Was ist das Projekt transPORT in Magdeburg?

Als ehemaliger Industriehafen erlebt der Wissenschaftshafen Magdeburg seit den 2000 Jahren einen Aufbruch. Mit der Otto-von-Guericke-Universität im Boot entwickelt sich das Quartier seitdem als Erweiterung des Hauptcampus der Universität als attraktiver Standort für Startups und Firmen vor allem aus der Medizintechnikbranche. Mit dem Forschungscampus STIMULATE – einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung – wurde 2012 einer von neun bundesweiten Forschungscampi am Wissenschaftshafen verorten. Der Forschungscampus STIMULATE zeichnet sich durch eine intersektorale Zusammenarbeit im Rahmen einer privat-öffentlichen Partnerschaft mit der Universität Magdeburg, Siemens Healthineers und dem STIMULATE Verein aus, der 35 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft vereint. 2020 wurde der Forschungscampus zum Zukunftsort Sachsen-Anhalt ausgezeichnet, 2023 auch der Wissenschaftshafen. Anlass genug für die Universität und für die Stadt Magdeburg einen neuen Aufbruch zu wagen und den Magdeburger Wissenschaftshafen im Rahmen des Förderprogramms „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ mit dem Projekt transPORT – Transferhafen Magdeburg zu einem urbanen medizinischen Hightech-Ökozentrum zu entwickeln, welches Wissenschaft, Wirtschaft, Wohnen und Wohlfühlen vereint.

Mehr Informationen unter www.trans-PORT.net

Ostdeutsche Identitätssuche im Winter 1989/90

Journalistischer Text - Facebook Das Lied „Halb und Halb“ von Wenzel und Mensching zeichnet ein präzises Bild der DDR in ihrer Endphase, das keine Befreiung, sondern einen Zustand der lähmenden Unentschlossenheit zwischen den Systemen beschreibt. Spezifisch ostdeutsche Erfahrungen werden durch Metaphern greifbar gemacht. Der Polizist erscheint als halb Mensch, halb Maschine, was den Autoritätsverlust der Staatsmacht bei gleichzeitiger physischer Präsenz verdeutlicht. Auch die topografische Situation Berlins findet Erwähnung. Die Stadt wird als nur noch halb eingezäunt beschrieben, ein Verweis auf die faktische Öffnung der Grenze bei fortbestehender architektonischer Trennung der Stadt. Der Text dokumentiert zudem eine Skepsis gegenüber der Vereinigung. Der neue Wohlstand wirkt fragil, was die ostdeutsche Perspektive einer unsicheren Zukunft und den Verlust vertrauter Strukturen betont.

Katharina Thalbach bei Gaus: Von der Utopie und der Fremdheit im Westen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Sie musste sich nie emanzipieren, weil sie gar nicht wusste, dass sie unfrei sein sollte. Teaser: Wenn Katharina Thalbach über ihre Jahre in der DDR spricht, dann fehlt jeder Ton der Bitterkeit. Im Gespräch mit Günter Gaus, geführt 1996, beschreibt sie eine Jugend im Schatten des Berliner Ensembles, geprägt von der Strenge Helene Weigels und dem Geist Bertolt Brechts. Doch viel spannender ist ihr Blick auf das normale Leben: Für Thalbach war die Gleichberechtigung der Frau keine erkämpfte Errungenschaft, sondern gelebter Alltag. Arbeit, Kinder, Unabhängigkeit – das war die Basis, auf der sie stand. Der Kulturschock folgte erst mit dem Wechsel in den Westen im Jahr 1976. Plötzlich traf sie auf eine Gesellschaft, die Emanzipation erst theoretisch diskutieren musste. Thalbachs Beobachtungen sind dabei so scharf wie unaufgeregt. Sie beschreibt das westliche Theater als oft ich-bezogen, während die Kunst im Osten eine politische Dringlichkeit besaß, eine Art geheime Kommunikation zwischen Bühne und Publikum. Sie hat die DDR verlassen, aber die Utopie einer gerechten Gesellschaft, die ihr dort „anerzogen“ wurde, hat sie mitgenommen. Berlin ist für sie Mitte der Neunzigerjahre eine große Baustelle, und genau diesen Zustand liebt sie. Das Unfertige, das Offene ist ihr lieber als der satte Stillstand. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: War Kunst in der DDR wichtiger als im Westen? Teaser: Für Katharina Thalbach ist die Antwort eindeutig. Im Rückblick auf ihre Arbeit in Ost-Berlin und ihren Wechsel in die Bundesrepublik 1976 zeichnet sie einen interessanten Vergleich der Systeme. Im Osten war das Theater politisch aufgeladen, eine „Geheimsprache“, die von oben und unten verstanden wurde. Jedes Wort auf der Bühne hatte Gewicht, weil es Reibung erzeugte. Im Westen dagegen erlebte sie eine Kulturszene, die oft mehr mit sich selbst beschäftigt war als mit gesellschaftlichen Fragen. Die Relevanz, die Schwere der Kunst, sie fehlte ihr. Thalbachs Analyse aus dem Jahr 1996 ist keine Ostalgie, sondern eine kulturelle Bestandsaufnahme: Was geht verloren, wenn Kunst nicht mehr Reibungsfläche sein muss, sondern nur noch Ware sein darf? Die Schauspielerin bleibt skeptisch gegenüber einem System, das allein auf Verkäuflichkeit setzt. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Entmündigung gab es in beiden Systemen, nur die Methoden waren verschieden. Teaser: Katharina Thalbach macht es sich nicht leicht mit dem Urteil über die DDR und die Bundesrepublik. Dem Osten wirft sie vor, die Menschen zu ihrem Glück zwingen zu wollen – eine klare Entmündigung. Doch auch den Westen spricht sie nicht frei. Hier geschehe die Entmündigung subtiler, verdeckt durch Konsum und scheinbare Freiheit. Ihr Fazit ist das einer Beobachterin, die sich ihre Utopien nicht nehmen lässt, auch wenn die Realität sie selten einlöst.