Kostenlose App „ID-Logics“ zum Erfassen der 52 europäischen Marienkäferarten

Interdisziplinäres Forscherteam präsentiert App „ID-Logics“

Hannover. Marienkäfer gelten schon seit dem Mittelalter als Glücksbringer und sind als Schädlingsbekämpfer im Garten sehr beliebt. Doch in den vergangenen Jahren hat die Anzahl der heimischen Marienkäfer abgenommen und sie sind vom Aussterben bedroht. Eine der Hauptursachen stellt der asiatische Marienkäfer dar, der seit 2002 durch sein massenhaftes Auftreten zu einem der häufigsten Marienkäfer in Deutschland geworden ist. Anders als sein heimischer Verwandter ist er größer und stärker und hat hier keine Feinde in der Natur. Heimische Marienkäfer werden dagegen von anderen Insekten gefressen oder durch Raubparasiten getötet. Aber woran erkennt man, welche Marienkäferarten heimisch und welche zugewandert sind?

52 europäische Marienkäfer entdecken

Wer schon immer wissen wollte, welche Art von Marienkäfer man gefunden hat und welche Besonderheiten sie auszeichnen, kann das ab sofort per App erfahren. Im Rahmen des Projektes „ID-Logics“ steht jetzt eine neue Bestimmungs-App „Marienkäfer“ für alle 52 europäischen Marienkäfer zum kostenlosen Download bereit. Entwickelt wurde sie von Prof. Dr. Denis Messig, Geschäftsführender Leiter der Didaktik der Naturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, und Prof. Dr. Jorge Groß, Professor für Didaktik der Biologie an der Leibniz Universität Hannover (LUH). Mithilfe der App können Nutzerinnen und Nutzer alle Marienkäfer-Arten einfach und sicher bestimmen und bekommen zudem biologische Hintergrundinformationen.

Käferbestimmung jetzt auch für Laien möglich

Mit der neuen Ergänzung zur Bestimmung für Marienkäfer wagt sich das Entwicklungsteam nun auch an komplexere Artengruppen: „Die Käferbestimmung mit bisherigen Mitteln war etwas für Fachexpertinnen und -experten. Eine Bestimmung ohne biologische Ausbildung war bislang kaum möglich“, erläutert Denis Messig von der Universität Bamberg. „Wir sind sehr stolz, unser Wissen mithilfe der App nun auch Laien zugänglich zu machen. Besonders in der Welt der Insekten gibt es viele spannende Zusammenhänge, die es zu entdecken gilt. Denn nur was man kennt, kann man auch schützen!“ Die App „ID-Logics“ richtet sich zwar vor allem an interessierte Laien; sie soll aber auch fortgeschrittenen Naturfreunden eine gute Unterstützung bieten. Die App besitzt eine eigene Logik und ist fehlertolerant, sodass die Bestimmung der Marienkäfer anhand von leicht zu erkennenden Merkmalen stark vereinfacht wird. Zudem helfen ausführliche Beschreibungen, aufwendig produzierte Videos und zahlreiche Bilder in die Glückskäfer-Gruppe einzutauchen.

Weitere Bestimmungshilfen – zum Beispiel für Wildblumen und Hummeln

Die Grundlagen dieser neuartigen App wurden von der LUH um Jorge Groß in Kooperation mit Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern und der Firma Initree entwickelt. Sie enthält bereits mehrere, überwiegend kostenfreie Bestimmungshilfen, zum Beispiel für Ameisen, Bäume und Sträucher, Wildblumen, Hummeln, Eulen oder auch Amphibien und Reptilien. „Mit der App wollen wir einen Beitrag für den Naturschutz leisten und Laien mithilfe digitaler Medien für die Natur begeistern“, sagt Groß. „Mit der App ist es nun ganz einfach, Marienkäfer zu bestimmen und alle Interessierten dabei zu unterstützen, neue Artengruppen zu erschließen und diese auch zu melden.“ Die von Laien bedienbare App hilft, Informationen zu unterschiedlichsten Marienkäferarten und ihrer jeweiligen Biologie zu erhalten und so zum Erhalt der Tiere beizutragen.

