Erich Honecker und der Fall der Mauer: 40 Jahre DDR – Das Ende einer verleugneten Realität

Ost-Berlin, 7. Oktober 1989 – Mit Pauken und Trompeten feiert Erich Honecker den 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik. Ein Staatsakt, inszeniert mit „herbeibefohlenen Darstellern“ und unter strenger Bewachung durch Bereitschaftspolizei, Armee und Stasi. Während der Festumzüge singt ein scheinbar entrückter Honecker die Lieder mit und wippt mit den Füßen, „als ob er in Trance wäre“ und „nichts rundherum wahrnehmen würde“. Doch das Bild des starken Sozialismus ist nur eine Fassade: Hinter den Kulissen brodelt es, und selbst viele Gratulanten jubeln nicht dem DDR-Chef zu, sondern dem sowjetischen Hoffnungsträger Gorbatschow, dem sie ihre Wünsche entgegenrufen: „Reisen, Freiheit, Länder, raus, raus, Grenzen!“. Der polnische Premier Mieczysław Rakowski bemerkt gegenüber Gorbatschow angesichts der Stimmung: „Das ist doch das Ende“. Es ist das Ende einer Geschichte, die genau 40 Jahre zuvor begonnen hatte, maßgeblich geprägt von Erich Honecker.

Der Aufstieg des Ziehsohns und der Bau der Mauer
Erich Honecker, ein Bergarbeitersohn aus dem Saarland, war ein „eifriger Funktionär“ und bereits zur Gründung der DDR 1949 als Chef der kommunistischen Staatsjugend FDJ maßgeblich am Fackelzug beteiligt. Er empfahl sich Walter Ulbricht als einer der „fähigsten und der konsequentesten und entschiedensten Jungfunktionäre“. Sein unaufhaltsamer Aufstieg führte ihn 1958 zum Sekretär für Sicherheitsfragen, wo er für Militär, Polizei und Stasi zuständig war und „de facto der zweite Mann“ im Staat wurde.

Im Sommer 1961 stand Honeckers „Feuerprobe“ bevor. Hunderte Menschen verließen täglich den Ostteil Berlins, die „DDR blutete aus“. Trotz Ulbrichts berühmter Beteuerung „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“, erhielt Honecker den geheimen Auftrag, die Sperrung der Sektorengrenze vorzubereiten. Am Abend des 12. August 1961 war es soweit: Honecker leitete einen Stab, der die Schließung der Grenze organisierte. Um Mitternacht marschierte die DDR-Staatsmacht auf, und die „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ wurden mobilisiert, um die Grenze gemeinsam mit der Polizei zu schließen. Für die Bürger, wie Doris Mohnstein, kam die Nachricht über das Radio am Morgen des 13. August „wie eine erschreckende Nachricht“: Die Grenzen waren zu.

Die Mauer wurde für Familien zu einem „tödlichen Streifen“, der sie auf Jahre hin trennte. Doris Mohnstein konnte ihre Mutter und Schwester nur aus der Ferne im Vorbeigehen sehen; der Versuch, anzuhalten oder zu rufen, führte zum Einschreiten der Polizei. Später sprach Honecker allen „Genossen und Kollegen“, die am „antifaschistischen Schutzwall“ mitgewirkt hatten, Dank und Anerkennung aus. Die „Mauer, Honeckers Gesellenstück“, war für die Festigung seiner Position in der SED von „enormer Wichtigkeit“ und wurde „praktisch gebaut für die Ewigkeit“.

Honeckers Reich: Charme-Offensive und bittere Realität
Seit 1971 war die DDR „Honeckers Reich“, nachdem er seinen Ziehvater Ulbricht „putschartig beiseite geschoben“ hatte. Er erwies sich als „Politiker von erheblichem Kaliber“ und ein „Machtmensch par excellence“. In den 70er Jahren startete Honecker eine Charme-Offensive im Westen, die zur Anerkennung der DDR durch viele Staaten führte und ihr einen Platz am Verhandlungstisch, etwa bei der KSZE 1975, sicherte. Für Honecker, der aus einem kleinbürgerlichen Milieu stammte, war diese internationale Anerkennung auch eine „sehr persönliche Komponente“, die ihn bestätigte.

