Wie viele Wählerstimmen gewann das BSW in Thüringen und Sachsen?

Die Gründung der Partei BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) hat in der politischen Landschaft für Diskussionen gesorgt, insbesondere über die Frage, ob die neue Partei der AfD Stimmen abnehmen könnte. Anfang 2024, kurz nach Veröffentlichung der ersten Umfrageergebnisse, äußerten einige Politiker und Beobachter die Hoffnung, dass BSW die AfD schwächen könnte. Selbst AfD-Co-Parteichefin Alice Weidel zeigte sich Ende 2023 besorgt, dass die Wagenknecht-Partei potenziell der AfD Wähler abziehen könnte.

Nun stellt sich die Frage, wie sich das tatsächlich in den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen ausgewirkt hat. Laut den Ergebnissen der Wählerwanderung hat BSW in Thüringen von verschiedenen Parteien Stimmen gewinnen können: 4000 von den Grünen, 6000 von der FDP, 12.000 von der AfD, 18.000 von der SPD, 27.000 von Nichtwählern und ganze 84.000 von den Linken. Die Zahl der ehemaligen AfD-Wähler, die zur BSW wechselten, war jedoch überschaubar und lag hinter den Gewinnen von Wählern der Linken und anderen Parteien.

In Sachsen zeigte sich ein ähnliches Bild: 23.000 Wähler wechselten von der AfD zur BSW, während 73.000 ehemalige Linken-Wähler ebenfalls zur neuen Partei gingen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass BSW der AfD nicht in dem Maße Wähler abgenommen hat, wie zunächst erhofft wurde. Dennoch bleibt festzuhalten, dass BSW es als einzige Partei in beiden Bundesländern geschafft hat, überhaupt Wähler von der AfD zu gewinnen, was ein erstes Anzeichen für das Potenzial der neuen Partei sein könnte.

Insgesamt bleibt unklar, wie stark die BSW langfristig der AfD schaden kann. Während einige Wähler von der AfD zur BSW gewechselt sind, scheinen andere potenzielle AfD-Wähler von der Existenz der BSW abgeschreckt worden zu sein und entschieden sich, stattdessen eine andere Partei zu wählen. Ob die BSW der AfD langfristig Wählerstimmen abnehmen kann, wird sich erst in den kommenden Wahlen zeigen.

Das Fest zwischen den Welten: Weihnachten 1989 in der DDR

Teaser 1. Persönlich Plötzlich standen sie vor der Tür: Ein Kamerateam aus dem Westen, einfach so, an Heiligabend. Was heute undenkbar wäre, wurde 1989 bei Familie Häring in Zwickau zur schönsten Erinnerung ihres Lebens. Die Wohnzimmertür öffnete sich nicht nur für fremde Gäste, sondern für eine neue Zeit. Tränen der Rührung, improvisierte Geschenke und eine Gastfreundschaft, die keine Grenzen kannte. Dieses Weihnachten war mehr als ein Fest – es war das emotionale Tauwetter nach Jahrzehnten der Kälte, ein Moment, in dem wildfremde Menschen zu Brüdern wurden. 2. Sachlich-Redaktionell Mangelwirtschaft trifft auf Konsumrausch: Das Weihnachtsfest 1989 markiert eine historische Zäsur. Während die D-Mark in den Osten flutet und das Begrüßungsgeld in den grenznahen Städten für leere Regale sorgt, bricht die Währung der DDR zusammen. Unser Rückblick beleuchtet die ökonomischen und gesellschaftlichen Verwerfungen dieser Tage – vom Sturm auf die West-Kaufhäuser über die Enthüllung der Privilegien in der Waldsiedlung Wandlitz bis hin zum staatlich organisierten Postraub der Stasi. Eine Analyse der chaotischen Übergangszeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung. 3. Analytisch und Atmosphärisch Niemandsland zwischen Gestern und Morgen. Weihnachten 1989 ist ein Tanz auf dem Vulkan, eine Zeit der anarchischen Freiheit. Die alte Ordnung hat ihre Macht verloren, eine neue ist noch nicht etabliert. In der Luft liegt der Geruch von Zweitaktgemisch und West-Orangen, während in den Wohnstuben krumme Kiefern mit viel Fantasie zu Tannenbäumen umgebaut werden. Es ist eine Atmosphäre von fragiler Euphorie, die in der gefährlichen Eskalation der Silvesternacht am Brandenburger Tor ihren dramatischen Höhepunkt findet. Ein Fest der Extreme, das den Takt für das Schicksalsjahr 1990 vorgab.