Besitzerinnen und Besitzer eines Smartphones oder Tablets können die kostenlose App „ID-Logics“ ab sofort für Android- oder Apple-Betriebssysteme kostenlos herunterladen. Die Bestimmungs-App für Marienkäfer ist ebenfalls kostenfrei.

externe Links zur kostenlosen App:

https://apps.apple.com/de/app/id-logics/id1309493227
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.initree.idlogics&hl=de
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.id-logics.de

„Du bist nichts Besseres“: Wie die Stasi eine Kinderärztin brechen wollte

Persönlicher Teaser Gänsehaut. Wut. Tiefe Beklemmung. Wenn Renate Werwigk-Schneider spricht, wird Geschichte körperlich spürbar. Man riecht förmlich den Mief der überfüllten Zellen in Hoheneck, man spürt das Zittern des Taxifahrers an der bulgarischen Grenze und die Ohnmacht gegenüber einem System, das Menschen wie Ware gegen Devisen tauscht. Ihre Erzählung ist kein trockenes Geschichtskapitel, sondern ein emotionaler Weckruf. Sie zeigt auf schmerzhafte Weise, dass Freiheit kein Geschenk ist, sondern ein fragiles Gut, das jeden Tag neu verteidigt werden muss. Ein Text, der weh tut – und genau deshalb gelesen werden muss.

Bärbel Bohley im ZDF: Ein Zeitdokument vom Vorabend des Mauerfalls

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Am 8. November 1989 schien Zeit die wichtigste Ressource zu sein, um die die Opposition in der DDR rang. Teaser: Einen Tag vor dem Fall der Berliner Mauer gab Bärbel Bohley, Mitbegründerin des Neuen Forums, ein Interview im ZDF-Magazin „Kennzeichen D“. Es ist ein Gespräch, das heute wie eine Flaschenpost aus einer untergegangenen Welt wirkt. Bohley analysierte die Lage im Land mit einer bemerkenswerten Nüchternheit. Sie sprach nicht von Einheit oder blühenden Landschaften, sondern von der Gefahr eines unkontrollierten Zusammenbruchs. Ihre Skepsis gegenüber den kosmetischen Personalwechseln in der SED-Führung drückte sie mit der Metapher eines „verdünnten Suds“ aus, der lediglich mit einem Feigenblatt versehen wurde. Was dieses Dokument so besonders macht, ist die Diskrepanz zwischen Bohleys Forderungen und den Ereignissen, die unmittelbar bevorstanden. Sie wünschte sich Zeit für einen „politischen Bildungsprozess“. Sie sah die Notwendigkeit, dass die Menschen, deren Forderungen 40 Jahre lang unterdrückt worden waren, erst lernen mussten, diese öffentlich zu artikulieren und politisch zu gestalten. Die Bürgerrechtlerin hoffte auf eine innere Erneuerung der DDR, getragen von einem Dialog zwischen Basis und Führung, wenngleich sie den Apparat als starr und reformunwillig beschrieb. Der Wunsch nach Entschleunigung und einem geordneten Übergang stand im Raum, während die Geschichte bereits den Turbogang eingelegt hatte. Das Interview zeigt eine Momentaufnahme der Bürgerbewegung, die Verantwortung für das eigene Land übernehmen wollte, bevor die Grenzen fielen. Die Ereignisse des nächsten Tages haben diese Überlegungen überrollt und eine andere Realität geschaffen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Es war ein mediales Novum, als sich eine Gründerin des Neuen Forums im westdeutschen Fernsehen zur Lage der Nation äußerte. Teaser: Im Gespräch mit Dirk Sager am 8. November 1989 sezierte Bärbel Bohley den Zustand der SED und die Stimmung in der Bevölkerung. Ihre Analyse der Machtstrukturen war präzise: Sie sah den Riss, der nicht nur zwischen Volk und Führung, sondern auch durch die Partei selbst ging. Während die Basis zweifelte, verharrte das Politbüro in alten Mustern. Bohley forderte in diesem historischen Moment keine schnelle Lösung, sondern ein „Aktionsprogramm“ und die Hinterfragung des verfassungsrechtlichen Führungsanspruchs der SED. Ihre Sorge galt der Stabilität des Landes; sie warnte davor, dass ohne einen geordneten politischen Bildungsprozess das System kollabieren könnte. Es war der Versuch, den Wandel von innen heraus zu steuern und den Bürgern die Hoheit über ihre eigene Geschichte zurückzugeben. Das Dokument bleibt als Zeugnis jener Pläne bestehen, die kurz vor der Grenzöffnung in den Köpfen der Opposition existierten. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Bärbel Bohley sprach von der Angst vor dem Zusammenbruch und der Notwendigkeit einer politischen Atempause. Teaser: Nur Stunden vor dem Mauerfall mahnte die Bürgerrechtlerin im ZDF zur Besonnenheit. Sie sah die Gefahr, dass die über Jahrzehnte aufgestauten und nun hervorbrechenden Forderungen der Bevölkerung die Strukturen überlasten könnten, wenn kein geordneter Dialog stattfindet. Ihr Plädoyer für Zeit und Reflexion steht im scharfen Kontrast zur Beschleunigung, die das Jahr 1989 in seinen letzten Wochen erfuhr. Ihre Worte markieren den Punkt, an dem die Reform der DDR noch als realistische Option gedacht wurde.