Seine Politik basierte auf der „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“, was für das arbeitende Volk vor allem „Wohltaten“ wie neue Wohnungen und billige Grundnahrungsmittel bedeutete. Mieten machten nur 4% des Einkommens aus, und Brot war so billig, dass es als Tierfutter genutzt wurde. Der Slogan lautete: „Ich leiste was, ich leiste mir was“. Doch diese Politik war extrem teuer und führte die DDR „in die Pleite“. Planungschef Gerhard Schürer warnte im Politbüro vor der Überforderung der Wirtschaft, wurde aber von Honecker empört als „Saboteur“ bezeichnet. Die „verheerenden“ Folgen – verfallende Bausubstanz und enorme Schulden, die nie zurückgezahlt werden sollten, da der Sozialismus siegen würde – wurden verleugnet.

Die „Freiheit, die Erich Honecker meint“, war eine trügerische. Wer nicht für ihn war, war gegen ihn und wurde „mit aller Macht“ bekämpft. Dies erlebten Bürgerrechtler wie Roland Jahn, der nach freier Meinungsäußerung von der Universität flog und politische Aktionen startete. Er wurde zum Staatsfeind erklärt und schließlich „in den Interzonenzug gesteckt“ und aus der Heimat vertrieben. Sein Freund Matthias Domaschk kam 1981 unter bis heute ungeklärten Umständen in Stasi-Haft ums Leben – angeblich Selbstmord. Für die Opposition bedeutete dies: „Es ging um Leben oder Tod“. Die scheinbare Öffnung der DDR war nur ein „schöner Schein und auch ein Schein von Liberalität“, aber keine „demokratische Öffnung“.

Die Brutalität der Grenze zeigte sich auch 1983, als der junge Ostberliner Silvio Procks bei einem Fluchtversuch von sieben Schüssen getroffen wurde. Die Familie wurde verhört und die Existenz eines Grenzzwischenfalls verleugnet, unter Androhung von Gefängnisstrafen bei Verbreitung anderer Informationen. Silvios Bruder Carlo wurde Zeuge der Erschießung, und die Mutter starb kurz darauf an dem Kummer.

Das Unvermeidliche Ende
Selbst als der Wind in Moskau drehte und Gorbatschow seine Reformen vorantrieb, „verschloss Honecker die Augen vor der Realität“. Er sah Gorbatschow als jemanden, der „alles durcheinanderbringt, was wir mühselig aufgerichtet haben“. Im Sommer 1989 öffnete Ungarn seine Grenzen und ließ DDR-Bürger ziehen – der „Damm war gebrochen“. Gorbatschow erklärte den Ostblockländern ihre „Selbstverantwortung“.

Tausende flüchteten im September in die Botschaft der Bundesrepublik in Prag. Honeckers „völlige Fehlentscheidung“, die Züge mit den Flüchtlingen durch die DDR in den Westen fahren zu lassen, „verschärfte und angeheizte“ die Situation massiv. Am 4. Oktober versuchten hunderte Menschen in Dresden, auf die Durchgangszüge zu gelangen. Die Polizei trieb sie zusammen, was zu einer Panik führte, und es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. „Über 1000 Dresdner verschwinden in diesen Tagen“ in Polizeikasernen und Gefängnissen, wobei die Behörden keinerlei Auskunft gaben.

Zwei Tage nach Honeckers Feierlichkeiten, am 9. Oktober in Leipzig, kam es zur entscheidenden Montagsdemonstration. Trotz einer massiven Präsenz von Militär und Polizei gingen 70.000 Leipziger auf die Straße. Es herrschte eine „gespenstische Ruhe“, viele hatten Vorkehrungen getroffen, falls sie verhaftet oder getötet würden. Doch die Staatsmacht schoss nicht. „Die große Abrechnung des Staates mit seinen Bürgern, sie bleibt aus“. Die Masse der Demonstranten hatte einen geplanten „Tag X“ und ein mögliches „Blutbad“ verhindert. Siegbert Schäfkes Bilder dieser friedlichen Demonstration gingen am nächsten Tag um die Welt.

Honeckers Sturz und die Euphorie der Freiheit
Nur eine Woche später drängten Erich Honeckers eigene Genossen ihn zum Rücktritt. Er hatte die Realität „verleugnet“ und „nicht begriffen, dass die Zeichen der Zeit anders stehen. Dass man nicht auf ewig Menschen einsperren kann. Dass man nicht auf ewig Menschen ihre Rechte wegnehmen kann“. Die Berliner Mauer, sein „Gesellenstück“, überdauerte seine Herrschaft nur um wenige Tage.

