MittsommerRemise 2025: Mecklenburg-Vorpommerns Herrenhäuser neu entdecken

Einmal im Jahr öffnet sich ein ganz besonderes Fenster in die Vergangenheit: Die MittsommerRemise lädt dazu ein, Mecklenburg-Vorpommerns Gutshäuser, Herrenhäuser und Schlösser auf eine Weise zu erleben, die sonst kaum möglich ist. Am 21. und 22. Juni 2025 öffnen mehr als 70 dieser historischen Anwesen ihre Türen – einige liebevoll restauriert, andere noch auf dem Weg dorthin, aber alle voller Geschichte, Charme und Charakter. Es ist die Gelegenheit, durch prächtige Säle und verwunschene Gärten zu streifen und mit jenen ins Gespräch zu kommen, die sich mit Herzblut für den Erhalt dieser Orte einsetzen.

Der besondere Reiz der MittsommerRemise liegt im Austausch mit Menschen, die dieselbe Begeisterung für historische Bauten teilen. Architektur, Landschaftsgestaltung, Denkmalpflege und Zukunftsvisionen – all diese Themen machen den Reiz der Veranstaltung aus. Hier begegnet man nicht nur prachtvollen Gebäuden, sondern auch den Persönlichkeiten, die sie mit neuem Leben füllen.

Wer Formate wie „Mit Mut, Mörtel und ohne Millionen“ (NDR) oder die ARD-Roomtour schätzt, wird sich bei der MittsommerRemise besonders wohlfühlen. Vielleicht trifft man sogar auf bekannte Gesichter aus diesen Sendungen – Gutshausbesitzer aus Lüssow, Langwitz, Niendorf oder Sülten Hof öffnen ihre Tore und gewähren Einblicke in ihr Leben mit einem historischen Haus. Sie berichten von Herausforderungen und Überraschungen hinter dicken Mauern und teilen ihre Visionen für die Zukunft.

Neue Highlights 2025
In diesem Jahr bereichern weitere Gutshäuser das Programm:

  • Ostseegutsland: Hof Mummendorf, Herrenhaus Levetzow, Gutshaus Hagebök und Schloss Pötenitz
  • Mecklenburger Gutsland: Herrenhaus Kaeselow und Gutshaus Woserin
  • Vorpommersches Gutsland: Gut Rosengarten, Schloss Ralswiek und Gutshaus Nisdorf
  • Ergänzt wird das Angebot durch Gutshaus Tentzerow (Tollensetal), Burg Spantekow (Peenetal), Schloss Rattey (Mecklenburgische Seenplatte) und Schloss Groß Lüsewitz (Mecklenburger Parkland).

Doch es sind nicht nur die beeindruckenden Anwesen, die den Charme der MittsommerRemise ausmachen – es sind vor allem die Menschen, die diese Orte mit Leidenschaft erhalten. Lassen Sie sich inspirieren und tauchen Sie ein in eine Welt voller Geschichte und Zukunftsträume.

Das System der kollektiven Erziehung in der DDR und seine Folgen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wer sich an die eigene Kindheit in der DDR erinnert, hat oft sofort den Geruch von Bohnerwachs in der Nase und das Bild der blauen Halstücher vor Augen. Der Staat war der unsichtbare Dritte am Abendbrottisch, und seine Institutionen prägten den Rhythmus des Alltags lange bevor man das Wort Ideologie buchstabieren konnte. Es war eine Kindheit, die in einem engen Korsett stattfand, das viele als Halt und andere als Fessel empfanden. Die Organisation des Lebens begann nicht erst mit der Schule, sondern bereits in der Krippe, wo der Tagesablauf synchronisiert war und das "Ich" Pause hatte, während das "Wir" den Takt vorgab. Diese Erfahrung einer totalen Verplanung bot eine Sicherheit, die man im Westen so nicht kannte, verlangte aber im Gegenzug eine ständige Anpassung an die Norm. Besonders prägend war das Erlernen einer doppelten Sprache. Kinder verstanden früh, dass es zwei Welten gab: die private Welt der Familie, in der man offen sprach, und die öffentliche Welt der Schule und der Pioniere, in der bestimmte Sätze erwartet wurden. Diese Schizophrenie des Alltags schulte das Gespür für Nuancen und lehrte eine Vorsicht, die tief sitzt. Man funktionierte in den Strukturen, sang die Lieder und stand beim Appell stramm, oft ohne die Inhalte wirklich zu glauben. Es entstand eine Distanz zwischen der offiziellen Fassade und dem inneren Erleben. Wenn man heute auf diese Bildungswege schaut, wird die Ambivalenz deutlich. Die fachliche Bildung war solide, die soziale Durchlässigkeit hoch, doch der Preis war die Unterordnung unter ein militärisch organisiertes Kollektiv, das Abweichung pathologisierte. Die Generation, die in diesen Strukturen groß wurde, ist heute erwachsen und prägt die Gesellschaft mit einer spezifischen Haltung. Sie ist oft pragmatischer, krisenfester, aber auch skeptischer gegenüber Autoritäten, die Gehorsam einfordern. Die Spuren dieser Erziehung sind nicht verschwunden, sondern haben sich in die Biografien eingeschrieben als eine Erfahrung von Grenzen und deren Überschreitung. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Das Bildungssystem der DDR war weit mehr als nur Wissensvermittlung, es war ein durchorganisierter Zugriff auf die Ressource Mensch. Um die Strukturen der DDR-Erziehung zu verstehen, muss man den Blick von der Pädagogik hin zur Ökonomie lenken. Der chronische Arbeitskräftemangel zwang den Staat dazu, Frauen fast vollständig in den Erwerbsprozess zu integrieren, was einen massiven Ausbau der Kinderbetreuung notwendig machte. Diese Notwendigkeit wurde zur Tugend erklärt und bot der Staatsführung die Chance, die nächste Generation ab dem Kleinkindalter im Sinne der sozialistischen Ideologie zu formen. Krippe und Kindergarten waren keine bloßen Verwahranstalten, sondern der Beginn einer gezielten Kaderentwicklung. Die Effizienz dieses Systems zeigte sich in der Standardisierung aller Lebensbereiche. Vom gemeinsamen Topfsitzen in der Krippe bis zur Berufsberatung, die Lücken im Volkswirtschaftsplan füllte, war der Weg vorgezeichnet. Die Schule diente dabei nicht der Entfaltung individueller Talente, sondern der Produktion nützlicher Glieder der Gesellschaft. Wer sich diesem utilitaristischen Ansatz entzog oder politisch auffiel, spürte die Härte des Systems durch verwehrte Bildungschancen. Sicherheit gab es nur für jene, die auf den vorgegebenen Schienen blieben. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Die Synchronisation der körperlichen Bedürfnisse in den DDR-Krippen sparte Zeit, lehrte aber vor allem eine frühe Lektion über das Verhältnis von Individuum und Kollektiv. Was aus heutiger Sicht oft befremdlich wirkt, folgte einer klaren inneren Logik des Systems. Wenn eine Erzieherin für eine große Gruppe von Kleinkindern zuständig war, musste der Tagesablauf wie ein Uhrwerk funktionieren. Das Individuum störte im Betriebsablauf, während die Gruppe die Norm setzte. Diese frühe Gewöhnung an den Rhythmus der anderen war der erste Schritt in eine Gesellschaft, die das "Wir" über alles stellte und das "Ich" oft als bürgerliches Relikt betrachtete. Die Mechanismen dieser Prägung wirken in den sozialen Gewohnheiten vieler Menschen leise nach.