Die kleine Ladentür klingelte fast jedes Mal, wenn jemand eintrat. Ein kurzes, helles Geräusch, das im ganzen Raum zu hören war. Hinter dem Tresen standen die Verkäuferinnen, die viele Kunden längst beim Namen kannten. Manche Menschen kamen fast täglich vorbei – auf dem Heimweg von der Arbeit, nach der Schule oder einfach, weil noch etwas fehlte: ein Brot, eine Flasche Milch, ein Stück Butter oder ein paar Bonbons für die Kinder.
Im Laden lag ein ganz eigener Geruch in der Luft. Oft mischte sich der Duft von frisch gemahlenem Kaffee mit dem Aroma von Brot und Brötchen. Dazu kam der leichte Geruch von Bohnerwachs, wenn der Boden gerade gewischt worden war. Die Regale waren nicht immer gleich gefüllt. Manchmal standen sie dicht an dicht mit Waren, manchmal wirkten sie etwas lückig. Doch die meisten wussten genau, wann neue Lieferungen kamen – und dann lohnte es sich, kurz vorbeizuschauen.
Viele Waren wurden noch über den Tresen gereicht. Die Verkäuferin nahm das Gewünschte aus dem Regal oder aus einer Kiste hinter sich und legte es auf die Waage oder direkt in die Einkaufstasche. Bezahlt wurde meist bar. Währenddessen wechselte man ein paar Worte. Es ging um das Wetter, um Neuigkeiten im Ort oder um das, was gerade im Betrieb oder in der Nachbarschaft passiert war.
Der Konsum war mehr als nur ein Laden. Für viele Menschen war er ein fester Bestandteil des Alltags. Hier traf man Nachbarn, Bekannte oder Kollegen. Man blieb kurz stehen, wechselte ein paar Sätze und ging dann wieder weiter. Gerade in kleineren Orten war der Konsum ein Ort, an dem man sich fast zwangsläufig begegnete.
Viele erinnern sich noch an bestimmte Dinge, die es dort gab: lose Bonbons aus dem Glas, saure Gurken aus dem Fass, Schokolade hinter der Theke oder die berühmten Tüten mit gemischten Süßigkeiten. Für Kinder war der kleine Einkauf oft schon ein Erlebnis.
Wer erinnert sich noch an den Konsum oder die HO im eigenen Ort? Und was habt ihr dort früher am liebsten gekauft?


Der April 1946 markiert einen entscheidenden politischen Wendepunkt in der sowjetischen Besatzungszone. Am 21. und 22. April fand im Admiralspalast in Ost-Berlin der Vereinigungsparteitag von KPD und SPD statt. Dort wurden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl als gleichberechtigte Vorsitzende der neuen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) gewählt.
Der Mai 1946 markiert einen wichtigen Schritt im kulturellen und politischen Neuaufbau der sowjetischen Besatzungszone. Am 17. Mai wurde in Potsdam-Babelsberg die Deutsche Film-AG (DEFA) gegründet. Damit entstand die erste große staatlich organisierte Filmgesellschaft im Nachkriegsdeutschland.
Der Jahresabschluss 1945 markierte einen entscheidenden Einschnitt für das Rundfunkwesen in der sowjetischen Besatzungszone. Am 21. Dezember wurde der gesamte Rundfunk der wenige Monate zuvor gegründeten Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung (DZVfV) unterstellt. Diese Entscheidung bedeutete weit mehr als eine organisatorische Neuordnung. Sie definierte die Rolle des Radios in der Nachkriegsgesellschaft grundlegend neu.
Der Begriff „Fidschis“ gehört zu den bekanntesten Beispielen diskriminierender Alltagssprache im Zusammenhang mit der DDR und der Nachwendezeit. Seine Entstehung zeigt eine Mischung aus Unwissen und sprachlicher Abwertung. Obwohl sich die Bezeichnung vor allem auf Vertragsarbeiter aus Vietnam bezog, verweist das Wort ursprünglich auf die Fidschi-Inseln im Südpazifik – eine Region, die geografisch und kulturell keinerlei Verbindung zu den betroffenen Menschen hatte.
November 1900 – Burgau bei Jena
1900 (Oktober) – Engelplatz, Jena


1957 markierte einen drastischen Einschnitt im DDR-Jugendstrafvollzug. Nach Unruhen wurden pädagogische Experimente beendet und durch strenge Disziplinarmaßnahmen ersetzt.
Der Wonnemonat Mai des Jahres 1900 präsentierte sich in Jena als eine faszinierende Mischung aus neu gewonnener internationaler Anbindung und einer tiefen, romantischen Rückbesinnung auf die heimatliche Natur. Gleich am 1. Mai erlebte die Infrastruktur der Stadt einen enormen Bedeutungszuwachs: Der Saalbahnhof, idyllisch im Osten der Stadt gelegen, wurde offiziell zum regulären Haltepunkt für die prestigeträchtigen und schnellen Fernzüge auf der Nord-Süd-Magistrale zwischen der Reichshauptstadt Berlin und der bayerischen Metropole München (mit direkter Weiterführung bis nach Rom) erhoben.