Als die Mauer fiel, war es eine „Euphorie“, die nicht zu beschreiben war. Menschen standen auf der Mauer, „völlig außer sich“, in einem „Taumel“ des Glücks. Es war ein „Befreiungsschlag“ und ein „wunderbarer“ Moment. Die Worte „Wer jetzt schläft, ist tot“ bekamen eine neue, befreiende Bedeutung. Die Ära Honecker war vorbei, und mit ihr fiel das Symbol seiner verleugneten Realität – die Berliner Mauer.

Die SED sucht ihr Heil in der Umweltpolitik am Grünen Tisch

Teaser Am 16. Dezember 1989 versucht die SED-Führung verzweifelt, mit einem „Grünen Tisch“ zur Umweltpolitik die politische Initiative zurückzugewinnen, während sich das Land rasant wandelt. Gleichzeitig bereitet Dresden den Besuch von Helmut Kohl vor und Altkanzler Helmut Schmidt fordert die Anerkennung der polnischen Westgrenze als Preis der Einheit.

Aufstand gegen Hermann Kant: Berliner Autoren fordern Wandel

Im Klub der Kulturschaffenden herrscht dichte Rauchluft, als vierundzwanzig Schriftsteller an diesem grauen Tag ihre Unterschrift unter ein Papier setzen, das den endgültigen Bruch besiegelt. Es ist Mitte Dezember in Berlin, die Mauer ist offen, und die Geduld mit den alten, verknöcherten Strukturen ist bei den Anwesenden endgültig aufgebraucht. Am 15. Dezember 1989 erklären Berliner Autoren um Helga Schubert und Joachim Walther ihren Austritt aus der Bevormundung durch den Verbandspräsidenten Hermann Kant. Sie verweigern der Führung die Gefolgschaft, nachdem diese Reformen blockierte, und fordern in einem scharfen historischen Dokument eine sofortige Neugründung ihres Berufsverbandes.

Geralf Pochop und der Punk-Widerstand in der DDR

Ein kalter Wind weht durch das Waldstück bei Halle, als Männer in Ledermänteln einen Jugendlichen aus dem Auto zerren und ihn vor die Wahl stellen: Verrat oder Untergang. Die Stille zwischen den Bäumen wirkt bedrohlicher als jedes Verhörzimmer der Staatssicherheit. Geralf Pochop erlebt in den achtziger Jahren, wie der DDR-Staat jugendliche Punks systematisch kriminalisiert, inhaftiert und schließlich zur Ausreise zwingt, nur weil sie anders aussehen wollen. Der Zeitzeuge berichtet von Willkür und Widerstand kurz vor dem Mauerfall.

Wie ein kirchlicher Sozialarbeiter die Treuhand überzeugte

Die Spielzeugfabrik Famos in Leisnig stand 1990 plötzlich still, abgewickelt von der Treuhand, während behinderte Arbeiter über Nacht auf der Straße standen. Inmitten dieser lähmenden Unsicherheit im sächsischen Nachwende-Chaos sah ein lokaler Sozialarbeiter jedoch nicht das Ende, sondern die einmalige Chance für einen radikalen Neuanfang. Im Jahr 1990 nutzte eine kirchliche Initiative im Kreis Döbeln beschlagnahmtes SED-Parteivermögen, um den stillgelegten Betrieb für 300.000 Mark zu kaufen. Aus der Konkursmasse entstand so eine Werkstatt für hunderte Menschen, die im neuen Wirtschaftssystem sonst keinen Platz mehr gefunden hätten.

Die Pipeline der Widersprüche: Stalins Gas für Willy Brandts Westen

Persönlicher Teaser Minus 50 Grad, die Finger klamm, aber das Bier darf nie ausgehen – willkommen in der härtesten WG der DDR-Geschichte. Während wir heute über Homeoffice jammern, haben tausende junge Ostdeutsche in den 70ern und 80ern ihr Leben in die Waagschale geworfen, um im tiefsten Sibirien eine Pipeline zu bauen, die eigentlich unmöglich war. Sie nannten es "Freundschaft", aber es war ein Kampf gegen Eis, Einsamkeit und die Stasi im Nacken. Diese Doku reißt alte Wunden auf und zeigt, warum der "Wilde Osten" für viele die einzige Chance auf ein Stückchen Freiheit war – und warum dieses Trauma bis heute in vielen ostdeutschen Biografien nachzittert. Ein Muss für jeden, der verstehen will, aus welchem Stahl die DDR wirklich geschmiedet war.

