Silvia Bartsch: Neue Präsidentin der Wismarer Bürgerschaft im Interview

Am vergangenen Wochenende begrüßte Wism TV Silvia Bartsch, die neue Präsidentin der Wismarer Bürgerschaft, zu einem ausführlichen Interview. Frau Bartsch, die seit Juli 2023 das Amt innehat, erläuterte ihren Werdegang, die Aufgaben als Bürgerschaftspräsidentin und wie sie diese mit ihrem Hauptberuf als Pressesprecherin der Stadtwerke Wismar verbindet.

Zu Beginn des Gesprächs betonte Bartsch, dass sie nicht als Bürgerschaftspräsidentin „geboren“ wurde. Vielmehr sei ihre Wahl das Ergebnis eines demokratischen Prozesses. Nach ihrer erfolgreichen Kandidatur bei der Kommunalwahl 2024 wurde sie von den Wählerinnen und Wählern in die Bürgerschaft gewählt. Bei der konstituierenden Sitzung am 11. Juli stellte sie sich der Wahl zur Präsidentin und übernahm seitdem dieses verantwortungsvolle Amt. Es sei für sie eine große Ehre, Wismar in dieser Position vertreten zu dürfen.

Die Herausforderung, ihr Ehrenamt als Bürgerschaftspräsidentin mit ihrem Hauptberuf zu vereinbaren, meistert Bartsch mit einer klaren Struktur. Als Pressesprecherin der Stadtwerke ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens zuständig – eine Rolle, in der sie schon seit fast 30 Jahren tätig ist. Durch gute Planung und Organisation gelingt es ihr, beide Aufgaben erfolgreich zu kombinieren. Sie betont, dass sie diese Herausforderung bewusst angenommen habe und nun nach einer Phase der Eingewöhnung sicher sei, beide Rollen miteinander zu verzahnen.

Silvia Bartsch stammt ursprünglich aus Anklam. Nach dem Abitur führte sie ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre nach Zittau, nahe Dresden. Doch die Verbundenheit zum Wasser und der Wunsch, im Norden zu leben, zogen sie schließlich nach Wismar. Seit 1994 ist sie dort bei den Stadtwerken beschäftigt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich beruflich vor allem der Energiebranche verschrieben.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sich Bartsch auch intensiv ehrenamtlich. Bereits durch ihre Arbeit bei den Stadtwerken kam sie in Kontakt mit vielen Vereinen und Verbänden der Stadt. Ihr Interesse, selbst aktiv zu werden, wuchs über die Jahre. Begonnen hat ihr ehrenamtliches Engagement in der Kindergartengruppe ihrer Tochter und später in der Schule. Doch Bartsch wollte mehr bewirken, insbesondere in der Wohnungswirtschaft und der Gestaltung von Lebensräumen in Wismar. Ihr Wunsch, sich in der Politik zu engagieren, um auch dort Einfluss auf die Entwicklung der Stadt zu nehmen, war ein logischer Schritt.

Wismar hat für Silvia Bartsch eine besondere Bedeutung. Sie beschreibt die Stadt als Ort, an dem sie von Anfang an herzlich aufgenommen wurde. Dies sei auch einer der Gründe, warum sie sich entschieden habe, der Stadt etwas zurückzugeben – durch ihr Engagement und ihre politische Arbeit. Besonders wichtig sei ihr, die Lebensqualität in Wismar für alle Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern.

Als Bürgerschaftspräsidentin hat Bartsch klare Aufgaben: Sie leitet die Bürgerschaftssitzungen und sorgt dafür, dass diese sachlich und zielorientiert ablaufen. Zudem repräsentiert sie die Bürgerschaft nach außen und steht in engem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Dieses Amt ist neben dem des Bürgermeisters eines der wichtigsten in Wismar.

Silvia Bartsch betont, dass sie sich ihrer Verantwortung als Präsidentin der Bürgerschaft voll bewusst ist. Sie freut sich darauf, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Bürgerschaft, die Interessen der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich zu vertreten.

Das Interview auf Wism TV gibt einen spannenden Einblick in den Lebensweg und die Motivation von Silvia Bartsch. Ihre klare Struktur, ihr Engagement und ihre Liebe zur Stadt Wismar zeichnen sie als Präsidentin der Bürgerschaft aus. Die Zuschauerinnen und Zuschauer von Wism TV können gespannt sein, wie sie in den kommenden Jahren die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Hansestadt Wismar prägen wird.

Der Aufruf der Widerstandskämpfer im Dezember 1989

Journalistischer Text - Profil (Teaser Seite 1) Warnung vor Neonazis in der Wendezeit In einer Zeit des politischen Vakuums veröffentlicht die Junge Welt am 21. Dezember 1989 einen Text, der explizit vor zunehmenden neonazistischen Umtrieben in Stadt und Land warnt und diese als Gefahr für die humanistischen Werte bezeichnet. Ich betrachte dieses Dokument heute als ein spätes Eingeständnis einer Realität, die viele Menschen in ihrem Alltag längst wahrgenommen hatten, die aber staatlich ignoriert wurde. Es scheint, als ob die Thematisierung der rechten Gefahr in diesem Moment für manche auch den Zweck erfüllte, die Existenzberechtigung der DDR als antifaschistisches Bollwerk neu zu begründen. Für den heutigen Betrachter offenbart sich hier die Zerrissenheit jener Tage. Während die einen die Wiedervereinigung herbeisehnten, sahen andere in der Bewahrung der DDR-Eigenstaatlichkeit den einzigen Schutz vor historischen Fehlentwicklungen. Dieser Text markiert den Versuch, in der Unübersichtlichkeit der Wendezeit einen moralischen Halt zu bieten. Journalistischer Text - Seite (Teaser Seite 2) Ein Programm der Hoffnung im Dezember 89 Kurz vor dem Jahreswechsel 1989 bezeichnet ein Aufruf des Komitees der Widerstandskämpfer den Antifaschismus als das entscheidende Programm der Hoffnung für den Erhalt und die Erneuerung des Staates. Mir erscheint dieser Appell rückblickend wie der Versuch einiger Akteure, die drohende Auflösung ihres Staates durch die Rückkehr zu den ideellen Wurzeln aufzuhalten. Es war eine Perspektive, die sicherlich von jenen geteilt wurde, die eine reformierte DDR wollten, auch wenn die politische Realität bereits eine andere Sprache sprach.