Kinder, Küche, Kollektiv: Soziale Leistungen der LPG „Helmut Just“

Der Dokumentarfilm begleitet die LPG (P) „Helmut Just“ Striegnitz in der Lommatzscher Pflege (Bezirk Dresden) während der Vorbereitungen für die Frühjahrspflanzung 1976. Im Fokus stehen die Genossenschaftsbäuerinnen und -bauern sowie die Techniker des Agrochemischen Zentrums und des Kreisbetriebs für Landtechnik, die im Rahmen des sozialistischen Wettbewerbs um stabile Erträge agieren.

Bereits 1975 erzielte die Kooperative 455 Dezitonnen Zuckerrüben pro Hektar – ein Spitzenwert, der durch sorgfältige Saatbettbereitung und termingerechte Aussaat gesichert wird. Die Filmsequenzen dokumentieren, wie Bodenbearbeitung nach definierten Gütemerkmalen und tägliche agronomische Disziplin als „Ehre der Klasse der Genossenschaftsbauern“ inszeniert werden.

Moderne Technik und EDV-gestützte Planung
Zentrale Elemente sind der Einsatz moderner Schlepper, Drillmaschinen und Streutechnik sowie die Zweischichtarbeit auf den Feldern. Anhand von Bodenproben generierte EDV-Düngungsempfehlungen ermöglichen eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung – ein Fortschritt, der für die meisten LPGs der dritten Generation noch als hocheffizient galt.

Gemüseproduktion: Präzision und Verantwortung
Ein eigener Abschnitt widmet sich der industriemäßigen Gemüseproduktion: Über eine Million Kohlpflanzen werden vorgezogen und in überwachten Reihen ausgepflanzt. Jede Fehlstelle steht für potenziellen Ertragsverlust und unterstreicht den hohen Stellenwert von Qualität und Routine in der Pflanzpflege.

Soziale Infrastruktur vor Ort
Neben der Feldarbeit zeigt der Film den Ausbau der sozialen Infrastruktur: Neubauten von Kindergarten und Krippen sowie die Unterstützung beim Schulneubau sichern eine verlässliche Kinderbetreuung. Für 57 Familien entstanden neue oder modernisierte Wohnungen, wodurch die LPG zugleich als Gemeinschaftsprojekt und Lebensraum in Szene gesetzt wird.

Melioration, Beregnung und Klimavorsorge
Großflächige Meliorationsmaßnahmen, ein neu angelegter Wasserspeicher und die Verrohrung von Gräben erschlossen 2 000 Hektar für die Beregnung. Diese Investitionen erweisen sich im Trockenjahr 1975 als entscheidend für stabile Erträge – die hundertprozentige Beregnung aller Gemüseflächen wird als strategische Vorsorge gefeiert.

Kooperation und Technikunterhalt
Abschließend dokumentiert der Film die Zusammenarbeit mit dem Kreisbetrieb für Landtechnik und dem KfL Meißen, der die Hauptinstandsetzungen übernimmt. Mechanisierer und Schlosser werden als Garanten der Einsatzbereitschaft präsentiert, während Szenen vom gemeinsamen Mittagessen im neuen Speisesaal die soziale Dimension der Kollektivarbeit betonen.

Zeitdokument und Propaganda
Insgesamt eröffnet der Film einen eindrucksvollen Blick auf die Mechanismen der sozialistischen Intensivierung in der Landwirtschaft. Mit seinen Bildern von emsigen Kollektiven, technischer Modernität und starker Gemeinschaft vermittelt er den Fortschrittsglauben der SED und den Stolz auf erreichte Erfolge – und dient zugleich als Propagandaexempel für die Lehren aus dem 8. und den Ausblick auf den 9. Parteitag.

Verbotener Luxus: Die Parallelwelt der DDR-Elite

Teaser Draußen Einheitsgrau, drinnen französischer Cognac. Während das Volk für Bananen Schlange stand, zog sich die DDR-Elite in eine verborgene Welt zurück, die auf keiner Landkarte verzeichnet war. In geheimen „Sonderversorgungseinrichtungen“ genossen Minister und Funktionäre westlichen Luxus, abgeschirmt durch schwere Samtvorhänge und bewacht von der Stasi. Doch der Preis für das Rehfilet und den West-Wein war hoch: Jedes Wort konnte das letzte der Karriere sein. Ein Blick hinter die Kulissen einer verlogenen Moral, wo Kellner zu Spionen wurden und das Schweigen lauter war als jede Parole. Schlagzeilen-Vorschläge Wasser predigen, Wein trinken: Die geheimen Luxus-Oasen der SED-Kader Hinter Samtvorhängen: Wo der Sozialismus nach West-Kaffee duftete Die geschlossene Gesellschaft: Privilegien, Paranoia und Protokolle