Zwischen Paraden und Paranoia: Das geheime Leben der Frauen in der NVA

Teaser Vergessen. Unsichtbar. Systemrelevant. Drei Worte, die das Leben tausender Frauen in der DDR beschreiben, die eine Uniform trugen, über die man nicht sprach. Während die Propaganda strahlende Sanitäterinnen auf Plakate druckte, saßen die echten Soldatinnen in abgedunkelten Bunkern, überwachten den Luftraum oder verschlüsselten Staatsgeheimnisse. Sie waren das geheime Betriebssystem der NVA – unverzichtbar für den Krieg, aber versteckt im Frieden. Doch der wahre Kampf begann oft erst nach Feierabend: zwischen Stasi-Überwachung, Kindererziehung und dem ständigen Beweis, mehr zu sein als nur „Schmuck am Waffenrock“. Eine Reise in die dunkelsten Winkel der ostdeutschen Militärgeschichte.

Manfred Krug: Der Luxus des doppelten Lebens

Persönlicher Teaser Haben Sie ihn auch noch im Ohr? Diese Stimme, die klang wie raues Schmirgelpapier auf Samt? Manfred Krug war für uns mehr als nur der Anwalt aus Kreuzberg oder der singende Tatort-Kommissar. Er war einer von uns, egal auf welcher Seite der Mauer man groß wurde. Seine Geschichte ist der ultimative Beweis dafür, dass man Systeme wechseln kann, ohne sein Rückgrat zu brechen. Wir werfen einen Blick darauf, was „Luxus“ für einen Mann bedeutete, der im Osten alles hatte und alles riskierte, um im Westen er selbst zu sein. Eine Reise zwischen Pankow und Charlottenburg, zwischen Zensur und Freiheit

„Du bist nichts Besseres“: Wie die Stasi eine Kinderärztin brechen wollte

Persönlicher Teaser Gänsehaut. Wut. Tiefe Beklemmung. Wenn Renate Werwigk-Schneider spricht, wird Geschichte körperlich spürbar. Man riecht förmlich den Mief der überfüllten Zellen in Hoheneck, man spürt das Zittern des Taxifahrers an der bulgarischen Grenze und die Ohnmacht gegenüber einem System, das Menschen wie Ware gegen Devisen tauscht. Ihre Erzählung ist kein trockenes Geschichtskapitel, sondern ein emotionaler Weckruf. Sie zeigt auf schmerzhafte Weise, dass Freiheit kein Geschenk ist, sondern ein fragiles Gut, das jeden Tag neu verteidigt werden muss. Ein Text, der weh tut – und genau deshalb gelesen werden muss.

Honeckers heimlicher Milliardär: Die Akte Schalck-Golodkowski

Persönlicher Teaser (Social Media / Newsletter) Gier kennt keine Farbe. Nicht einmal das Rot der DDR-Flagge. Vergessen Sie alles, was Sie über die "gute alte Planwirtschaft" zu wissen glaubten. Die Wahrheit ist dreckiger. Während Honecker winkte, schaufelte ein Mann im Hintergrund Milliarden. Alexander Schalck-Golodkowski war das Phantom der DDR – ein Genosse, der wie ein Gangsterboss agierte. Waffenhandel, Kunstraub und der Verkauf von Menschenleben gegen Devisen: Das war der wahre Motor des "Arbeiter- und Bauernstaates". Besonders bitter: Der Westen spielte mit. Franz Josef Strauß und der Milliardenkredit? Weniger Nächstenliebe, mehr knallharte Profitgier. Dieses Kapitel der Geschichte tut weh, weil es zeigt, dass Moral im Kalten Krieg oft nur eine Währung war – und zwar eine sehr weiche. Wer DDR-Nostalgie hegt, sollte diese Fakten kennen. Sie sind das Gegengift zu jeder Verklärung.

Die unsichtbaren Klassen: Luxus und Lüge im DDR-Sozialismus

Teaser Gleichheit? Von wegen! Während du morgens für ranzige Butter anstandest, ließen „die da oben“ in ihren abgeschirmten Villen die Korken knallen. Wusstest du, dass der Sozialismus zwei Gesichter hatte? Eines für die Plakate und eines für die Speisekammern der Macht. Wir blicken hinter die grauen Fassaden der DDR und zeigen dir das geheime Netzwerk aus Luxusläden, Sonderkonten und purer Dekadenz, mit dem sich die Parteibonzen ihre Loyalität erkauften. Ein System, gebaut auf Lügen und Ananas aus der Dose.

