Sitzung des Kreistages Vorpommern-Rügen mit den wichtigsten Punkten

Der Kreistag des Landkreises Vorpommern-Rügen tagte am 14.10.2024. Zu Beginn der Sitzung wurden diverse Formalitäten abgehandelt, darunter die Begrüßung der Anwesenden, die Feststellung der Beschlussfähigkeit und die Bestätigung der Tagesordnung. Die Details können im obigen Video nachgehört werden!

Im Rahmen der Einwohnerfragestunde wurden diverse Punkte angesprochen, darunter:
● Die Schließung des Krankenhauses in Bergen im Jahr 2028. Der Landrat dementierte diese Information und verwies darauf, dass ihm als Mitglied des Krankenhausbeirates keine derartigen Pläne bekannt seien.
● Die Zusammenlegung der Landkreise im Jahr 2011 und die damit verbundenen Einsparungen. Der Landrat verwies auf die Komplexität der Thematik und die Schwierigkeit, eine verlässliche Zahl zu nennen.
● Die Möglichkeit, vor öffentlichen Gebäuden Friedensfahnen zu hissen. Der Landrat erklärte, dass dies in der Zuständigkeit der jeweiligen Bürgermeister liege.
● Die Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für Kreistagsmitglieder. Der Landrat betonte, dass es sich nicht um Gehälter handele, sondern um eine Aufwandsentschädigung, die sich nach der Entgeltverordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern richte.
● Der Ausfall des Informationssystems des Kreistages. Der Landrat versprach, dass man versuche, das System so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.
● Die Verzögerungen bei Bauvorhaben. Der Landrat versprach, sich nach dem aktuellen Stand der Dinge zu erkundigen und die Bürger zu informieren.
● Die Raumordnungsplanung und die Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen. Der Landrat betonte, dass die Entscheidung über die Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen beim Regionalen Planungsverband liege.
Im weiteren Verlauf der Sitzung befasste sich der Kreistag mit einer Vielzahl von Themen. Besonders kontrovers diskutiert wurde die Frage der Windkraft. Die CDU-Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, der den Landrat und den Regionalen Planungsverband auffordern sollte, sich für eine Reduktion der geplanten Windkraftflächen einzusetzen. Der Antrag wurde nach einer ausführlichen Debatte abgelehnt.

Weitere wichtige Punkte der Sitzung waren:
● Die Änderung der Hauptsatzung des Landkreises.
● Die Entlastung der Betriebsleitung des Eigenbetriebes Jobcenter.
● Die Entlastung der Betriebsleitung des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft.
● Die Eckpunkte zum Haushaltsentwurf 2025. Der Landrat warnte vor einer dramatischen Verschlechterung der Haushaltslage und kündigte Sparmaßnahmen an.
● Der Antrag der Fraktion Die Linke auf Erhöhung der finanziellen Mittel zur Unterstützung des Landkreises. Der Antrag wurde abgelehnt.
● Der Antrag der Fraktion Bürger für Vorpommern-Rügen auf Erhalt der zahnmedizinischen Versorgung. Der Antrag wurde in den Ausschuss für Soziales und Gesundheit verwiesen.
● Der Antrag der Fraktion Bürger für Vorpommern-Rügen auf Erhalt der Fährlinie Sassnitz-Trelleborg. Der Antrag wurde angenommen.
● Der Antrag der Fraktion AFD auf Wiedergutmachung und Selbstreflektion für eine Aufarbeitung des Corona-Unrechts. Der Antrag wurde abgelehnt.
● Der Antrag der Fraktion Bürger für Vorpommern-Rügen auf Aufarbeitung der Corona-Politik. Der Antrag wurde abgelehnt.
● Der Antrag der Fraktion CDU auf Mobilisierung des Landeswassergesetzes nicht zu Lasten der Gemeinden. Der Antrag wurde in den Ausschuss für Umwelt verwiesen.
● Der Antrag der Fraktion AFD auf Aufhebung der aktuellen Zahlenwildereinstreckung auf der B 96. Der Antrag wurde angenommen.
● Der Antrag der Fraktion AFD auf Prävention gegen Messerangriffe und Waffen- und Messerverbotszonen in Gemeinschaftsunterkünften. Der Antrag wurde abgelehnt.
Die Sitzung endete um 21:00 Uhr. Im Anschluss fand eine nicht-öffentliche Sitzung statt.

