. Diese Diskrepanz zeigt, dass die politischen Parteien unterschiedliche Wählergruppen ansprechen und deren Anliegen möglicherweise nicht im Einklang stehen.

Politische Maßnahmen zur gerechten Verteilung des Wohlstands
Ein weiterer bedeutender Aspekt der Umfrage betrifft den Wunsch nach mehr politischen Maßnahmen zur gerechten Verteilung des Wohlstands. 42% der Befragten wünschen sich „deutlich mehr“ Maßnahmen, während 44% angeben, dass sie „etwas mehr“ wünschen. Insgesamt zeigen 86% der Befragten den Wunsch nach einer gerechteren Verteilung des Wohlstands an. Diese Forderung ist parteiübergreifend, wobei alle Wählergruppen mehrheitlich der Meinung sind, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Wunsch unter den Wählern des BSW. Diese Erkenntnisse deuten auf einen breiten Konsens in der Bevölkerung hin, dass Ungleichheiten angegangen werden müssen.

Angst vor einem sinnlosen Leben
Abschließend wird in der Analyse die Angst vor einem sinnlosen Leben thematisiert. Ein Drittel der Befragten gibt an, große Angst in diesem Bereich zu haben, während 59% geringe oder keine Angst äußern. Besonders auffällig ist, dass die Angst vor einem sinnlosen Leben bei den unter 30-Jährigen am größten ist: Jeder Zweite hat Angst, während unter den über 70-Jährigen weniger als jeder Fünfte diese Angst teilt. Auch die religiöse Bindung spielt eine Rolle; Gläubige haben tendenziell häufiger Angst vor einem sinnlosen Leben als konfessionslose Menschen. Zudem haben Menschen, die sich politisch links oder rechts der Mitte verorten, häufiger Angst als jene, die sich in der Mitte verorten. Diese Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sorgen innerhalb der Gesellschaft.

Fazit
Insgesamt zeigt die Analyse des InsA Meinungsbildes ein differenziertes Bild der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage in Deutschland. Während einige Parteien unter Druck stehen, gibt es einen breiten Wunsch nach politischen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohlstandsverteilung. Die Angst vor einem sinnlosen Leben ist ein bedeutendes Thema, insbesondere unter jüngeren Befragten. Diese Umfrage bietet einen wertvollen Anlass zur Diskussion über die Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist, und zur Reflexion über mögliche Lösungsansätze.

Spaziergang und Montagsdemo in Zittau – 35 Jahre nach dem Mauerfall

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Der Beitrag ist ein Bericht über eine Veranstaltung, die sich mit der deutschen Wiedervereinigung, der Geschichte der DDR und aktuellen politischen Entwicklungen befasst. Die Veranstaltung fand auf dem Zittauer Rathausplatz statt und bot ein vielfältiges Programm, das von musikalischen Darbietungen bis hin zu Reden und Diskussionen reichte.

Die Eröffnung erfolgte durch Andreas Prescher vom BürgerBündnis Grüner Ring, der die Bedeutung lebendiger Demokratie betonte und sich bei den Technikern für die Organisation der Veranstaltung bedankte. Es folgten Reden von verschiedenen Akteuren, darunter Professor Peter Dierich und Harry Fröhlich. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Erinnerung an den 7. Oktober, den ehemaligen Nationalfeiertag der DDR. Prescher und Dierich betonten, wie die Menschen 1989 den Mut fanden, auf die Straße zu gehen und sich gegen die autoritäre Staatsführung der DDR zu erheben. Die friedliche Revolution, die zur Wiedervereinigung Deutschlands führte, wurde als ein historisches und würdiges Ereignis hervorgehoben.