Die geheimen Millionäre der DDR – Das Schattenreich des Reichtums

Persönlicher Teaser Gleichheit war eine Lüge. Zumindest für jene, die genau hinsahen. Während wir in der Schule lernten, dass der Kapitalismus das Übel der Welt sei, trugen die Kinder der Parteifunktionäre Jeans aus dem Westen und ihre Väter tranken französischen Cognac. Es gab eine Welt hinter der Mauer, eine Welt in der Welt. Hast du dich je gefragt, wie man im Sozialismus reich wurde? Nicht reich an Geld, das man nirgends ausgeben konnte, sondern reich an Macht und Zugang? In unserem neuen Beitrag tauchen wir tief in das Schattenreich der DDR ein. Wir zeigen, wie aus Mangel Erfindungsreichtum wurde und wie ein ganzes Land lernte, zwischen den Zeilen zu leben. Es ist eine Geschichte über "Vitamin B", über heimliche Millionäre und darüber, dass am Ende jeder käuflich war – man musste nur die richtige Währung kennen.

Hermann Henselmann: Der Architekt, der Ideologie in Stein meißelte

Persönlicher Teaser Er baute Kulissen für die Ewigkeit. Hermann Henselmann war kein einfacher Architekt, er war ein Verwandlungskünstler zwischen den Fronten der Weltgeschichte. Ich finde es faszinierend, wie ein Mann, der in der klaren Ästhetik des Bauhauses startete, zum Schöpfer der pompösen DDR-Prachtmeilen wurde, nur um am Ende von grauen Betonplatten an den Rand gedrängt zu werden. Seine Geschichte ist für mich der Beweis, dass Talent allein nicht reicht – man muss den Zeitgeist nicht nur verstehen, sondern ihn formen wollen, selbst wenn der Preis dafür die eigene künstlerische Seele ist. Ein Leben wie ein Roman aus Stein. 3 Vorschläge für Überschriften Vom Bauhaus zum Zuckerbäcker: Die zwei Leben des Hermann Henselmann Architekt der Macht: Wie Henselmann Ostberlin erfand Glanz, Elend und Platte: Das steinerne Erbe der DDR

Verbotener Luxus: Die Parallelwelt der DDR-Elite

Teaser Draußen Einheitsgrau, drinnen französischer Cognac. Während das Volk für Bananen Schlange stand, zog sich die DDR-Elite in eine verborgene Welt zurück, die auf keiner Landkarte verzeichnet war. In geheimen „Sonderversorgungseinrichtungen“ genossen Minister und Funktionäre westlichen Luxus, abgeschirmt durch schwere Samtvorhänge und bewacht von der Stasi. Doch der Preis für das Rehfilet und den West-Wein war hoch: Jedes Wort konnte das letzte der Karriere sein. Ein Blick hinter die Kulissen einer verlogenen Moral, wo Kellner zu Spionen wurden und das Schweigen lauter war als jede Parole. Schlagzeilen-Vorschläge Wasser predigen, Wein trinken: Die geheimen Luxus-Oasen der SED-Kader Hinter Samtvorhängen: Wo der Sozialismus nach West-Kaffee duftete Die geschlossene Gesellschaft: Privilegien, Paranoia und Protokolle

Das diskrete Leuchten des Luxus: Die geheime Oberschicht der DDR

Persönlicher Teaser Gleichheit? Von wegen! Offiziell waren wir alle Brüder und Schwestern im Geiste des Sozialismus, doch manche Brüder hatten vollere Keller als andere. Während meine Eltern monatelang auf ein Ersatzteil für den Trabant warteten, gab es eine Schattenwelt, in der Champagner floss und West-Schokolade keine Mangelware war. Es ist die Geschichte einer verbotenen Elite und jener „Organisatoren“, die im Verborgenen Reichtümer anhäuften, von denen niemand wissen durfte. Tauchen Sie ein in das Doppelleben der DDR – eine Welt voller Widersprüche, in der Beziehungen die härteste Währung waren und der Staat selbst seine Prinzipien für harte D-Mark verkaufte. Drei Überschriften-Vorschläge Wasser predigen, Wein trinken: Das geheime Luxusleben der DDR-Elite Millionäre im Schatten: Wie Beziehungen zur wahren Währung des Ostens wurden Die KoKo-Connection: Der staatlich verordnete Kapitalismus im Arbeiterstaat

Thüringen prescht vor: Voigt verkündet „Jahr der Vereinfachung“ 2026

Persönlicher Teaser Endlich atmen oder nur heiße Luft? Hand aufs Herz: Wie oft haben wir schon den „Bürokratieabbau“ versprochen bekommen? Doch diesmal klingt es anders. Wenn Anträge nach drei Monaten einfach als genehmigt gelten, weil das Amt schläft, ist das eine kleine Revolution. Mario Voigt will 2026 zum „Jahr der Vereinfachung“ machen – ein Versprechen, an dem er sich messen lassen muss. Keine Zettelwirtschaft beim Bäcker, weniger Datenschutz-Wahnsinn für den Handwerker: Das klingt nach gesundem Menschenverstand. Ob der Amtsschimmel wirklich Trab lernt oder nur wiehert, wird sich zeigen. Aber die Richtung stimmt.

