„Hereinspaziert! – Neuruppiner öffnen ihre Höfe“ zum 11. Mal

Starke Frauen in Neuruppiner Höfen

Neuruppin. 2019 feierten wir den 200. Geburtstag Theodor Fontanes. In diesem Jahr jährt sich nun der 200. Geburtstag von Emilie Fontane, der Frau an seiner Seite. Emilie lebte von 1824 bis 1902. Für uns als Fontane-Festspiel-Team ist klar: wenn sich Neuruppin Fontanestadt nennt, dann hat auch Emilie Fontane Anspruch auf Würdigung, Gedenken und einen Platz im Fontane-Kosmos. Emilie unterstützte die Arbeit ihres Mannes, indem sie Tausende Seiten seiner Manuskripte abschrieb und ihm Diskussionspartnerin war. Sie gebar sieben Kinder, drei davon starben. Neben Haushalt und Kindern forderte und förderte sie den geliebten Mann an ihrer Seite, auch wenn es nicht nur einmal zu schärferen Ehekrisen kam.

Mit unserem Fontane-Festspiel-Programm knüpfen wir in diesem Jahr mehrmals an „Emilie.200“ an. Dabei geht es uns bei weitem nicht nur um das Frauenbild des 19. Jahrhunderts, sondern auch um die Rolle der Frau und um Familienmodelle der Gegenwart. Starke Frauen sollen auch unser Thema sein, wenn wir am Samstag, 11. Mai, von 14 – 18 Uhr zum elften Mal zu „Hereinspaziert! – Neuruppiner öffnen ihre Höfe“ einladen. In diesem Jahr suchen wir Höfe in der Innenstadt, die sich mit einer Frauenfigur in Verbindung bringen lassen, eine Frauengeschichte aufgreifen oder in denen einfach tolle Frauen von heute aktiv sind.

Wir können dabei z.B. anknüpfen an den Stadtrundgang „Frauen machen Stadt – Neuruppiner Frauen aus drei Jahrhunderten – wo sie wohnten und was sie bewegten“. Oder an die 2011 bis 2014 erschienenen insgesamt 40 Porträts von Neuruppiner Frauen in den vier Bänden „Frauen, die Neuruppin beweg(t)en“. Egal ob Ärztin, Bäckerin, Künstlerin, Bürgermeisterin, Geschäftsfrau oder Lehrerin – ihre Geschichten sind gleichzeitig Stadtgeschichte, denn sie erzählen vom Neuruppin vergangener Jahrhunderte.

Wer macht mit?

Wenn Sie einen Hof in der Neuruppiner Innenstadt haben, bereits einen Hauch von Lust verspüren mitzumachen, einen potentiellen Hofgastgeber kennen oder sich mit einem passenden Programm beteiligen wollen (z.B. Ausstellungen, Musik, Mitmachaktionen) – dann melden Sie sich doch bitte bei uns:

Fontane-Festspielbüro, Neuruppin, Präsidentenstraße 47

Tel. 03391 – 65 98 198, 0173 – 206 32 31.

Mail: ket.bartsch@t-online.de

Gern überlegen wir gemeinsam, welche Geschichte zu Ihrem Hof passt und welche Aktion im Sinne von „Emilie.200“ stattfinden könnte.

„Hereinspaziert!“ lebt vom Mitmachen. Es geht nicht um den schönsten Garten und den schönsten Hof. Wir wollen in Neuruppin die Willkommenskultur pflegen, miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam etwas bewegen und dabei wie „ganz nebenbei“ auch Stadtgeschichte, Kultur und Stadtarchitektur erlebbar machen.

Anregungen finden Sie hier: NEURUPPINER ÖFFNEN IHRE HÖFE (fontane-kosmos.de)

Vielen Dank fürs Drübernachdenken, für spontane Wir-sind-dabei-Rufe und fürs Weitererzählen.

Herzliche Grüße von Uta Bartsch und Festspielteam

Wahlkampf 1990: Die Transformation der PDS in der DDR-Krise

A) PROFIL AP: Hook: Der Wahlkampf im Frühjahr 1990 war für die einstige Staatspartei kein Ringen um Mehrheiten, sondern ein Kampf um die bloße politische Existenz in einem Land, das sich rasant veränderte. Teaser: Wer die Bilder aus dem März 1990 betrachtet, sieht eine politische Landschaft voller Widersprüche. Auf der einen Seite standen die vollen Säle bei den Veranstaltungen der PDS, in denen Gregor Gysi als Hoffnungsträger gefeiert wurde. Er verkörperte für viele die Chance, eine ostdeutsche Identität in die neue Zeit zu retten, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Auf der anderen Seite herrschte auf den Straßen und in den Betrieben eine Atmosphäre der Abrechnung. Die Wut auf die vierzigjährige Herrschaft der SED entlud sich in zerrissenen Wahlplakaten und lautstarken Protesten. In Städten wie Karl-Marx-Stadt, wo die Bürger bereits die Rückbenennung in Chemnitz forderten, war der Bruch mit der alten Ordnung am deutlichsten spürbar. Die PDS versuchte in diesen Wochen, den massiven Mitgliederschwund und den Verlust des Apparates durch eine neue Offenheit zu kompensieren. Es war der Versuch, in einem Klima des Misstrauens Fuß zu fassen, indem man sich als Anwalt derer positionierte, die vor der schnellen Einheit zurückschreckten. Die Risse, die in diesen Wochen sichtbar wurden, gingen quer durch die Gesellschaft und prägten die politische Kultur noch lange über den Wahltag hinaus. B) SEITE AP: Hook: Mit dem Verlust von fast zwei Millionen Mitgliedern innerhalb weniger Monate stand die PDS vor der Volkskammerwahl 1990 vor einer organisatorischen und inhaltlichen Zäsur. Teaser: Der Weg von der allmächtigen SED zur PDS im Frühjahr 1990 war geprägt von einem radikalen Strukturwandel. Der einst riesige Parteiapparat war auf einen Bruchteil seiner Größe geschrumpft, und die verbliebenen Kader mussten sich in einem völlig neuen politischen Wettbewerb behaupten. Der Fokus lag darauf, sich von den stalinistischen Traditionen zu lösen und mit Gregor Gysi ein unverbrauchtes Gesicht zu präsentieren. Doch die Strategie der Erneuerung stieß an harte Grenzen. Während ein Teil der Wählerschaft in der PDS einen Garanten für Stabilität und soziale Sicherheit sah, lehnte die Mehrheit der Bevölkerung die Partei als bloße Fortsetzung der SED ab. Der Wahlkampf zeigte deutlich, wie tief das Misstrauen saß, besonders in den Industriezentren des Südens. Es blieb eine Zeit des Übergangs, in der alte Gewissheiten nicht mehr galten. C) SEITE JP: Hook: Die erste freie Wahl 1990 zwang die PDS dazu, sich ohne den Schutz des Staates dem Votum der Bürger zu stellen. Teaser: Im März 1990 wurde sichtbar, wie stark die DDR-Gesellschaft polarisiert war. Für die PDS bedeutete der Wahlkampf einen Spagat: Sie musste die eigene Vergangenheit als SED bewältigen und gleichzeitig als neue politische Kraft werben. Der massive Rückgang der Mitgliederzahlen und die offene Ablehnung auf den Straßen zeigten, dass die Glaubwürdigkeit der Erneuerung von vielen bezweifelt wurde. Dennoch gelang es der Partei, jene Menschen zu binden, die den schnellen Wandel mit Sorge betrachteten. Die Auseinandersetzung um die Zukunft der DDR fand in diesen Wochen ihren vorläufigen Höhepunkt.