In diesem Zusammenhang kritisierte Dierich den fehlenden Fortschritt beim Bau des zentralen Denkmals zur deutschen Einheit in Berlin. Trotz des Bundestagsbeschlusses aus dem Jahr 2007 verzögerte sich der Bau immer wieder, unter anderem wegen Problemen mit der Umsiedlung von Fledermäusen. Diese Anekdote diente dazu, die Bürokratie und die schleppende Umsetzung politischer Projekte in Deutschland zu kritisieren. Dierich verwies darauf, dass die Inschrift „Wir sind das Volk“ auf dem geplanten Denkmal heute teilweise kritisch betrachtet werde, da der Slogan in der Vergangenheit auch bei PEGIDA-Demonstrationen verwendet wurde. Dennoch verteidigte er das Recht der Bürger, diesen Slogan zu nutzen, und erinnerte daran, dass viele der Demonstranten bereits 1989 „Wir sind das Volk“ gerufen hatten.

Ein weiteres zentrales Thema war die politische Situation in den neuen Bundesländern, insbesondere in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Dierich zog Parallelen zur DDR-Zeit und stellte fest, dass es weiterhin eine zentrale politische Einflussnahme gebe. In diesem Zusammenhang wurden die Verhandlungen zwischen Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Sahra Wagenknecht, die als mögliche Partnerin für eine neue politische Bewegung gilt, thematisiert. Diese Entwicklungen sorgten für Diskussionen, da sie den Einfluss linker politischer Kräfte in den ostdeutschen Bundesländern verdeutlichten.

Die Veranstaltung wurde von einem Video begleitet, das die Bedeutung der deutschen Fahne in Schwarz-Rot-Gold thematisierte. Diese Fahne, so wurde betont, stehe für den Widerstand gegen autoritäre Systeme und für die Freiheit. In der Vergangenheit sei sie bei verschiedenen Revolutionen in Deutschland, insbesondere 1848, verwendet worden. Heute gelte sie als Symbol der friedlichen Revolution von 1989 und solle in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden.

Neben den politischen Reden gab es auch eine musikalische Einlage von „Der Biker“, der mit seinem Lied „Ich bin wieder zuhaus“ die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen kritisierte. Er sprach von einer zunehmenden Ignoranz und einem Verrat an den Idealen der friedlichen Revolution, die in den letzten Jahren durch politische Entscheidungen untergraben worden seien.

Harry Fröhlich, ein weiterer Redner, präsentierte eine Presseschau, in der er die Rolle der Medien in der heutigen Demokratie hinterfragte. Er kritisierte insbesondere die ARD und warf ihr vor, eine „Lügenpresse“ zu sein, die gezielt bestimmte politische Narrative verbreite und kritische Stimmen unterdrücke. In diesem Zusammenhang wurde die Nominierung der ARD-Sendung „Die 100“ für den Deutschen Fernsehpreis kritisiert, da die Sendung angeblich manipuliert worden sei, um bestimmte politische Ansichten zu fördern.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) in Schulen wurde angesprochen. Ein Positionspapier des Bildungsverbandes plädierte für den verstärkten Einsatz von KI, um Lehrkräfte zu entlasten und den Bildungserfolg zu verbessern. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass der Einsatz von KI zu weiteren Unterrichtsausfällen führen könnte, da Lehrkräfte zunächst selbst geschult werden müssten.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Veranstaltung war die Diskussion über die Migrations- und Klimapolitik. Die Redner betonten, dass beide Politikfelder mittelfristig entscheidend für die Zukunft Deutschlands seien. Die Migrationspolitik zerstöre die Gesellschaft, während die Klimapolitik die Wirtschaft zerstöre, so die Kritik. Beide Bereiche bedürften einer grundlegenden Neuausrichtung, um die Zukunft des Landes zu sichern.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Vorstellung des Magazins „Aufgewacht“, das von Jochen Stappenbeck präsentiert wurde. Die neue Ausgabe enthielt Interviews mit prominenten Persönlichkeiten wie Sahra Wagenknecht und Christina Diel, einer mutigen Buchhändlerin aus Dresden. Auch kulturelle Themen, wie das Kamenzer Forstfest, wurden thematisiert, um einen Einblick in die Traditionen der Region zu geben.

Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Singen des Oberlausitzliedes, das von Peter Pachl angeleitet wurde. Pachl bedankte sich bei den Teilnehmern und betonte die Wichtigkeit von Zusammenhalt und Tradition in der heutigen Zeit.

Das Erbe der DDR: Die Blechbüchse und ihre Bedeutung für Leipzig

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Die „Blechbüchse“ in Leipzig gehört zu den besonderen Wahrzeichen der Stadt, die eine bewegte und einzigartige Geschichte aufweist. Ihr markantes Erscheinungsbild und ihre Bedeutung für die Stadt und ihre Bewohner machten sie zu einem Symbol, das weit über die Region hinaus bekannt ist.

Die Geschichte der „Blechbüchse“ beginnt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als in Leipzig ein siebenstöckiges Warenhaus entstand. Damals war es eines der größten und modernsten Kaufhäuser der Stadt und zog zahlreiche Menschen an. Die prächtige Architektur spiegelte den Aufschwung und die Bedeutung Leipzigs als Handelszentrum wider. Das Warenhaus war nicht nur ein Ort des Konsums, sondern auch ein Treffpunkt für die städtische Gesellschaft.

Doch diese Glanzzeit endete abrupt im Jahr 1943. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Leipzig von einem schweren Bombenangriff heimgesucht, der große Teile der Stadt zerstörte. Auch das prächtige Warenhaus wurde schwer beschädigt und musste seine Türen schließen. Die einst so lebhafte Einkaufsstätte verfiel in den folgenden Jahren und blieb eine Ruine – ein stummer Zeuge der Zerstörungen des Krieges und des Niedergangs, der viele deutsche Städte traf.

Erst 1965, gut zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges, begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Gebäudes. In der DDR, die sich mitten im Wiederaufbau befand, wurde das alte Warenhaus wiederentdeckt. Die Regierung der DDR wollte hier ein Symbol des sozialistischen Fortschritts und des Wohlstands schaffen. Das Ziel war es, ein modernes Konsumzentrum für die Bevölkerung zu errichten. Die Planungen für den Umbau begannen, und dabei erhielt das Gebäude eine vollkommen neue Gestaltung.

Das alte, kriegszerstörte Warenhaus wurde von Grund auf renoviert und bekam 1968 seine markante Aluminiumfassade, die ihm seinen Spitznamen „Blechbüchse“ einbrachte. Diese futuristisch anmutende Verkleidung war typisch für die moderne Architektur der DDR und sollte Fortschritt und Modernität symbolisieren. Aluminium war zu jener Zeit ein Material, das als innovativ und modern galt, und die glänzende Fassade sollte das neue Warenhaus im Zentrum der Stadt hervorheben. Der Name „Blechbüchse“ entstand schnell und wurde sowohl liebevoll als auch spöttisch von den Leipziger Bürgern verwendet. In den Köpfen der Menschen blieb der Name haften, und er ist bis heute mit dem Gebäude untrennbar verbunden.

Die Eröffnung des „Konsument“-Warenhauses, wie das neue Kaufhaus offiziell hieß, fand am 21. August 1968 statt – just an dem Tag, als sowjetische Truppen in Prag einmarschierten und den „Prager Frühling“ brutal niederschlugen. Dieses historische Datum verlieh der Eröffnung des größten Warenhauses der DDR eine besondere Brisanz. Während in Leipzig die Konsumenten das neue Warenhaus mit seinem umfassenden Angebot erkundeten, erlebte die Tschechoslowakei eine der dunkelsten Stunden ihrer Geschichte. Die Eröffnung des Kaufhauses und der Einmarsch der Truppen standen symbolisch für die zwei Gesichter des Ostblocks: auf der einen Seite der Versuch, durch Konsum und Architektur Modernität und Wohlstand zu vermitteln, auf der anderen Seite die harte Realität eines totalitären Regimes, das durch militärische Gewalt seine Macht sicherte.

