Oberst a.D. Dr. Heinz Günther über Friedenssicherung und die Gefahr eines Dritten Weltkriegs

Dr. Heinz Günther, ein Zeitzeuge, der 1930 in der Nähe von Neubrandenburg geboren wurde und eine vielseitige Karriere als FDJ-Kader, Diplomat, Hochschullehrer, Jurist und Oberst der Auslandsaufklärung der DDR absolvierte, äußert sich in einem Gespräch zu verschiedenen Aspekten der deutschen Geschichte und der aktuellen politischen Lage. Er beklagt eine zunehmende Geschichtsverfälschung und betont, dass die Geschichte der DDR nur durch eine angemessene Bewertung der Zusammenhänge und Ursachen verstanden werden kann.

Günther betrachtet nicht nur das Gründungsjahr der DDR, sondern auch die Vorgeschichte, insbesondere die optimistische Haltung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, die jedoch schnell von westlichen Mächten untergraben wurde. Er zitiert Winston Churchill, der auf die „falsche Sau“, das Hitlerreich, und die „richtige“ Sowjetunion hinwies, um die westlichen Bestrebungen zu verdeutlichen, das kommunistische System zu bekämpfen. Diese geopolitischen Spannungen führten zu einer schweren Diskrepanz zwischen Ost und West, insbesondere in Bezug auf die Unterstützung Westdeutschlands durch die westlichen Staaten, während die DDR-Bürger für Kriegsschäden aufkommen mussten.

Die Gründung der DDR, so Günther, war eine Reaktion auf die BRD und führte zu einem Umbruch im Denken der DDR-Bürger, die auf sozialistische Werte orientiert werden sollten. Doch dieser Prozess wurde durch den Westdeutschen Kapitalismus und die westliche Propaganda behindert. Der Fall der DDR wurde in westlicher Rhetorik als Delegitimierung des Staates genutzt, was in der negativen Behandlung der DDR-Bürger nach der Wiedervereinigung mündete. Die DDR-Bürger, die die Wiedervereinigung mit der Hoffnung auf ein „11. Bundesland“ der BRD vollzogen hatten, erlebten, dass ihre Rechte nicht anerkannt wurden, was sie nicht nur finanziell, sondern auch moralisch belastete.

Der Verlust der DDR wurde auch in der Politik und der Wirtschaft sichtbar, als die BRD von der DDR viele wichtige Werte übernahm, wie z. B. Agrarflächen, Betriebe und Kulturgüter. Günther fragt sich, warum die Bürger nicht mehr gegen diese Entwertung auftraten und erkennt an, dass die meisten Bürger 1990 die Schlacht verloren haben. Dennoch bleibt die Idee eines sozialistischen, friedliebenden Staates bestehen, der trotz aller Herausforderungen nicht aufgegeben werden sollte.

Er äußert Bedenken über den Missbrauch von Begriffen wie „Demokratie“ und „Freiheit“ und fordert, dass diese Begriffe im Lichte der westlichen Propaganda kritisch hinterfragt werden. Günther verweist auf eine Aussage von Horst Seehofer, in der dieser feststellt, dass die Macht im Kapitalismus nicht bei den Wählern liegt, sondern bei denen, die das Kapital kontrollieren.

Ein weiterer Aspekt seines Gesprächs ist die mögliche juristische Möglichkeit, die Rechte der DDR-Bürger durch internationale Institutionen wie die UNO geltend zu machen. Er verweist auf das Fakultativprotokoll der UNO und ermutigt dazu, sich für die eigenen Rechte einzusetzen.

Abschließend warnt Günther vor der Gefahr eines Dritten Weltkriegs und appelliert an alle Friedliebenden, diesen zu verhindern. Er verweist auf historische Ereignisse, wie den Überfall auf den Sender Gleiwitz, und fordert dazu auf, wachsam gegenüber der Propaganda zu bleiben und immer zu hinterfragen, wem die aktuellen politischen Entscheidungen dienen.