Zwischen Hochseehafen und Strandkorb: Ein Zeitdokument von 1978

Persönlicher Teaser Salz, Stahl, Sehnsucht. Es gibt Bilder, die riechen sofort nach Bohnerwachs, Braunkohle und einer steifen Brise. Die Doku über den Bezirk Rostock von 1978 ist genau so ein Zeitfenster. Man spürt förmlich den Stolz der Kameraleute, wenn sie die riesigen Pötte im Überseehafen filmen – das war das große „Tor zur Welt“, auch wenn die Welt für die meisten am Schlagbaum endete. Aber da ist auch dieser unverwechselbare Charme der Ostsee-Sommer: Überfüllte Strände, an denen Handtuch an Handtuch liegt, und die Freude über das einfache Glück im Sand. Wer wissen will, wie sich der Norden anfühlte, als die Werften noch Volkseigentum waren und die Plattenbauten als Luxus galten, muss diesen Film sehen. Ein Stück Heimatgeschichte, ungeschminkt geschminkt.

Das Paradox von Magdeburg: Zufrieden im Privaten, Angst vor der Welt

Teaser (für Social Media / Newsletter) Sachsen-Anhalt ist ein Land der Widersprüche: Der neue "Sachsen-Anhalt-Monitor 2025" zeigt eine Bevölkerung, die privat so zufrieden ist wie selten – und doch voller Angst in die Zukunft blickt. 83 % fürchten um den Frieden, über die Hälfte gilt als "demokratisch fragil". Ministerpräsident Haseloff und Minister Willingmann präsentieren Zahlen, die tief in die ostdeutsche Transformations-Seele blicken lassen: Zwischen dem Stolz auf die eigene Lebensleistung und der totalen Überforderung durch eine komplexe Welt. Ein Warnschuss für die politische Mitte.

Der Überlebenskampf im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau

Persönlicher Teaser Sie wollten mich brechen. Ich war 14 Jahre alt, hörte die falsche Musik und stellte die falschen Fragen. Dafür schickte mich der Staat durch die Hölle. Torgau war kein Heim, es war ein Lager. 500 Liegestütze am Stück, Einzelhaft, Zwangsarbeit für West-Firmen. Sie nannten es „Umerziehung“, ich nenne es Folter. Lange habe ich geschwiegen, doch jetzt rede ich. Über das Unrecht, über meine Angst und darüber, wie ich im Dunkeln meiner Zelle lernte, nicht aufzugeben. Das ist meine Geschichte.

Haare ab, Uniform an: Ein ehrlicher DEFA-Blick auf die NVA-Wehrpflicht

Persönlicher Teaser 18 Monate Lebenszeit. So lange dauerte der Dienst, zu dem sie alle mussten. Der DEFA-Film „Einberufen“ nimmt uns mit zurück ins Jahr 1971, direkt an das Kasernentor in Rostock. Wir spüren den Abschiedsschmerz, riechen förmlich das Bohnerwachs der Stuben und hören das Klicken der Schere, wenn die langen Haare fallen. Es ist ein Film über Jungs, die plötzlich Männer sein sollen, über den Verlust der Individualität und den Versuch, sich im grauen NVA-Alltag nicht selbst zu verlieren. Ein absolut sehenswertes Stück Zeitgeschichte, das ganz nah dran ist.

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Gorbatschows letztes „Njet“: Ein diplomatisches Rückzugsgefecht

Ein letztes Donnergrollen aus Moskau? Oder doch nur das Pfeifen im Walde? Michail Gorbatschows scheinbar unerschütterliches Bekenntnis zur DDR im Dezember 1989 liest sich heute wie ein tragischer Irrtum der Geschichte. Während das Volk längst Fakten schuf, klammerte sich die Diplomatie an eine "Realität", die stündlich verdampfte. Lesen Sie, warum dieses "Njet" zur Einheit in Wahrheit das leiseste "Ja" der Weltgeschichte war – verpackt in die harte Sprache des Kalten Krieges.

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