Das „Konsument“-Warenhaus selbst war ein Symbol für den Aufstieg der DDR und ihre Bemühungen, der Bevölkerung ein modernes Leben zu ermöglichen. Es bot ein breites Sortiment an Konsumgütern, von Kleidung über Haushaltswaren bis hin zu Lebensmitteln, und war lange Zeit ein wichtiger Anlaufpunkt für die Leipziger und Besucher der Stadt. Die „Blechbüchse“ wurde zu einem sozialen Treffpunkt und prägte das städtische Leben.

Nach der Wende 1989 veränderte sich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Landschaft in Leipzig radikal. Viele DDR-Institutionen verschwanden, und auch die „Blechbüchse“ musste sich den neuen Bedingungen anpassen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Warenhaus zunächst weiter betrieben, doch im Laufe der Jahre verlor es an Bedeutung. 2006 wurde das Gebäude schließlich geschlossen und in den Folgejahren umfassend saniert und umgebaut.

Die „Blechbüchse“ blieb jedoch erhalten und wurde in das moderne Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ integriert. Dabei wurde die berühmte Aluminiumfassade rekonstruiert und in das neue Gebäudeensemble eingebunden. Heute erinnert die „Blechbüchse“ nicht nur an die Geschichte des Konsums in der DDR, sondern auch an die tiefen historischen Einschnitte, die Leipzig und ganz Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten. Sie steht als Symbol für den Wandel und die Erneuerung, die Leipzig seit dem Zweiten Weltkrieg mehrfach durchlaufen hat, und bleibt ein markantes Wahrzeichen der Stadt.

Ein Konzert für die Ewigkeit: Springsteen und der Beginn der Revolution in der DDR

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Am 19. Juli 1988 ereignete sich in Ost-Berlin ein Ereignis, das die Menschen in der DDR nachhaltig prägte und ein Symbol der Hoffnung in den letzten Jahren der DDR wurde: Das Konzert von Bruce Springsteen. Die Rocklegende aus den USA trat vor mehr als 160.000 Menschen auf der Radrennbahn Weißensee auf und sorgte mit seiner Musik für eine Aufbruchsstimmung, die viele als ein Vorzeichen der kommenden Revolution deuteten. Dieses Konzert, das in der DDR eher als ungewöhnlich galt, war nicht nur ein musikalisches Highlight, sondern auch politisch aufgeladen und steht bis heute für den Wunsch nach Freiheit und Veränderung.

Das Konzert von Springsteen in Ost-Berlin war Teil seiner „Tunnel of Love“-Tour und wurde von der DDR-Führung erstaunlicherweise genehmigt. Die Veranstalter, die FDJ (Freie Deutsche Jugend), versuchten, das Konzert als Teil ihrer Jugendpropaganda zu nutzen, um das Image des sozialistischen Staates zu verbessern und die Jugend auf eine positive Weise zu beeinflussen. Doch die Wirkung des Konzerts übertraf alle Erwartungen und ging weit über das hinaus, was die Staatsführung sich erhofft hatte.

Die Atmosphäre auf dem Konzertgelände war elektrisierend. Tausende DDR-Bürger strömten zur Radrennbahn, um den „Boss“ live zu erleben – viele von ihnen das erste Mal in ihrem Leben bei einem Konzert dieser Größenordnung. Bruce Springsteen war in der DDR bereits durch Schallplatten und westliche Radiosender bekannt, doch ein Konzert eines so bekannten Rockstars aus dem Westen war ein außergewöhnliches Ereignis. Die Spannung im Publikum war greifbar, und als Springsteen schließlich auf die Bühne trat, brach eine Welle der Begeisterung über die Menge herein.