Das Gespräch vermittelt eine tiefgründige Reflexion über die Geschichte der DDR, die Folgen der Wiedervereinigung und die aktuellen politischen Entwicklungen, die nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft Deutschlands betreffen.

Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf

Peter Meyer über Puhdys-Geschichte und den Neuanfang nach 1989

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wer Peter Meyer zuhört, begegnet keinem Musiker, der mit der Geschichte hadert, sondern einem Mann, der im Rückblick vor allem Kontinuität sieht. Teaser: Die Geschichte der Puhdys wird oft entlang der großen politischen Zäsuren erzählt, doch für die Bandmitglieder selbst fühlten sich die Übergänge oft anders an. Der Start im sächsischen Freiberg, die ersten Gehversuche mit englischen Coverversionen und schließlich der fast erzwungene Wechsel zur deutschen Sprache waren Schritte einer professionellen Evolution. Meyer beschreibt eine Karriere, die sich durch Anpassungsfähigkeit auszeichnete. Besonders interessant ist der Blick auf das Jahr 1989. Dass die Band genau zum Ende der DDR ihre Abschiedstournee spielte, war ein Zufall, der sich im Nachhinein als Segen erwies. Während das Land sich neu sortierte und viele Ost-Künstler in ein Loch fielen, hatten die Puhdys ohnehin Pause. Als sie 1992 wiederkamen, war das Publikum bereit für eine Rückbesinnung auf die eigene Herkunft. Die Band hatte den Vorteil, den Westen bereits durch jahrelange Tourneen zu kennen. Sie wussten, wie der Markt funktioniert, lange bevor dieser Markt ihre Heimat übernahm. Es ist diese Mischung aus künstlerischem Pragmatismus und einer tiefen Verwurzelung beim Publikum, die den Erfolg über Jahrzehnte sicherte. Meyer, der sich selbst als harmoniesüchtig bezeichnet, sieht in all dem weniger den politischen Kampf als vielmehr den Lauf der Dinge. Die Lieder sind geblieben. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Erfolg des Ostrocks war kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer spezifischen kulturpolitischen Konstellation, die Bands wie die Puhdys zu nutzen wussten. Teaser: Wenn Peter Meyer von den frühen Siebzigern erzählt, wird deutlich, wie sehr externe Rahmenbedingungen kreative Prozesse steuern können. Der Zwang zu deutschen Texten, ursprünglich eine Auflage des Fernsehens, wurde zum Markenkern einer ganzen Generation von Musikern. Die Puhdys füllten diese Vorgabe mit Inhalten, die resonanzfähig waren, ohne die Grenzen des Sagbaren permanent zu sprengen. Auch die viel diskutierten West-Privilegien ordnet Meyer nüchtern ein. Die Möglichkeit zu reisen war für den Devisenhaushalt der DDR ebenso wichtig wie für die professionelle Entwicklung der Band. Man lernte, im internationalen Vergleich zu bestehen. Diese Erfahrungsschatz war es, der den Puhdys nach der Wende half, nicht als bloßes Relikt der Vergangenheit wahrgenommen zu werden, sondern als funktionierende Rockband in einem neuen System. Die Hallen füllten sich wieder, als die erste Welle der West-Euphorie abgeebbt war. Die Puhdys standen bereit. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Manchmal ist das richtige Timing wichtiger als jede langfristige Strategie, wie der Blick auf die Wendejahre der Puhdys zeigt. Teaser: Dass die Band 1989 aufhörte, weil sie sich künstlerisch leer fühlte, und erst 1992 zurückkehrte, bewahrte sie vor dem direkten Verschleiß in den Jahren des Umbruchs. Sie übersprangen die Phase, in der Ostrock pauschal als uncool galt, und kehrten zurück, als das Publikum wieder nach Identifikation suchte. Vom „Tivoli“ in Freiberg bis zu den Sportstadien der Gegenwart zieht sich eine Linie, die weniger von Brüchen als von einer erstaunlichen Beständigkeit zeugt. Lieder wie die „Eisbären“ funktionieren heute losgelöst von ihrer Entstehungsgeschichte.