Das 18. FullDome Festival 20024 im Planetarium Jena

Jena. Das FullDome Festival ist ein jährliches Ereignis, das im Zeiss-Planetarium Jena stattfindet und sich auf 360-Grad-Filmproduktionen und immersive Medien spezialisiert hat. Die 18. Ausgabe des Festivals findet vom 23. bis 26. Mai 2024 statt. Es bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen, darunter:

  • Live-Performances in kosmischem 360°-Format, wie die der britisch-berliner Multimedia-Künstlerin Emika, die ihr neuestes Album “Falling In Love With Sadness” präsentiert, begleitet von beeindruckenden 360-Grad-Visuals.
  • Avantgarde-Pop-Akkordeon-Duo CON:TRUST mit Tobias Mathes, die den Klang des Akkordeons auf ein neues Niveau heben1.
  • Eine Clubnacht im Planetarium, die in Zusammenarbeit mit MUNA stattfindet und bei der galaktische Klänge die Schwerkraft verlieren.
  • Der Jubilee Singers Gospelchor aus Jena, der energiegeladene Gospelmusik unter den Sternen präsentieren wird.

Während des Tages ist das Planetarium der Austragungsort für die neuesten 360°-Filmproduktionen aus aller Welt und das Frameless Forum, das aktuelle Themen aus dem Bereich der immersiven Medien diskutiert. Es ist ein einzigartiges Festival, das die Grenzen zwischen Kunst, Technologie und Wissenschaft verschwimmen lässt.

Jena als Spiegelbild aktueller ostdeutscher Herausforderungen

Die Entwicklungen in der Jenaer Innenstadt verdeutlichen exemplarisch die strukturellen und gesellschaftlichen Spannungsfelder, die viele ostdeutsche Kommunen drei Jahrzehnte nach der Transformation prägen. Seit einem Vierteljahrhundert leitet Michael Holz die Goethe-Galerie in Jena und begleitet damit einen Großteil der postsozialistischen Entwicklung des Handelsstandortes. Seine aktuelle Bilanz verweist auf eine fragile Stabilität, die symptomatisch für viele ostdeutsche Oberzentren ist. Trotz hoher Besucherfrequenzen offenbart das Kaufverhalten eine tiefe Verunsicherung, die nicht nur ökonomisch begründet ist. Holz benennt explizit die Angst vor einer kriegerischen Eskalation als Faktor für die Kaufzurückhaltung. Diese Beobachtung korrespondiert mit soziologischen Befunden, die in Ostdeutschland aufgrund historischer Erfahrungen eine ausgeprägte Sensibilität für geopolitische Spannungen feststellen. Hinzu kommt eine Diskrepanz zwischen gestiegenen Lebenshaltungskosten und der Lohnentwicklung, die in den neuen Bundesländern oft die finanziellen Spielräume enger zieht als im Bundesdurchschnitt. Die Diskussion um die Entwicklung Jenas offenbart zudem einen wachsenden Riss zwischen der akademisch geprägten Stadt und dem ländlichen Umland beziehungsweise der Arbeiterschaft. Kommentare aus der Bevölkerung kritisieren eine Stadtplanung, die als Verdrängung der arbeitenden Mitte zugunsten studentischer Milieus wahrgenommen wird. Dieses Phänomen der sozialen Entmischung stellt eine zentrale Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in erfolgreichen ostdeutschen Städten dar. Der Appell des Centermanagers zu einem Schulterschluss zwischen Politik, Handel und Gesellschaft zielt auf die Bewahrung einer lebendigen Innenstadt als Identitätsanker. Wenn Traditionsgeschäfte schließen und das Umland aufgrund infrastruktureller Hürden fernbleibt, droht der Verlust der urbanen Mitte als Begegnungsort. Die Debatte in Jena zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg allein nicht ausreicht, um die gesellschaftlichen Fliehkräfte in Ostdeutschland zu binden.