Springsteen spielte über drei Stunden und performte seine größten Hits wie „Born in the USA“, „Dancing in the Dark“ und „Badlands“. Besonders „Born in the USA“ war ein Song, der mit seiner kraftvollen Botschaft eine ganz besondere Bedeutung in der DDR bekam. Obwohl der Song oft als patriotische Hymne missverstanden wurde, handelt er tatsächlich von den Schwierigkeiten der amerikanischen Arbeiterklasse und der Desillusionierung mit dem amerikanischen Traum. In der DDR wurde er jedoch von vielen als Protest gegen Unterdrückung und als Ausdruck der Sehnsucht nach Freiheit verstanden.

Ein zentraler Moment des Abends war die Rede, die Bruce Springsteen während des Konzerts hielt. Springsteen, der sich der politischen Situation in der DDR durchaus bewusst war, wandte sich auf Deutsch an das Publikum und sprach von einer Welt ohne Grenzen. Er sagte: „Es ist schön, in Ost-Berlin zu sein. Ich bin kein Kommunist, aber ich bin gekommen, um Rock ’n‘ Roll für euch zu spielen. Ich hoffe, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden.“ Diese Worte trafen tief ins Herz vieler DDR-Bürger, die sich nach mehr Freiheit und Veränderung sehnten. Springsteens Aussage wurde von vielen als eine subtile Kritik an der Teilung Deutschlands und der politischen Repression in der DDR verstanden.

Die DDR-Führung, die das Konzert ursprünglich als Propagandaerfolg für den Sozialismus gedacht hatte, unterschätzte jedoch die Wirkung dieser Worte und der Musik auf die Zuhörer. Springsteens Auftritt wurde zu einem Symbol der Hoffnung und des Widerstandes. Die Menschen, die an diesem Abend auf der Radrennbahn Weißensee standen, fühlten sich in ihrem Wunsch nach Veränderung und Freiheit bestärkt. Für viele war dies ein Wendepunkt, der ihnen zeigte, dass eine andere Zukunft möglich war.

Auch die Tage nach dem Konzert waren von einem Gefühl des Aufbruchs geprägt. Die Rockmusik, die normalerweise als westliches Kulturprodukt kritisch beäugt wurde, hatte an diesem Abend die Menschen in der DDR vereint und eine Brücke zwischen Ost und West geschlagen. Es war eine Zeit, in der die Menschen in der DDR zunehmend das Gefühl hatten, dass der alte, starr gewordene Staat nicht mehr lange bestehen würde. Der Auftritt von Bruce Springsteen wurde daher oft als eine der kulturellen und emotionalen Initialzündungen für die friedliche Revolution im Jahr 1989 gesehen.

Bruce Springsteens Konzert am 19. Juli 1988 in Ost-Berlin war also weit mehr als nur ein Musikereignis. Es war ein Moment der Hoffnung, des Widerstands und der Einheit, der die Menschen in der DDR tief bewegte. Viele von ihnen erinnern sich bis heute an diesen besonderen Abend, an dem ein amerikanischer Rockmusiker ihnen für ein paar Stunden das Gefühl von Freiheit und Zusammenhalt gab. Der 19. Juli 1988 bleibt ein Meilenstein in der Geschichte der DDR und symbolisiert die Macht der Musik, Menschen zu vereinen und für Veränderungen zu inspirieren.

Das politische System der DDR: Ein Überblick

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In diesem Video erklären wir euch kurz und knapp das politische System der DDR. Ohne große Vorrede geht’s los. Die DDR verstand sich als „demokratischer Zentralismus“ und sozialistischer Staat. Das bedeutet, dass die Macht in den Händen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, der SED, lag. Entscheidungen waren also zentralisiert. Eine Stelle entschied, und das führte dazu, dass die staatlichen Gewalten – die gesetzgebende Gewalt (Legislative), die Regierungsgewalt (Exekutive) und die richterliche Gewalt (Judikative) – nicht wie zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland getrennt waren. Statt einer Gewaltenteilung gab es eine Gewalteneinheit. Alle Gewalten waren den von der SED vorgegebenen Zielen verpflichtet.