DDR-Alltag im Januar 1990 zwischen Wirtschaftsreform und Massenabwanderung

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn man auf die erste Januarwoche des Jahres 1990 blickt, sieht man eine Gesellschaft, die versucht, in der Auflösung so etwas wie Normalität zu simulieren. Teaser: Die Zahlen, die das Bundesinnenministerium zu Jahresbeginn veröffentlicht, sind mehr als nur Statistik. Über 343.000 Menschen haben die DDR im Jahr 1989 verlassen. Das ist der Hintergrund, vor dem sich in diesen Tagen alles abspielt. Während die großen politischen Räder drehen – die SED zieht sich aus der Armee zurück, neue Parteien formieren sich für den Mai – versucht die Verwaltung, den Alltag zu organisieren. Es ist eine seltsame Mischung aus großer Geschichte und kleinteiliger Regulierung. Da wird einerseits ein Wechselkurs von 3:1 festgelegt, andererseits treten detaillierte Regeln für den ambulanten Handel in Kraft. Man darf jetzt Waldfrüchte ohne Genehmigung verkaufen, muss aber für selbstgebastelte Waren Preise beantragen. In Gransee gründen sich Mittelstandsverbände, während in Bitterfeld zum ersten Mal ein Umweltbeauftragter versucht, das Ausmaß der Schäden zu erfassen. Gleichzeitig endet in Berlin ein Stück der Nach-Mauerfall-Ausnahme: Die kostenlose Fahrt in Bus und Bahn für DDR-Bürger ist vorbei. Zwei Mark kostet das Ticket jetzt. Es sind diese kleinen Momente, in denen die neue Realität greifbar wird, jenseits der großen runden Tische. Reiseführer sind auf beiden Seiten ausverkauft. Die Menschen wollen wissen, wo sie eigentlich leben und wohin sie jetzt fahren können. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Januar 1990 markiert den Punkt, an dem aus dem politischen Protest des Vorjahres eine administrative Transformation wird. Teaser: Die Nachrichtenlage der ersten Januarwoche liest sich wie ein Inventarbericht eines Staates im Umbau. Mit der Einrichtung eines Ministeriums für Umwelt und Naturschutz und der Benennung von Umweltbeauftragten in Regionen wie Bitterfeld reagiert die Führung auf die offensichtlichen ökologischen Defizite. Es ist der Versuch, staatliche Strukturen an die Forderungen der Bürger anzupassen. Wirtschaftlich beginnt mit dem Kurs von 3:1 und neuen Handelsbestimmungen eine Phase der Monetarisierung. Der "Verband der mittelständischen privaten Betriebe", der sich in Gransee gründet, steht symbolisch für das Ende der reinen Planwirtschaft. Politisch ist der Rückzug der SED-Parteiorganisationen aus der NVA und den Grenztruppen das vielleicht wichtigste Signal dieser Tage. Die Entflechtung von Partei und bewaffneten Organen ist die Grundvoraussetzung für die anstehenden freien Wahlen. In den Buchhandlungen sind Reiseführer Mangelware. Das Interesse an der eigenen, nun offenen Geografie übersteigt das Angebot bei weitem. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Zwischen dem Ende der Gratis-Fahrten in Westberlin und den neuen Preisen für den ambulanten Handel kommt die Marktwirtschaft in kleinen Schritten an. Teaser: Während die Politik sich auf den Mai vorbereitet und Programme schreibt, schafft die Realität Fakten. 343.000 Menschen weniger in einem Jahr – diese Zahl steht über allem. Die Reaktion ist eine Mischung aus Liberalisierung und dem Versuch, die Kontrolle zu behalten. Jeder Schritt, von der Preisbewilligung für Handwerkswaren bis zum ersten Umweltbeauftragten in Bitterfeld, erzählt von der Suche nach neuen Regeln. Die alte Ordnung gilt nicht mehr, die neue ist noch nicht geschrieben.