Sachstandsbericht zum Klima-Aktionsplan der Stadt Jena

Der vorliegende Bericht dokumentiert den Umsetzungsstand des Klima-Aktionsplans zum Stichtag 30. Oktober 2025. Zur strukturellen Organisation wurde am 31. Januar 2025 die Klimaschutzagentur Jena gGmbH notariell gegründet. Ergänzend nahm im Februar 2025 die Stabsstelle Klima ihre Arbeit auf. Ein vom Stadtrat beschlossenes Monitoring-Konzept befindet sich derzeit in der Implementierung, wozu auch der Aufbau eines öffentlichen Dashboards gehört.

Innerhalb der städtischen Verwaltung hat der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ) seinen PKW-Fuhrpark zu rund 80 Prozent auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Seit September 2025 ist stadtintern eine Dienstanweisung Energie in Kraft. Ab dem 1. Januar 2026 bezieht die Stadtverwaltung zudem über einen Dreijahresvertrag zehn Prozent regionalen Ökostrom. Der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern wird fortgesetzt, wobei sich Projekte vereinzelt verschieben, wenn vorab kostenintensive Dachsanierungen notwendig sind.

Im Bereich der Wärmeversorgung wurde die kommunale Wärmeplanung im Mai 2025 fertiggestellt und am 25. Juni 2025 durch den Stadtrat beschlossen. Parallel erarbeiten die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck eine Machbarkeitsstudie zur Transformation des Fernwärmenetzes. In diesem Zusammenhang wird auch die Nutzung der Flussthermie der Saale auf Basis eines seit September 2025 vorliegenden Grobkonzepts untersucht. Des Weiteren läuft im Gebäudebestand der jenawohnen ein Pilotprojekt zur digitalen Heizungssteuerung, dessen Ergebnisse für Sommer 2026 erwartet werden.

Im Verkehrssektor betreibt die Jenaer Nahverkehrsgesellschaft aktuell fünf ihrer 51 Busse elektrisch. Der Straßenbahnneubau auf der Strecke zwischen Zwätzen und Himmelreich steht kurz vor dem Baubeginn. Zudem werden Lichtsignalanlagen in der Stadt sukzessive so angepasst, dass sie Fußgängern, Radfahrern und dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang einräumen. Der Bericht dokumentiert hierbei auch finanzielle Herausforderungen: Die Umsetzung des Nahverkehrsplans 2022+ wird durch einen hohen Investitionsbedarf bei gleichzeitig geringen Einnahmen erschwert. Ein geplantes kommunales Förderprogramm konnte mangels Mitteln ebenfalls noch nicht starten und soll im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushalts 2027/28 diskutiert werden.

Trotz dieser dokumentierten budgetären Einschränkungen bei einzelnen Vorhaben belegen die neu etablierten organisatorischen Strukturen und die vielen planmäßig anlaufenden Maßnahmen eine kontinuierliche und zielgerichtete Weiterentwicklung. Die Stadt Jena ist damit insgesamt hervorragend aufgestellt, um die anvisierten Maßnahmen auf einem stabilen und zukunftssicheren Fundament weiter in die Tat umzusetzen.