Die Partei und die Staatsverwaltung waren nach dem Prinzip des sogenannten demokratischen Zentralismus aufgebaut, was bedeutete, dass alles, was in der Gesellschaft und im Staat passierte, zentral gelenkt wurde. Die zentrale Regierung agierte im Sinne des angeblichen Volkswillens. In der Theorie klingt das vielleicht gut, wenn man an der Uni in einem Seminar sitzt oder seine Weltanschauung auf Papier bringt, aber in der Realität funktionierte das nicht wirklich.

An der Spitze der Verwaltung des Staates stand die Regierung mit den Ministerien und der Planungscommission. Im Sozialismus der DDR legte die Regierung einen Plan fest, der einen Zeitraum von fünf Jahren abdeckte und als Fünfjahresplan bezeichnet wurde. In diesem Plan wurde festgelegt, mit welchen Mitteln und in welcher Menge produziert werden sollte, was wie viel kostet und wer wie viel davon abbekommt. Tatsächlich waren diese Gremien aber nur ausführende Organe der SED, angewiesen und kontrolliert von den entsprechenden Abteilungen der Partei.

Die DDR war in 14 Bezirke gegliedert, dazu kam Ostberlin, das in der DDR ebenfalls die Funktion eines Bezirks ausübte. Die Bundesländer, die es heute wieder gibt, wurden zur Zeit der DDR abgeschafft. Nach den Bezirken kamen die Kreise und dann die einzelnen Gemeinden, die jeweils übergeordnete Einheiten an untergeordnete Einheiten anknüpften. So funktionierte die Verwaltung der DDR.

In der legislative Struktur stand der Staatspräsident bzw. ab 1960 der Staatsrat an der Spitze. Im Staatsrat saß ein Vorsitzender – formal ein wichtiger Posten, aber in Wirklichkeit hatte der Chef der SED das Sagen. Walter Ulbricht und Erich Honecker machten es sich dann auch leicht und besetzten beide Posten. Neben dem Vorsitzenden gab es etwa 20 bis 30 Mitglieder, eine Zahl, die sich im Laufe der Zeit änderte. Das Gremium war das kollektive Staatsoberhaupt der DDR. Ab 1960 gab es also keinen Präsidenten mehr, der als Staatsoberhaupt fungierte, sondern den Staatsrat, der dies als Ganzes tat.

Der Staatsrat konnte Erlass erlassen, die wie Gesetze wirkten, er ratifizierte Verträge mit anderen Staaten, schrieb die Wahlen zu den Parlamenten aus und verlieh Orden. Spätestens ab 1974 war der Staatsrat dann nur noch ein repräsentatives Gremium. Gewählt wurde der Staatsrat vom Parlament, der sogenannten Volkskammer. Dieses Parlament war formal das höchste Staatsorgan. In der Volkskammer saßen fünf Parteien: Neben der SED waren das die vier sogenannten Blockparteien – die Ost-CDU, die Liberal-Demokratische Partei (LDPD), die Demokratische Bauernpartei (DBD) und die Nationaldemokratische Partei (NDPD). Diese vier Parteien waren jedoch nicht wirklich eigenständig, denn sie waren zusammen mit der SED in einer Liste verbunden. Die übrigen Sitze im Parlament verteilten sich auf Vertreter der Massenorganisationen, zu denen die Gewerkschaft, die Jugendorganisation FDJ und der Frauenbund gehörten. Diese drei Gruppen – die SED, die Blockparteien und die Massenorganisationen – traten mit der Einheitsliste der Nationalen Front zur Wahl an.

