Das fröhliche Kreischen badender Kinder mischt sich mit dem sanften Plätschern des Wassers an den Ufersteinen. Die Luft flirrt, es riecht nach trockenem Gras, feuchtem Lehm und wilden Wiesenblumen. Wer an einem heißen Julitag an der Saale steht, kann sich diese Szene mühelos vorstellen. Sie fängt die Atmosphäre eines unbeschwerten Sommers im Jahr 1900 rund um die historische Camsdorfer Brücke in Jena ein.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Universitätsstadt in rasantem Tempo. Die aufstrebende Industrie brachte Arbeit und Wohlstand, füllte die engen Straßen des Tals jedoch auch mit Lärm und dichtem Staub. Wenn die Sommersonne die Gassen aufheizte, sehnten sich die hart arbeitenden Jenenser nach Erfrischung. Moderne Freibadlandschaften, wie wir sie heute kennen, gab es in dieser Form noch nicht. Die Natur bot die naheliegendste und zugleich schönste Abhilfe: Das kühle Nass der fließenden Saale wurde zum zentralen Rückzugsort für die vom Alltag erschöpften Städter.
An den flachen Sandbänken des Flusses entfaltete sich an den Wochenenden ein buntes, lebendiges Treiben. Familien breiteten im schützenden Schatten der ausladenden Uferbäume ihre einfachen Picknickdecken aus und entflohen der Hitze. Die entspannte Stimmung am Wasser wirkte dabei wie ein unsichtbares Band zwischen den Menschen. Es war ein wunderbarer Ort des kollektiven Durchatmens, an dem gesellschaftliche Grenzen für einige Stunden verschwammen. Handwerker erholten sich hier Seite an Seite mit Professoren und Studenten. Im gemeinsamen Erleben der sommerlichen Leichtigkeit traten Standesunterschiede in den Hintergrund.
Diese historische Momentaufnahme zeigt, wie tief das Bedürfnis nach Natur und Entschleunigung in uns verwurzelt ist. Auch wenn sich das Stadtbild Jenas und unsere Freizeitgewohnheiten in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt haben, ist die Sehnsucht nach dieser idyllischen Sommerfrische geblieben. Die Saale windet sich noch immer als lebendiges blaues Band durch das Tal und lädt heute wie damals dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Das Rauschen der Blätter und der Blick auf das glitzernde Wasser wecken eine zeitlose Lebensfreude, die uns jeden Sommer aufs Neue umarmt und mit heller Zuversicht erfüllt.


Manchmal wacht man auf und spürt ganz deutlich: Der alte Rahmen passt nicht mehr. Das bisherige Leben zwickt wie ein zu heiß gewaschener Pullover. Genau dieses universelle Gefühl greift das neue Berlin-Musical „WIR SIND AM LEBEN“ von Plate & Sommer auf – und wirft uns direkt hinein in das wohl faszinierendste Vakuum der jüngeren deutschen Geschichte: Berlin im Jahr 1990.
Am 14. Mai 1970 verabschiedete die Volkskammer der DDR das sogenannte Landeskulturgesetz, welches das eher konservative Naturschutzgesetz von 1954 ablöste. Auf dem Papier galt dieses Gesetz als ein großer umweltpolitischer Hoffnungsträger. Es war stark vom Leitbild der „sozialistischen Landeskultur“ geprägt und versuchte, moderne ökologische Belange fest in das Wirtschaftssystem des Staates zu integrieren. Das Gesetz ging über den klassischen Naturschutz hinaus und rückte die rationelle Nutzung von natürlichen Ressourcen sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung in den Fokus. Zudem war der Umweltschutz durch die DDR-Verfassung von 1968 bereits formal als Staatsaufgabe deklariert worden.
Was hält den Osten heute noch zusammen? Wenn man ehrlich ist: vor allem die Vergangenheit. Die gemeinsamen Erinnerungen, die biografischen Brüche, die Erfahrungen von 1989 und den Jahren danach. In bestimmten Milieus auch eine Form von Nostalgie – nicht zwingend politisch, oft eher emotional: Kindheit, Nachbarschaft, Gewissheiten. Mit dem heutigen Alltag hat das allerdings nur noch begrenzt zu tun.
In der staatlichen Verwaltung der DDR mangelte es dem Naturschutz chronisch an Personal und finanzieller Durchschlagskraft. Noch bis in die 1960er Jahre hinein war ein hauptamtlicher Naturschutzreferent pro Bezirk eine Seltenheit; und selbst wenn es diese Stellen gab, waren die Mitarbeiter oftmals gleichzeitig für die weitaus höher priorisierte Jagd zuständig. Um dieses gravierende Defizit in der Fläche auszugleichen, stützte sich der Staat massiv auf das Ehrenamt, welches rasch zum funktionalen Rückgrat des gesamten Systems avancierte. Zahlreiche „Natur- und Heimatfreunde“ organisierten sich zunächst unter dem Dach des Kulturbundes. Aus diesen Arbeitsgruppen ging schließlich 1980 die „Gesellschaft für Natur und Umwelt“ hervor, die in kürzester Zeit beachtliche 60.000 Mitglieder für die Belange der Natur mobilisieren konnte.
Der vorliegende Bericht dokumentiert den Umsetzungsstand des Klima-Aktionsplans zum Stichtag 30. Oktober 2025. Zur strukturellen Organisation wurde am 31. Januar 2025 die Klimaschutzagentur Jena gGmbH notariell gegründet. Ergänzend nahm im Februar 2025 die Stabsstelle Klima ihre Arbeit auf. Ein vom Stadtrat beschlossenes Monitoring-Konzept befindet sich derzeit in der Implementierung, wozu auch der Aufbau eines öffentlichen Dashboards gehört.
Die Entwicklung der sportlichen Infrastruktur in Jena schreitet voran. Im Rahmen der im vergangenen Jahr bis 2035 beschlossenen Sportentwicklungsplanung (SEP) rücken nun auch die Anlagen in Jenas Norden stärker in den Fokus. Auf eine gezielte Einwohneranfrage von Michael Schubert vom 4. Februar 2026 gab die Stadtverwaltung nun detaillierte Einblicke in den aktuellen Planungsstand der verankerten Projekte. Auch wenn die Haushaltslage derzeit angespannt ist und der Sport nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune zählt, zeigt sich die Stadt entschlossen, ihrem Qualitätsanspruch als Sportstadt gerecht zu werden.
Der Beirat für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung (Klimaschutz-Beirat) der Stadt Jena hat seinen Bericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Im vergangenen Jahr trat das Fachgremium, das als Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und lokaler Wirtschaft agiert , zu sieben Webmeetings und zwei Präsenzsitzungen zusammen.
In der öffentlichen Debatte dominiert oft das Klischee einer veränderungsmüden deutschen Gesellschaft. Doch aktuelle Daten aus dem Jahr 2026 widerlegen diesen Mythos eindrucksvoll: Die Bevölkerung ist mehrheitlich bereit für notwendige gesellschaftliche Transformationen. Interessanterweise gibt es in dieser grundsätzlichen Bereitschaft kaum signifikante Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Lediglich rund ein Viertel der Befragten steht dem Wandel prinzipiell kritisch gegenüber und assoziiert ihn primär mit Risiken.
Die Heimat verlassen oder bleiben? Ein Blick auf eine Generation, die Freiräume in Ostdeutschland neu entdeckt.