Herzlicher Empfang in Schweden: Die „Sassnitz“ trifft auf die „Trelleborg“

Sassnitz, DDR – Ein historischer Moment für den Güter- und Personenverkehr zwischen Skandinavien und der Deutschen Demokratischen Republik wurde dieser Tage in Sassnitz gefeiert. Mit der feierlichen Indienststellung des neuen Eisenbahnfährschiffes „Sassnitz“ und der Fertigstellung des modernen Fährbahnhofs am Heimathafen, rücken die Küsten der Ostsee näher zusammen.

Die „Sassnitz“, ein Meisterwerk der Rostocker Neptunwerft, hat ihre Jungfernfahrt nach Trelleborg in Schweden angetreten und markiert damit die Wiederaufnahme einer entscheidenden Seeverbindung zwischen dem Kontinent und Skandinavien – die erste deutsche Fähre, die nach Kriegsende wieder in Trelleborg anlegte. Die Werftarbeiter in Rostock hatten das imposante 7000-Tonnen-Schiff nicht nur in bester Qualität, sondern auch mehr als ein Vierteljahr vorfristig fertiggestellt, wobei der Bau des Riesenschiffs um 100 Tage verkürzt werden konnte. Die gesamte Schiffsausrüstung stammt aus der volkseigenen Industrie der DDR.

Das Schiff ist ein wahres Raumwunder: Es bietet im Bauch des Riesen Platz für 40 Güterwagen und höchsten Komfort für 888 Passagiere. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 20 Seemeilen pro Stunde überwindet die „Sassnitz“ die Entfernung von Küste zu Küste effizient.

An Bord der Jungfernfahrt befanden sich hochrangige Persönlichkeiten wie der Minister für Verkehrswesen der DDR, Erwin Kramer, der das Schiff seiner Mannschaft übergab, sowie Berlins Oberbürgermeister Friedrich Ebert. Auch der Generaldirektor der schwedischen Staatsbahnen, Mark, war unter den Ehrengästen und wurde gemeinsam mit Minister Kramer und Kapitän Prez gesichtet. Kapitän Dürkop und der erfahrene Kapitän Gombard, der bereits vor 30 Jahren Fährschiffe steuerte, bilden zusammen mit Kapitän Prez das Führungsteam der „Sassnitz“.

Ein emotionaler Höhepunkt der Reise war die Begegnung mit dem schwedischen Schwesterschiff „Trelleborg“ auf offener See. Die Bordkapelle der „Trelleborg“ intonierte die Staatshymne der DDR, während von der „Sassnitz“ die schwedische Nationalhymne erklang. Das alte schwedische Fährschiff „Drontnink Victoria“ umkreiste die beiden modernen Riesen, ein Symbol der langen und erneuerten Verbindung. Nach vierstündiger Reise erfolgte in Trelleborg ein überaus herzlicher Empfang durch die schwedische Bevölkerung. Diese wichtige Verbindungslinie wurde auf den Tag genau vor 50 Jahren eröffnet und erfährt nun eine glanzvolle Erneuerung.

Währenddessen wurde in Sassnitz auch der neue Fährbahnhof vollendet, der bald die Reisenden des Zuges Basel-Berlin-Sassnitz-Stockholm aufnehmen wird. Für Autofahrer wurde eine schwenkbare Auffahrt realisiert, die ein direktes Einfahren in den Schiffsleib ermöglicht.

Parallel zu diesen Großereignissen startete auch das Motorschiff „Seebad Binz“ seine Jungfernfahrt vor der Ostseeküste. Als 35. Schiff im Liniendienst für die Urlauberbetreuung, kann das schmucke, 41 Meter lange und etwa 8 Meter breite Schiff 300 Urlauber befördern. Journalisten und der „Augenzeuge“ waren die ersten Passagiere, die eingeladen waren, die Vorzüge dieses Schiffes kennenzulernen.

Mit der Indienststellung der „Sassnitz“ und der modernen Infrastruktur blickt Sassnitz einer vielversprechenden Zukunft als Knotenpunkt des internationalen Verkehrs entgegen. Wir wünschen der „Sassnitz“ allzeit gute Fahrt auf dem Meer des Friedens.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Eine Analyse der gesellschaftlichen Widersprüche in der DDR

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