In der DDR entscheidet die SED, was passiert. Auch die SED ist natürlich nach dem demokratischen Zentralismus organisiert. An der Spitze steht das Politbüro, das politische Büro, das ursprünglich aus zehn und später über 20 Mitgliedern und sogenannten Kandidaten bestand, die aber kein Stimmrecht hatten. Interessanterweise war das Politbüro fast ausschließlich männlich. Nur eine Handvoll Frauen schaffte es, in 40 Jahren DDR Kandidatin des Politbüros zu werden, und zum Vollmitglied wurde keine einzige. Eine Kandidatin war Margarete Müller, die von 1963 bis zum Ende der DDR in der Warteposition festhing. Die Mitglieder des Politbüros waren vor allem Chefs der SED-Abteilungen, die den Ministerien übergeordnet waren, oder Vorsitzende von Massenorganisationen.

Der Chef des Politbüros war der Generalsekretär, der als der mächtigste Mann in der DDR galt. Er und das Politbüro bestimmten, was die Regierung, die Verwaltung, letztlich das Parlament und die Gerichte zu tun hatten. Der Generalsekretär war auch Chef des Sekretariats des Zentralkomitees. Das Zentralkomitee, auch ZK genannt, war das höchste Gremium der SED zwischen den Parteitagen. Am Ende der DDR hatte es etwa 200 Mitglieder und Kandidaten, die vom Parteitag gewählt wurden. Diese Mitglieder wurden wieder vom Sekretariat der Partei und dem Politbüro vorgeschlagen.

Die höchsten Ebenen – also das Politbüro – gaben die Richtung vor, und wer davon abwich, war ein Verräter und wurde verfolgt. Deshalb wählte der Parteitag so, wie es ihm gesagt wurde, und deshalb stimmte das Parlament, die Volkskammer, so ab, wie von oben angeordnet. Für die DDR galt, was für alle Diktaturen gilt: Sie erhielt ihre Macht mit brutaler Gewalt. Die Sozialistische Einheitspartei, bzw. das Politbüro des Zentralkomitees der Partei, das aus scheinbar demokratischen parteiinternen Wahlen hervorgeht, ist in Wirklichkeit eine Gruppe von Diktatoren rund um den Generalsekretär.

Die DDR war kein Rechtsstaat. In einem Rechtsstaat können Bürger vor Gericht gehen, wenn die Regierung ihnen etwas anordnet oder das Parlament ein Gesetz erlässt, das ihre Rechte verletzt. Diese Möglichkeit, gegen den Staat zu klagen, gab es in der DDR nicht. Die Justiz war nicht unabhängig von der Politik. Wer überhaupt werden durfte, das bestimmte die Partei. Die Gerichte hatten in der DDR nicht die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Recht und Gesetz galten; sie waren eher dazu da, die Bürger im Sinne des Sozialismus zu erziehen und anzuleiten.

Wer es in der DDR zu etwas bringen wollte, musste Mitglied in der Partei sein. In ihrer Höchstphase hatte die SED etwa 2,3 Millionen Mitglieder, während die anderen Blockparteien nochmals etwa 500.000 Mitglieder hatten. Dann kamen die Massenorganisationen dazu. Die Jugendorganisation FDJ, die Freie Deutsche Jugend, erreichte neun von zehn Jugendlichen.

Staat und Gesellschaft in der DDR waren so aufgebaut, dass die Massen – also die Bürgerinnen und Bürger – kollektiv gelenkt und kontrolliert werden konnten. Dieser Staatsaufbau würde sofort in sich zusammenbrechen, wenn die Menschen frei nach ihrem Willen entscheiden könnten. Das zeigt sich dann auch 1989. Um den Staat zu stabilisieren, brauchte das Regime Machtinstrumente wie die Polizei und vor allem die Staatssicherheit.

Das war zwar alles etwas technisch, aber es ist wichtig zu verstehen, wie solche Systeme wie die DDR funktionierten. Die DDR nennt sich demokratisch, ist aber in Wirklichkeit das komplette Gegenteil davon. Das zeigt sich am 17. Juni 1953, als mehr als eine Million Menschen für mehr Freiheiten auf die Straße gehen.